Mrz 312011
 

Na, wie üblich knallte ich wieder mal eine „Tischvorlage“ auf den Tisch des Wirtshauses in der Stresemannstraße. Dann erhub ich mich zu kühnem gedanklichen Flug!

Die Tischvorlage wurde wieder ein winzig klein bisschen zerpflückt oder zurechtgerückt, sagen wir’s wir mal so. OK. Dafür sind ja diese Stammtische da. Auch Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.

Danke, Freunde! Es hat Spaß gemacht. Bis nächsten Donnerstag, 18 Uhr.

Und ein neues Blog gibt es auch:

Politikselbermachen

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Mrz 312011
 

Aufm Kika verfolgten wir kürzlich den „Songkontest“ – begleitet vom üblichen elektronischen Gedaddel, sollten Kinder ein Lied ihrer Wahl singen. Spannend war, dass kein einziges Kind die in der EU am meisten gesprochene Muttersprache, also Deutsch verwendete, sondern alle Songlyrics – Englisch waren.

Deutsch wird also öffentlich von Kindern nicht mehr gesungen. Alles muss so cool sein. Marketingsprech hat die Kinderkanäle und Kinderherzen erobert. Das Rhythmusgefühl bei den Kindern wird nicht entwickelt, da die Beat-Maschinen alles vorgeben. Sowenig wie Kinder noch rückwärts gehen oder balancieren lernen, lernen sie auch den Ton zu treffen. „Hänschen klein“ – dieses Lied ist ein Lied von einem anderen Stern, es wird nicht mehr gelehrt. Stattdessen leistet man sich wahnsinnig teure Sprachförderprogramme, stellt Sozialarbeiter und Logopäden sonder Zahl ein.

Unfassbar.

Die Kinder werden zunehmend ins kulturelle Nirwana des Internationalismus gestoßen.  Da alles gleich und gleichgültig ist, setzt sich letztlich die am besten vermarktungsfähige Sprache durch, also das Englische. Nur in den Koranschulen wird weiterhin Hocharabisch gepflegt, die Jungs lernen Sure um Sure auswendig, und zwar nicht auf Englisch, sondern auf Arabisch! In den russischen Familien wird Russisch gepflegt, in den türkischen Familien wird türkisch gesprochen. Die Deutschen sprechen untereinander noch Deutsch oder auch Englisch.

Ansonsten bildet sich nach und nach eine multinationale Patchwork-Gesellschaft heraus. „Berlin wird immer internationaler“, so stellt es Günter Piening, der Integrationsbeauftragte des Senats fest. Alle Nationalitäten sind gleichberechtigt, als gemeinsame Sprache der nachwachsenden Elite scheinen viele Englisch zu bevorzugen. Ansonsten plappert jeder drauflos, wie ihm der Schnabel wächst. Der Türke spricht Türkisch, der Kurde spricht Türkisch oder Kurdisch, der Araber spricht Arabisch, der Vietnamese spricht Vietnamesisch. Alle zusammen sprechen wir – gar nicht miteinander. Das ist die „Internationale der Stummen“.

Die Anträge auf Sozialhilfe liegen in zahlreichen Sprachen aus. Selbst zum Ausfüllen des Antrags auf Sozialhilfe bedarf es keiner Deutschkenntnisse. Great! We draw the crowds from everywhere!

Wird Berlin also immer internationaler? Ich meine, dass Berlin nicht „immer internationaler wird“, wie der gute Herr Piening meint bemerken zu dürfen, sondern sich zunehmend in Volksgruppen (Russen, Araber, Deutsche, Türken usw.) gliedert oder spaltet. Kuckt doch der Wahrheit ins Auge. So ist es doch.

31.03.2011: Die Mehrheit wird international (Tageszeitung Neues Deutschland)

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Mrz 302011
 

„Was für eine dumme Frage!“, werdet ihr mir antworten! „Sie tun es, wenn sie es wollen. Der Staat soll sich gefälligst heraushalten aus der Lebensplanung.“ Etwa 50% aller Haushalte in Berlin sind heute Single-Haushalte. Die Familie mit Kindern wird zum Ausnahmemodell, die WGs sind allenfalls eine Zwischenlösung. Der Staat übernimmt dank Sozialhilfe, Wohngeld, Hilfen zum Lebensunterhalt jede Garantie dafür, dass jeder so leben kann, wie sie oder er will. Es herrscht keinerlei wirtschaftlicher Druck mehr, zu Familien zusammenzuziehen oder in Familien zusammenzuwohnen. Das Single wird zur entscheidenden Größe der Wohnungspolitik, der Baupolitik, der Stadtplanung! Die Nachfrage nach kleinen Wohnungen wird zunehmen, das Geschrei von Wohnungsnot hebt schon an, da nicht mehr alle Wünsche nach Single-Wohnungen befriedigt werden können.

Mich stimmen solche Befunde eher nachdenklich. In dem Maße wie Familien zum Ausnahmemodell werden, werden Kinder zur Störgröße! Kinder, so meine ich, gedeihen am besten, wenn sie mit Vater und Mutter und mit anderen Kindern zusammenwohnen. Ökologisch gesehen sind Single-Haushalte kontraproduktiv, da besonders teuer.

Eine Stadtgesellschaft wie die unsrige, die de facto das Single zum Leitbild erhebt, lebt auf Kosten ihrer eigenen Zukunft. Sie fördert Egoismus und Einsamkeit. Ich finde das sehr problematisch – in jedem Sinne: psychologisch, ökologisch, ökonomisch und moralisch. Die Alten und die Kranken vereinsamen in der Single-Gesellschaft fast notwendigerweise.

Single-Boom: Deutschland wird zur Republik der Mini-Haushalte – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft

Besonders gering ist der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Mitgliedern in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Bereits 2009 lebte dort in jedem zweiten Haushalt nur eine Person. Bis 2030 steigt voraussichtlich der Anteil der Single-Haushalte in Bremen auf 54, in Hamburg auf 55 und in Berlin sogar auf 58 Prozent

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Mrz 302011
 

30032011473.jpg Ich freue mich über jeden Autofahrer, der ausreichenden Seitenabstand beim Überholen der Radfahrenden lässt, über jeden Autofahrer, der nicht rechtswidrig auf dem Radstreifen parkt. Wenig verschlägt es da, dass heute erneut 7 (sieben) geparkte PKW verbotswidrig den Radstreifen vor der SPD-Bundeszentrale in der Wilhelmstraße zugeparkt und verstopft hatten. Beweis: Dieses Foto.  Sie wissen ja nicht, dass sie uns Radfahrer damit gefährden und uns zum Ausweichen in den Fahrweg der Autos hinein zwingen. Gleich daneben ist ein Parkhaus, das weitgehend leer steht!

Soll ich mich ärgern über die ständigen Falschparker? Nein!

Die ganze herrliche Fahrwegmarkierung ist allerdings sinnlos, wenn die Autofahrer sich darüber hinwegsetzen.

Ich freue mich ebenso über jeden Radfahrer im Dunkeln, der helle Kleidung trägt, über alle Radfahrenden, deren Fahrrad vorschriftsmäßig beleuchtet ist, die bei Rot anhalten und die nicht auf dem Bürgersteig fahren. Eine Blitzumfrage bei meinen Freunden ergab, dass sie zu dieser löblichen Menschengruppe gehören.

„Ich bin stolz auf meinen Nabendynamo!“
„Ich halte stets bei Rot!“
„Ich bremse auch für Menschen!“
„Hell leuchten meine Lichter!“
„Mein Schädel ist mir lieb und teuer – deshalb trage ich Helm!“
„Ich fahre auf der Straße, das ist sicherer!“

Kein Zweifel: Viele Radfahrer sind nicht rücksichtslos, viele Radfahrer fahren im Dunkeln mit Licht! Des  sollten wir uns freuen, statt stets nur auf jenen herumzuhacken, die rücksichtslos fahren. Dazu hat sich eine muntere Debatte entsponnen:

Leserkommentar: Radfahrer im Dunklen: Denn sie wissen nicht, was sie tun – Andere Meinung – Meinung – Tagesspiegel

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Kleine Brötchen backen!

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Mrz 302011
 

„Wie schaut’s mit Ihrem Thema Die Neuen Deutschen aus …?“, fragte mich soeben ein Bekannter beim Bäcker um die Ecke.

„Ich bleibe dran an dem Thema. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Ich denke, es bleibt wichtig für die nächsten 10 oder 20 Jahre. Wir müssen kleine Brötchen backen. Aber es braucht Zeit“, erwiderte ich, ehe ich Brötchen und Zucker kaufte.

Kuckt auch mal das hier an:

Große Feier im Kanzleramt – „Wir sinddie neuen Deutschen“ – Politik-Videos – Bild.de

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Wohin steuert Arabien?

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Mrz 302011
 

Oliver Schlumberger benennt heute auf S. N5 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einem höchst lesenswerten Beitrag über „Nahost-Experten“ folgende Merkmale für die Langlebigkeit autokratischer Herrschaft in den 22 arabischen Diktaturen:

1) Verquickung politischer und wirtschaftlicher Macht

2) hohe Ressourcenströme in Gestalt von Erlösen aus Öl- und Gasexporten

3) überwiegend informell aufgebaute soziale Netzwerke und Klientelstrukturen

Forschung und Lehre – Natur und Wissenschaft – FAZ.NET

Dieser Befund stimmt mit dem überein, was ich selbst seit einigen Monaten in diesem Blog glaube bemerken zu dürfen.

Was ist die Abhilfe? Ich würde folgendes vorschlagen – sofern ich irgendetwas zu sagen oder zu bestimmen hätte:

1) Entflechtung politischer und wirtschaftlicher Macht durch Schaffung echter Märkte

2) Aufbau eines produzierenden Gewerbes, verstärkte Bildungsanstrengungen, Diversifizierung der Volkswirtschaften, Lockerung der Abhängigkeit von Öl- und Gasexporten, Schaffung einer Leistungsgesellschaft statt Zuteilung von Reichtum durch Herkunft

3) Aufbau formeller Strukturen, etwa in Gestalt von Vereinigungen und Parteien, formalisierte Bildungsabschlüsse statt Herkunft als Zutrittsberechtigung zu Führungspositionen

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Coddle their fears – gib den Ängsten Zucker!

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Mrz 292011
 

Das Ausland reibt sich verwundert die Augen über uns Deutsche! In keinem anderen Land hat ANGST ein derartiges Übergewicht wie bei uns. So jedenfalls sehen das die anderen. John Vinocur analysiert heute im International Herald Tribune auf S.2, wie die deutschen Politiker vor den Wahlen Hals über Kopf auf diffus hervorbrechende Ängste reagiert hätten:

In Germany, an Election Hangover – NYTimes.com
Across party lines, and before the voting, the political class picked up on the deepest ramifications of a contradictory-looking attempt by the government in Berlin to both spook voters and coddle their fears.

Es bleibt erstaunlich, dass Angstgefühle  in Deutschland Wahlen entschieden haben.

 Posted by at 16:49

Ein Japaner widerspricht nicht: ein einfacher Türke kann den Lauf der Weltgeschichte verändern

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Mrz 282011
 

27032011460.jpg „Alles, was geschieht, geht mich an“, so sprach’s einmal der alte Goethe und dichtete weiter an seinem West-östlichen Divan und seinem Faust II. Dieser Spruch kam mir heute beim Lesen einer Äußerung des türkischen Außenministers Ahmet Davutoglu in den Sinn – ich finde sie bemerkenswert. Lest, was die FAZ heute auf S. 8 berichtet:

„Ein einfacher Türke, ein einfacher Araber, ein einfacher Tunesier kann die Geschichte verändern. Wir glauben, dass Demokratie gut ist und dass unsere Völker sie verdienen … Was immer in Ägypten, in Libyen, im Jemen, im Irak oder im Libanon geschieht, geht uns alle an.

Demgegenüber erinnere ich mich eines Spruches aus dem Film „Almanya – Willkommen in Deutschland“: Die weise Stimme eines alten Mannes, des Dede der Familie, verkündet da: „Du bist nichts anderes als die Summe aller Menschen, die vor dir gelebt haben und die nach dir leben werden.“

Drei Meinungen,  drei Menschen! Wer hat recht? Goethe, Davutoglu, oder der Dede aus Almanya? S’ist unentscheidbar. Bei Davutoglu höre ich den Urton der Freiheit heraus, in Almanya ging es eher um die Einbettung des einzelnen in ein größeres Ganzes.

Aber hört jetzt noch, was der Japaner Kennosuke Ezawa heute auf S. 29 der Berliner Zeitung sagt. Es scheint ganz mit der „westlichen“ Sicht Davutoglus vom überragenden Rang des „einfachen Menschen“ übereinzustimmen:

„In der westlichen Welt herrscht die Sicht vor, dass ein Individuum eine Welt schaffen kann, die mit Hilfe der Wissenschaft und Technologie aus sich herauswachsen kann. Ein Individuum kann neue menschliche Realitäten schaffen. Diese verborgenen Chancen kann man aber nur nutzen, wenn man lernt, aus sich herauszugehen und eine Welt zu schaffen, die nicht nur einem selbst gehört. Diese Sicht muss den Japanern bewusst gemacht werden.“

Ein Japaner widerspricht nicht : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv

In der japanischen Gesellschaft ist also – laut Kennosuke Ezawa –  das Bewusstsein des tätigen, die Welt zu sich her-stellenden, die Gegebenheiten umbildenden Einzelmenschen nicht vorhanden – es soll geweckt und anerzogen werden. Ein faszinierender Blick in die Unterschiede zwischen „östlicher“ und „westlicher“ Weltanschauung! Bei aller Grobheit, die solchen Entgegensetzungen anhaftet: Was Kennosuke Ezawa sagt, ist keineswegs nur billiger Orientalismus, wie ihn Edward Said seinerzeit so heftig kritisierte. Der von palästinensischen Christen abstammende Said stemmte sich gegen die Entgegensetzung von westlichem Individualismus und östlichem Gemeinschaftsdenken. Er hielt diese Stereotypen für gefährliche Konstrukte der abendländischen Phantasie, die dem Kolonialismus und der Ausbeutung verschwistert seien.

Edward Said mag dies so gesehen haben. Aber Ezawa ist kein Abendländer! Er ist Japaner. Wenn ein Japaner dies sagt, ist es keine bloße Zuschreibung von außen. Ich persönlich halte die vorsichtig-tastende Unterscheidung von „westlich“ und „östlich“ für ein sinnvolles Mittel der Erkenntnis. Schon bei Herodot ist sie da, bei Aischylos auch, in der hebräischen Bibel ebenso.

Und die heutige türkische Kultur? Sie scheint in der Mitte zu stehen – weder eindeutig „orientalisch“, noch eindeutig „westlich“.

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Sind Radfahrstreifen ein Allheilmittel?

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Mrz 282011
 

Ja!, möchte man ausrufen. Betrachten wir’s anhand einiger Bilder, soeben in meinem heimatlichen Beritt innerhalb von 20 Minuten geschossen. Radfahrstreifen grenzen dem Radverkehr eine Fläche auf der Straße ab. Gleichwohl bleibt der Radfahrer stets im Sichtbereich des PKW-Verkehrs, Fußgänger kommen nicht in die Quere! Unser erstes Bild zeigt einen guten Radfahrstreifen am Übergang vom Mehringdamm in die Wilhelmstraße, Berlin-Kreuzberg:

28032011462.jpg

So weit so gut! Wie geht es weiter?  Der Radfahrstreifen führt auf einen Radweg, der auf gleicher Höhe wie der Bürgersteig angelegt ist. So sieht es aus:

28032011463.jpg

Oha – ein Hindernis! Der Radfahrer wird hier geschickt auf den Gehweg ausweichen. Doch nach der Ampel geht es mit einem neuen, frisch aufgemalten Radfahrstreifen weiter! Seht selbst:

28032011464.jpg

Genau diese Stelle führte in der Vergangenheit sehr oft zu schwierigen Quetsch- und Einklemmsituationen, der neue Radstreifen könnte also zu einer echten Entspannung beitragen, doch leider …

28032011466.jpg

… ist der Radstreifen durch nicht weniger als 7 (sieben) widerrechtlich parkende Autos blockiert. Ausgerechnet im alten Armutsviertel, in Kreuzberg! Folgerichtig fährt der gelb gekleidete Radfahrer auf dem Gehweg statt auf der Straße, was ich nicht gut, aber leider verständlich finde. Ein typischer Verdrängungseffekt! Beachtet: Hier haben wir eine durchgezogene Linie vor uns, ein solcher Radfahrstreifen darf von anderen Fahrzeugen nicht überfahren werden, Halten und Parken ist nicht zulässig.

Anders sieht es beim sogenannten Angebotsstreifen aus, der durch eine unterbrochene Linie gekennzeichnet ist. Diese Markierung dürfen andere Fahrzeuge im Ausnahmefall bei Bedarf überfahren. Jedoch dürfen Radfahrer dabei nicht behindert oder gefährdet werden. Beispiel Großbeerenstraße:

28032011470.jpg

Ein Lieferfahrzeug parkt widerrechtlich auf dem Schutzstreifen, ein zweites Fahrzeug hält daneben, ein drittes überholt die beiden Falschhalter gerade. Die Radfahrer werden entweder auf den Bürgersteig oder auf die Gegenfahrbahn verdrängt.

Ergebnis unserer Foto-Safari: Radfahrstreifen sind eigentlich eine gute Sache, doch nur unter der Voraussetzung, dass sie von den PKW-Fahrern auch beachtet werden. Das widerrechtliche Zuparken und Blockieren der Radfahrstreifen ist ein leidiges Problem. Gefordert ist also STVO-Einhaltung von den Radfahrern UND den Autofahrern, Rücksicht auf die Schutzbedürfnisse der Radfahrer und die Bereitschaft, auch einmal 100m  zu Fuß zu gehen. Daran fehlt es oftmals.

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Wieviel Jungenförderung können und wollen wir bezahlen?

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Mrz 282011
 

„Ach, wir bräuchten 1000 Jungenförderungsprojekte in Berlin! Die können wir aber nicht bezahlen!“ So seufzt wohl mancheR SchulpolitikerIn.

Die Politik soll Geld in die Hand nehmen, um Jungen und Väter zu fördern, Väterspieleabende bezahlen,  Jungenförderpläne ausarbeiten, Jungenforschungsinstitute einrichten und unterhalten.

Jungen sollten erfahren, dass sie fast genauso einfühlsam, fast genauso sprachgewandt, fast  genauso sanftmütig sein können wie die allseits bewunderten Vorbilder: die Mädchen! Wenn Jungen weiblicher werden, können sie die Mädchen in Leistungen und Schulerfolg einholen, die berüchtigte Geschlechterlücke zwischen Mädchen und Jungen schlösse sich. Die Farbe Rosa ist doch die schönste, Gummihüpfen macht Jungen genauso viel Spaß wie Formel 1! Ich zitiere hier wörtlich oder sinngemäß aus Texten von aktuellen Grundschullesebüchern und Partei- und Regierungsprogrammen.

21.03.2011: Typisch Mädchen, typisch Jungen? (Tageszeitung Neues Deutschland)

Ich halte von einer staatlichen gezielten Jungenförderung – nicht so viel. Denn die staatlich finanzierte Jungenförderung folgt letztlich einem rein weiblichen, einem mütterlichen Paradigma: Das benachteiligte Kind (in diesem Fall der Junge)  ist schwach, das Kind kann zu wenig, dem Kind muss geholfen werden!

Dabei leugne ich keineswegs, dass die Jungen und die arbeitslosen Väter zunehmend zu einer Problemgruppe werden.  Sie sind schlechter in der Schule, werden viel häufiger suchtkrank und kriminell. Kazim Erdogan etwa hat dies punktgenau erkannt.

Abhilfe? Dreierlei:

a) Die Jungen müssen mehr spielerischen Wettbewerb und Kampf untereinander erfahren, sie müssen stärker gefordert werden – in Haushalt, Familie und Schule.  Sport, Wettkampf, Turniere aller Art  – das lieben die Männer.

b)  Staatliche Hilfen zum Lebensunterhalt für junge, arbeitsfähige  Männer streichen! Das ganze Sozialhilfeunwesen ist Gift für Jugendliche und junge Männer. Es verführt zum Nichtstun, zur Faulheit und zur Jammermentalität. Wenn die jungen Männer  merken: „Sobald ich die Schule verlasse, muss ich mir selbst den Lebensunterhalt erarbeiten“, werden sie sich ins Zeug legen! Freie Lehrstellen gibt es mittlerweile genug, die Bewerber bringen aber nicht einmal die einfachsten Fertigkeiten mit.

c) Auf die Väter setzen! Wenn die Väter in den Familien den Jungen vorleben, dass Mann sich im Leben anstrengen muss, dass Mann etwas lernen muss, dass Mann sich um die Buben kümmert, dass Mann die Frauen umwerben sollte, dass Mann den Frauen und dem Staat nicht die gesamte Arbeit überlässt – dann werden die wenigen finanzierbaren Projekte für Jungenarbeit nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Es geht um eine neue Vorstellung der Vaterschaft. Diese kann der Staat zwar nicht finanzieren, er kann aber wenigstens den Unsinn unterlassen, an den Kitas und Schulen zu predigen, dass Jungen am besten den Mädchen nacheifern sollten, weil sie eben fast so klug, gut und einfühlsam wie die Mädchen werden sollten.

Die Jungen werden nie so werden wie die Mädchen, und das sollen sie auch nicht. Der Staat wird jedoch nicht immer hinterher reparieren können, wenn die Väter in den Familien kein Vorbild setzen.

 Posted by at 11:15

Heidernei! Müssen wir Berliner uns jetzt mehr abstrampeln?

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Mrz 282011
 

Nette Zahlen ergeben sich aus dem Studium des Länderfinanzausgleichs!  Über Jahrzehnte hinweg hat das CDU-Stammland Baden-Württemberg das üppig gehätschelte Bundesland Berlin mit warmem Geldsegen bedacht. Ein kleines Dankeschön wäre am Tag der tektonischen Verschiebungen angebracht.

Danke aus Berlin, Baden-Württemberg, für alles, was du an uns gezahlt hast! Mit Fleiß, Erfindungsgabe, mit nie wankender Solidarität, mit Schaffenskraft und ohne die übliche Jammermentalität hast du in den vergangenen Jahrzehnten ein Vorbild im Konzert der Bundesländer abgegeben.

Prüft es ruhig nach: Die Größenordnung der Zahlungen des Südwest-Landes  lagen stets – pi mal Daumen – etwa so hoch wie die Überweisungen an den verwöhnten Sohn unter den Bundesländern – Berlin. In 2010 hat B-W etwa 2,8 Mrd. eingezahlt, Berlin erhält etwa 1,8 Mrd. Und das gilt auch insgesamt: Das Bundesland Berlin, ein Kostgänger der anderen Bundesländer, erhält etwa zwei Drittel dessen, was Baden-Württemberg einzahlt.

Werden die Grünen, nunmehr an die Regierung in Baden-Württemberg gelangt, jetzt anfangen, mehr Gleichheit und Gerechtigkeit unter den Bundesländern herzustellen? Angekündigt haben sie es bereits!

Es wird spannend! Dann müssten wir in Berlin uns  ja mehr abstrampeln?! Heidernei!

Grüne stellen neuen Länderfinanzausgleich vor – Leipzig – Bild.de

 Posted by at 10:37

I don’t share gossip

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Mrz 282011
 

Wie steht es mit Klatsch und Tratsch? Ich liebe ihn! Ich verfolge Klatsch und Tratsch, Verleumdungen und Beleidigungen aufmerksam. Mit Genugtuung und Befriedigung verfolgte ich auch, wie ich selbst in der jüngeren Vergangenheit Gegenstand von Klatsch und Tratsch wurde. Ich nehme es wahr. Ich lasse es alles abprallen. Ich mache mein Angesicht zu einem Kieselstein.

Allerdings: IDONTSHAREGOSSIP. Ich mache nicht mit. Ich rede Gutes über meine Gegner und fordere meine Freunde auf, Gutes zu reden.

 Posted by at 09:47
Mrz 282011
 

27032011458.jpg Spannendes Wahlwochenende für den Kreuzberger Blogger!

Beim ADFC Berlin gab’s die jährliche Mitgliederversammlung. Ich selbst war gefordert, den Bericht des Bezirksrates vorzulegen. Die Aufgabe erfüllte ich mit wenigen Fakten und einigen Bemerkungen zur einigenden Kraft des Wortes. Don Camillo – so nannte mich einmal eine kurdische Bekannte. Mag sein. Don Camillo war ja ebenfalls begeisterter Radfahrer. Ich blieb unter 15 Minuten. Mein altes Laster, zu lange Reden zu halten, habe ich mittlerweile dank einiger Misserfolge gut im Griff. Mit gut 60% der Stimmen wurde ich zum Delegierten für die ADFC-Bundeskonferenz in Regensburg gewählt.

Ebenfalls gut 60% erhielt ich am selben Tag auf dem Kreisparteitag bei der Wahl zum Beisitzer im Kreisvorstand der CDU Friedrichshain-Kreuzberg.

Zwei Mal 60 Prozent Zustimmung, damit muss ich einfach mehr als zufrieden sein! Alles andere hätte doch ein Geschmäckle, wie der Schwabe im Ländle sagt. Dort wurde ja heute ebenfalls gewählt. Keine Partei erreichte 60 Prozent. Sehr gut! Demokratie besteht in der Auseinandersetzung etwa gleich starker Kräfte. Schön, wenn man das Vertrauen der Menschen erringt. Vertrauen ist das A und O.

Ein Fahrradausflug führte uns erneut in den Fläming mit seiner herrlichen Skater- und Radrundstrecke.  Oben seht ihr die  uralte, aus dem 14. Jahrhundert stammende, heute verlassen wirkende Kirche in dem verträumten Dorf Neuhof, einem Ortsteil von Jüterbog. Ein Bewohner erzählte uns von der Geschichte der letzten Jahrzehnte. „Früher war hier alles voller Russen, überall Kasernen, dort drüben war die Panzer-Fahrschule! Heute ist alles sehr ruhig.“

Ich fühlte mich wie einst Theodor Fontane bei seinen Streifzügen durch die Mark Brandenburg.

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Lobet eure Feinde! Sie sind ja keine.

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Mrz 272011
 
 27032011456.jpg Auf der ADFC-Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag lobte ich mal wieder öffentlich den ADAC fast über den grünen Klee, weil er wie wir Ökofuzzis und ja sogar wie die Grünen für den Ausbau der Fahrradstraßen in Berlin  eintritt und sehr gute Radwanderführer herausgibt. Kuckstu hier: ADAC TourBooks, „Die schönsten Fahrrad-Touren“. Alle nur mit ÖPNV!

Tolle Sache! Ziel- und Anfangspunkte aller Touren sind mit Bahnen erreichbar. Der ADAC weiß längst: es geht auch ohne Auto.

ADAC Tour Books. Die schönsten Fahrrad-Touren.
Tassilo Wengel: Berlin und Umgebung. 17 Tagestouren für Genießer in Berlin und seinem Umland. Bruckmann Verlag/ADAC Verlag,  München 2010, 190 Seiten, € 14,95

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Männer braucht das Kind!

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Mrz 252011
 

Ja heidernei, was lese ich da beim Frühstück auf Seite 1 der Süddeutschen Zeitung? Die Franzosen wollen jetzt schon einen Baby-Zwangsurlaub für frischgewordene Väter einführen! Liberté, Egalité, Paternité!  Diable, dann kann Mann ja nicht mehr in Ruhe an seiner Karriere stricken!

Sehr gutes Gespräch genau dazu gestern bei der CDU Kreuzberg-West über die Rolle der Väter bei der Erziehung der Kinder! Was meint die CDU Kreuzberg-West? Folgendes meint sie: 

Väter sind unersetzlich, werden aber oft durch eine verwirrende Feminisierung des Rollenbildes verunsichert oder setzen sich komplett aus den Familien ab. Viele schweren sozialen Probleme entstehen in Kreuzberg aus dem Fehlen der Väter, aus dem Fehlen jeglicher männlicher Vorbilder. 

Was tun?

 1) Männer sollen treu zu ihren Familien stehen, mehr Zeit und Aufmerksamkeit ihren Kindern widmen. Dies ist das A und O.  Dabei kommt es nicht auf eine Angleichung der Rollenbilder an, sondern im Gegenteil auf eine Absetzung der Frauen- von der Männer-Rolle. „Vater ist anders als Mutter – nicht alle Menschen sind wie Mama!“ Eine unverzichtbare, eine überragend wichtige Erfahrung für Jungen!

2) Mehr Männer sollten für pädagogische Berufe geworben werden, etwa als Erzieher und Grundschullehrer!

3) Wir brauchen eine gesellschaftliche Aufwertung dieser Berufe entsprechend ihrer überragenden Bedeutung für die gesamte Gesellschaft! Auch finanziell soll es sich lohnen Erzieher zu werden.

4) Der Staat soll die Trennung von Elternpaaren nicht noch belohnen, bestehende Anreize für Trennungen, etwa im Sozialrecht, soll er abschaffen.

5) Schulbücher und Unterricht sollten taugliche Rollenmodelle auch für Jungen anbieten. Das tun sie jetzt nämlich überhaupt nicht. Es fehlt an den Kreuzberger Schulen häufig an Anreizen für die Ausbildung eines stabilen Männlichkeitsbildes. Zum Schaden für die ganze Gesellschaft.

Männer braucht das Kind!

 Posted by at 13:14
Mrz 242011
 

09032010.jpg Der große, bewegende Film Almanya beschäftigt mich noch! Er zeigt, wie eine türkische Familie in Deutschland Fuß fasst und doch zugleich die Rückbindung an das Vaterland Türkei zu halten, wiederzugewinnen und zu pflegen sucht. Der neu verliehene deutsche Pass, mit dem der Film beginnt, das ist „nur ein Stück Papier“. Die Sehnsucht gilt der Familie, gilt der Heimat. Die Loyalität gilt der eigenen Familie und der eigenen Kultur.

Erst bei der letzten Generation, der dritten Generation wird diese Loyalität brüchig: „Melek lässt sich scheiden …“ Diese Scheidungen, diese Ent-Scheidungen treffen die jungen Männer hart! Partner werden in Deutschland erstmals außerhalb der ethnischen Herkunft gesucht und gefunden. Die Integration der deutschen oder auch englischen Partner in die türkische Kultur erweist sich als schwierig, zumal ja die türkische Kultur sich ebenfalls zu ändern beginnt.

Almanya, „Deutschland“ – das war eine Chance für tausende von Familien in Anatolien, der bitteren Armut zu entkommen und doch die eigene ethnische Identität beizubehalten. Einmal Türke – immer Türke!

Szenenwechsel! Heute wird in Berlin erbittert um die Konservierung der Kieze gerungen. Das war auch Thema in der BVV-Sitzung Friedrichshain-Kreuzberg, der ich gestern beiwohnte. „Der Bezirk steht auf Seiten der Mieter!“ In Stein gemeißelt! Der Staat soll durch sein eigenes Geld die Menschen  in ihren Kiezen halten, soll durch Milieuschutz und Mieterschutz und Bestandsschutz garantieren, dass jeder lebenslang am selben Fleck bleibt. Selbst Reporter sprechen ohne laut über sich selbst aufzulachen von „Vertreibungen“ der alten Mieter! Man lese nur einmal die Interviewfragen (ohne die Antworten) in dem Tagesspiegel-Interview: „Es ist keine Beleidigung in Hellersdorf zu wohnen.“

Also bitte – liebe deutsche und türkische Landsleute, arkadaşlar  – schaut euch den Film Almanya an! DA wird noch von Schicksalen erzählt! Es ist so schön, dies zu sehen, wie eine Familie durch dick und dünn zusammensteht, wie sie Widrigkeiten wegsteckt, wie sie letztlich alle Sorge dem Menschen, den eigenen Angehörigen angedeihen lässt.

Heute dagegen sagen die Arbeitslosen aller ethnischen Gruppen: „Warum soll ich wegziehen? Ich habe hier in Kreuzberg doch alles.“ Es fehlt in unserem Bundesland Berlin die Bereitschaft, die Härte des Lebens anzunehmen und der Arbeit buchstäblich nachzugehen, wie sie die Menschen in Almanya noch haben.

Am Samstag schauten wir uns diesen Film an. Meine uralte Sehnsucht in den Mittelmeerraum entbrannte da wieder – nach Italien, in die Türkei! Die heutige Türkei ist ein großartiges Land, gespickt mit den Spuren uralter Kulturen: Perser, Griechen, Assyrer, Türken, Armenier, Kurden, Araber – DAS ist eine Mischung! Zusammengefügt durch die prägende Assimilationskraft der Jungtürken! „Ein Volk – ein Land – eine Sprache!“ Das ist seit Jahrzehnten Praxis in der Türkei, niemand darf dies ernsthaft in Frage stellen.

Und Wanderer waren sie alle! Da können wir nördlich der Alpen nicht mithalten.

In dem Film Almanya sehen wir große, Jahrhunderte umspannende Räume. Das sind die echten Geschichten vom Wandel! Was wäre denn geworden, wenn die anatolischen Dorfbewohner gesagt hätten: STAAT! HILF UNS! WIR BLEIBEN ALLE! Es war nicht möglich. Die Staaten Türkei und Bundesrepublik Deutschland haben damals im Anwerbeabkommen zu beiderseitigem Vorteil entschieden: „Ihr habt keine Chance, auf Staatskosten in der Türkei zu bleiben. Also macht euch auf die Wanderschaft!“

In anderen Worten: Es gibt keine Konservierung der Kieze. Der Staat kann nicht garantieren, dass jeder Mensch lebenslang auf Staatskosten im selben Mietshaus, im selben Dorf, im selben Kiez wohnen wird.

Der Film Almanya hat mich mit all seiner Wucht, seiner Heiterkeit erneut die Größe und die Würde des Menschen sehen lehren. Ich gebe ihm die bestmögliche Bewertung! Geht hin. Schaut ihn euch an! Dieser Film kann uns allen zeigen, was im Leben zählt.

„Es ist keine Beleidigung, in Hellersdorf zu wohnen“ – Berlin – Tagesspiegel

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Woher kommt die Verrohung so vieler Berliner Jugendlicher?

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Mrz 232011
 

Na, jetzt fallen sie aus allen Wolken, nachdem ein 17-Jähriger von 20 anderen krankenhausreif geschlagen worden ist. O ihr Waisenknaben! „DAS BÖSE INTERNET!“ Aber ich kann an den Einträgen in Isharegossip nichts so arg Überraschendes erkennen. Derartige Sprüche hören wir in Kreuzberg in gewissen Kreisen oder im Prinzenbad jeden Tag. Schon 8-jährige Knaben fangen damit an.  

„Schlampe“, „hey du Schwuchtel, ich fick deine Mutter!, „Ich schlitz dich auf mit Messer, wenn du meine Braut anrührst“ usw. usw. – solche Sprüche sind nun wahrhaftig keine Seltenheit unter typischen Berliner Jugendlichen. Ich höre sie selbst hier in Kreuzberg immer wieder – ob ich will oder nicht.

Schlimm ist die Brutalität der Attacke über das Internet. Das Internet ist aber nur ein Multiplikator, die Grundhaltung entspringt selbstverständlich dem Alltag.

Die Ursache für die bestürzende Verrohung dieser Jugendlichen sehe ich vor allem in einem Versagen der Eltern. Nicht der Senat ist schuld, nicht die Schule, nicht das Internet, sondern die Eltern, die es nicht schaffen, sich für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich zu fühlen.

Wieso sollten sie? Alles hat ja „soziale Ursachen“. Die individuelle Verantwortung ist abgeschafft.

Der Staat sorgt durch reichlich Verwöhnung aller hier Lebenden, durch reichlich Geld dafür, dass weder Not noch Lerndruck herrschen. Der deutsche Staat wird verachtet ebenso wie die Schwachen, die fertiggemacht werden. Staatlich subventionierter Sadismus bricht sich Bahn.

Ich konstatiere ein Fehlen des Respekts, eine absolute moralische Wüste bei einem Teil unserer Jugend. Homosexuellenfeindschaft, Judenfeindschaft, Verachtung des anderen, Frauenfeindschaft, Gewaltkult, Waffenkult sind etwas, was aus diesen Einträgen überdeutlich hervorgeht. Auffällig ist auch das starke Konturieren der eigenen ethnischen Herkunft, die klare Abgrenzung gegen die Ungläubigen.

Die Berliner Parteien haben es meines Erachtens noch nicht erfasst, dass die Ursachen für Jugendgewalt vor allem in den Familien und im mangelnden Zwang zur Anpassung an die in Deutschland geltenden Normen zu suchen sind.

Selbstverständlich spielt auch das deutsche Sozialsystem, das gnädig&gütig alle aus allen Ländern anlockt, die anderswo keine Chance hätten, erneut seine verheerende Wirkung voll aus.

 Posted by at 22:18

„fast alle weiber sind schlampen und asozial“

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Mrz 232011
 

Einen guten Einblick in die Erlebniswelt der Kreuzberger Jugendlichen bietet die folgende Seite:

iShareGossip.com – Share Your Gossip

Diese Seite sollte jeder Pädagoge, jede Polizistin, jeder Imam, jede Sozialarbeiterin mindestens einmal besucht haben.

Ich habe mir einige Zeit genommen, um die Einträge zu mir bekannten Kreuzberger Schulen zu lesen. Das Ergebnis: Es herrscht ein Ton vor, den ich aus Gesprächen Kreuzberger Jugendlichen bestens kenne.

Ein großer Fehler wäre es, „dem Internet“ die Schuld an dieser Verrohung zuzuschreiben. Nein, die Jugendlichen schreiben nur das, was sie auch sagen und denken. Das Internet ist hier – wie ich meine – ein ziemlich getreuliches Abbild der Realität.

Hervorzuheben ist eine hochgradige Sexualisierung, wobei vor allem Mädchen und Frauen routinemäßig entwertet und an den Pranger gestellt werden.  „Schwuchtel, Opfer, Jude, Sau, Bitch …“ das sind die negativen Markierungen, mit denen einzelne Menschen öffentlich dem Gespött preisgegeben werden. Diese Wörter führen sicherlich die Hitliste an.

„Und wenn dich erst mal einer hat, dann hat dich bald die ganze Stadt.“ So hieß es noch in Goethes Faust, und diese Melodie kehrt wieder und wieder in den Einträgen der Klatsch-Seite.

Spannend finde ich auch die weit fortgeschrittene Sprachmischung zwischen Deutsch, Arabisch und Türkisch! Deutsch herrscht vor, aber manche Autoren legen besonderen Wert darauf zu sagen: „Du bist kein richtiger Türke, verwende keine türkischen Wörter.“

 Posted by at 11:05

Illegitim oder illegal?

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Mrz 222011
 

Ein schwer zu erklärender Unterschied herrscht zwischen legal und legitim, zwischen illegal und illegitim.

Legal bedeutet „in Übereinstimmung mit den Gesetzen“, „rechtskonform“. Illegal bedeutet gesetzeswidrig.

Legitim bedeutet „im höheren Sinne gerechtfertigt“. Eine Intervention in einem Drittstaat kann illegal und legitim sein – etwa zur Abwendung eines Genozids. Sie kann auch legal, aber illegitim sein, etwa dann, wenn die Intervention Verbrechen der unterstützten Seite fördert.

Reinhard Merkel überschreibt seinen lesenswerten Aufsatz in der FAZ: „Die Intervention ist illegitim.“ Damit meint er: Sie mag nach dem Buchstaben der UN-Resolution „legal“, also rechtskonform sein, im höheren, im moralisch-politischen Sinne ist sie aber illegitim, da sie politisch-moralisch nicht zu rechtfertigen ist.

Der Westen hat Partei in einem Bürgerkrieg ergriffen, in dem jetzt erste Berichte von Greueltaten der Aufständischen die Medien erreichen. So scheint es laut SPIEGEL online Fälle von Lynchjustiz und blindwütiger Rache zu geben, Foltervorwürfe gegen die Aufständischen stehen im Raum.

Die USA, Frankreich und UK haben sich in diesem Bürgerkrieg klar auf die Seite der Aufständischen geschlagen, die sich unter dem Banner des Gaddafi-Vorgänger-Despoten Idris sammeln und möglicherweise den jetzt regierenden Herrscher durch einen der ihren zu ersetzen suchen.

Die Bundesrepublik steckt viel Häme ein: „Wie KÖNNT IHR!“ Dennoch halte ich es für richtig, was Volker Kauder gestern gesagt hat.

ACH! Hätte man doch an jene wirklich ruhmreiche Revolution gedacht, die 1989 in Leipzig und Berlin und anderen Städten der DDR unter dem Ruf „Keine Gewalt!“ antrat.

Völkerrecht contra Bürgerkrieg: Die Militärintervention gegen Gaddafi ist illegitim – Hintergründe – Feuilleton – FAZ.NET
Ganz gewiss: Gaddafi ist ein Schurke, dessen Entfernung von der Macht ein Segen wäre, nicht nur für Libyen. Aber die Annahme, die ihn bekämpfenden Rebellen seien eine Demokratiebewegung mit homogenen freiheitlichen Zielen, ist lebensblind. Niemand durchschaut das dunkle Gemisch politisch-ideologischer Orientierungen unter den Rebellen derzeit auch nur annähernd.

 Posted by at 17:49