Archive for September 26th, 2009

Herrlicher Kurzurlaub auf der ADFC-Kreisfahrt

Samstag, September 26th, 2009

26092009.jpg Die Stadt neu erfahren. Das war das Motto der ADFC-Kreisfahrt 2009 durch Berlin. Ich reihte mich zusammen mit einem meiner Söhne ein. Es gelang mir tzrozu erheblichen Altersunterschiedes, mit meinem Sohn Wanja stets mitzuhalten, der mich auch durch seine geistreichen Kommentare auf den hastig abgedrehten Videos erfreute. Einige Videos könnt ihr auf Youtube sehen. Sie bieten keine professionelle Qualität, sind alle mit der Handy-Kamera geschossen.

http://www.youtube.com/watch?v=bR4dAolw9cc&feature=channelhttp://www.youtube.com/watch?v=XnwqXuUdPT4&feature=channel26092009011.jpg

Immer wieder gab es kleine Zwischenstopps, damit der Lindwurm sich nicht zu sehr in die Länge zog. Ich plauderte mit vielen bekannten und unbekannten Mitradlern. Toll!

Von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr genossen wir die Stadt Berlin in ungewohnter Ruhe, ließen uns den Wind um die Ohren pfeifen.

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Mein 7-jähriger Sohn bewältigte die gesamte Kreisfahrt  ohne jeden Anflug von Müdigkeit oder Erschöpfung. Nur eine ganze Flasche Wasser trank er im Weltmeistertempo weg. Es war ein herrlicher Tag, der die bunte Vielfalt der Stadt erlebbar machte. Danke an alle Organisatoren und Helfer vom ADFC, ein dickes Dankeschön an die Polizei, die die Straßen sperrte und an alle Autofahrer, die die kleinen Verzögerungen mit Humor wegsteckten!

Meine Wahlempfehlung: Erststimme Lengsfeld, Zweitstimme CDU

Samstag, September 26th, 2009

Die Bilanz der Kanzlerin Angela Merkel ist herausragend: Sie hat in der Finanzkrise Panik vermieden und somit das Schlimmste verhütet. Sie hat stets auf sozialen Ausgleich geachtet, hat mehr Geld für Hochschulen und Forschung ausgegeben. Unter ihrer Kanzlerschaft wurde die Arbeitslosigkeit zunächst massiv gesenkt. Weltweit werden wir Deutschen um unsere Kanzlerin beneidet. Denn obwohl sie bei den Polen mit großem Abstand die beliebteste ausländische Politikerin ist, gibt sie dem französischen Präsidenten Sarkozy das Gefühl, dass er und nur er der Größte ist. Wer schafft so etwas außer ihr?

Wer Merkel will, muss Merkels Partei, die CDU, wählen. Und nicht  Westerwelles FDP. Denn nur eine mit sehr großem Abstand führende CDU kann die Entstehung nicht gewünschter Koalitionen, nicht gewünschter Notgemeinschaften verhindern. Wenn die CDU nur mit bescheidenem Abstand stärkste Partei wird, besteht die Gefahr, dass nur eine Dreierkoalition die Regierungsmehrheit schafft. Dreierkoalitionen sind derzeit nur die zweitbeste Lösung. Besser sind Koalitionen aus Groß + Klein. Deshalb gilt unumstößlich: Nur eine starke CDU kann auch eine starke Kanzlerin wählen.

Gleiches gilt für die Erststimme. Eine Vera Lengsfeld im Deutschen Bundestag stellt sicher, dass der Bundestag seinen grundgesetzlichen Aufgaben besser nachkommt. Eine Vera Lengsfeld im Bundestag hilft verhindern, dass der Bundestag zum Abnick- und Akklamationsorgan wird. Eine Vera Lengsfeld im Bundestag hilft dabei, dass das goßartige Erbe der DDR-Bürgerrechtler nicht völlig aus dem politischen Betrieb verschwindet. Es ist bitter, dass fast niemand von den aktiven Bürgerrechtlern mehr in den Parlamenten sitzt. Vera Lengsfeld muss deshalb in den Bundestag.

Somit gilt:  Morgen Erststimme für Vera Lengsfeld, Zweitstimme für CDU und ihre Angela Merkel!

Für einen armen, virtuellen Wahlkampf

Samstag, September 26th, 2009

25092009003.jpg Der gestrige CDU-Flashmob Fahrrad – Eigenverantwortung – Respekt, dem ich mich anschloss, fand unter großer Beachtung der Medien statt – ein voller medialer Erfolg. Er war wie geplant das kleinste Wahlkampfereignis deutschlandweit. Es erinnerte mich an den Bericht eines amerikanischen Politikers, der da erzählt: “Ich fuhr im Wahlkampf 2 Stunden mit dem Auto, damit ich dann bei einer Gemeindeversammlung eine Ansprache an die Wähler halten konnte. Der Pfarrer vergaß mich zu erwähnen. Ich sagte also – nichts. Ich fuhr anschließend wieder 2 Stunden nachhause. Ich hatte keine Silbe zu den Wählern gesagt.”

Auf jeden zweiten Aktiven kam ein Reporter oder Berichterstatter. Dieses Ereignis wurde im Web angeregt, fand in der medialen Berichterstattung seine Erfüllung und ist in der wirklichen Welt nur an winzigen Veränderungen spürbar. Einige wenige Plakate rund um den Chamissokiez haben wir minimal verändert. Dadurch haben wir erneut mit unseren Plakaten das Bewusstsein für Mechanismen der Wahrnehmung geschärft.

Ein erfahrener Betrachter unseres Minimal-Events schlug vor: “Verpachtet die Bergmannstraße an den Meistbietenden und vergebt das Recht, die Strafzettel von Radfahrern direkt vor Ort einzutreiben. Ich werde mitbieten.”

Der Flashmob ist ein blitzartiges Oberflächengekräusel der medial vermittelten Welt. Seine Spur verliert sich nach wenigen Augenblicken. Er hinterlässt nichts als minimale Rückungen im Medienclatter. Er ist das perfekte Gegenstück zu den Herden- und Massenauftrieben des offiziellen Wahlkampfs, zu den herrschenden Verhältnissen des in Kreuzberg festgefahrenen grün-roten Mainstreams. Eine kleine, unscheinbare Geste, die nichts bewegen will und kaum etwas ändert. Er ist das Sandkorn, das verweht wird und dennoch im Getriebe der weitgehend standardisierten Politik ein bisschen nervt und stört.  Die Schneeflocke, die am Wahltag dahinschmilzt.

Übrigens: Der amerikanische Politiker, den wir oben zitierten, ist heute Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er berichtet die Episode in seinem Buch “The Audacity of Hope”.

Zerfallende Bezirke

Samstag, September 26th, 2009

25092009001.jpg Das gestrige Schulfest besuchte ich mit großen Erwartungen. Es hat sich eine hübsche kleine Gemeinschaft gebildet. Ich lerne einige Eltern kennen – nicht alle sprechen türkisch oder arabisch, sondern hinter mir in der Reihe höre ich – Italienisch! Was für eine Freude! Ich mische mich ein, stelle mich artig vor, erzähle, was mich mit Italien verbindet. Um aber die umstehenden Eltern nicht auszuschließen, gehe ich zum Deutschen über. Nur Deutsch ist hier an der Schule eine gemeinsame Plattform, obwohl die Mehrheit der Kinder zuhause arabisch spricht. Alle Lehrer sprechen an dieser Schule Deutsch als Muttersprache. Das halte ich für ganz wichtig. Die meisten Eltern meiner Klasse sind erneut zuhause geblieben. Wie schon beim Elterntreffen. Schade.

“Was halten Sie von dieser Schule? Sind Sie zufrieden?”, werde ich gefragt. Ich sage: “Ich bin nicht nur zufrieden mit dieser Schule. Ich halte sie sogar für vorbildlich. Die Lehrer leisten Herausragendes!”

Ich werbe für meine Idee eines Klassen-Blogs im Internet. Ich lege einen Briefentwurf bei den wenigen Eltern unserer Klasse vor, die gekommen sind. Werden die Eltern und die Kinder mitmachen?  Mit folgenden Worten will ich dafür werben:


Bei der ersten Elternversammlung habe ich vorgeschlagen, dass unsere Klasse sich zusammen in einem Internet-Blog darstellt. Die Kinder und die Eltern können erzählen. Unsere Kinder wachsen unter der Aufsicht der Eltern in die Welt der elektronischen Medien hinein.

 

Sie können Bilder zeigen. Verwandte und Freunde in aller Welt können dann lesen und sehen, wie es uns geht und was in der Schule an Schönem und Aufregendem geschieht.

 

Gefällt Ihnen  die Idee?

Mal sehen. Insgesamt aber hat sich für mich durch viele, viele Gespräche in den vergangenen Monaten folgendes Bild ergeben:

In Kreuzberg und Neukölln haben sich geschlossene arabisch-sprachige muslimische Milieus gebildet, die am öffentlichen Leben nicht teilnehmen und nicht teilnehmen wollen. Sie kommen aus arabischen Ländern und praktizieren eine strenggläubige Variante des Islam mit strenger Kontrolle über Sitten und Kleidung, insbesondere der Töchter und Ehefrauen. In einigen Wohngebieten haben sie die seit Jahrzehnten ansässige türkische Volksgruppe bereits weitgehend verdrängt. Von einer gezielten islamistischen Unterwanderung der Bundesrepublik sollte man nicht sprechen. Das würde man auch gar nicht bemerken. Wohl aber von zunehmenden, bewusst sich abschottenden Sektoren, in denen weder europäische Sprachen noch freiheitlich-demokratische Grundüberzeugungen eine Rolle spielen.

Die europäischen Familien haben Kreuzberg und Neukölln bereits weitgehend verlassen und ziehen weiterhin weg. Da die arabischen Familien häufig acht bis zehn Kinder haben, dauert es nur wenige Jahre, bis eine Nachbarschaft durcharabisiert ist – mit Verdrängungseffekten auf die türkische und europäische Bevölkerung. Dieser Prozess ist im Gange.

Die europäischen Eltern meiden die Schulen mit arabischer oder türkischer Schülermehrheit, indem sie beizeiten irreführende Scheinummeldungen vornehmen. Dadurch fällt die Schülerpopulation immer stärker auseinander. Die Separierung der Volksgruppen von Grundschulklasse 1 an nimmt zu. Die deutschsprachigen Medien weichen dem Thema aus, zumal die europäischen Journalisten selber keinerlei Zugang zu den geschlossenen islamischen und islamistischen Milieus haben. Wir steuern sehenden Auges auf eine noch stärkere Spaltung des Gesellschaft in Bezirken wie Neukölln, Wedding und Kreuzberg zu.

Die aus Deutschland zuziehenden Kreuzberger jungen Akademiker haben keinerlei Absicht, hier in diesem Bezirk Familien zu gründen. Sie werden nach einigen Jahren wieder abziehen, nachdem sie sich hier in allerlei Grüppchen, Initiativen und Netzwerken ausgetobt haben.

Das Herumdoktern am Berliner Schulsysten ist vergebliche Liebesmüh, solange derartige Strukturen nicht erkannt und offen benannt werden. Dies tut aber – mit wenigen Ausnahmen – niemand. Es wird alles nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt.

Insbesondere die Parole “Länger gemeinsam Lernen” klingt in meinen Ohren wie Hohn. Wir haben bereits jetzt kein gemeinsames Lernen, nicht einmal in der Grundschule. Die Aufsplitterung der Schülerschaften geschieht völlig unabhängig von Schulsystemen. Sie ereignet sich auch in Ländern mit einem Einheitsschulsystem.