Sep 212012
 

Durch eine gesetzliche Frauenquote möchte der Bundesrat die Benachteiligung der Frau im Berufsleben beseitigen. Gern amüsiere ich mich im Gespräch mit beruflich erfolgreichen Frauen, mit denen ich befreundet oder bekannt bin, über die Politikerinnen und Politiker, die derartiges anstellen, „damit die Zeit auch irgendwie vergeht„. Als ob wir nicht andere Probleme hätten!

Obwohl – diese Frauenquote hat was! Denn in der Tat, in den Führungspositionen sitzen in der Tat weniger Frauen als Männer. Sie sind BENACHTEILIGT. Und der Grundansatz der Förderung durch die Quote ist ausbaufähig. Motto muss sein: „Entdecke auch DU deine Benachteiligung. Jede und jeder hat das Zeug dazu, sich zu recht benachteiligt und dauerbeleidigt zu fühlen.“

Gerade heute erleben wir ja, wie 1,5 Milliarden Menschen vom pakistanischen Premier ihr Dauergefühl der Benachteiligung eingebläut und eingehämmert bekommen. „Ihr seid alle beleidigt worden – also wehrt euch!“

Nehmen wir etwa die kleinen Menschen. Es ist nachgewiesen, dass Erwachsene, die wesentlich kleiner als der Durchschnitt sind, bei Bewerbungen benachteiligt werden. „Ich musste viel stärker gegenüber Vorurteilen wegen meiner Kleinheit kämpfen als wegen meines Frau-Seins!“, berichtete mir vor einiger Zeit eine mittlerweile beruflich sehr erfolgreiche Bekannte.  Umgekehrt wird Körpergröße sofort als Vorteil vermerkt. Schaut euch nur die Riege der Top-Aufsichtsräte an!

Also: Wir brauchen eine Kleinen-Quote! Denn kleine Menschen werden empirisch nachweisbar bei gleicher Qualifikation stark benachteiligt: zum Beispiel im Polizeidienst, im Flugbegleiterdienst, in der Mode und und und. Davon spricht niemand!

Das gleiche gilt für hässliche Menschen. Schlecht aussehende Menschen werden ebenfalls benachteiligt. Dies ist vielfach nachgewiesen.

Man könnte also durchaus fragen: Brauchen wir nicht auch eine Hässlichenquote und eine Kleinenquote?
Ich würde sagen: Es hat seinen Grund, wenn Frauen nicht bis in die obersten Etagen vordringen. Vielleicht wollen sie nicht, obwohl sie das Zeug dazu hätten? Was ist so schlimm daran?

Manchmal frage ich beruflich erfolgreiche Frauen: „War es schwer, so weit nach oben zu kommen?“ Sie antworten mir wie ein Mann: „Ja, es war schwer, und zwar genauso schwer wie für einen Mann auch. Unser Frau-Sein hat aber nie und nirgendwo als Karrierebremse gewirkt. Im Gegenteil!

Entscheidend ist in meinen Augen: Die Frauen sollen selbstbestimmt und frei leben. Und das können sie auch ohne Frauenquote. Besser als wir Männer. Der Mann will immer nach oben, will besser sein als die anderen Männer. Daran leiden wir. Jedenfalls die meisten. Ich auch.

 Posted by at 18:44

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