admin

Okt 112018
 

Der Himmel horchte still dem holden Klingen,
Daß sich kein Blättchen regte in den Zweigen;
So süße Laute durch die Lüfte gingen.

Mich erreicht eine Einladung zu einem öffentlichen Konzert, bei dem Petrarcas Sonett „I‘ vidi in terra angelici costumi“ erklingen soll, gesungen in der Vertonung als Lied mit Klavierbegleitung durch Franz Liszt:

Una serata musicale. Benefizkonzert mit Liedern, Arien und Gesängen
Zugunsten des Waisenhauses Huruma in Iringa (Tansania)
Sonntag, 18. November 2018, 17.00 Uhr
Hochmeistersaal, Paulsborner Str. 96, 10709 Berlin
Eintritt frei

Oft bedaure ich es, dass nicht alle Menschen außerhalb Italiens die Gedichte Petrarcas im Original genießen können. Doch kann man verlangen, dass alle Menschen Italienisch lernen sollten, nur um die Sonette Petrarcas genießend-lauschend einschlürfen zu können? Nein, dies zu verlangen wäre unstatthaft, zumal es auch in anderen Sprachen verfasste Gedichte gibt, die die Fülle des Wohllautes nachahmen, welche Petrarca bei der verzückten Betrachtung der weltlichen Geliebten und dem Umherschauen in der geliebten Welt in Worte goss.

Nicht zuletzt gibt es Übersetzungen von Petrarcas Gedichten! Diese hier, gefertigt von Carl Förster, scheint mir durchaus geeignet, Petrarcas Sonett Nr. CLVI I’vidi in terra angelici costumi in seiner ätherisch schwebenden Schönheit wiederzugeben:

Ich sah auf Erden Engelsitte walten
Und Himmelsschönheit, sonder Gleichen beyde,
Daß die Erinn’rung Schmerz mir bringt und Freude;
Denn, was ich seh‘, sind Schatten, Traumgestalten.

Ich sah zwey Lichter thränend sich entfalten,
Die tausendmahl die Sonn‘ erfüllt mit Neide,
Und hörte Wort‘, erpreßt von schwerem Leide,
Die Berg‘ aufregen, Ströme könnten halten.

Lieb‘, Einsicht, Muth und Schmerz und frommes Neigen
Zu süßem Einklang weinend sich umfingen,
Süßer, als alle, so auf Erden steigen.

Der Himmel horchte still dem holden Klingen,
Daß sich kein Blättchen regte in den Zweigen;
So süße Laute durch die Lüfte gingen.

Nachweis:
Übersetzung durch Carl Förster, in: Petrarca, Francesco: Italienische Gedichte. Band 1, Wien 1827, S. 174
http://www.zeno.org/Literatur/M/Petrarca,+Francesco/Lyrik/Canzoniere/Sonette/Einhundert+zwey+und+zwanzigstes+Sonett%3A+%5BIch+sah+auf+Erden+Engelsitte+walten%5D

Bild:
Kein Blättchen regt sich in den Zweigen vor dem herbstblauen Himmel. Aufnahme vom Fenster des hier Schreibenden, jetzt, hier, heute

 Posted by at 14:26
Okt 072018
 

Das kurze Schreiben in italienischer Sprache, das ich letztes Wochenende in Augsburg zum Posting gab, entstand nach einem vergnüglichen Besuch im Museum der Augsburger Puppenkiste. Es lehnt sich an einen Brief Niccolò Machiavellis an, den dieser am 10. Dezember 1513 an seinen Freund Francesco Vettori richtete.

Er ist in diesem eingebildeten Marionettentheaterstück der gedachte „Francesco“, an den sich Machiavelli, der sich hier schlicht „Nico“ nennt, in seinem Sendschreiben richtet.

Wir haben es nicht versäumt, einige nahezu wörtlich zitierte Sätze aus jenem meisterhaften, funkelnden, unsterblichen Kabinettstück europäischer Prosa einzufügen, welches der auf den 10. Dezember 1513 datierte Brief Macchiavellis an Vettori für alle Menschen zu allen Zeiten darstellt; sie seien hier noch einmal in originaler Schreibung angeführt:

Venuta la sera, mi ritorno a casa ed entro nel mio scrittoio; e in sull’uscio mi spoglio quella veste cotidiana, piena di fango e di loto, e mi metto panni reali e curiali; e rivestito condecentemente, entro nelle antique corti delli antiqui huomini, dove, da loro ricevuto amorevolmente, mi pasco di quel cibo che solum è mio e ch’io nacqui per lui; dove io non mi vergogno parlare con loro e domandarli della ragione delle loro azioni; e quelli per loro humanità mi rispondono; e non sento per quattro hore di tempo alcuna noia, sdimentico ogni affanno, non temo la povertà, non mi sbigottisce la morte: tutto mi transferisco in loro.

Was die Realia unserer kleinen philologischen Belustigung angeht, so geben wir hier zu Protokoll:

Die Gespräche des päpstlichen Legaten Cajetan mit Luther fanden tatsächlich – wie von unserem Nico behauptet – vor recht genau 500 Jahren, vom 12.-14. Oktober 1518, im Fuggerschen Stadtpalast zu Augsburg statt, nur wenige Schritte entfernt vom Hotel am Rathaus, in dem unser frei erfundener Brief Niccolòs an den fiktiven Francesco entstand.

Der Diplomat und Politiker Francesco Vettori (1474-1539) kannte Deutschland aus seiner Zeit als Florentinischer Gesandter beim Reichstag von Konstanz, dem er 1507 beiwohnte.

Niccolò Machiavelli lebte von 1469 bis 1527; Martin Luther von 1483 bis 1546, Kardinal Tommaso Cajetan von 1469-1534. Vettori, Machiavelli, Luther, Cajetan waren also Zeitgenossen, so unterschiedlich nach Denkart, Lebensstil und historischer Bedeutung sie auch sonst gewesen sein mögen!

Aus all dem ergab sich für mich die reizvolle Möglichkeit des interesselosen Spieles mit denkmöglichen Gestalten und Figuren – ganz im Geist der Augsburger Puppenkiste, die ich wenige Augenblicke zuvor hatte erleben dürfen.

Bild:
Don Quijote und Sancho Pansa. Originale Puppen aus dem Schubert Theater in Wien; Theaterpremiere von „Don Quijote“ 2012; ausgestellt und gesehen im Augsburger Puppentheatermuseum „die Kiste“ am 28.09.2018 beim Altstephanertreffen, dem der hier Schreibende in Fleisch und Blut beiwohnen durfte.

Brief zitiert nach:
https://it.wikisource.org/wiki/Lettere_(Machiavelli)/Lettera_XI_a_Francesco_Vettori

 Posted by at 22:24
Sep 292018
 


Augusta, a Michele a. d. MMXVIII

Caro Francesco,

grazie mille per le due lettere spedite da Lucca e Genova nel mese di agosto 18, che mi sono state consegnate poche settimane dopo che le avevi scritte. Ti scrivo oggi da Augusta, città sontuosa nel sud della Germania, la città dove ti sentiresti sicuramente a tuo agio. Underm drebbele, Sotto le scale, è così che si chiama in lingua l’ostello dove ho trovato un letto per la notte e ti sto rivolgendo la parola. Fino a pochi anni fa, questo albergo era considerato il nido dei Gesuiti, qui nella città della Confessio Augustana!

A proposito, Martin Lutero si è incontrato in questa città 500 anni fa per avviare un ultimo tentativo di riconciliazione con il legato pontificio Caetano. Probabilmente ha visto esattamente la stessa vista del portico del municipio di Augusta che ho goduto ieri a mezzanotte. Ti allego un disegno eseguito propria manu.

Ieri ho parlato a lungo con i compagni di una volta. Ci siamo riuniti alla Cassetta (in lingua: la Kiste), ovvero il teatro delle marionette di Augusta. Ho intrattenuto vere conversazioni alla scietamtiscia con i compagni bavaresi, che goduria spirituale! Il nostro bilancio: Non tutto era meglio in passato, ma era meglio di quanto pensassimo all’epoca.

Come sai, mi pasco di quel cibo che sento tutto mio; uso sempre la sera per dialogare con i poeti e pensatori dei tempi antichi, dove io non mi vergogno parlare con loro e domandarli della ragione delle loro azioni; e quelli per loro umanità mi rispondono. Quando sono tornato all’ostello, ho letto di nuovo il Prometeo incatenato di Eschilo.

Ieri sera era diverso da tutte le sere precedenti: come un colpo di martello, il verso 975 mi ha letteralmente incatenato. Prometeo dice ad Ermes, in un tono non da pace, ma da guerra:

„Per farla breve: io odio tutti gli dei, proprio tutti.“

Odio di Dio, odio dell’uomo verso Dio, odio di Dio verso l’uomo! Un tema antico della teologia cristiana! Anche il monaco agostiniano Lutero a volte odiava Dio, come tu sai e come egli stesso ammette nelle sue lettere. In questi momenti lui odiava se stesso, senza l’ombra di dubbio, e credeva che Dio lo odiasse. L’odio, tema antico della tragedia attica, tema antico della Bibbia! Anche Dio a volte odiava gli uomini. Come tu sai benissimo, Mosè dovette intervenire presso Dio con buone parole a favore del popolo, altrimenti Dio avrebbe distrutto l’umanità dope quelle esecrabili feste celebrate al vitello d’oro.

Caro amico, è un’esperienza a dir poco ispiratrice, si chiude così il cerchio di 500 anni intorno a noi, 500 anni da quando Lutero e Caetan intrapresero quel tentativo di riconciliazione. Devo chiudere in fretta.

Ti terrò aggiornato sui fattti del mio viaggio. Speriamo di fare un passo in avanti, verso l’alto, qui, proprio sotto le scale del municipio di Augusta!

Salutami i compagni di allora, in particolare Pino, Vito e Beppe.

Semper tuus

Nico

 Posted by at 23:16
Sep 282018
 


Der deutsche Politiker Cem Özdemir erzählte uns bereits 2008 in seinem Türkei-Buch, dass die Kinder in der türkischen Grundschule das Lesen und Schreiben besser und schneller lernten als in Deutschland.

Woran mag das liegen? Ich vermute, es liegt an den verheerenden Experimenten, denen ganze Generationen von deutschen Grundschulkindern ausgesetzt worden sind und weiter ausgesetzt werden, darunter auch meine eigenen!

Sie lernen jedenfalls in Berliner Grundschulen kein ausreichendes Standarddeutsch (Hochdeutsch) mehr, weder in Wort noch in Schrift. In Bundesländern wie Berlin sind Maßstäbe für gutes Lernen und Lehren im Deutschunterricht offenbar weitgehend verlorengegangen.

Stattdessen beschäftigt der Staat Heerscharen von Didaktikern, Integrationsforschern, Evaluatoren usw. usw. Und die kriegen es nicht gebacken, dass die Mehrheit der Berliner Schulkinder vernünftiges, berufstaugliches Standarddeutsch lernte. Bei den Bewerberprüfungen der Berliner Polizei scheitern die meisten an mangelnden Deutschkenntnissen! Irre. Bankrotterklärung.

Lesenswerter Artikel von Heike Schmoll zu diesem Thema heute in der FAZ auf S. 4. Die klassische Lesefibel hat sich als in allen Belangen dem neumodischen Krampf der Didaktiker überlegen erwiesen.

www.faz.net/aktuell/politik/inland/lernmethoden-studie-bestaetigt-ueberlegenheit-der-fibelmethode-15810231.html

Nachweis: Cem Özdemir, Die Türkei, Weinheim 2008, S. 187

 Posted by at 11:59
Sep 272018
 

Frage des einen Baumstamms:
Du, Nachbarbaumstamm an der Spree, du liegst hier bloß rum! Was soll nur aus dir werden, taugst du zu etwas?

Antwort des anderen Baumstamms:
O ja! In mir wird sein: Windgebraus, Klagen, Schluchzen, Weinen, Aufbegehren, Stolz, Schmerz, Gelassenheit und Freude des Zuhörens! Ich werde einmal eine Blockflöte!

Frage des anderen Baumstamms:
Du, Nachbarbaumstamm an der Spree, du bist so stumm wie ein Fisch! Was wirst du mal, was soll aus dir werden, taugst du zu etwas?

Antwort des einen Baumstamms:
O ja! In mir wird sein: Das Ächzen des Windes in Bergfichten, der Grant, das Krecheln, das Foiratzen, das Krianzen, a Juzer, das Graschpln, Freude des Zuhörens! Ich werde einmal eine Geige!

 Posted by at 23:17
Sep 272018
 

„Voici venir les temps où vibrant sur sa tige
Chaque fleur s’évapore ainsi qu’un encensoir;“
Geschenkte Tage, Engels Ruhe, hochschwebend auf der Säule, o du Künstler der Leichtigkeit, wie weit spannt sich dein Blick!
„Les sons et les parfums tournent dans l’air du soir;
Valse mélancolique et langoureux vertige!“

„Chaque fleur s’évapore ainsi qu’un encensoir;
Le violon frémit comme un coeur qu’on afflige;“
Geschenk des Abends, Engels Freude, wer nimmt deinen Friedenskranz auf, über alle Paläste und Häuser hinweg sehnt sich dein Glück!

„Valse mélancolique et langoureux vertige!
Le ciel est triste et beau comme un grand reposoir.“
Heimkehr des müden Treidlers am Abend durch den Schlosspark Charlottenburg, Zeitengefach, Klangfülle des Lichts, Abschütteln des Gejochs, Wiederaufschwung, Erinnerungen, Sehnsucht, endlos!

Dankbarkeit! Freude!

Harmonie du soir!

Diese Stadt Berlin entzückte mich heute beim Nachhauseradeln vom Siemensdamm nach Schöneberg durch eine unglaubliche Fülle an wunderschönen Bildern, Klängen und Düften. Ein Abglanz des Paradieses beim Eintauchen in den Charlottenburger Schloßpark, beim Entlangfahren an der Spree, schließlich bei der Einkehr im Berkis in der Winterfeldtstraße. Ein paar fast vergessene, aber tief verankerte Verse von Baudelaire geleiteten mich schlafwandlerisch sicher durch die Straßen und Plätze Berlins.

 Posted by at 22:43
Sep 202018
 

Ich soll euch noch recht festlich grüßen:
Herr Sommer, der den Abschied nimmt,
Winkt uns noch zu, als wäre es sein letzter Tag!
Die Beute legt er sich zu seinen Füßen:
Ein Volleyball, der auf den Wellen schwimmt.
Aus gelbgeflecktem Schnabel noch ein Schrei.
So sehr die Möwe ihr Gefieder spreizen mag,
Herrn Sommer ist es mittlerweile einerlei,
Er hat sich’s überlegt: er geht vorbei.
Zwar war er groß, doch größer ist das Jahr,
Das hinter ihm den dunklen Berg erklimmt.
Die Sonne sinkt, das Licht strahlt hart und klar.
Beim Abschiedsfest erklingt die Melodie: Es war.

 Posted by at 21:24
Sep 182018
 

Sollte man in der Rechtschreibung weiterhin alles schleifenlassen oder doch besser alles auf neu schleifen lassen, damit Berlins Polizei wieder auf volle Mannstärke gebracht werden kann? Bekanntlich scheitern ja die meisten Bewerber beim Ansturm auf einen der begehrten Ausbildungsplätze der Polizei an fehlenden Deutschkenntnissen: Die Hälfte der Prüflinge schloss laut Presseberichten das Diktat mit der Note 6 ab.

Oder nehmen wir etwa irgendeinen Satz aus dem aktuellen SPIEGEL online, soeben entnommen der Fassung von heute, 10.22 Uhr. Thema des Interviews sind die mangelhaften Rechtschreibkenntnisse unserer Jugend. Wie sind die unbestreitbar schlechteren Schreibfertigkeiten der jüngeren Generation zu erklären, obwohl doch heute sehr viel mehr Geld in Bildungsforschung, sehr viel mehr Geld in wissenschaftliche Didaktik, sehr viel mehr Geld in Bildungsreformen und Evaluation von Bildungsreformen gesteckt wird als früher?

Das Schmankerl in diesem Interview mit einer Bildungsexpertin ist: Es enthält in der verschrifteten Fassung mindestens einen dicken Rechtschreibfehler. Doch wer findet ihn? Der wird mit Handkuss bei der Berliner Polizei genommen!

Findest du, liebe Leserin, und selbstverständlich auch du, lieber Leser, diesen Rechtschreibfehler? Dann bewirb dich bei der Berliner Polizei!

„Wir haben unsere Ergebnisse der nordrhein-westfälischen Bildungsministerin das erste Mal vor zwei Monaten zukommen lassen aber bisher noch keine Antwort oder Einladung erhalten. Wir wurden nur aufgefordert, die Ergebnisse allgemeinverständlich in einem Aufsatz für eine Zeitschrift zusammenzufassen, die das Ministerium herausgibt. Mehr nicht.“

Nachweise:

www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/rechtschreibung-lernen-expertin-beklagt-viel-leid-in-den-familien-a-1228573.html, Fassung vom 18.09.2018, 10.22 Uhr

https://www.morgenpost.de/berlin/article213281665/Berliner-Polizei-findet-nicht-genug-geeignete-Bewerber.html

Amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung §72 E2; § 34 (2)

 Posted by at 10:49
Sep 112018
 

 

 

 

 

 

Kam ich zu dem Schulhof hin
Wollte pfeilschnell rasen,
Sah ein bucklicht Männlein stehn,
Mit dem war nicht spaßen.

Fuhr ich durch den Schulhof hin,
ohne abzubiegen,
Sprach das bucklicht Männlein da:
Jetzt wird abgestiegen!

Wollt ich meinen Liebsten sehn,
Blieb ich einfach sitzen,
Sah das bucklicht Männlein stehn,
Sagt: Du sollst nicht flitzen.

Rasten wilde Kerls einher,
Mit Lärmen und mit Lachen,
Rief das bucklicht Männlein da:
Achtet auf die Schwachen!

Fuhr heut morgen ich vorbei,
Sah das Männlein liegen,
Beinchen zuckten hin und her,
Schnauft wie in letzten Zügen.

Da klagt mir das bucklicht Männlein:

Die Kinder haben sich beschwert,
Klagten weinend es zu mir.
Die Radler haben nicht gehört,
Stießen mich grob als ein Tier…!

So klagte des bucklicht Männlein.
Und weiter hab ich nichts gehört.

Lieber Radler, ach ich bitt,
Steig  ab fürs bucklicht Männlein mit!

 Posted by at 19:49
Sep 072018
 

Während die europäischen Länder offensichtlich bei der Gestaltung der Zuwanderung afrikanischer und asiatischer Menschen heillos überfordert sind, setzt China seine erfolgverheißende Strategie einer auf wechselseitiger Vorteilsgewährung beruhenden partnerschaftlichen Entwicklungsarbeit mit afrikanischen Ländern fort.

Die Zeitung Le Monde berichtete am 6. September 2018, Xi Jinping habe am 3. und 4. September die 53 afrikanischen Staats- und Regierungschefs in Peking mit größtem Respekt, mit Pomp und Pracht und im Geiste der Partnerschaft empfangen. Er sagte erneut eine nicht bevormundende, nicht interventionistische Zusammenarbeit in Handel, Infrastrukturausbau und Militärpräsenz zu.   Im Gegenzug sichert sich China Zugriff auf Rohstoffe, Handelserleichterungen beim Warenaustausch mit Afrika sowie ungehinderten Zugang auf die wachsenden Konsummärkte Afrikas. Bestechend, überzeugend, insbesondere, wenn man das letztlich entmündigende, herablassende Gebaren der europäischen Länder gegenüber Afrika daneben setzt! Die Chinesen haben uns Europäer in Afrika mittlerweile um Längen abgehängt!

„HILFE FÜR AFRIKA!“ In dieser Formel ist das ganze Elend verkörpert. Diese illusionäre Vorstellung, durch unsere übliche Entwicklungs-„Zusammenarbeit“ und über Migration afrikanischer Menschen nach Europa und durch Aufnahme zahlloser junger Männer (fälschlich „Flüchtlinge“ genannt) in unsere Sozialsysteme irgendetwas an der Lage der übergroßen Mehrheit der etwa 1,4 Milliarden Afrikaner zu ändern, führt meiner Meinung nach die Europäer in die Irre. Diese europäische „Flüchtlingspolitik“ schadet den afrikanischen Ländern massiv. Sie lähmt die Eigenkräfte des Kontinents und verstärkt die Abhängigkeit der Afrikaner:

China, so scheint mir, macht es einfach besser als Europa! Und dieser Ansicht sind auch die Kommentatoren der Monde.

https://www.lemonde.fr/afrique/article/2018/09/03/sommet-chine-afrique-pekin-n-est-pas-neocolonialiste-mais-hegemonique_5349720_3212.html

Die chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit wird von afrikanischen Spitzenpolitikern gegenüber engstirniger, paternalistischer Kritik aus Europa vehement verteidigt. Hage Gengob, der Präsident Namibias äußert sich mit folgenden Worten:

Le Président namibien Hage Gengob a ainsi déclaré que la Chine a toujours traité les pays africains sur un pied d’égalité. « La Chine est un partenaire et un ami sincère de l’Afrique, et le peuple africain s’oppose à ce que le monde extérieur accuse la Chine sans fondements ». « La Chine n’a jamais colonisé l’Afrique dans l’histoire. Aujourd’hui, la Chine est le plus important partenaire commercial de l’Afrique, et elle offre à l’Afrique diverses possibilités de développement. Où sont les pays occidentaux qui la pointent du doigt ? », a-t-il souligné.

 

 

Man lese hierzu den ganzen folgenden Bericht:

https://www.afrique-sur7.fr/402859-africains-occident-discrediter-cooperation-sino-africaine

 Posted by at 20:06