Frag doch mal die Finanzmaus

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Nov 262008
 

Vor Monaten hatte Kanzlerin Merkel eine Art Sendung mit der Maus für Finanzen verlangt.  Dieses Blog berichtete am 14.04.2008. Und siehe da: Die wirkliche Sendung mit der Maus brachte mittlerweile eine ganze Themensendung zum Thema “Was ist Geld”. Ich erinnere mich an lendenschurzschwingende und brilletragende Steinzeitmenschen, die Kühe, Steine und Muscheln hin und her schoben. Das waren die ersten Währungen. Sehr gut! Ich begriff, warum es Geld gibt. Man kann nicht immer Säcke voll Muscheln herumtragen oder Kühe an einem Strick herumzerren, wenn man nur mal zum Tanken fährt.

Einen weiteren, höchst gelungenen Versuch zu einer Finanzmaus liefert heute der Spiegel. Nach meinem Kenntnisstand die beste Darstellung zur Entstehung der weltweiten Finanzkrise. Ich empfehle diesen Link nachdrücklich allen, die – wie der Verfasser dieses Blogs – bisher keinen genauen Durchblick bei all den plötzlich fehlenden Mäusen hatten!

Schaut, lest, und entscheidet dann selbst, ob dies eher eine Lach- oder eine Sach-Geschichte ist!

Der große Crash: Wie es zur Finanzkrise kam – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft

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Nov 262008
 

Erneut einen harten Schlag erleidet das in Berlin immer noch weit verbreitete Lagerdenken: Demnach zerfällt die Welt in zwei Teile – einerseits die Linksfront, welche durch die SED, die “Partei der Mauerschützen” (die heutige Linke), große Teile der SPD und große Teile der Grünen gebildet sein soll. Andererseits die “bürgerlichen Parteien” CDU und FDP. Ich meine: Diese ganze Konstruktion war seit der deutschen Einigung 1990 nicht mehr zu halten. Jetzt kommen täglich neue Einsichten ans Tageslicht, die dieses sorgsam gepflegte Lagerdenken weiter der Unglaubwürdigkeit überführen. So berichtet die Welt heute:

Leitartikel: Sachsens CDU-Ministerpräsident Tillich verteidigt sich mit PDS-Methoden: Das Spiel der Blockflöten – DIE WELT – WELT ONLINE
Tillich trat in der Endphase der DDR in die SED-hörige CDU ein, um die Laufbahn eines Staatsfunktionärs einschlagen zu können. In seiner Position als Nomenklaturkader konnte er politisch Einfluss nehmen, erhielt ein gut doppelt so hohes Gehalt wie ein Facharbeiter und gehörte der Funktionselite an. Dass sich der Familienvater damals für Karriere entschieden hat, gehört zu seiner biografischen Realität. Entgegen der eigenen Wahrnehmung verfügt Tillich mit diesem Werdegang allerdings über keine typische “ostdeutsche Biografie”. Nicht zuletzt schloss seine Arbeit etwas ein, womit die Mehrheit der Bürger nichts zu tun haben wollte – eine ständige Kollaboration mit SED-Genossen und sogar Kontakte mit Stasi-Offizieren.

Diese Enthüllungen kommen nur für Blauäugige als Überraschung. Jeder, der in der DDR politisch etwas innerhalb der etablierten Institutionen bewegen wollte, musste sich dem System anpassen. Er wurde zur Stütze des Systems. Ob man dazu der SED oder einer der DDR-Blockparteien beitrat – dies war nach allem, was ich höre, nur ein gradueller Unterschied.

Die CDU wird nun sehr darauf bedacht sein müssen, ihre Glaubwürdigkeit zu retten. Immer nur auf die böse Linkspartei, die Partei der “Mauermörder” zu schimpfen, wird nicht mehr verfangen. Damit verstrickt sich die CDU nur in einen ganzen Wald von Widersprüchen. Einen Lagerwahlkampf nach dem Motto “Linksblock stoppen” wird die CDU in Berlin ebenso verlieren, wie sie ihn in Hessen verloren hat.

Eine erfolgreiche Partei kann sich nur über das definieren, was sie politisch bewegen will. Sie muss sagen, was sie vorhat, nicht was sie hinter sich hat! Moralische Überheblichkeit ist nicht angesagt. CDU-Ministerpäsidenten wie Dieter Althaus  oder Stanislaw Tillich, die bereits in der DDR der Ost-CDU beitraten, spielen dabei eine besonders wichtige Rolle. Sie könnten aufklärend auf ihre Parteifreunde wirken. Dazu ist es nötig, darzulegen, dass man jene DDR mitgetragen hat wie die anderen Angehörigen der Funktionselite auch. Man war als Mitglied der DDR-Blockparteien kein Widerständler, man gehörte auch nicht zu jener DDR-Mehrheit, die das Ganze mehr oder minder duldsam über sich ergehen ließ und sich in einer Art gespaltenen Bewusstseinslage einrichtete, sondern man war ein Teil des Systems.

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Nov 262008
 

. . .  aber das macht mir keinen Spaß.” Mit diesen Worten stellt sich laut Morgenpost die Richterin Kirsten Heisig vor arabische und türkische Eltern. Ich hatte mich bereits am 22.01. und am 19.09.2008 als Bewunderer dieser Richterin zu erkennen gegeben und sie den Parteien dieser Stadt als leuchtendes Vorbild hingestellt. Ich hatte sogar angeregt, Kirsten Heisig sollte irgendwann in die Politik gehen. Ich würde mich darüber sehr freuen! Frau Heisig fordert und fördert mit ihrer neuen Initiative genau jenes bürgerschaftliche Engagement, von dem so viele nur reden. Sie tut wieder einmal etwas! Diese Art Aktivität ist genau das, was der damals völlig unbekannte Obama – ebenfalls ein Jurist – in Chicago gemacht hat: sich um die negative Auslese kümmern, verhindern helfen, dass sich ein Grundstock an Perspektivlosigkeit ausbildet. Die Zeitung berichtet:

„Ich bin die, die eure Kinder einsperrt, aber das macht mir keinen Spaß. Wir müssen zu anderen Konzepten kommen“ – so stellt sich die für Nord-Neukölln zuständige Richterin ihre Eingangssätze vor. Sie stehe am Ende der Kette, müsse dann tätig werden, wenn es eigentlich zu spät sei und die kriminellen Karrieren bereits weit fortgeschritten seien.
Migrantenvereine ziehen mit
Um an die Eltern heranzukommen, hat sich die Richterin an zwei gut vernetzte Organisationen aus der Migranten-Community gewandt. Das Türkisch-Deutsche Zentrum TDZ, nach eigenen Angaben der von den Einzelmitgliedern her größte türkische Verein der Stadt und in der Integrationspolitik in Neukölln als Partner bewährt, soll die türkischen Eltern ins Rathaus bringen. Und die Deutsch-Arabische Unabhängige Gemeinde DAUG hat zugesagt, vor allem libanesische und palästinensische Familien anzusprechen.

Was mir auffällt, ist: Die Initiative scheint von keiner mehrheitlich deutschen Organisation ausgegangen oder mitgetragen zu sein. Eine einzelne Frau bringt den Stein ins Rollen. Das wäre merkwürdig und vielsagend. Nicht einmal die Parteien scheinen mitrudern zu wollen. Bitte aufwachen! Hier könnt ihr Sympathien einfahren.

Jugendkriminalität – Richterin Heisig hat keine Lust, Kinder einzusperren – Berlin – Berliner Morgenpost

 Posted by at 07:59