Zwei in einem – das offenbar Geheimnis des Kreuzberger Ginkgo biloba

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Aug 292013
 

Gingko biloba

 

Gute, treffende Gespräche führten uns gestern im warm durchsonnten Spätsommer durch den Mendelssohn-Bartholdy-Park in Kreuzberg. Ich geriet ins muntere Gespräch mit einem schwäbischen Landschaftsgärtner, der an der Anlage mit Kennerblick manche sorgfältig bedachte Einzelnheit hervorhob, wenn auch an einigen Stellen eine gewisse Pflegebedürftigkeit durchschimmere.

Ein prachtvoller, wohl etwa 25 Jahre alter Ginkgo biloba fesselte unsere Aufmerksamkeit. Hier steht ein offenbar Geheimnis, das wir deutlich aussprachen: Zwei in einem! – Die Klasse der Ginkgo-Gewächse steht morphologisch zwischen Laub- und Nadelgewächsen. Sie ist also sinnbildlich die Vereinigung des Gegensätzlichen, des Mannes und des Weibes, von links und von rechts, des Sohnes und der Mutter, des Alten und des Jungen, der Behinderten und des Unbehinderten. Der einzelne Ginkgo-Baum ist jung, aber die Klasse der Ginkgo-Gewächse gibt es schon weit länger als das Menschengeschlecht – wohl 180 Millionen Jahre! Der Ginkgo ist ein lebendes Fossil.

Wir riefen die unsterblichen Verse zu Ehren Marianne von Willemers, die uns Goethe überliefert hat, aus dem Gedächtnis auf und sprachen sie laut und deutlich zu den Anwesenden und zu dem Baum hin:

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

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Für ein Europa der Musik und des Tanzes!

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Aug 262013
 
2013-08-11 17.07.12
Ein herrlicher Sonntag war das gestern! Um 12 Uhr begann das Konzert in der Kreuzberger Oranienstraße mit den 18  jungen Geigerinnen und Geigern im Alter von 2 bis 11 Jahren! Alle hängen sich rein, jedes Kind ist stolz auf seine erste A-Saite, die es streichen darf, alle werden mit Beifall belohnt. Die Namen der Kinder klingen selber wie Musik: Valentin, Carla, Sofie, Marta, Narumi, Romy, Ben, Alesso, Uma, Sari, Anna, Mischa-Ribal, Ivan, Mark, Charlotte, Mischa, Ljowa usw … sie kommen aus Europa und aus Asien, die Eltern stammen aus 12 verschiedenen Ländern. Ich selbst darf jedes Kind und jedes Stück ansagen, nenne die Namen, flechte kleine Geschichten um die Kinder und Stücke… Große Freude, so wächst Europa zusammen – in der Oranienstraße in Kreuzberg. Beethovens „Das Frettchen“ erklingt neben Vivaldis G-Dur-Konzert, Janschinows Spinnrad behauptet sich neben Cuis Perpetuum mobile, auf Allemande und Giga aus Bachs Partita d-Moll folgt der Csárdás von Monti, gekrönt von Scott Joplins Ragtime!
So gedeihen Kinder! So wächst Europa zusammen!
Bild: It takes two to tango! Tangotanzen in Kreuzberg. Park am Gleisdreieck am 11.08.2013
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Aug 242013
 

2013-08-23 09.13.54

Weitgehend vergessen ist heute bei den Deutschen die Zeit von 1945-1949. Dabei liegt sie uns zeitlich und inhaltlich sogar näher als die immergleiche Erinnerungsmühlenlandschaft, die eifrig Mythen und Riten um die Jahre 1933-1945 spinnt!  Die noch heute bestehende Bundesrepublik wurde in allen wesentlichen Zügen damals, in den Jahren 1945-1949, geschaffen. Zwar wird derzeit versucht, die Bundesrepublik Deutschland in einem übergeordneten Machtverband – genannt EU – aufgehen zu lassen, aber noch gilt im wesentlichen das Grundgesetz des Jahres 1949, das freilich durch die EU-Gesetzgebung  zunehmend ausgehöhlt wird.

Man müsste heute eigentlich mehr über die großen Politiker Konrad Adenauer und Theodor Heuß, über Kurt Schumacher und Jakob Kaiser sprechen – und bitte bitte (!) ein bisschen weniger über den Verbrecher Hitler, den Verbrecher Göbbels und den Verbrecher Göring.

Denn damals, in den Jahren 1945-1949 wurde in Europa eine intensive Debatte über Themen geführt, die auch heute die europäische Agenda bestimmen:

Marktwirtschaft oder Planwirtschaft?
Sozialisierung der Schulden durch Vergemeinschaftung und Kollektivierung?
Enteignung der Bessergestellten und Umverteilung des enteigneten Hab und Guts an die ärmeren Schichten?
Zwangssparen oder freies Spiel der Kräfte?
Staatliche Preisbindung oder freier Markt?
Wohnraumbewirtschaftung oder Förderung der Schaffung neuen Wohnraums?

Es geht heute sowohl in Deutschland wie auch in der EU um Stärkung der zentralistischen Steuerung, um eine Verdrängung der Markwirtschaft. Die frischgekürte Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt  hat dies erkannt, denn sie bezeichnete gleich nach ihrer Ausrufung als Spitzenkandidatin die von der CDU und den Grünen betriebene  Energiewende recht forsch – aber zutreffend – als Planwirtschaft, die man aus der DDR kenne. Damit trifft sie sicherlich ins Schwarze, oder besser gesagt ins Schwarzgrüne. Ist doch  ’ne super spannende Ansage, die Göring-Eckardt da gemacht hat! Das hinter den Kulissen eifrig angedachte und vorbereitete schwarz-grüne Bündnis gewinnt so bereits jetzt Konturen.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article111222807/Goering-Eckardt-wirft-der-Union-Planwirtschaft-vor.html

Göring-Eckardt und die Grünen haben recht: Ohne ein gerüttelt Maß an zentralistischer Planwirtschaft ist die Energiewende nicht machbar, ist aber auch der Euro nicht zu retten. Die gegenwärtige Euro-Zwangsbewirtschaftung Griechenlands muss man als zentralistisches Zwangssparen bezeichnen. Nur durch Einschnitte bei den privaten Haushalten kann die griechische Volkswirtschaft vorübergehend den täuschenden Anschein erwecken, sie könnte die Sparauflagen der Geldgeber erfüllen. Nutznießer der bisher über 230 Mrd. Rettungsmilliarden sind die Banken. Denn die Griechenland-Rettungsmilliarden fließen den international agierenden Banken zu, die u.a. riesige Kredite für Rüstungsgüter ausgereicht haben.

Meldung Tagesspiegel: „Von den bisher bewilligten 207 Hilfsmilliarden flossen nur 15 Milliarden in den Staatshaushalt. Doch auch von diesen Krediten kam nur ein kleiner Teil den Menschen zugute; sie ermöglichten es dem Staat, Leistungen wie die Arbeitslosenhilfe aufrechtzuerhalten. Ein Großteil des Geldes wurde benötigt, um Schulden bei Rüstungslieferanten zu begleichen.“

http://www.tagesspiegel.de/politik/griechenland-hilfe-das-falsche-wahlkampfthema/8679470.html

Und um die Schulden bei Rüstungslieferanten zu tilgen, nehmen die Griechen Einschnitte in der Daseinssicherung hin. Das ist Sparzwang oder auch Zwangssparen.

Was sagte die CDU im Jahr 1949 zu dieser Art des Zwangssparens? Lest selbst:

„Wir lehnen jede Form des Zwangssparens mit Entschiedenheit ab, da sie den Sparwillen im Keim erstickt. Das deutsche Volk hat mit dem Zwangssparen die schlechtesten Erfahrungen gemacht.  Künstliche Sparkapitalbildung durch staatliche Preisbindungen und durch Steuererhöhungen lehnen wir mit der gleichen Entschiedenheit ab, denn auf diese Weise spart der Staat zu Lasten der Allgemeinheit und die Staatsbürger kommen nicht in den Genuß des Sparens.“

Deutschland 1945-1949: Das war eine super spannende Zeit. Leider weithin vergessen.

Quelle:

Düsseldorfer Leitsätze der CDU/CSU vom 15. Juli 1949, zitiert nach:
Determinanten der westdeutschen Restauration 1945-1949. Autorenkollektiv: Ernst-Ulrich Huster, Gerhard Kraiker, Burkhard Scherer, Friedrich-Karl Schlotmann, Marianne Welteke. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1972. 7. Aufl. 1980, S. 429-450, hier S. 438
Foto: Die Türen des Bundesbundesfinanzministeriums stehen allen Bürgerinnen und Bürgern, stehen Jung und Alt  offen! Alle Bürgerinnen und Bürger sind willkommen. Keine Frage wird als nicht hilfreich abgetan. Kein Argument wird als „schädlich“ totgeschwiegen. Kommt, schaut, fragt, so wird euch geantwortet! Aufnahme von der Wilhelmstraße vom 23.08.2013

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„Wo warst du, Vater?“ Undine Zimmer am Fenster, Sunkist als Statussymbol betrachtend

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Aug 212013
 

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Anali babali büyüsün! Mit Mutter UND Vater möchten die Kinder aufwachsen, sagt die Türkin. Die Geschichte der Undine Zimmer ist eine vortreffliche Bestätigung dieser jahrtausendalten Wahrheit. Der Vater Undines hat Mutter und Kind alleine gelassen und Mutter und Tochter der Obhut des Sozialstaates anvertraut. Und genau so machen das auch hier in Berlin Zehntausende von Vätern und nochmal zehntausende von Vätern aus aller Herrren Länder.

 

Abhauende Väter, überforderte, alleingelassene  Mütter – das ist der entscheidende Knackpunkt in Millionen und Millionen von Sozialhilfeexistenzen in Deutschland, in Frankreich und auch in den USA. Wenn Vater und Mutter hingegen auch in schwierigsten Verhältnissen zusammenbleiben und sich gemeinsam um das seelische Wohl und den materiellen Lebensunterhalt der Kinder kümmern, kann wenig schiefgehen – wenigstens so viel kann nicht schiefgehen, wie es in Undines Leben schiefgegangen ist.

Und eine törichte französische Gesellschaft lässt sich in eine Diskussion über gesetzlich anerkannte Homo-Eltern hineintreiben! Genau denselben gefährlichen Unsinn hatten wir schon vor 30 Jahren, als zahllose Frauen erklärten: „ICH WILL EIN KIND! Ob mit oder ohne Vater, ist doch egal.“ Dreißig Jahre später sagen fast alle Frauen: „Ein Kind ohne Vater, ohne schützende Familie in die Welt zu setzen, ist eine riesige Herausforderung, an der ich fast zerbrochen wäre. Ich würde es keiner Frau zur Nachahmung empfehlen.“ Sie haben alle ein Kind gemacht, ohne an die Folgen des Kindermachens, ohne an einen Vater, den das Kind fast so nötig braucht wie die Mutter, zu denken, so dass einem zuletzt die kecken Verse Wagners über das vaterlose Kinderkriegen in den Sinn kommen:

WAGNER:
Es wird ein Kind gemacht!

DIABOLISCHE RÜCKFRAGE:
Ein Kind! Und welch verliebtes Paar
Habt ihr ins Rauchloch eingeschlossen?

WAGNER:
Behüte Gott! wie sonst das Zeugen Mode war,
Erklären wir für eitel Possen.

 

Fragt doch die Kinder, was sie wollen, fragt Undine Zimmer, was sie als Kind gebraucht und gewollt hätte!

 

Sunkist als Statusssymbol? – Ja, ein echtes Sunkist  war auch für uns Kinder in Augsburg damals das größte der Gefühle, wenn Vater oder Mutter uns ein Sunkist oder eine Flasche  Tri Top oder gar ein Cappy oder gar ein Fix-und-Foxi-Heftle spendierten. Sunkist, das gab’s nur am Sonntag. Dennoch fehlte es uns in der Kindheit an nichts wesentlichem. Wir hatten Mama, die sich kümmerte und auch ein bisschen Geld verdiente, Papa, der sich kümmerte und vor allem Geld verdiente, ein Dach über dem Kopf, ein Bett zum Schlafen, kostenlose Schulbildung, gesicherte medizinische Versorgung und jeden Tag grünes Gemüse (Veggies, wie die deutschen Grünen heute sagen), Quark und Milch und Schwarzbrot, das die Wangen rot macht, und Pfefferminztee so viel wir wollten.

So aber stand Undine sehnsüchtig am Fenster, wartend, fragend: Wo bist du, Vater?

Ich bleibe dabei! Was Kinder in Deutschland und überall brauchen, ist folgendes:

Mama, die sich kümmert und bei Bedarf auch Geld verdient, Papa, der sich kümmert und bei Bedarf Geld verdient, ein Dach über dem Kopf, ein Bett zum Schlafen, kostenlose Schulbildung, gesicherte medizinische Versorgung und jeden Tag Gemüse (Veggies, wie die deutschen Grünen sagen), Quark und Milch und Schwarzbrot und Pfefferminztee so viel sie wollen.

Sunkist ist nicht nötig. Sunkist ist entbehrlich. Auch ohne Sunkist können Kinder glücklich sein. Analyi babali büyüsün!

 

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article119215809/Armut-ist-hungrig-gierig-mitleiderregend.html

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Sammeln wir andere Schätze!

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Aug 182013
 

2013-06-22 11.25.18

Der arme Kreuzberger Spielmann spielte heute bei der Taufe des kleinen Robert in der evangelischen Johanneskirche in Berlin-Lichterfelde an seiner Geige mit der großartigen russ.-orthodoxen  Sängerin Irina Potapenko das röm.-kath. Agnus Dei von Georges Bizet und das Ave Maria von Caccini und sang laut, fröhlich  und aus Leibeskräften aus dem ev. Gesangbuch die herrlichen Lieder eines Paul Gerhardt von der Empore herab. Ein neuer Schmetterling wird ans Gewand des Christentums geheftet. Möge er wachsen, seinen Weg finden und gedeihen! So wächst und klingt Europa allmählich zusammen! Was liegt schon am Geld! Was liegt denn am Geld und am Gold! Sammelt euch andere Schätze!

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Wen soll oder muss man wählen?

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Aug 172013
 

καὶ ἄφες ἡμῖν τὰ ὀφειλήματα ἡμῶν, ὡς καὶ ἡμεῖς ἀφήκαμεν τοῖς ὀφειλέταις ἡμῶν.

„und erlasse uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern [sie] erlassen haben.“

So empfiehlt es Jesus im griechisch verfassten Neuen Testament bei Matthäus 6,12! Jesus fordert: Periodischer einvernehmlicher Schuldenerlass von Schulden, die den Schuldner überfordern! So lebenspraktisch sah das Jesus im Einklang mit der Tradition des Judentums damals. Er meinte: Wenn’s gar nicht mehr anders geht, muss halt der berühmte Schuldenschnitt ran. Wer hoffnungslos überschuldet ist,  der darf wieder bei Null anfangen. Jesus meinte das nicht nur finanziell im Verhältnis zwischen Personen, sondern auch moralisch im Verhältnis zwischen dem Menschen und dem Vater der Menschen.

Adenauers CDU speiste sich damals aus der ausdrücklich formulierten Zielsetzung, dass im Verkehr zwischen den Staaten dieselben Grundsätze des Christentums Anwendung finden sollten wie im Verkehr zwischen Menschen. Dazu gehörte die Beistandspflicht zwischen Staaten in Not, die Pflicht zur Versöhnung zwischen ehemals verfeindeten Staaten, die Pflicht zur Vergebung der Schuld, also auch zum Schuldenerlass zwischen den Staaten. Lang ist’s her, wer erinnert sich heute noch an Adenauer oder an Erhard?

Europa durch Aufgabe des Euro retten, indem ein weitreichender Schuldenerlass durchgeführt und dann die Euro-Währungsgemeinschaft geordnet aufgelöst wird. Das ist es, was der wissenschaftliche Chefberater des Bundesfinanzministeriums, Kai A. Konrad nunmehr fordert. Hier ist das Interview nachzulesen:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article119104708/Deutschland-kann-die-Euro-Zone-nicht-retten.html

 

Ärgerlich in mehrfachem Sinne an dem Interview der WELT mit Konrad ist aber die Frage:

Die Welt: Deutschland soll zum dritten Mal Europa in die Luft sprengen? Das wird keine Bundesregierung je tun.“

Diese ungeheuerliche, erpresserische Frage des Reporters  enthält wieder jene vulgärtheologische Schuldtheorie, wonach Deutschland und nur Deutschland an der Katastrophe des Jahres 1914 und an allen nachfolgenden militärischen und humanitären Katastrophen Europas schuld sein soll. Dies ist eine sehr gefährliche, obendrein dumme Schuldtheorie, die die internationalen Historiker längst nicht mehr vertreten, die aber weiterhin eine unselige Rolle in der deutschen und internationalen Politik spielt.  Denn wissenschaftlich lässt sich die These, dass das Deutsche Reich der Alleinschuldige oder Hauptschuldige am Ausbruch der zahlreichen europäischen Kriege ab 1914 sei, nicht halten. Sie ist empirisch falsch. Deutschland ist nicht der alleinige Schuldige am Ausbruch des ersten Weltkrieges. Was  den zweiten Weltkrieg angeht, so kann man durchaus die Meinung vertreten, dass die UdSSR, Japan, Spanien, Griechenland und Italien eine Mitschuld an den zahlreichen verheerenden Feldzügen und Schlachten haben, die ab 1920 bis 1945 den ganzen Kontinent verwüsteten, und von denen viele heute unter „2. Weltkrieg“ zusammengefasst werden.

Weil Deutschland an allem schuld sei, müsse es heute für alle Schulden aller Europäer gerade stehen. Das ist der unterschwellige Unsinn, der einem immer wieder aufgetischt wird. Weg damit. Mut zur Wahrheit ist gefragt.

 

Quelle:

Nestle-Aland: Novum testamentum graece, ed. vicesima septima, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1999, S. 13

 

 Posted by at 14:09

„Wow, ihr hattet schon den Veggie Day?“ „Yes, but gone is the veggie day of the good old times!“

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Aug 162013
 

2013-08-04 12.40.59

Gern erzählt der Kreuzberger Hausfreund seinen Kindern aus seinen frühen Kindertagen alte Mären: „Bei uns zuhause gab es fast jeden Sonntag Fleisch, selten gab es auch noch ein zweites Mal Fleisch pro Woche. Freitags, am Sterbetag Jesu Christi,  jedoch nie. Das war der Veggie Day of the good old times. Am Karfreitag speiste uns vier Kinder die Mutter mit Wasser und trocken Brot ab. Ansonsten gab es zu unserem Leidwesen reichlich Kartoffeln und anderes Gemüse, alles von Mutter selbstgekocht. Ihr müsst wissen: Man nannte Gemüse noch nicht Veggie, denn damals sprach man noch Deutsch, wir sprachen zuhause Bairisch, Datschiburg-Schwäbisch und Hochdeutsch bunt durcheinander, nur die Eltern sprachen untereinander auch Englisch, und die Messe wurde bis 1966 noch auf Lateinisch gelesen. Im Sommer radelten wir mit Vater oft ins Schwimmbad, das berühmte Gerschti, das prächtige Gersthofener Bad mit der tollen Rutsche und den drei unbeheizten Becken. Nicht so wie im Kreuzberger Prinzenbad, wo für Prinzen und Prinzessinnen das Wasser mithilfe des Länderfinanzausgleiches bacherlwarm vorgewärmt wird.  Im Sommer während der Ferien wurden wir mit der Bahn zur Erholung zu Verwandten aufs Land nach Niederbayern geschickt. Als ich 7 Jahre alt war, kam sogar ein kleiner S/W-Fernseher in die gute Stube. Dann durften wir täglich eine halbe Stunde fernsehen!

Ihr seht, liebe Kinder: Wir waren damals fleißige, fromme, arme, ja bitterarme Leute. Jeder Sozialhilfeempfänger kann sich heute einen weit höheren Lebensstandard leisten. Und es wird immer Parteien geben, die ihm einreden, er sei arm, bitterarm, und ihm würden Partizipationsmöglichkeiten verweigert. Davon leben einige Parteien, und sie leben gut damit.“

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Das zählt vor allem für gute Erziehung: eine gute Mutter – ein guter Vater – und auch gute Lehrer, lebendige Vorbilder

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Aug 122013
 

 

2013-08-11 11.53.32

„Das Kind soll mit Mutter und Vater groß werden.“ So ein altes türkisches Sprichwort, das sich der Kreuzberger Hausfreund immer wieder zu eigen macht. Der Türke und die Türkin weiß es seit Jahrtausenden, der Jude und die Jüdin weiß es seit Jahrtausenden, der Christ und die Christin weiß es seit Jahrtausenden,  und die Familienpsychologen wie etwa Horst-Eberhard Richter werden seit Jahrzehnten nicht müde es zu erzählen:  Nichts ist wichtiger für das Gedeihen und das glückliche Aufwachsen der kleinen Kinder als mit einer guten Mutter und einem guten Vater zusammen aufzuwachsen. Dies gilt sicherlich nahezu uneingeschränkt  in den ersten 6 Lebensjahren. Wie viel Geld die Eltern haben, ob sie Urlaub machen können, ob sie ein Auto haben oder nur Fahrrad fahren, ist für das Glück der Kinder unerheblich. Das Kind wünscht sich und braucht vor allem eine gute Mutter, seine leibliche Mutter, und einen guten Vater, seinen leiblichen Vater.

Der sozioökonomische Status der Familie ist als solcher für das Glück des Kindes absolut unerheblich. „Mein Vater war Schmied, wir waren 11 Kinder, wir mussten uns nach der Decke strecken, und trotzdem war es eine gute Kindheit“, erzählt Jupp Heynckes.

In der Schulzeit treten neue Anforderungen an das Kind  heran. Jetzt zählen nicht nur gute Eltern, sondern immer wichtiger werden gute Lehrer. Auch hier, auch in der schulischen Bildung ist das A und die O nicht das System, sondern die Person, die Qualität der Beziehungen zwischen den Personen. Die Ressourcenausstattung, das Geld, das ganze System hingegen ist – entgegen den meisten Äußerungen in der aktuellen Bildungsdebatte – meist zweitrangig. Das System kann suboptimal sein – und ist selbstverständlich aus Sicht der Eltern immer suboptimal. Entscheidend ist die Person des Lehrers oder der Lehrerin. Das Geld als solches, das System als solches ist zweitrangig.

Die interpersonelle Lehrer-Kind-Beziehung ist nach der Eltern-Kind-Beziehung der wichtigste Dreh- und Angelpunkt in Bildungsverläufen, das bestätigen mindestens mir persönlich die meisten Erzählungen über scheiternde Schulverläufe an Berliner oder überhaupt an deutschen Schulen. Wenn etwas gründlich schiefgeht, dann liegt der Wurm fast immer an einem bösen, kalten, entmutigenden Wort der Eltern oder der Lehrer – „Das schaffst du sowieso nicht!“ ist der Klassiker -,dann liegt der Wurm auch häufig darin, dass persönliche Vorbilder in Familie oder der Schule fehlen.  Der Wurm liegt fast nie im Schulsystem!

Wenn Mütter und Väter ehrlich in ihr Herz blicken, werden sie dem zustimmen, was eine typische Berliner Mutter, Hatice Akyün, so ausdrückt:

Meine Hoffnung ist, dass die Kinder Lehrer finden, die für sie Vorbild werden, den kleinen Menschen und ihren Besonderheiten Wertschätzung entgegenbringen, damit sie sich entwickeln können.“

http://www.tagesspiegel.de/berlin/kolumne-meine-heimat-warten-auf-die-bildungsrevolution/8624790.html

Dieser Hoffnung schließt sich der Kreuzberger Hausfreund an. Die Einsicht in den fundamentalen Rang der Person und der zwischenmenschlichen Liebe ermöglicht endlich jene vielen kleinen Bildungsrevolutionen, jene vielen kleinen Weltrevolutionen, von denen die Menschheit schon seit einigen Jahrtausenden spricht und die ganz sicher nicht dadurch bewirkt werden, dass man bei Bundestagswahlen das Kreuz an der richtigen Stelle macht.

„Das Kind soll mit guten Lehrerinnen und Lehrern größer werden!“

Bild:

Großbeerenstraße Kreuzberg, gestern: So sehen idealtypisch eine gute Mutter und ein guter Vater aus der Sicht des Kindes aus:

Die gute Mutter ist warmherzig, zugewandt, unterstützend, sie lächelt.
Der gute Vater ist ehrlich, fleißig, anständig, zwar freundlich, aber auch streng und seriös.

 

 Posted by at 12:49
Aug 122013
 

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Der fleißige Kreuzberger Hausfreund las als guter Europäer frühmorgens schon ein kleines Häppchen Platon. Was liegt näher als das Mittelmeer – zumal nach einem so herrlichen Urlaub an der türkisch-griechischen See?

Sokrates vergleicht bekanntlich im Phaidon die Griechen mit Fröschen, die in ihren kleinen Siedlungsflecken um einen Teich säßen, der von den Säulen des Herakles (=Gibraltar) bis zum Phasis, dem Grenzfluss in Armenien reiche:

Ἔτι τοίνυν, ἔφη, πάμμεγά τι εἶναι αὐτό, καὶ ἡμᾶς οἰκεῖν  τοὺς μέχρι Ἡρακλείων στηλῶν ἀπὸ Φάσιδος ἐν σμικρῷ τινι μορίῳ, ὥσπερ περὶ τέλμα μύρμηκας ἢ βατράχους περὶ τὴν θάλατταν οἰκοῦντας, καὶ ἄλλους ἄλλοθι πολλοὺς ἐν πολλοῖσι τοιούτοις τόποις οἰκεῖν.

Also ist das Mittelmeer laut Sokrates eine Art Froschtümpel! Wichtig festzuhalten: Die Griechen verknüpften mit ihrer Besiedlung der Ränder des Mittelmeeres keinerlei universalen Machtanspruch. Die Idee eines Reiches lag ihnen sehr fern. Im Gegenteil: Die Zerstrittenheit der Griechen untereinander war legendär. Die Idee des Großreiches wurde zunächst nur im Osten der Mittelmeerwelt verkörpert, in den großen Machtverbänden der Perser, der Meder, der Ägypter. Die Großreiche der Antike entstanden zunächst im Osten, im „Orient“, wie wir heute sagen. Sie waren nicht griechischen Ursprungs. Der griechische Blick auf die bewohnte Welt hatte damals gewissermaßen kein Zentrum. „Dieser Blick erfasste die Vielzahl der Länder in ihrem Nebeneinander“ (C. Meier).

Bild: Kodex mit der ältesten erhaltenen Handschrift, dem Beginn  des platonischen Phaidon, der Codex Clarkianus aus dem späten 9. Jh.
Zitate:
Platonis Phaidon, ed. Burnet, Oxonii 1903, ed. St. 109
Christian Meier: Kultur, um der Freiheit willen. Griechische Anfänge – Anfang Europas? Siedler Verlag, München 2009, S. 34

 

 

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Beifall an der Kreuzberger Halfpipe!

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Aug 112013
 

2013-08-11 17.22.22

 

Wagemut, feiner Gleichgewichtssinn, ein Sinn für Maß und Mitte, Selbstvertrauen, aber auch Achtsamkeit auf sich und andere: diese Tugenden sind an der Halfpipe im Kreuzberger Park am Gleisdreieck gefordert. Wir klatschten den Skatern heute Nachmittag offenen Beifall, auch wenn einige Kreuzberger Kids uns ermahnten, dies sei peinlich oder uncool. Egal. Sei’s drum. Dann sind wir Großen peinlich und uncool. Ne ne:  Leistungen verdienen Beifall und Ermutigung!

 Posted by at 22:15