Jun 262012
 

Entmischung ist das Gegenteil von Integration. UND WIEDER EINER ENTMISCHT SICH! So lautet das schlimme Wort, das ich vor mich hin murmele, wenn ich höre, dass wieder einer meiner zahlreichen besserverdienenden Kiez-Nachbarn Kreuzberg (oder auch Neukölln) verlassen hat, sobald die Kinder auf eigenen Beinen in die nahegelegene GRUNDSCHULE DER KURZEN WEGE FÜR ALLE KINDER! gehen müssten.

Schade. Ich wünsche mir weiterhin die gegenteilige Bewegung: Zuzug der selberverdienenden Familien mit Schulkindern zu uns nach Kreuzberg und Neukölln. Es ist doch alles ein soo wahnsinnig gut funktionierender Multi-Kulti-Kiez, nicht wahr?

Und dann ist’s auch schon vorbei mit meinem Bekenntnis: Ne mutlu Kreuzbergüm diyene!  Ich erinnere daran: Mutlu heißt glücklich! O glücklich, wer sich Kreuzberger nennen darf!

Güner Balci gab als Grund für ihren Wegzug aus dem gut funktionierenden Multi-Kulti-Kiez Neukölln an: „Niemand opfert seine eigenen  Kinder für die Integration.“ Sprach’s und zog weg von Neukölln nach Mitte.

Mitte entwickelt sich ebenso wie Prenzlauer Berg für Besser- und Selberverdiener mit Schulkindern immer mehr zur zugkräftigen Alternative zu den komplett entmischten oder sich weiter entmischenden Stadtvierteln Kreuzberg und Neukölln. Die taz bringt mit vollem Namen soeben ein weiteres gutes Beispiel dafür.  Lest:

http://www.taz.de/!96100/

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Jun 252012
 

Gestern war Johannestag. Mit einigen anderen Hörern der Gemeinde hörte ich mir am Vormittag die Geschichte an, wie dieser Name gefunden wurde, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden. Ein guter Spruch zur Geburt des Johannes! Eine ganze Feier rollte im Zeichen der  Namenfindung ab!

Also: Wenn einer auftritt, der das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwendet, dann fängt etwas Neues, etwas Gutes an. Dann kommen kommen menschliche Beziehungen wieder ins Lot, und ein alter Mann – sein Name ist Zacharias – findet wieder zum Wort zurück. In  der Namenfindung für den kleinen neugeborenen Johannes entsteht Gemeinschaft im Wort. Wie kann man diesen Zustand nennen, in dem die menschlichen Beziehungen wieder ins Reine gebracht werden? Lange dachte ich darüber nach, wie man den Vorgang griffig und knackig ins  modernste Deutsch wenden könnte.

Mir fiel heute folgendes ein: Good spiritual governance. Good governance bedeut die Anwendung allgemein anerkannter Regeln und Grundsätze ins Gewirr und ins chaotische Durcheinander gestörter Beziehungen.

Der Ausgleich zwischen Vätern und Söhnen, das Öffnen der Herzen der Väter auf die Söhne hin, also der intergenerationelle Dialog, die Versöhnung der Generationen ist ein zentrales Anliegen, das in die Namenfindung des Johannes hineingelegt ist.

„Ich bin stolz auf diesen Namen, denn er enthält eine Geschichte!“, rief ich heute im Gespräch mit einigen Frauen aus.

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Der Schlüssel zum sozialen Erfolg: Jedem Kind ein guter Vater!

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Jun 242012
 

Ja mei, des ist aber schön, was die Berliner Morgenpost heute auf S. 2 berichtet: Der neue Integrationsbericht der Bundesregierung verkündet Fortschritte allenthalben,  mehr Kinder mit Migrationshintergrund erlangen die Hochschulreife. Auch hier in Berlin legen immer mehr Jugendliche das Abitur ab. Die Betreuungsquote im Kita-Alter liegt sehr hoch. Alles wird besser. Es tut gut, ab und zu solche freudigen Berichte zu lesen, die das Gegenteil dessen besagen, was die Alltagserfahrung der Menschen zu prägen scheint.

Wir brauchen Erfolgsgeschichten wie die der Familie Büyükarslan: Die Eltern kümmern sich um die Schulkarriere, schicken die Kinder selbstverständlich in Privatschulen, heuern bei Schulschwierigkeiten Nachhilfelehrer an. Mutter und Vater stehen hinter den Kindern. Sie arbeiten alle, sind leistungsbereit. Und dann klappt es auch mit der Integration.

Wie sonst auch, erweist sich nicht der soziale Hintergrund, sondern einzig und allein die Einstellung der Eltern als der entscheidende Erfolgsfaktor. Ich kenne keinen Beweis des Gegenteils, sondern Hunderte von Migrationsbiographien, die alle fast ausnahmslos darauf hinauslaufen.

Wenn das Elternhaus stützt, wenn Mutter und Vater den Erfolg der Kinder wollen, dann spielt es auch kaum eine Rolle, in welchem Alter die Kinder mit dem Deutschlernen anfangen! Wollt ihr Beispiele für die Wahrheit dieser Behauptung? Hier kommen sie: Nihat Sorgec, der Chef des Kreuzberger Bildungswerks, Dilek Kolat, die Berliner Sozialsenatorin, Kenan Kolat, der ehemalige Chef des TBB,  Enver Büyükarslan, der stolze Familienvater und Chef eines mittelständischen Unternehmens, die Journalistin Hatice Akyün – sie alle kamen erst nach Deutschland, als ihre frühe Kindheit vorbei war. Sie fingen spät mit dem Deutschlernen an. Sie waren der Theorie nach sozusagen gewaltig benachteiligt gegenüber all den Hunderttausenden von Kindern, die hier in Deutschland geboren sind und fleißig die deutsche Kita besucht haben.

Dennoch haben die genannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geschafft, was viele in Deutschland geborene und erzogene Kinder nicht geschafft haben: Erfolg, Ausbildung, soziale Anerkennung. Der Grund: Sie wuchsen in behütenden und zugleich fordernden Familien auf.

Ich bleibe dabei: Der größte Risikofaktor sind die abwesenden Väter, die ihre Ehefrauen in der Obhut des deutschen Sozialstaates alleine lassen oder gar ihre Familien – oft auch mehrere parallele Familien mit vielen Kindern – bewusst ins staatliche Hilfesystem hinein planen. Das deutsche Sozialsystem wird so das größte, fast unüberwindliche Hindernis auf dem Weg zu Erfolg und Integration.

Ein intaktes Elternhaus, möglichst mit liebendem Vater (bzw. einem liebenden Ersatzvater oder Vaterersatz) und liebender Mutter, ist das Wichtigste für das Glück der Kinder. Diese Kinder werden so stark, dass sie sich auch in widrigen Umständen ihren Weg zum Glück erarbeiten werden.

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Vaterlosigkeit oder Fehlen des Vaters ist der Riskikofaktor Nummer 1 für männliche Jugendliche

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Jun 212012
 

„Le père du tueur de Toulouse et de Montauban a passé quatre années en prison, avant de repartir dans son pays natal, l’Algérie.“ Le Figaro berichtet dies soeben.

Mohamed Merah, der Mehrfach-Attentäter von Toulouse und Montauban, und Anders Breivik, der Mehrfach-Attentäter von Utoya, haben vieles gemeinsam: Beide haben Massenmorde begangen, beide haben gestanden, beide zeigen keine Reue. Beide haben sich einem ideologischen Wahnsystem verschworen. Bei beiden raten die Psychiater dem Gericht teils zur Erklärung der Schuldunfähigkeit, teils zur Erklärung der Schuldfähigkeit. Dasselbe Bild übrigens wie bei dem Attentäter aus der Köthener Straße, unserem Kreuzberger Mitbürger.

Und noch etwas teilen Breivik und Merah: den Verlust oder das Vermissen des Vaters. Beider Väter lebten getrennt von Mutter und Sohn. Beiden Attentätern fehlte in der Kindheit der Vater. Und dies ist ein verblüffender Grundzug fast jeder kriminellen Karriere, die ich auf Ursachen der kriminellen Karriere  abklopfe:

Den straffällig gewordenen Söhnen fehlte in den entscheidenden Kindheitsjahren die grenzensetzende, strafende und kontrollierende Vaterfigur.

Die Mütter bleiben allein  zurück, versuchen oftmals an den Söhnen den Vaterverlust durch doppelte Liebe wettzumachen.  Es entstehen die kleinen Hätschelkinder, die kleinen Paschas und Eigenbrötler, die kleinen und großen Monster, die sich alles erlauben dürfen. Mohamed Merah gab sogar an, sich an seinem Vater für dessen Fernbleiben rächen zu wollen!

Immer wieder habe ich in den letzten Monaten diese meine Hypothese mit Müttern, Sozialarbeiterinnen, Historikern, Lehrerinnen, Psychiatern und Psychologinnen besprochen. Keine widersprach mir, alle stützten meine Analyse mit beliebig vielen Beispielen aus eigener Anschauung.

Ich wage zu behaupten: das Fehlen oder das Verschwinden des Vaters, das Fehlen jedes männlichen Vorbildes ist der größte Risikofaktor für das gesunde Aufwachsen unserer männlichen Kinder und Jugendlichen, gerade hier in Kreuzberg und Neukölln. Jungen, die ihren Vater verlässlich um sich oder neben sich wissen, werden nur in sehr sehr seltenen Ausnahmefällen kriminell oder drogensüchtig.

Das häufig anzutreffende Muster, dass Mütter mit ihren Kindern im staatlichen Sozialsystem untergebracht werden, während die Väter ihre eigenen Wege gehen, ist ein kaum zu überschätzender Auslöser für das Scheitern der Kinder in Schule und Beruf.

Diese Riskofaktoren sind durch mütterliche Bespaßung und Betreuung durch Sozialarbeiterinnen und Bewährungshelferinnen nachträglich offenbar nicht wettzumachen.

Die Folgen daraus? Sind erheblich! Man müsste zum Beispiel viel mehr an den Vätern statt an sozialen Bedingungen arbeiten!

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Was ist besser: direkte Geldzahlungen oder Sachleistungen?

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Jun 202012
 

Soll man den Familien mit Kindern das Geld vertrauensvoll direkt in die Hand drücken, vertrauensvoll direkt Geld aufs Konto überweisen – oder ihnen stattdessen Sachleistungen wie etwa Kita-Betreuung, Bildungsgutscheine, Förderung in Familienzentren, Teilnahme an Sprachkursen und Ausflugsfahrten usw. anbieten?

Heute wie damals eine erregte Debatte, gerade im Zusammenhang mit dem Betreuungsgeld! „Wir müssen den Eltern vertrauen!“, sagen die einen. „Wir müssen vor allem in Sachleistungen, in Bildung und Betreuung investieren!“, sagen die anderen. Wer hat recht?

Gut erinnere ich mich noch an erregte Debatten in den Jahren 1990/1991. Viele Menschen guten Willens, vor allem die Grünen, empörten sich damals, dass an Asylbewerber Gutscheine statt Geld ausgegeben wurden. Das sei diskriminierend. Nicht Unterkunft, Essen, Schulbildung und medizinische Versorgung brauchten die Flüchtlinge, sondern bares Geld, um endlich eigenständig zu wirtschaften.

So kamen damals etwa 200.000 Menschen als Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Durchgangsland Libanon zu uns, viele auch nach Neukölln und  nach Kreuzberg, etwa nach Kreuzberg-West. Es waren die berühmten „Libanesen“. Dies war die Gründungsgemeinde unserer seither auf ein Vielfaches angewachsenen neuen arabischen, kurdischen und palästinensischen Gemeinden. Ein nachträgliches „Willkommen!“ rufe ich ihnen zu.

Sagt an: Haben euch die Gutscheine geschadet? Fühltet ihr euch diskriminiert, als man euch kein Bargeld in die Hand drückte, sondern euch nur Obdach, Kleidung, Essen, Schule für die Kinder und medizinische Versorgung gratis gewährte?

Ich meine: nein, es war nicht diskriminierend. Heute empfangen die damaligen Bürgerkriegsflüchtlinge selbstverständlich keine Gutscheine für Nahrung und Lebensunterhalt, sondern leben überwiegend als Sozialhilfeempfänger in Wohnungen, erhalten vom Staat bares Geld zum menschenwürdigen Leben, haben zu großen Teilen die Staatsbürgerschaft erhalten und werden nicht mehr mit Gutscheinen benachteiligt. Zurückgegangen ins Herkunftsland ist nach dem Ende des Kriegs im Mai 1991 fast niemand von den Flüchtlingen. Doch werden gern Bräute zum Heiraten aus der früheren Heimat nachgeholt.

Das eigenständige, selbstverantwortliche Wirtschaften mit dem in bar bar ausgezahlten Geld des Staates ist längst Realität geworden. Das bedeutet also: Statt das Geld nur für Lebensmittel auszugeben, können die Eltern das Geld für Lesestoff, für Vorlesebücher, für Sportvereine und für Sprachunterricht ausgeben. So wollten es die Benachteiligtenanwälte damals.  Und so ist es gekommen.

Leidenschaftlich fordert auch heute wieder das Deutsche Institut für Menschenrechte, den Flüchtlingen keine Gutscheine, sondern mehr bares Geld auszuzahlen. Denn nur so könnten sie das Geld beispielsweise für Lesestoff für die Kinder statt für Lebensmittel ausgeben. Zitat aus dem Tagesspiegel von heute:

„Das Menschenrechtsinstitut kritisiert neben der geringen Höhe der Zuwendungen – die nicht nur für Asylbewerber, sondern auch für Bürgerkriegsflüchtlinge und in Deutschland nur „Geduldete“ gelten – auch das sogenannte „Sachleistungsprinzip“ als Verstoß gegen Menschenrechte. Das AsylbLG schreibt vor, vorrangig kein Geld, sondern etwa Lebensmittelpakete an die Flüchtlinge zu geben. Damit verhindere es aber, dass sie an Lebensmitteln sparten, um dafür zum Beispiel ihre Kinder mit Lesestoff zu versorgen.“

Die vielen Lesebücher, die man mit dem bar ausgezahlten staatlichen Geld kaufen kann, sprechen nach dem Willen des Instituts für Menschenrechte eindeutig dafür, den Hilfesuchenden nicht Unterkunft, Essen, Sicherheit und medizinische Betreuung anzubieten, sondern bares Geld.

http://www.tagesspiegel.de/politik/fluechtlinge-in-deutschland-selbst-zum-leben-zu-wenig/6772480.html

Ich meine: Das bare Geld ist und bleibt ein Magnet allerersten Ranges für Menschen aus wirtschaftlich schwachen Gebieten, bei uns Wohlstand und Versorgungssicherheit zu suchen.

Allerdings zeugen die Ratschläge des Instituts für Menschenrechte von einer großen, ja fast grotesk zu nennenden Realitätsferne. Wieso sollten Menschen ohne jede deutsche Sprachkenntnisse ihr Geld in Vorlesebüchern für Kinder anlegen? Sie tun es nicht.

Ich sage: Nein. Die Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge brauchen vorrangig kein bares Geld, sondern vorrangig Unterkunft, Kleidung, Essen, medizinische Versorgung, Integrations- und Sprachkurse. Sie brauchen vor allem Sachleistungen. Geldleistungen des Staates in bar zur komplett eigenverantwortlichen Bestreitung des Lebensunterhaltes sind ein Übel, sind kontraproduktiv.

Vor allem aber müssten die Asylbewerber  vom ersten Tag an arbeiten müssen und arbeiten dürfen, ihr Bargeld müssten und sollten sie ausschließlich durch legale Arbeit verdienen dürfen, etwa durch 1-Euro-Jobs.

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Thema in der Sekundarschule: Soll man pünktlich zur Schule kommen?

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Jun 182012
 

Soll man pünktlich zur Schule kommen? Soll man Hausaufgaben machen? Soll man lernen? Wichtige Fragen, die jahrelang in der Berliner Sekundarschule behandelt werden müssen!

Oder soll man sich darauf verlassen, dass der Staat ohnehin alles bezahlt,dass man letztlich in Deutschland nicht arbeiten muss, wenn man keine Lust hat? Viele junge Deutsche in Berlin beschließen, alles treiben zu lassen. Und niemand hindert sie daran. Der Staat lässt niemanden fallen, man kann prima leben ohne sich anzustrengen oder zu arbeiten. Es gibt auch einen großen Chor an Anwälten, Politikern, Benachteiligtensprechern, die umständlich nachweisen, dass niemand erwarten dürfe, dass die Schüler sich anstrengten. Denn sie seien ja so benachteiligt.

Ein sehr merkwürdiges, heute weithin vergessenes Wort ist Pflicht. Pflichten der Schüler, Pflichten der Eltern. Dabei gab es früher einmal eine recht ausgefeilte zivilgesellschaftliche Pflichtenlehre, die sich meist an Ciceros De officiis anschloss, soweit sie nicht religiös begründet war.

Der Grundgedanke der alten Pflichtenlehren war einfach: Damit Gesellschaften überleben könnten, sei eine Grundeinstellung des Fleißes, der Tüchtigkeit nötig. Man dürfe sich nicht darauf verlassen, dass immer andere für einen sorgten. Als Erwachsener solle man daher sich seinen Lebensunterhalt durch eigene Arbeit verdienen. Deshalb solle jeder Mensch im Laufe seiner Kindheit und Jugend  Pflichten für sich und für andere übernehmen lernen.

Ein überzeugender Gedanke, wie ich meine, der aber hier in Berlin weitgehend vergessen ist.  Das große Wort lautet hier: Ansprüche des Einzelnen an den Staat.

Diese und andere Fragen brennen vielen Lehrern auf den Nägeln, so auch der famosen Frau Freitag, die uns griffig und fröhlich in ihrem Blog unterhält.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/interview-mit-kult-lehrerin-frau-freitag-ist-berlinerin/6758154.html

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Jun 182012
 

„Bei der Flüchtlingshilfe nimmt Deutschland laut UNHCR-Bericht eine Sonderstellung ein. Die Bundesrepublik beherbergt mehr geflohene Menschen als jeder andere westliche Industriestaat. Insgesamt leben derzeit nahezu 572.000 Menschen in Deutschland, die unter anderem vor bewaffneten Konflikten oder Verfolgung in ihren Heimatländern geflohen sind – mehr als doppelt so viele als beispielsweise in Frankreich, Großbritannien oder den USA.“

So berichtet es soeben die SZ. Und ist dies nicht ein Grund, auf unser Land stolz zu sein?

Ich fahre Tag um Tag am Denkmal für die ermordeten Juden Europas vorbei.  Welches andere Land steht so offen zu den schändlichen Massenverbrechen, die in seinem Namen begangen worden sind? Welches andere Land bekennt sich so offen und deutlich sichtbar zu Schuld, Scham und Leid wie Deutschland? Keines. Und auch deshalb dürfen wir auf dieses Land stolz sein.

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Jun 142012
 

Einen der genialsten Husarenritte durch die Dilemmata europäischer Erinnerungsdiskurse ritt kürzlich der unvergleichliche Stefano Benni in der „Geschichte von Inclinatus und seinem Denkmal“. Er erzählt darin, was mit einem Denkmal und seiner Inschrift im Laufe der italienischen Nachkriegsgeschichte geschieht. Ein italienischer Widerstandskämpfer – oder war es nur Zufall, dass er zum Widerstandskämpfer wurde? – soll angemessen geehrt werden.

Verschiedene Politiker, verschiedene Generationen können sich weder auf eine äußere Gestaltung noch auf eine Inschrift einigen. Am Schluss bleibt ein kitschiger Springbrunnen übrig, ein lädiertes Artefakt, das keinerlei Widmung mehr enthält. Die Erinnerung hat keinen Text mehr. Das Heldengedenken fällt aus.

Genau um diese Erzählung herum wird morgen ein kleiner Workshop am Italienzentrum der Freien Universität stattfinden:

„Eh, quante storie …!“

Welche Rolle sollen Empathie, Erzählen und  Sprachmitteln in der Sprachdidaktik spielen? 

In diesem Workshop wollen wir  das Sprachmitteln als fundamentale, gleichwohl  weithin vernachlässigte Grundhaltung des Fremdsprachenunterrichts in Erinnerung rufen, üben und festigend weitertragen.

Zunächst werden wir anhand einfachster Übungen im bloß zeigenden, vorsprachlichen Handeln diese Grundhaltung des Erzählens und Sprachmittelns leibhaftig verdeutlichen.

Im zweiten Teil werden wir anhand von Stefano Bennis Storia di Inclinato e del suo monumento anspruchsvollere Fragen der Sprachmittlung in etwa auf Abiturniveau bearbeiten. Welche unausgesprochenen, sprachmittelnden  Voraussetzungen sind zum Textverständnis nötig? Welche produktive Rolle  können heiße Eisen – etwa aus Religion und Erinnerungspolitik – für die Sprachmittlung  spielen? Muss Mündlichkeit in der Sprachdidaktik neu gewichtet werden?  Ist übersetzendes Erzählen, übersetzendes Spielen zwischen den Sprachen ein notwendiges Mittel des Lehrens und Lernens?

Materialien:

Selbstbildnis Albrecht Dürers  „Do der gelb fleck ist vnd mit dem finger drawff dewt do ist mir we“ (1528)

Werner Herzog:  Jeder für sich und Gott gegen alle (1974)

Stefano Benni: Storia di Inclinato e del suo monumento, in: Stefano Benni, Pane e tempesta, Giangiacomo Feltrinelli, Milano 2009, Seite 101-114

Stefano Benni: Die Geschichte von Inclinatus und seinem Denkmal, in: Stefano Benni, Brot und Unwetter. Roman. Aus dem Italienischen von Mirjam Bitter. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2012, S. 116-131

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DER GROSSEN H IMAT. Europäische Erinnerungskulturen

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Jun 142012
 

ewiger-ruhm-fur-die-sowjetische-heimat-150220121584.jpg

EWIGER
RUHM
DEN HELDEN.
DIE GEFALLEN IN KÄMPFEN
FÜR UNSERE
SOWJETISCHE
HEIMAT.

Soweit las ich murmelnd-sprachmittelnd an einem kalten Februartag des Jahres 2012 die russische Inschrift auf dem Obelisken des sowjetischen Ehrenfriedhofes in Brandenburg an der Havel.

kriegerdenkmal-brandenburg-150220121583.jpg

Zaudernd schritt ich weiter. Dann las ich die entsprechende deutsche Inschrift:

der-grossen-h-imat-150220121585.jpg

DEN
VEREHRTEN
SÖHNEN
DER
GROSSEN
H  IMAT

An dem Unterschied zwischen den beiden Sprachfassungen zeigen sich Unterschiede im Umgang mit der Vergangenheit. Für die Deutschen ist Heimat etwas Unwirkliches geworden. Es fehlt in dem Wort offenbar ein Buchstabe. Sie können das Wort gewissermaßen nicht mehr buchstabieren. Es wird zwar nicht geleugnet, dass von etwa 1000 bis 1933 und von etwa 1945 bis heute auch einiges Gute in Deutschland geschehen sein könnte, jedoch herrscht vielfach die Meinung vor, dass man sich nicht zu Begriffen wie Heimat und Patriotismus bekennen dürfe. „Patriotismus – nein danke!“, so lautet der Button, den die Grüne Jugend gerade jetzt zur EM mit großem Erfolg vertreibt. Nur in Deutschland ist so etwas denkbar.

Mit solchen Reden wie „Patriotismus – nein danke!“ überantwortet man die Deutschen und alle in Deutschland lebenden Migranten auf alle Ewigkeit der ewigen Schande des Nationalsozialismus. Die Grüne Jugend stellt sich gewissermaßen feierlich in den ewigen Dienst des Hitlergedenkens. „Wir alle waren es, wir sind in alle Ewigkeit schuldig.“

Für die Russen hingegen dürfte über den Systemwechsel hinweg der Begriff des Heldischen, der Heimat und des Patriotismus Geltung behalten haben. Der 9. Mai ist der Tag des Sieges, der Tag der Befreiung, die große Parade auf dem Roten Platz ist bis zum heutigen Tag der zentrale Anknüpfungspunkt für russischen Patriotismus, den eigentlich niemand antastet. Was auch immer zwischen 1917 und 1953 geschehen sein mag, am Begriff der russischen Nation, der russischen Heimat halten alle fest. Die Verbrechen der Sowjetunion werden zwar nicht geleugnet, doch werden sie ausschließlich Stalin und dem Stalinismus angelastet. „Wir Russen waren es nicht, es waren alles nur die Stalinisten.“ „Wir Russen haben das Siegen in unseren Genen!“, diese Aussage wurde über einen Wahlkämpfer des Jahres 2012 berichtet, der dann auch die Wahlen mit großen Vorsprung gewann.

 Posted by at 14:48
Jun 142012
 

Bei einer sehr traurigen Veranstaltung in der Köthener Straße freute ich mich, auch einen berühmten Kreuzberger Politiker und Landtagsabgeordneten zu sehen, der bis vor kurzem in genau dem Einzugsbereich der staatlichen Grundschule wohnte, zu der auch ich gehöre und in die auch mein Kind und viele andere  Kinder unseres gemeinsamen Kreuzberger Kiezes gingen.  Wir hätten uns damals sicherlich begegnen können, wenn mein berühmter Kieznachbar zufällig grundschulpflichtige Kinder in dieselbe normale staatliche Pflichtschule unseres gemeinsamen Schul-Einzugsbereiches geschickt hätte. Denn ich unterstütze die Forderungen  nach „Eine gemeinsame Grundschule für alle! Eine Grundschule der kurzen Wege!“ Es wäre toll, wenn ein Kreuzberger Abgeordneter des Berliner Landtags seinen Einfluss für unseren gemeinsamen Wohnkiez hätte geltend machen können. Denn die Fanny-Hensel-Grundschule ist eine der besten, wahrscheinlich sogar die beste Kreuzberger Grundschule, die ich kenne. Sorry, Charlotte-Salomon-Schule, sorry Glassbrenner-Schule, sorry Clara-Grunwald-Schule, ihr seid schon auch alle sehr gut!

Gefreut hat mich auch, dass Özcan Mutlu MdA endgültig und unwiderleglich aufräumt mit der Vorstellung, in Kreuzberg zögen nur Besserverdienende zu. Das Gegenteil ist mindestens ebenso richtig. Sehr viele besserverdienende Familien mit Kindern ziehen aus unserem gemeinsamen Einzugsbereich in Kreuzberg weg, sobald die Kinder das schulpflichtige Alter erreicht haben.

Viele Türken, Polen, Italiener sind froh, wenn sie unserer vielgerühmten Kreuzberger Mischung – oder besser Entmischung – entkommen können, sobald ihre Kinder das schulpflichtige Alter erreichen. „Das ist nicht Deutschland hier in Kreuzberg“, diese Klage habe ich sehr oft von Kreuzberger Polen, Arabern, Türken, Libanesen, Kurden gehört. Und dann sah ich sie sehr zu meinem Bedauern wegziehen. Zu Dutzenden!

Dass gerade jetzt vor kurzem auch der berühmte Abgeordnete aus unserem Kreuzberger Multi-Kulti-Kiez, aus unserer an sich wahnsinnig netten Gegend weggezogen ist, bedaure ich. Aber ich verstehe ihn ebenso wie all die anderen Türken, Kurden, Deutschen, Libanesen und Palästinenser, die vor ihm weggezogen sind.

Der Tagesspiegel berichtete die zutreffenden Aussagen meines ehemaligen Kreuzberger Kieznachbarn:

Ein paar Hausnummern weiter runter in der Straße hat bis vor wenigen Monaten der Grünen-Abgeordnete Özcan Mutlu gewohnt. „An sich eine nette Gegend, allerdings hat sie sich entmischt“, sagt Mutlu. Familien mit etwas besseren Jobs seien weggezogen.

Es stimmt schon, was der Politiker der Grünen diagnostiziert: In Kreuzberg hat eine große Entmischung der Bevölkerung stattgefunden und geht auch noch weiter. Viele Besserverdiener ziehen weg.

Und jetzt liegt eine riesige schwarze Wolke über unseren Herzen.

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Jun 132012
 

Fleißig und eifrig stricken die deutschen und europäischen Massenmedien an den üblichen Halbwahrheiten in der Darstellung der europäischen Geschichte. Ein beliebiges Beispiel dafür ist die Darstellung der polnisch-russischen Beziehungen. Heute schreibt etwa Spiegel online über das Verhältnis zwischen Russland und Polen:

„Die Situation zwischen beiden Ländern ist seit Jahrhunderten belastet. Warschau hatte während der polnischen Teilung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des Ersten Weltkrieg zum Zarenreich gehört und war nach dem Zweiten Weltkrieg bis kurz nach dem Mauerfall 1989 Bestandteil des kommunistischen Sowjetblocks. Für die Russen hingegen sind die Polen undankbar, weil sie vergessen haben, dass es Russland war, das sie von Hitler befreite.

All dies ist den muskelbepackten Halbwüchsigen, die die russischen Fans brutal angreifen, möglicherweise unbekannt. Oder es ist ihnen egal.“

 http://www.spiegel.de/panorama/justiz/em-2012-polnische-hooligans-randalieren-in-warschau-gegen-russen-a-838504.html

Mein Kommentar: Die Sätze sind zweifellos nicht falsch, aber sie sind eben doch geprägt von Auslassungen und Unterschlagungen. So fehlt jede Darstellung der Jahre vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Aber genau diese Jahre sind es, die bis heute ganz entscheidend die Unterschiede in den Erinnerungskulturen der beiden Länder Polen und Russland prägen. Bei meinen Gesprächen mit Polen und mit Russen wird mir das immer wieder klar!

Ich schlage hiermit Ergänzungen zu den landläufigen Darstellungen, wie sie etwa der SPIEGEL bietet, vor. Es würde mich freuen zu erfahren, ob die Polen und die Russen mit der nachfolgenden, holzschnittartig vereinfachenden Darstellung und Deutung der Geschichte der polnisch-russischen Beziehungen in den Jahren 1918-1989 leben könnten – wenn nicht, um so besser. Dann freue ich mich auf Widerspruch!

So würde ich es nach meinen heutigen Kenntnissen ausdrücken:

„Die Situation zwischen beiden Ländern ist seit Jahrhunderten belastet. Warschau hatte während der polnischen Teilung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des Ersten Weltkrieg zum Zarenreich gehört“ (soweit der SPIEGEL). Ab hier würde ich ungefähr ergänzen:

Nachdem Polen 1795 als Staat zu existieren aufgehört hatte, wurde endlich am 03.11.1918 die Republik Polen proklamiert. Der russisch-polnische Krieg von April bis Oktober des Jahres 1920 ist einer der zahllosen europäischen Kriege unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, die heute vergessen sind. Es gelang Polen dabei, sein Staatsgebiet weit über die Volkstumsgrenzen nach Osten in russisch bewohnte Gebiete zu erweitern. Das Verhältnis zwischen Russland und Polen blieb weiterhin gespannt.

Deutsches Reich und Sowjetunion schlossen am 23.08.1939 einen Nichtangriffspakt und überfielen wenige Tage später, im September 1939, nahezu zeitgleich Polen: zuerst, am 01.09.1939, überfiel Deutschland Polen von Westen her. Dann, am 17.09.1939, überfiel das kommunistische Russland Polen von Osten her. Deutsches Reich und Sowjetunion – also Deutschland und Russland – feiertern am 22.09.1939 ihren gemeinsamen Sieg über Polen auf einer großen Parade in Brest-Litowsk, schlossen am 28.09.1939 einen erneuten deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag, hielten einander den Rücken für weitere Angriffskriege frei und pflegten eine Waffenbrüderschaft, die unverbrüchlich bis zum 21.06.1941 andauerte.

Das nationalsozialistische Deutschland und das nationalkommunistische Russland teilten also Polen im Jahr 1939 in zwei Hälften auf. Deutschland und Russland errichteten ab September 1939 auf polnischem Boden brutale Terrorherrschaften mit Massenmorden an Zivilisten, Ausplünderung der besetzten Gebiete und Vertreibungen von  ganzen Bevölkerungsteilen in andere Gebiete. Deutschland und Russland haben im 20. Jahrhundert den Polen mehrfach die Freiheit geraubt, Massenmorde an polnischen Bürgern begangen, den polnischen Staat zerstört und das Land ausgeplündert. Während die Terrorherrschaft des Deutschen Reiches über Polen im Mai 1945 gebrochen wurde, dauerte die sowjetrussisch gestützte Diktatur der Kommunisten über Polen weiter an. Sowjetrussland hat den Polen auch nach 1945 die Freiheit vorenthalten. Erst im Jahr 1989 gelang es den Polen, sich vom kommunistischen Joch, das Russland ihnen auferlegt hatte, zu befreien.

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Sind wir Männer alles tickende Zeitbomben?

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Jun 102012
 

Antwort: In uns Männern steckt tatsächlich ein höheres Gewaltpotential als in den Frauen. Nur durch die Erziehung, durch ständige Einhegung, Höherentwicklung, Belehrung, Bestrafung und Grenzensetzung lernen wir Männer mit unseren Leidenschaften umzugehen.

In meinen Kreuzberger Bekanntenkreisen herrscht – gerade unter Türken – die Meinung vor, dass die Geschichte des Orhan S. durchaus als repräsentativ für eine hohe Zahl an jungen Männern in Kreuzberg gelten kann. An eine klinische Erkrankung glaubt hier eigentlich kaum jemand.

Männer wie Orhan S.  haben nie echte Grenzen erfahren. Mit der deutschen Schule, mit dem deutschen Sozialamt kann man ja wirklich nach Belieben Schlitten fahren. Das ist hier nun wirklich allgemein bekannt. Die Bundesrepublik Deutschland  – insbesondere der deutsche Sozialstaat mit seinen leicht zu knackenden Geldkoffern – ist in den Augen vieler junger Männer ein leicht zu eroberndes Objekt der Ausbeutung, so wie Frauen ein leicht zu eroberndes Objekt der Ausbeutung sind.

Die Deutschen selbst zucken aus Angst zurück, zumal sie in immer mehr Vierteln in die Minderheit geraten sind und noch weiter in die Minderheit geraten. Man rechne nur einmal die Kinderzahlen nach und man wird erkennen, dass schon in wenigen Jahrzehnten viele deutsche Innenstädte nicht mehr wiederzuerkennen sein werden.

Einschüchterungen, Drohungen, grenzenloses Anspruchsdenken der jungen türkischen, arabischen und kurdischen Paschas gegenüber allen Frauen – Müttern, Ehefrauen, Schwestern, Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen, Polizistinnen – diese Grundhaltung wird mir immer wieder berichtet, ich sehe sie selbst immer wieder. Sie scheint allerdings auch stark kulturell bedingt zu sein, sie scheint bei jungen Deutschen weniger oft aufzutreten als bei jungen Türken und Arabern.

Nicht zufällig sind gerade in der schweren Gewaltkriminalität – Raub, Totschlag, Mord – die in Deutschland lebenden jungen Türken, Kurden und Araber viel stärker repräsentiert als es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht.

Die schlecht oder gar nicht ausgebildeten jungen Männer, die über Generationen hinweg vom Sozialamt leben, mehrere Frauen ausbeuten, keine Aussicht erarbeiten, mit legaler Arbeit für ihre Familien zu sorgen, sind in der Tat eine tickende demographische Zeitbombe für Deutschland und Europa.

Gut dass es einzelne gibt, die diese Zusammenhänge durchschauen und etwas tun!

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106484123/Orhan-S-und-Maenner-als-tickende-Zeitbomben.html

 Posted by at 22:46
Jun 102012
 
2012-06-10-074858.jpg

Im Dämmerschein liegt schon die Welt erschlossen,
Der Wald ertönt von tausendstimmigem Leben…

Diese Verse Goethes kamen mir ganz natürlich in den Sinn, als ich heute morgen in zum Velothon aufbrach und am herlichen Tiergarten vorbeifuhr und den Vögeln lauschte.

Etwa 14000 Menschen hatten sich zum Velothon eingetragen. Jeder war einer von 14000 – so wie wir alle einer von von 7 Milliarden Menschen sind. Ich lauschte gern den letzten Ermunterungen, Ratschlägen und Absprachen der vielen vielen Mitradlerinnen und Mitradler.

Heute wollte ich wie im letzten Jahr nicht den „inneren Schweinehund besiegen“, sondern mitschwimmen, geschehen lassen, einfach hören, was der Körper leisten konnte und leisten wollte und erst auf den letzten 10 Kilometern kämpfen, angreifen, das Beste herausholen. Ich halte wenig von dieser Redewendung, man solle „den inneren Schweinehund besiegen“. Besser ist es, sich den Herausforderungen zu stellen, sie anzugehen, aber ohne Gewalt.

Also hier mein Tipps für wenig geübte Hobbyradler:
In der ersten Hälfte auf gleichmäßige Belastung achten, warmfahren durch möglichst gleichbleibende, relativ hohe Trittfrequenz, kurze, kräfteraubende Zwischenspurts vermeiden! Sieh die anderen nicht als Gegner, sondern als Mitradler!
Ziehe andere im eigenen Windschatten mit, und lass dich im Wechsel mitziehen. Geben und nehmen!

Es gelang. Ich erreichte auf der 60er Strecke immerhin eine Durchschnittgeschwindigkeit von 33,39 km, eine Zeit von 1:51:26 – besser und schneller als in beiden Vorjahren – obwohl ich zweifellos 1-2 Jahre älter geworden war.

Ich danke für Eure guten Wünsche, danke für die perfekte Einstellung meines Rennrades Carsten Kupsch und seinem Team vom Kreuzberger Radkreuz in der Hagelberger Straße 53, danke Refik Kanber vom Salon Fantasy Hair in der Kreuzberger Stresemannstraße 37 für den windschnittigen Haarschnitt, der mehrere Sekunden brachte und das gefürchtete Schwitzen unter dem Helm abwandte.  Danke an die nette Dame in der Aktivenbetreuung, die mir ein alkoholfreies Hefeweizen ausgab, obwohl ich meinen vorgeschriebenen Gutschein vergessen hatte! „Ja wie kann man denn so etwas vergessen!“, schalt sie mich! Ich hörte die Stimme der Mutter heraus.

Ich glaube aber, die Dame an der Schänke erkannte, dass sie zwar einen armen Kreuzberger Teufel, aber keinen Lügner, sondern letztlich doch eine ehrliche Haut vor sich hatte. Die Blicke sagen alles!

Dank an Ira und Wanja, dass sie den Familienvater am Sonntag in aller Herrgottsfrühe in den Kampf ziehen ließen! Ihr habt RÜCKENWIND geliefert!

So lasst uns denn die Kohlehydratspeicher wiederauffüllen!

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Jun 082012
 

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Von der Kunst des sorgfältigen Erzählens

Kolja Blacher, Violine, und Markus Becker, Klavier, gaben am 12. Mai in der Maison de France am Kurfürstendamm ein gutbesuchtes, begeistert aufgenommenes Konzert. Der Erlös kommt über den Verein Morus 14 dem Neuköllner Netzwerk Schülerhilfe Rollberg zugute.

Die a-Moll-Sonate von Robert Schumann packte Blacher sehr selbstverständlich, ohne jeden Drücker und Schleifer an. Erzählen, nicht scheinen! Das war sein Vorsatz: „So bin ich. Das ist meine Geschichte. Hört sie euch an. Lasst euch etwas erzählen.“ Die Leidenschaft kommt vom Leiden, das um die Vergangenheit weiß.  Alles ließ er auf die wenigen Spitzentöne, etwa auf das hohe E zulaufen. In den Sechzehnteln ließ er jeden einzelnen Ton zu seinem Recht kommen, und dazu wählte Blacher  im zweiten Satz eine behutsame Langsamkeit, im dritten Satz eine mühsam gebändigte, abgemessene Unrast.

Die d-Moll-Partita von Johann Sebastian Bach, komponiert 1720 in genau jenem Köthen, nach dem die Kreuzberger Köthener Straße benannt ist, konnte so auch für einen wie mich, der sie hundert Mal gespielt hatte, wie neu klingen. „Jetzt sind wir hier. Jetzt spielen wir diese 5 Sätze, diese 5 Geschichten hören wir uns gemeinsam an.“ Und die Geige – die herrliche Stradivari Tritton – war bestens aufgelegt, erzählte bereitwilligst mit, es klang nie so, als müsste Blacher sie bitten, sondern jeder Ton floss aus ihr heraus. Wohltuend empfand ich, dass Blacher seine Violine singen ließ und nicht den Eindruck erzwingen wollte, als hätten einige Generationen von Geigern bisher den Schlüssel zu diesem herrlichen Werk noch nicht gefunden. Blacher spielte in bestem Sinne edel, ohne sich in den Vordergrund zu schieben. Nur zwei große gestalterische Zäsuren setzte er in der Chaconne, nämlich beim Übergang von Moll zu plötzlichem hellem D-Dur und zurück von Dur zurück zu wehmütig-abschiednehmendem Moll. Da war es so, als würde alle Last der mächtig aufgetürmten Doppelgriffe  abfallen, als würde eine große Versöhnung zwischen Wollen und Müssen erreicht.

In der Pause konnten wir nett und angenehm plaudern. Die Musik hatte uns zusammengebracht. Manch unerwartetes Wiedersehen ereignete sich. „Du siehst aber viel jünger aus als beim letzten Mal!“

In Sergei Prokofjews 5 Melodien op. 35 beugt sich die Musik zurück auf eine lange, dankbar weitergeführte Vorgeschichte. Früher oft als traditionalistisch belächelt, wird diese Musik in ihrem altmeisterlichen Gestus heute erst so richtig fassbar. Da, wo Zugehörigkeit, wo Herkunft durch und durch fragwürdig wird, stiften Prokofjews Miniaturen eben doch so etwas wie eine Rückbindung an fast schon verloren geglaubte Klangwelten. Markus Becker war ein ebenbürtiger Partner, sekundierte da, wo es nötig war, wob hinein, ergänzte, stützte den Geiger.

Die altmeisterliche Souveränität eines Komponisten-Spielers, die keineswegs selbstverständlich ist, trat in der f-Moll-Sonate Prokofjews noch deutlicher in den Vordergrund.  Markus Becker und Kolja Blacher schafften es, diese viersätzige Sonate wie den abschließenden Flügel eines mehrteiligen Gemäldes der Schumann-Sonate gegenüberzustellen. Wer zwei Ohren hat, der wird diese Doppelung hören.

Alle Zuhörer merkten wohl, dass hier ein großer Kreis ausgeschritten worden war. Offen, leicht zugänglich, anstrengungslos und doch mitreißend, so bleibt dieser großartige Erzähler-Konzertabend in unserer Erinnerung stehen und wirkt noch nach.  „So sind wir. Das ist unsere Geschichte!“ In dieser befreienden Botschaft des sorgfältigen Erzählens beflügelt die Musik auch unser oft mühseliges Schaffen mit Kindern und Jugendlichen.

Dank an die Künstler Kolja Blacher und Markus Becker, Dank an das Institut Français, Dank an den Verein Morus 14, der dieses Benefizkonzert ermöglicht hat!

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Jun 062012
 

Der Mord an Semanur ist ein überaus grausames Verbrechen, das uns alle bestürzt und traurig zurücklässt. Unser Mitgefühl gilt der getöteten Frau, den Überlebenden, aber auch den dort lebenden Menschen. Was geschieht mit den Kindern in dem Haus? Wir – meine Familie und ich – kennen einige von ihnen, haben uns in der Vergangenheit ihrer angenommen, so gut es die Familien zuließen.

Ich kenne die sozialen Verhältnisse dieses Kiezes einigermaßen, da ich zu diesem Schuleinzugsbereich gehöre und unseren Sohn 18 Monate lang in die zugehörige Grundschule (Fanny-Hensel-Schule) geschickt habe. In dieser Zeit war ich auch stellvertretender Sprecher der Gesamtelternvertretung der Schule und lernte somit zahlreiche Familien kennen, übrigens auch solche aus dem Haus, in dem nun dieser Mord geschah.

So unfasslich und niederschmetternd dieser Mord auch ist, die sozialen Umstände, die eine solche Tat ursächlich begünstigen könnten, scheinen mir keinesfalls isoliert dazustehen. Diese Umstände sind immer wieder anzutreffen, sie treffen offenbar auch auf Orhan S. zu, der mir allerdings persönlich nicht bekannt ist, der aber – sofern Presseberichte zutreffen – geradezu ein Lehrbuchbeispiel für einen typischen Berliner Migrationsverlauf darstellt, und sie lassen sich wie folgt zusammenfassen:

 

1)    Gezielte Ketteneinwanderung von zusammenhängenden Verwandtschaften von Türken und Kurden, teils türkischer, teils kurdischer, teils arabischer Sprache aus wirtschaftlich schwachen Gebieten der Türkei und des Libanon nach Berlin, insbesondere um die Jahre 1990/91.

 

2)    Später Nachzug von Bräuten ohne deutsche Sprachkenntnisse aus den türkischen und libanesischen Herkunftsgebieten, zu denen weiterhin Kontakt besteht. Nicht wenige Frauen werden von den Männern in den Wohnungen eingesperrt und dürfen zum Beispiel die Schule der Kinder nur mit Erlaubnis und unter Aufsicht des Ehemanns betreten. Deutsch sollen diese von ihren Männern unterdrückten Frauen nicht lernen. Sobald sie aufbegehren, gibt es Ärger.

 

3)    Der türkische Staat förderte und fördert offenkundig die Auswanderung dieser seiner Problemgruppen nach Libanon und Deutschland, entledigt er sich doch so vieler Tausender Menschen, die als nicht oder nur schwer integrierbar gelten. Über gezielte Abschöpfung der Sozialleistungen, häufig auch in Täuschungsabsicht, erfolgt andererseits ein gewisser erwünschter Rückfluss von Geld in die Türkei. Eine Absicht, sich über Arbeit und Leistung in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, konnte ich bei vielen Menschen nicht erkennen.

 

4)    Gezielte Unterbringung der weitverzweigt zusammenhängenden Gruppen in einigen Straßenzügen und Quartieren von Neukölln und Kreuzberg-West (darunter bei uns in Kreuzberg-West vor allem die IBA-Projekte am Westhafen, im Fanny-Hensel-Kiez).

 

5)    Die Familien leben seit vielen Jahren überwiegend oder ausschließlich von staatlichem Geld und informellen und illegalen Tätigkeiten. Das gut ausgestattete deutsche Sozialsystem begünstigt im Verein mit den Kindergeldzahlungen an die oft sehr kinderreichen Familien die Entstehung solcher geschlossener, wirtschaftlich durch den Staat gut abgesicherter Milieus, die sich nach außen abschotten. Ich konnte in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit meist keinerlei Bereitschaft erkennen, sich nach außen zu öffnen. Ich hatte meist das peinigende Gefühl, als deutscher Vater das isolierte migrantische Ghetto der Eltern zu stören, während die Kinder durchaus aufgeschlossen waren.

 

6)    Nicht wenige arabische, kurdische und türkische Männer pflegen Mehrfach-Ehen mit mehreren Frauen teils in Deutschland, teils auch länderübergreifend, und nutzen die so errungene ökonomische Macht. Die Frauen leben mit ihren Kindern von Sozialhilfe, die Väter gehen ihrer Wege und überlassen den Frauen die Kindererziehung. Das haben mir Frauen berichtet. Schläge und Drohungen gegen nicht wenige Frauen („Dich bring ich noch mal um“) gehören zum Alltag. Meistens sind sie nicht ernst gemeint, sondern gehören zur uralten Fluch-, Droh- und Schimpfkultur, die mitunter entlastende Ventil-Wirkung hat. Dies erklärt auch, weshalb die Nachbarn Semanurs trotz der Drohungen nicht eingeschritten sind. Da ohnehin viel gedroht und geflucht wird, weiß man nicht genau, wann es ernst wird.

 

7)    Etwas Ordentliches gelernt haben die meisten Männer aus diesen Bevölkerungsgruppen nicht. Sie hangeln sich von „Job“ zu „Job“, leben auf Staatskosten. Die Kriminalität ist hoch – besonders unter den Männern und den männlichen Jugendlichen. Viele Männer manövrieren sich in eine unhaltbare Situation: Schulden, Sucht, Sozialhilfe, Kriminalität, Doppelleben, psychische Störungen. Wenn dann irgendwann alles „sich zu verschwören scheint“, auch die eigene Ehefrau, dann brennen die Sicherungen durch. Dies könnte – ich sage: könnte – zu dem Mord geführt haben.

8 )    Der Mörder soll gerufen haben: „Allahu akbar!“ Deutung: Eine missbräuchlich-aggressive, antiwestliche Variante des Islams ist in Kreuzberg auf dem Vormarsch, die auch bereits an die Kinder weitergegeben wird. „Ih — Schweinefleisch“, ein Ruf, den ich selbst oft gehört habe, ist noch eine der milderen Ausprägungen, gezielte Gewalt gegen die wenigen nichtmuslimischen Schüler, ausgeübt von Jungen, aber auch von Mädchen, wurde mir ebenfalls glaubhaft aus unterschiedlichen Quellen berichtet. „Ich werde nur verprügelt, weil ich Christ bin“, war im Gang der Schule zu hören.

 

Was ist zu tun?

 

1)    Klare Analyse der sozialen Verhältnisse! Man muss die Dinge benennen, wie sie sind, muss erkennen, dass das Bundesland Berlin jahrzehntelang über das verschwenderische Sozialsystem und Misswirtschaft in der eigenen Verwaltung ein sehr robustes, nach außen fast hermetisch abgeschottetes, ökonomisch sehr üppig ausgestattetes  Sondermilieu hat heranwachsen lassen, das sich aus sich selbst heraus kaum auflösen, sondern die Staatsausbeutung fortsetzen wird.

 

2)    Gutwillige Kräfte der Zivilgesellschaft einbinden und stärken – etwa die Neuköllner Männer-Initiative Kazim Erdogans, den Verein Morus 14, die Stadtmission in der Bernburger Straße mit ihrem Projekt Velofit.

 

3)    Finanztransaktionen offenlegen, den weit verbreiteten Sozialbetrug konsequent aufdecken und bekämpfen.

 

4)    Identifikation mit Deutschland fordern und fördern – etwa im Sinne der Neuen Deutschen eines Badr Mohammed. Deutsche Sprache als Mittel der Integration nutzen.

 

5)    Jeder Mensch, ob Verbrecher oder nicht, Ausländer oder nicht, religiöser oder nicht, soll sich angenommen und ernstgenommen fühlen. Deshalb das Gebot der jüdisch-christlich-muslimischen Nächstenliebe unermüdlich vorleben und predigen.

 

6)    Persönliche Vorbilder setzen und herausstellen! „Ich möchte ein Vorbild sein!“ (Sozialsenatorin Dilek Kolat, Klasse!).- Die Begegnung mit persönlichen Vorbildern – sowohl Männern wie auch Frauen – ist unersetzlich.

 

7)    Schulpolitik: PFLICHTEN viel mehr in den Herzen und Köpfen verankern. Die Kinder müssen erfahren:  „Ich habe Pflichten hier in Deutschland, die ich erfüllen muss. Pflichten gegen mich selbst, gegen meine Nächsten, Pflichten gegenüber der Gesellschaft und dem Staat. Nicht lügen. Nicht betrügen.“

    

     Die ganze Berliner Schuldebatte kreist endlos um Rechte und ANSPRÜCHE der Bürger an den Staat, die das Bundesland Berlin nie und nimmer wird erfüllen können, was wiederum die Bürger ermuntert zu sagen: „31 Schüler in einer Klasse – UNERHÖRT! Ja, wenn der Staat uns so wenig Geld gibt, kann ich auch nichts machen“  – ein verheerender Teufelskreis!

 

8 )    Polizei und Justiz in der Repression der Kriminalität unterstützen.

 

9)    Über den Bund: Sozialsystem so fit machen, dass es auch noch in 10 Jahren finanzierbar bleibt. Mehr Betrugssperren einbauen.

 

10) Die Knaben und die jungen Männer müssen beizeiten erzogen und notfalls auch gezwungen werden, etwas Ordentliches zu erlernen, damit sie später  ihre Familien selbst ernähren können. Jede Aussicht auf Sozialhilfe muss ihnen genommen werden.

 

Möge der abscheuliche Mord ein Anlass für uns alle in Kreuzberg und in Berlin sein, näher zusammenzurücken, einander beizustehen, Mitgefühl und Mit-Trauern walten zu lassen und in Tat und Wort dafür zu arbeiten, dass so etwas Schreckliches nicht wieder geschieht.

 Posted by at 22:17
Jun 062012
 

2012-06-05-090117.jpg Ich nahm gestern an der Gedenkveranstaltung für die ermordete Semanur S. teil und betrat erstmals seit Monaten wieder diesen Hof. Ich musste beim Betrachten des Fotos schmerzhaft entdecken, dass wir Semanur sowie auch zwei ihrer Kinder kannten. Wir erinnern uns an eine warmherzige, fürsorgliche Mutter, die viel für ihre Kinder unternahm, nach außen keineswegs abgeschlossen und unterwürfig auftrat.

Die Reden und die Stimmung, aber ebenso auch die Inschriften und die Laibchen mit der Aufschrift „Erkekler şiddete karşı! – Männer gegen Gewalt“ deuteten neben aller Betroffenheit und Trauer in eine Richtung: „es hat sich seit langem angekündigt“, „es wäre zu verhindern gewesen“ – „viele andere Frauen hier in Berlin  sind ebenfalls mehr oder minder in dieser Lage – wir müssen uns zusammenschließen“.

Kazim Erdogan sprach zu Recht die gemeinsame Verantwortung jedes Menschen für sich und für sein Umfeld an. Von einer psychischen Störung des Täters war kein Wort zu hören, weder von seiten des Redners noch von sonst jemandem. Der Tenor war eher: Männergewalt darf nicht mehr so stark im Alltag verwurzelt sein! Die Männer sollen der brutalen Gewalt über die Frauen, die sie mit Schlägen und Messern, mit Flüchen und Drohungen ausüben, abschwören.

 Posted by at 20:57
Jun 062012
 
2012-05-28-135858.jpgMann, Mann, das soll man alles kennen?  Ich wäre überfordert. Aber es gibt ja das Mentoring-Programm des Vereins Morus 14. Dort können Kinder und Jugendliche aus Neukölln das lernen.

Mentoring – das ist ehrenamtliche Hilfe von Erwachsenen für Kinder. Eine gute Sache! Berliner Morgenpost, heute S. 15, berichtet Gutes über den Verein Morus 14. Deine Spende hilft den Kindern aus Neuköllner Familien.

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Trauer über so viel zerstörtes Leben!

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Jun 042012
 

Direkt in meiner Nachbarschaft reißt der Wahnsinn viele Kinder und Erwachsene in den Abgrund. Ein Ehemann ermordet seine Frau, zerstückelt die Leiche und wirft sie vom Dach des Hauses in den Hof. Ich kenne einige Familien aus der Siedlung, halte mich immer wieder mal dort auf und plaudere. Die Kinder wirken alle sehr aufgeweckt. Gewalt und Schläge der Männer sind selbstverständlicher Teil des Alltags für viele Kinder und Frauen im Viertel. Sozialarbeiter sind hier seit langem überfordert. Der Staat schaut weg, teilweise haben die meisten Politiker noch nicht einmal im Ansatz begriffen, wie die Zusammenhänge sind. Der Tagesspiegel, der direkt daneben residiert, berichtet nichts über seine Nachbarschaft, ebensowenig wie die andere gutbürgerliche Presse.  18 Monate lange hat einer meiner Söhne die Grundschule in diesem Kiez besucht. Dann meinten wir dies nicht mehr verantworten zu können. Die schöne Architektur aus den IBA-Zeiten erinnert an die würfelförmigen Kasbahs im Maghreb.

Gute Initiative – zu der nicht nur türkische Männer, sondern auch kurdische, deutsche, arabische, palästinensische und überhaupt Männer kommen sollten! Lies:

Kundgebung “Türkische Männer protestieren gegen Gewalt und Barbarei”


Nach dem barbarischen Mord eines Türkei stämmigen Mannes an seiner Ehefrau in der Nacht zum 04.06.2012 in Berlin-Kreuzberg ruft die Türkische Vätergruppe  des Vereins Aufbruch Neukölln zu einer Kundgebung unter dem Motto “Türkische Männer protestieren gegen Gewalt und Barbarei” auf.

Redner: Kazim Erdogan

Ort: Köthener Str. 37, 10963 Berlin (Tatort)
Datum: 05.06.2012
Uhrzeit: 19.00 Uhr

Auf der Kundgebung werden T-Shirts mit der Aufschrift “Männer gegen Gewalt” verteilt.

 Posted by at 22:31