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Sep 262017
 

Heute ist dieses Blogs 10. Jahrestag.

Es begann bescheiden am 26.09.2007 mit Berichten über eine lebhafte Podiumsdiskussion in der Volksbühne, einer musikalischen Danksagung an Simchas Torah von Ernest Bloch, mit fröhlichen lachenden glücklichen Menschen beim Berlin Marathon, streifte so manches nachdenkliche oder kummervolle Feld, hielt aber doch stets den Kopf aufrecht nach vorne gewandt in Zuversicht.

Über Stock und Stein frisch ins Leben hinein, so ging es immer weiter – über bisher 3652 Tage.

Dies ist ein Tag der Danksagung: Dank an Euch alle, die Ihr dies lest und gelesen habt, Dank für Kritik, Rat und Widerspruch!  Dies ist ein Tag, den ich der Freude am Leben widme, und ein Tag, an dem ich mir weiterhin viele fröhliche, lachende, glückliche Menschen aus allen Ländern der Welt wünsche. Traurige, weinende, unglückliche Menschen sind mir ebenfalls willkommen.

Zu den Zahlen:

In diesen 10 Jahren habe ich mehr als 3200 Beiträge veröffentlicht. Online sind davon weiterhin 3112. Im Durchschnitt erschien also pro Tag ungefähr ein Beitrag.  In jedem einzelnen Monat erschienen mehrere Beiträge. Niedrigster Wert: 3 (Monat April 2017). Höchster Wert: 81 (Monat November 2010)

Aktuelle Statistik für die letzten 30 Tage: 

Besucherzahl in den letzten 30 Tagen insgesamt: 7509
Durchschnittliche Besucherzahl pro Tag: 250
Seitenaufrufe in den letzten 30 Tagen: 36717

Die drei in den letzten 30 Tagen am meisten besuchten Beiträge aus all diesen zehn Jahren insgesamt sind übrigens:

http://johanneshampel.online.de/2008/07/25/mitgliederschwund-parteien-sind-weiterhin-ratlos/

„Wie unterscheidet man eigentlich Türken von Arabern?“

Ist „das Christliche“ zugleich „das Konservative?“

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Sep 222017
 

Der rheinhessische Hausfreund erzählt:

Einige fröhliche Bürgerinnen und Bürger saßen einmal in ausgelassener Heiterkeit am Vorabend von Goethes Geburtstag zusammen in einem Weingarten und pichelten so manchen süffigen Tropfen.  Natürlich wurden auch die anstehenden Bundestagswahlen erörtert. Wen sollte man wählen? Die Auswahl war so riesig! Die Qual der Wahl, das war der richtige Ausdruck dafür!

Der eine Zecher, einer der älteren Herren, brach eine Lanze für Sahra Wagenknecht: „Wagenknecht! Die hat einen Stein bei mir im Brett, denn sie schätzt und verehrt Goethe. Sie hat Kant, Marx und den Faust II gelesen und beherzigt; sie wendet die Erkenntnisse Goethes in ihrer politischen Praxis an. Sie kennt und schätzt Begriff und Wesen des Ordoliberalismus der Freiburger Schule. Sie kennt Rüstow und Röpke sogar! Hab ich doch einmal einen Artikel aus ihrer Feder in der FAZ über die betrügerische Papiergeldwirtschaft im Faust II gelesen, die sie mit der EZB-Politik vergleicht!“ Gelächter, Staunen! Stimmte das wirklich? Ging es da mit rechten Dingen zu? Was tischte der Zecher da auf? Und schon rezitierte der alte Zecher aus dem Gedächtnis in leicht singendem Tonfall:

 

Ein solch Papier, an Gold und Perlen Statt,
Ist so bequem, man weiß doch, was man hat;
Man braucht nicht erst zu markten noch zu tauschen,
Kann sich nach Lust in Lieb und Wein berauschen.
Will man Metall: ein Wechsler ist bereit,
Und fehlt es da, so gräbt man eine Zeit.
Pokal und Kette wird verauktioniert,
Und das Papier, sogleich amortisiert,
Beschämt den Zweifler, der uns frech verhöhnt.
Man will nicht anders, ist daran gewöhnt.
So bleibt von nun an allen Kaiserlanden
An Kleinod, Gold, Papier genug vorhanden.

Gelächter, Applaus, Schulterklopfen!

So ging es weiter, jede Zecherin und jeder Zecher durfte sein oder ihr Loblied auf eine der zahlreichen guten Kandidatinnen oder Parteien  anstimmen.

Schließlich fragten sie den einzigen komplett Nüchternen am Tisch, ein neunjähriges Kind: „… und wen würdest du wählen, liebes Kind?“

Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort des Jungen: „Die SPD natürlich! Die schenkt mir Schokolade und manchmal sogar einen roten Luftballon!“

Das lobt der hessische Hausfreund, beweist es doch die alte Weisheit: Das Hemd ist näher als der Rock. Schokolade macht Kinder froh, und ein Geschenk zur rechten Zeit bewirkt mehr als tausend gute Worte.

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Sep 222017
 

 

Recht versonnen lief ich vor einigen Tagen vom Schöneberger Jugend Museum die Hauptstraße hoch zum Kaiser-Wilhelm-Platz. Die dort, im Jugend Museum gezeigte, sehr gut gemachte Ausstellung über den deutschen Kolonialismus mit der Beschreibung des deutschen Völkermordes an den Nama und den Herero hatte mich erschüttert. Da war er wieder einmal – The Kaiser’s Holocaust! Gab es denn gar nichts Gutes in der deutschen Vergangenheit – außer Holocaust, Not und Elend der arbeitenden Bevölkerung, Armut auf der einen Seite, Protz und Prunksucht der Schöneberger „Millionenbauern“ auf der anderen Seite? Ist es nicht so: Wo immer man hinschaut, herrscht in der deutschen Geschichte Not, Elend, Verbrechen.

Ich begann allmählich, die Deutschen zu hassen. Wen sollte es wundern? Wenn – wie es sich eingebürgert hat in Deutschland – ganz überwiegend Hässliches, Schweres, Problematisches über die Deutschen erzählt, berichtet und gezeigt wird, wenn die deutsche Geschichte – wie es sich mittlerweile eingespielt hat – ganz überwiegend im Lichte von zahlreichen einzigartigen, unerhörten Verbrechen gesehen wird, dann entwickelt sich in jedem nach und nach ein Gefühl des Widerwillens, der Ablehnung des Deutschen. So auch in dem hier Schreibenden. Das unablässig dargestellte Hässliche erzeugt Hass auf die, die das Hässliche begangen haben.

Aber müssen wir wirklich die Deutschen hassen? Mehr noch: Ist es unsere menschliche Pflicht, nicht nur die Deutschen, sondern das Deutsche als solches zu hassen? Man möchte dies so annehmen, wenn man die heutigen deutschen Darstellungen der deutschen Geschichte ansieht.  Müssen wir, sollen wir die Deutschen hassen nach allem, was die Deutschen dem Rest der Welt, den  anderen Menschen angetan haben?

Blut, überall Blut klebt und tropft an den Händen der Deutschen. Das ist die vorherrschende Meinung zur deutschen Geschichte, wie sie auch die die aktuelle Diskussion um das Humboldt Forum prägt.

In solchen tieftraurigen Stunden möchte man fast ausrufen:

„Weg, ihr Schreckensbilder der deutschen Geschichte mit all den unvergleichbaren deutschen Verbrechen, all den einzigartigen, unvergesslichen deutschen Völkermorden! Ich möchte euch nur einen Tag lang vergessen, ich möchte nur eine Stunde lang nicht an euch denken. Weg du deutscher Albtraum, so schlimm du bist, hier auch Lieb und Leben ist! Bitte, Schicksal, lass mich die Deutschen nur für einen Augenblick vergessen! Wie schön, wie glücklich wäre die europäische Geschichte, gäbe es die Deutschen nicht!“

Schau dich um, armer Tropf! Aus allen Ländern kommen die Zuwanderer zu den Deutschen. Die Zuwanderer leben ihr Leben weiter, sie bringen den Deutschen ihre reiche Gegenwart mit. Sie verbessern die Deutschen! In Not und Armut lebt im heutigen Deutschland niemand.

Und so war ich froh und dankbar wieder in der Gegenwart angelangt und begrüßte die Deutschen und die Zuwanderer als das, was sie sind: Menschen wie du und ich. Ich war ganz oben angelangt, da wo die Hauptstraße ihren Gipfel erreicht: den Kaiser-Wilhelm-Platz.

Hinüber wanderte da mein Blick auf die andere Seite der Straße. Dort, wo früher das Schöneberger Rathaus stand, ragt heute ein Denkmal auf:

Orte des Schreckens, die wir nie vergessen dürfen
Auschwitz
Stutthof
Maidanek
Treblinka
Theresienstadt
Buchenwald
Dachau
Sachsenhausen
Ravensbrück
Bergen-Belsen
Trostenez
Flossenbürg

Da gingen mir die Augen auf und ich erkannte: Das ist also unser deutsches Geschichtsbild, das die Deutschen Tag um Tag, Nacht und Tag sich selbst und all den Zuwanderern vermitteln, die dort in großen Zahlen auf die BVG-Busse warten. Das ist die einzigartige Erinnerung an das Einzigartige, das Allgegenwärtige. DAS dürfen wir nie vergessen. Wir Deutschen dürfen und sollen selbstverständlich Weimar, die Gebrüder Humboldt, Eisenach, Athen, Zwickau, Bad Doberan, Bad Freienwalde, Jerusalem, Chemnitz, Breslau, Rom, Prag, Königsberg, Augsburg, Bert Brecht, die Brüder Grimm und die Bremer Stadtmusikanten vergessen. Wir Deutschen dürfen unsere Mütter, unsere Väter, unsere schöne, reiche, klangvolle Muttersprache, unsere großen Dichterinnen und Komponistinnen, unsere Philosophinnen und Wissenschaftlerinnen vergessen – und ja, wir haben sie auch vergessen. Goethe dürfen wir ins Abseits drängen. Dürer und Bach? kw, können wegfallen. Wir haben auch die 12 Apostel vergessen, die 12 großen Propheten, die 10 Gebote der Bibel dürfen und sollen wir vergessen. Homer sowieso. kw! Die Hiwiter der Bibel, die vollständig niedergemetzelten Usipeter und Tenkterer  aus Caesars De bello gallico, die Amalekiter aus dem ersten Buch Samuel, die vollständig vernichteten, die im 20. Jahrhundert ausgelöschten Kulaken der Ukraine dürfen wir vergessen und haben sie vergessen. Sie kommen schon nicht mehr vor in der europäischen Leitkultur. Die Schülerinnen und Schüler in Berlin erfahren nichts davon.  Angelika Kaufmann, Fanny Hensel, Hannah Arendt – kw! Können wegfallen. Immanuel Kant – wird in Deutschland nicht mehr gelesen. kw, auch.

Aber diese 12 Orte des Schreckens und nur diese 12 Orte, die bleiben uns wenigstens erhalten, die dürfen wir NIE vergessen. NIE, keinen Augenblick lang! Sie, diese 12 Orte, sind offenbar der unvergängliche Kristallisationskern der deutschen Geschichte, das jederzeit wiederbelebte, jederzeit als Gegenwart vor Augen geführte Alpha und Omega der deutschen Erinnerungskultur. Sie sind die deutsche Leitkultur, an der Zweifel nicht zugelassen werden.

Während es in Goethes Faust noch heißt:

„Und rings ist alles vom Feuer umronnen;
So herrsche denn Eros, der alles begonnen!“

könnte man über die heute herrschende deutsche Gedächtniskultur schreiben:

So herrsche denn Thanatos, der alles verschlungen!

Da fällt mir mit Schrecken ein: Wo liegt eigentlich Trostenez. Was geschah in Trostenez? Wir alle müssen dies wissen! Wir dürfen es niemals, keinen Augenblick vergessen.

 

Belege:
Kritik am Humboldt-Forum wird schärfer. Deutsche Welle, 13.08.2017:
http://www.dw.com/de/kritik-am-humboldt-forum-wird-sch%C3%A4rfer/a-40054767

http://www.jugendmuseum.de/Kolonialgeschichte.html

David Olusoga und Casper W. Erichsen: The Kaiser’s Holocaust – Germany’s forgotten Genocide. Faber & Faber, London 2010

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Sep 222017
 

Wieder und wieder führt mich der Weg in mein gelobtes Arkadien, den Südpark am Lokschuppen. Gerade in diesen Tagen bietet die Natur unendlich viel: die Guteschafe sind in ein neues Geviert eingewiesen worden, während der zottige Hütehund alles im scharfen Auge behielt.

Zu voller Höhe sind die Gemeinen Nachtkerzen aufgeschossen.  Sie können gut und gern 200 cm erreichen und prangen als unangefochtene Herrscher über ein kleines Stück Wiese. Wenn du willst, sprich mit ihnen! Warum sollte man diese leuchtend gelb blühenden Blumen nicht anreden? Ich versuchte es so:

 

 

 

 

 

Erst in der Abenddämmerung werdet ihr euch entfalten,
Vierfach geblätterte Blüten, die ihr sitzt in den Achseln der
Blätter. Leise knistert und raschelt das zarte Gekeime.
Welches Ohr wird euch hören? Wer wird euch sehen?
Drei Minuten nur dauert es, dann seid ihr völlig entfaltet,
Stotzig und steif steht der ragende Stengel nach oben,
Weiter empor dann strebt noch während des Blühens der Ständer,
Eine Nacht nur leuchtet und glänzt ihr im sanften Mondschein,
Jäh und plötzlich verwelkt ihr im Licht  des folgenden Tages.
Aus und vorbei ist’s für manche der prachtvoll erglänzenden Blüten, doch
Siehe, Geliebte! Gleich morgen, die schwellenden Kapseln drängen sich vorwärts,
lange dauert es nicht, dann blühen die nächsten uns wieder.

Fotos: heute aufgenommen im Naturpark Schöneberger Südgelände

Hinweise und Auskünfte zum besseren Verständnis der hier angesprochenen  Gewöhnlichen Nachtkerze lieferte uns:

Margot und Roland Spohn: Welche Blume — ist das? Über 450 Blumen Europas. Kosmos Naturführer, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2017, hierin: „Gewöhnliche Nachtkerze. Oenothera biennis (Nachtkerzengewächse)“, S. 211

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„Auffi gehts! Schaugst waida! Gehts aussi!“

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Sep 192017
 

23. Mai 2017, Kreuth am Tegernsee, abends.

Gutes, lauschendes, tief einsaugendes Lauschen auf die Landleute beim Viehtrieb in Kreuth! Das ist ja genau die Sprache, die mir in die früheste Kindheit hineinschallte, meiner Mutter Sprache – Bairisch, ein Idiom, dessen ich mich bei meinen gelegentlichen Aufenthalten in meinem Herkunftsland gern auch selbst befleißige.

Vergessen wir nicht, wir sind hier am Tegernsee auf ältestem deutschem Kulturboden. Der älteste erhaltene deutsche Roman überhaupt, der berühmte Ruodlieb – ein lateinisch verfasstes Versepos – stammt aus dem Kloster Tegernsee! Er wurde gut 9 Jahrhunderte vor Thomas Manns Doktor Faustus verfasst, diesem Schicksalsroman, dessen letzte, dramatisch zugespitzte Szenen ebenfalls im oberbayrischen Voralpenland spielen.  Ja, die in Pfeiffering ausgemalten Schlussbilder, der gutmütige Dr. phil. Serenus Zeitblom  hätte sie auch hier ansiedeln können.

Bild: eine Kreuther Ziegenherde am 23. Mai 2017, wenige Momente nach dem Austrieb aus dem Stall. Unsicher taumelnd  tollen die Ziegen umher. Nach der Sicherheit des Stalls, wo ihnen Tag um Tag das Futter gereicht wurde, löst die Freiheit des Graslandes einen rauschartigen Tanz aus. Die Herde bleibt sicherheitshalber vorerst zusammen. Die Herde bietet Schutz angesichts des Neuen, das da kommen mag.

 Posted by at 09:43
Sep 182017
 

Gestern war ein großartiger Tag, von neblichter Morgendämmerung an bis zum Nachtanbruch von den beeden kreglen Wandrern ganz auf den vier Wanderbeinen verbracht! Vier Türme erklettert, 14 km durch Wälder und Hügel gelaufen! Von Falkenberg in der Mark, wohin uns ganz früh die Eisenbahn brachte, führten die bestens ausgeschilderten Pfade erst frisch am Fontanestein vorbei, den holpernden Stock, Wurzeln, Steine den Trott hinauf zum Bismarckturm, von da rasch ins Leben hinein, über den tiefdunklen Teufelssee den eratmenden Schritt mühsam den Berg hinauf zum Gipfel des märkischen Watzmanns. Mittagssonnenstrahlen rieselten durch die noch üppig begrünten Kronen – dann zum Eulenturm beim Haus der Naturpflege. Von dort ging es immer weiter über Stock und Stein zum Skistadion in Freienwalde, wo es uns auf den Sprungturm der 66m-Schanze hinaufhob. Weit hoch herrlich der Blick rings ins Leben hinein! Nachmittagssonne, da der Blick ungehindert ins Weite dringt! Ab dann, frischer hinab, siehe, die Sonne sank schon! Hinab zum unterirdischen Friedhof im Talgrund, dem Rosengarten, wo tief tief drunten entzahnte Schädel schnatterten und das Gebein schlockerte. Nun schon wieder eratmend bergan hinauf zum Galgenberg.

Den krönenden Abschluss bildete dann ein Ausblick vom Aussichtsturm! Schlotternde Knie wollten zurück, nachhaus, zum Bahnhof in Bad Freienwalde. Nacht ward es. Und so war’s vollbracht.

Das Leben geht weiter!

 

Bild: Blick vom Bismarckturm bei Falkenberg in die Mark hinaus, 17. September 2017, vor Mittag

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Damit ihr nie vergesset, was deutscher Hass euch tut

 Das Böse, Deutschstunde, Einzigartigkeiten, Europäischer Bürgerkrieg 1914-1945  Kommentare deaktiviert für Damit ihr nie vergesset, was deutscher Hass euch tut
Sep 132017
 

Damit ihr nie vergesset, was meine Liebe tut… 

Dieses Kirchenlied Beim letzten Abendmahle war mir in meinen Kindertagen das liebste. Ich wurde erzogen in dem Glauben an einen verzeihenden, erbarmenden, gütigen Gott. Oft hörte ich: Gott liebt dich durch Jesus. Liebe auch du deinen Nächsten, wie es Jesus getan hat. Es gibt keine unvergängliche Schuld. Der gnädige Gott erbarmt sich deiner. Er erbarme sich unser und nehme von uns Schuld und ewigen Tod. Du darfst nach Verbrechen und Schuld wieder von neuem anfangen.

 

Und heute? Woran glauben die Deutschen? Was sollen wir Deutschen nie vergessen? Was dürfen wir nie vergessen?

 

Die prall gefüllte, ergiebige Seite 24 im heutigen Tagesspiegel gibt die unbestreitbare Antwort! Gute, kundige Besprechung der Übersetzung des neuen Buches von Christian Gerlach über den Mord an den europäischen Juden! Und auch das neue Buch von Sven Felix Kellerhoff wird angemessen durch Bernhard Schulz gewürdigt. Wieder einmal bestätigt sich: Die Jahre 1933-1945 sind der unvergängliche Kern, der strahlende Kohlenstoff, aus dem in alle Ewigkeiten hinein die Deutschen ihr Geschichtsbild schöpfen und umschöpfen. Nichts anderes hat daneben in der deutschen Geschichte Bestand. Daran darf nicht gerüttelt werden. Es ist VERBOTEN.

Generationen und Generationen von Historikern werden da weiterforschen und zu keinem Ende kommen. Das ist Deutschlands ewige Gegenwart, Deutschlands einziges ewiges Licht, Deutschlands Glutkern, Deutschlands unvergängliche, unauslöschliche, immerwährende Schuld und Verantwortung.

Deutsche Männer, deutsche Tücke,
Deutscher Wahn und deutscher Mord.

Dieses Böse dürfen wir nie vergessen, darauf läuft alles immer wieder zu! Das sind wir Deutschen.

Müssen wir Deutschen also die Deutschen hassen? Müssen wir Deutschen also das Deutsche hassen? Es sieht ganz danach aus!

So herrsche denn Thanatos, der alles begonnen!

Christian Gerlach: Der Mord an den europäischen Juden. Ursachen, Ereignisse, Dimensionen. Aus dem Englischen von Martin Richter. C.H. Beck Verlag, München 2017

Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Klett-Cotta, Stuttgart 2017

Besprochen heute in DER TAGESSPIEGEL

 

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Tata, Wahlarena: „Deutsche! Wählt Regierungspartei A oder Regierungspartei B!“

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Sep 122017
 

Ein gutes Vorbild waren im April 2017 in meinen Augen für uns Deutsche die Wahlsendungen zur französischen Präsidentschaftswahl des Senders France 2, des größten öffentlich-rechtlichen Senders eines unserer  46 europäischen Brudervölker. Alle 11 maßgeblichen Parteien erhielten für ihre Kandidaten in den Wahlarenen von France 2 gleich viel Sendezeit, sowohl die Parteien der Opposition wie auch die der Regierung  erhielten jeweils gleiche Chancen. Im direkten Elfkampf musste sich der Kandidat der Regierungspartei, Benoît HAMON, gegenüber anderen Kandidaten der etablierten Parteien, aber auch gegenüber zunächst einmal chancenlosen Außenseitern wie Artaud, Mélenchon, Macron, Poutou bewähren.

Wie furchtbar anders läuft es doch bei uns in Deutschland! Wie übel stößt mir das auf! Jetzt in den letzten Tagen des Bundestagswahlkampfes wird die amtierende Regierung auf nachgerade unerträgliche Weise bevorzugt. Warum sage ich dies?

Der Befund ist eindeutig: CDU und SPD, zwei der drei Regierungsparteien,  räumen in den Medien alles ab, was sie kriegen können, obwohl sie doch bei den letzten Bundestagswahlen zusammen nur etwas weniger als 60% der Wählerstimmen auf sich vereinigt haben. Die beiden Sendungen WAHLARENA der ARD sind der x-te Beweis dieses beklagenswerten Übelstandes.

Scheinbar aussichtslos zurückliegende Kandidaten wie etwa  Jean Lassalle, Nathalie Artaud, Jean-Luc-Mélenchon, Emmanuel Macron, Philippe Poutou hätten nach dem System der deutschen öffentlich-rechtlichen Medien nicht den Hauch einer Chance gehabt.   B. HAMON oder F. FILLON hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit die Wahl gewonnen, wenn es in Frankreich so zuginge wie bei uns. Die grundlegende Erneuerung der Regierung, der in der Demokratie unerlässliche Wechsel zwischen Regierung und Opposition, vor allem aber die zwingend gebotene Weitergabe der Verantwortung an die jüngere Politikergeneration wäre in Frankreich ebenso wenig eingetreten wie er bei uns in Deutschland eintreten wird.

Obwohl es um eine Bundestagswahl geht, werden die Spitzenkandidaten von zwei der drei Regierungsparteien auf eine absurde, eine grelle Weise ins Rampenlicht gestellt, als gölte es, den Bundeskanzler direkt zu wählen. Die anderen größeren Parteien – also LINKE, Grüne, AFD, CSU, FDP – werden mit den restlichen Sandkastensendungen, mit kümmerlichen Randformaten abgespeist. Das ist der parlamentarischen Demokratie abträglich, es ist ihr schädlich. Denn wir gemeinen Bürger werden doch am 24. September einen Bundestag wählen, nicht den Bundeskanzler. Warum werden SPD/CDU, also die Regierung, auf so verzerrende Weise bevorteilt?

Der Anteil von CDU/SPD an allen abgegebenen Stimmen wird am 24. September wahrscheinlich wie schon in den vorangegangenen Wahlen weiter fallen, warum also sollten nicht die Spitzenkandidaten der anderen größeren und der kleineren Parteien – z.B. FDP/Linke/AFD/CSU/Grüne –  mindestens eine gleich große, faire Chance auf angemessene Selbstdarstellung erhalten, und zwar im direkten Mehrkampf auf Augenhöhe mit den Spitzenkandidaten der Regierungsparteien CDU/SPD?

Warum erhält nur die amtierende Regierung das ungeheure, unverdiente Privileg, ihre beiden Kandidaten in den mit dem Geld aller Bürger finanzierten Sendeanstalten ausführlichst und von allen Seiten beleuchten zu dürfen? Das ist meines Erachtens ungerecht, manipulativ, schädlich für die Demokratie. Es drückt eine Missachtung des Bundestages aus – es wertet den Bundestag noch weiter ab, als er ohnehin schon abgewertet ist, eine Gefahr, vor der kürzlich völlig zu recht in ihren höchst nachlesenswerten Abschiedsreden die Bundestagsabgeordneten N. LAMMERT und E. STEINBACH gewarnt haben!

Es entsteht von vornherein das Bild: „Ihr Deutschen könnt wählen zwischen Regierungspartei A und Regierungspartei B.“ Das darf doch nicht sein! Wenn es heißt: Wähle die Kandidatin X der Regierungspartei A oder die Kandidatin Y der Regierungspartei B, dann ist dies ein weiterer Schritt zur Aushöhlung der Demokratie.

Ach hätten wir doch wenigstens einen Sender wie France 2 auch in Deutschland! Uns brauchte um den Zustand der parlamentarischen Demokratie nicht bange zu sein.

Im übrigen glaube ich vorhersagen zu können: Der Gesamtanteil der für die SPD/CDU abgegebenen Stimmen soll, muss und wird weiter fallen, der Anteil der für LINKE/CSU/GRÜNE/AFD/FDP/ und die anderen Parteien abgegebenen  Stimmen wird und soll zunehmen.

Wen wird es wundern?

http://daserste.ndr.de/wahlarena/index.html

 Posted by at 11:16
Sep 102017
 

Hanadi, Nirit, Essfandiar, Pegah, Sadaf, Banu, Christa, Laura, Jonni, Cem, Marthe, Alexander, Laila, Rose-Anne, Theokleia. Das sind die Namen von 15 Menschen, die vieles gemeinsam haben, vor allem aber eines teilen: Ihre Lebensgeschichte führte sie oder zumindest ihre Eltern aus anderen Ländern nach Berlin, wo sie derzeit wohnen und sich wohl fühlen. Sie bringen den Schatz ihrer Herkünfte mit, leben diesen Schatz weiter aus und verbinden sie auf anrührende Weise mit ihrer neuen Umgebung.  Sie beweisen hier ihre Freiheit, den eigenen Raum zu gestalten und ihre Geschichte mit anderen Menschen zu verbinden.

Sie haben unter ihrem eigenen Namen einen eigenen Raum im Schöneberger Jugend Museum eingerichtet. Wir besuchten sie heute am Tag des offenen Denkmals. Lebende Menschen zeigen sich und ihre Räume. Großartig! Diese Ausstellung lohnt in jedem Fall einen Besuch.

Villa Global. The Next Generation. Jugend Museum. Hauptstr. 40/42, 10827 Berlin-Schöneberg. Öffnungszeiten: Mo-Do, Sa+So 14 bis 18 Uhr, Fr 9-14 Uhr.

www.villaglobal.de

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Bitte einen echten Fünfkampf!

 Bitte zählen!, Bundestagswahlen, Europäische Union  Kommentare deaktiviert für Bitte einen echten Fünfkampf!
Sep 042017
 

Kanzlerduell! Gestern sahen wir dieses harmonische Duett (nicht Duell) auf vier Fernsehkanälen. Es war eine von großem Einvernehmen geprägte Begegnung bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Nun steht heute Abend gleich ein richtiger Fünfkampf auf dem Programm!  Möge es kein harmonisches Quintett werden, sondern ein echter Fünfkampf … gewissermaßen ein Quintell! Sahra Wagenknecht, Cem Özdemir, Joachim Herrmann, Christian Lindner und Alice Weidel werden sich hoffentlich nichts schenken!

ARD, 20.15 Uhr!

Ein paar Fragen zum Thema Europa für den heutigen Wahlabend der fünf hätten wir da, diesmal aus dem Bereich Wirtschaft und Währungspolitik:

Sachstand:
a) Wie schon seit vielen Jahren weist die Eurozone (Euro-19) auch derzeit weiterhin konstant eine viel höhere Arbeitslosigkeit als der Größe nach vergleichbare Wirtschaftsräume (USA, China) auf.
b) Der Wirtschafts- und Währungsraum der 19 Euro-Länder (Eurozone) weist ein deutlich niedrigeres Wachstum und eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit als die EU außerhalb der Eurozone (z.B. Schweden, Polen) auf.

Frage an die Kandidaten der  Linken, Grüne/B’90, CSU, FDP, AfD:
Was bedeutet diese außerordentliche Schwäche des Euro-Raumes für die EU,  für die Euro-Zone insgesamt und für Deutschland im besonderen?

Wie erklären Sie das?

Wollen Sie, dass die Eurozone weiterhin deutlich schwächer bleibt als andere vergleichbare Wirtschaftsräume und dem Rest der Welt hinterherhinkt?

Sie sind doch überzeugte Europäer, oder etwa nicht? Wollen Sie diesen beschriebenen Zustand ändern, wenn  Sie in den Bundestag kommen? Falls ja, wie?

Belegzahlen:

USA:
Arbeitslosenquote (Juli 2017) 4,3%
Wachstumsrate BIP (Q2 2017) +2,1

China:
Arbeitslosenquote (2. Quartal 2017) 4,0%
Wachstumsrate BIP (Q2 2017) + 6,9

Eurozone:
Arbeitslosenquote (Juni 2017) 9,1%
Wachstumsrate BIP (Q2 2017) + 2,2

Tschechien (als ein Nicht-Euro-Land zum Vergleich):
Arbeitslosenquote (Juni 2017) 2,9%
Wachstumsrate BIP (Q1 2017) + 4,0

Quelle:
„Economic and financial indicators“, in: The Economist, August 26th-September 1st 2017, p. 76

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