Analı babalı büyüsün (4), oder: Welch ein Wunder ist ein neugebornes Kind

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Jul 102018
 

„Welch ein Wunder ist ein neugebornes Kind!“, mit diesem Gedanken verabschiede ich mich heute von Jamal, dem 7 Tage alten Jungen. Jamal, das heißt Schönheit, und schön ist er, wie er da so liegt, umhegt und umsorgt von Mama und Papa. Welches Leben wartet auf ihn, was wird er bringen in seinem Leben? Uns bringt er jedenfalls schon Freude aus seinem Bettchen entgegen. Ich spreche seinen Namen nach, und er scheint darauf zu reagieren, denn ich nehme bei dem schlafenden Kind eine Lidbewegung war.

Obwohl Jamals Eltern aus Libanon und Palästina stammen, bringe ich – für  Jamal unsichtbar, aber doch deutlich hörbar –  meinen türkischen Segenswunsch an: Analı babalı büyüsün, und – wieder ein kleines Wunder! – eine türkische Bekannte, die Zeuge unserer kleinen Begrüßungszeremonie wird, übersetzt meinen türkischen – im Arabischen unbekannten – Spruch in fließendes Deutsch: „Das Kind möge mit Mama und Papa aufwachsen, und das ganze Leben lang mögen Mama und Papa mit dem Kind zusammen sein. Der Wunsch erstreckt sich auf das ganze Leben!“

Im arabischen Sprachraum sagt man eher: Möge Gott dich auf allen deinen Wegen begleiten.

Ein Bild kommt mir dazu in den Sinn. Ich sah es vor ein paar Tagen in der Münchner Alten Pinakothek. Den Besuchern – darunter der hier schreibende – werden seit dem 3. Juli 2018 in den restaurierten Räumen die Augen geöffnet! Gemalt hat dieses Mutter-Kind-Bildnis ein gewisser de’Santi, ein aus Urbino stammender Maler. Es öffnet die Augen für das Wunder des Auf-der-Welt Seins. Morgen der Welt, Welt des Morgens!

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Abendlied, Görli

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Jul 082018
 

Ruhige, friedliche Landschaft am Görlitzer Park, träges Dösen im Sand, in reinlichen Kuhlen sauber verpackt der käufliche Stoff!

Süße wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land! „Hallo Papa“, grüßen dich freundlich die Männer aus Westafrika. Sie halten dich für verlässlich, wir alle wissen, ja, hier herrscht Frieden.

„Anne Anne“, die türkischen Kinder lieben und brauchen die Mütter. Die Väter grillen das leckere Fleisch. Disteln und Ginster verzieren den dürren Platz.

Im Westen versendet die sinkende Sonne glühende Strahlen, ein Scheideblick!

Wie lange dürstest Du noch, glühend Herz?

Komm, Heiterkeit, komm. Denn es will Abend werden.

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Aus dem Munde der Kinder ertönt laut und unüberhörbar das Lob des Ehestandes

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Mrz 112013
 

„Anali babali büyüsün! Sowohl mit Mama als auch mit Papa soll das Kind aufwachsen!“

So sagt der Türke. Die Türken sind ja überwiegend wertkonservativ. Sie wissen, dass sie das Rad nicht jedes Jahrzehnt neu erfinden müssen.

„O nein!“, sagt der Deutsche. „Der Staat soll sich aus den Lebensformen heraushalten! Alle Lebensformen sind gleich gut, alle muss der Staat gleichermaßen fördern. Nur dann ist es gerecht!“ So tönt es landauf landab. Es tut mir leid für all diejenigen, die dieser der großen modischen Unverbindlichkeit zwischen Mann und Frau das Wort reden, aber sobald Kinder ins Spiel kommen, müssen die beiden sich zusammenraufen, sie müssen oder sollten zusammenbleiben und zusammenwachsen. Das richtige Nest für Kinder wird in aller Regel und quer durch alle Kulturen dieser Welt durch die treusorgende Mutter und den sie absichernden, den sie schützenden und für sie sorgenden Mann gebildet, darin sind sich alle, mit denen ich Tacheles rede, weitgehend einig – außer in unserem satten, hochgezüchteten, geldverwöhnten Sozialpufferstaat. Schaut euch doch um. Dieses Leitbild muss, wie ich meine, wieder offen und deutlich verkündet werden. Dass jetzt nach Möglichkeit alle Männer und alle Frauen, ob nun Mütter oder kinderlos, nach Möglichkeit voll berufstätig sein sollen, um den Lebensstandard, das Auto, den Jahresurlaub, die eigene Karriere oder die Einhaltung der EU-Quotenziele und der EURO-Konjunkturziele zu sichern, und dass dies als vorrangiges Ziel der Gesellschaftspolitik verkündet wird, halte ich für eine Versündigung an den kleinen Kindern.

Ich meine: Alle Gesellschaften, auch solche, die nicht so reich sind wie die unsrige, können nur überleben und gedeihen, wenn die meisten Kinder in vollständigen Familien aufwachsen und diejenigen Kinder, die Mutter oder Vater entbehren müssen, von anderen, den nicht-leiblichen Müttern und nicht-leiblichen Vätern mitbehütet und mitbeschützt werden. Der Staat wird in der frühen Kindheit bis zum Kindesalter von etwa 3 Jahren nie und nimmer die Hege und Pflege der Kinder ersetzen können. Die gesamte familienrechtliche und eherechtliche Diskussion muss um dieses Wohl der Kinder herum angeordnet werden.

Gerade heute diskutiert Frankreich über den Massenmörder Mohammed Merah, diskutiert Deutschland über Beate Zschäpe, manchmal diskutiert Europa noch über Adolf Hitler und die Nazis, über Richard Wagners Jung-Siegfried, über Stalin und die Kommunisten … Was haben die genannten alle gemeinsam, ehe sie auf den Pfad des Verbrechens gerieten? Sie alle stammten aus zerbrochenen Familien, sie litten ganz offensichtlich wie die Hunde am Fortgehen speziell des Vaters, manchmal auch der Mutter. Beate Zschäpe hat ihren Vater nicht kennengelernt, wurde von der leiblichen Mutter weggegeben. Mohammed Merah klagt in den veröffentlichten Briefen seinen Vater an: „Warum bist du weggegangen?“

Immer wieder erzählen mir befreundete Erwachsene, die von ihren Müttern oder Vätern im Stich gelassen wurden, welche furchtbaren Verwundungen das lebenslang in ihnen hinterließ. Manche (nicht wenige) werden psychisch krank oder werden kriminell, alle leiden ein Leben lang daran, an diesem tiefen nagenden Selbstzweifel: „Was habe ich denn gemacht, bin ich denn so BÖSE, dass Papa, dass Mama mich verlassen haben?“

Kinder haben ein Anrecht auf Mutter und Vater. Bitte, traut euch weiter hervor, o ihr wertkonservativen Schwestern und Brüder im Geiste!

Hatice Akyün schreibt ein Loblied dieser weltweit erprobten und in allen Kulturen geschützen Ehe, die sich zu Kindern erweitert:

„Meine Eltern waren immer aufeinander angewiesen und mussten sich, vermutlich auch notgedrungen, so aufeinander verlassen können, dass sie irgendwann untrennbar zusammengewachsen sind. Die besseren Lebensumstände ersparen uns das zwar, aber dafür leben wir in der Single-Hauptstadt aneinander vorbei. Oder wie mein Vater sagen würde: „Günesin sana gelmesini istiyorsan, gölgeden cikacak cesaretin olmali“

via Kolumne „Meine Heimat“: Erst Jäger, dann Kuschler – Meinung – Tagesspiegel.

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Sie küssten und sie schlugen ihn: So ziehen wir unsere Intensivtäter heran

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Jan 142013
 

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Gestern sah ich mir „Les quatre cent coups –  Sie küssten und sie schlugen ihn“ von François Truffaut an. Ein unglaublich aktuelles Schicksal führt uns Antoine Doinel, der 12-jährige Schulschwänzer und Intensivtäter, während der Vernehmung durch einen Justizbeamten vor Augen. „Meine Mutter wollte mich eigentlich nicht haben, sie wollte mich abtreiben. Dass ich geboren wurde, verdanke ich meiner Oma. Meine Mutter gab mich nach der Geburt weg. Mit 8 Jahren nahm sie mich wieder auf. Mein Vater ist gar nicht mein Vater, sondern mein Stiefvater. Am Sonntag fährt er immer mit dem Automobilclub weg. Meine beiden Eltern arbeiten. So bin ich meistens allein.“

Der ungeliebte, ungewollte, von der Mutter fast abgetriebene, dann weggegebene, vom leiblichen Vater übersehene, vom Stiefvater vernachlässigte Sohn, der ständig aneckt und ständig ausbüchst: das ist Antoine Doinel. Sein ganzes Leben ist ein Hungern nach Liebe und Anerkennung, aber auch nach Grenzensetzung und Zugehörigkeit.

Der 1959 gedrehte Film von Truffaut führt in exemplarischer Weise vor Augen, was bei uns in Berlin und anderen deutschen Städten Zehntausende, ja Hunderttausende Kinder erleben. Antoine, hinreißend gespielt von Jean-Pierre Léaud, ist der Protoyp unseres berühmten Intensivtäters. Diese gewissermaßen zerschossene Familie ordnet sich nicht „um das Wohl des Kindes herum“ an. Beide Eltern „leben ihren Stiefel“. Sie haben es nie gelernt, sich dem Wohl des Kindes unterzuordnen. Sowohl Stiefvater wie leibliche Mutter setzen Selbstverwirklichung an die erste Stelle. Das Kind ist Zutat, die man haben kann oder auch theoretisch und praktisch wegmachen lassen kann.

Der Junge erfährt ein Wechselbad an Verhätschelung und Vernachlässigung. Er flüchtet in Schulverweigerung, Medienberieselung, Spielhallen, Rauchen und Kriminalität. Die einzige Anerkennung, die einzige Nähe erfährt er im Zusammensein mit gleichaltrigen Leidensgenossen.

Und die „Schule“, der „Staat“, die „Gesellschaft“? Tut was sie kann, ist aber machtlos im Bemühen, das zu ersetzen, was die Eltern dem Kind vorenthalten. Frankreich führt gerade in diesen Tagen eine leidenschaftliche Debatte über die Familie! Soll man Familie dem Zufall und der Willkür überlassen – oder gibt es gewisse Grundeinsichten über das gute Gedeihen von Kindern, die sich über Jahrhunderte herausgebildet haben? Braucht ein Kind die leibliche Mutter und den leiblichen Vater? Was macht es mit den Kinderseelen, wenn es in einer Gesellschaft immer wieder erfährt oder erfühlt: „Wir Kinder hätten auch abgetrieben werden können?“ Wenn es das Gefühl hat: „Eigentlich störe ich das Glück der Älteren?“

Was würde dem Kind Antoine  helfen? Zuwendung, Liebe, Verlässlichkeit, klare Regelsetzung, die Achtung vor dem kleinen, unscheinbaren, geringgeschätzten Menschen. Die Liebe einer Mutter, die Liebe eines Vaters. Alles das, was die gute Familie – bestehend aus Vater, Mutter, Kind – leisten kann und auch leisten soll. Es ist keine Geheimwissenschaft, es ist nichts Übermenschliches.

Der Film „Les quatre cent coups“ ersetzt zahlreiche Kongresse und Debatten über die sozialen Ursachen der Kriminalität und des Schulversagens bei unseren Jugendlichen. Er nimmt bereits 1959 die komplette Entkoppelung von Sexualität, Ehe und Familie vor, die sich ab den 60er Jahren dann in allen weuropäischen Gesellschaften mit Macht ausgebreitet hat. „Mach’s, aber mach’s mit“ – so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Von der Verantwortung für ein kleines Kind erfahren die Heranwachsenden in unseren Schulen nichts. Die Berliner Schulen erziehen nicht zum Zusammenleben in Familien. Sexualität wird in Berliner Schulen ausschließlich als Teil der Selbstverwirklichung und Selbstfindung gelehrt.

„Ich will’s endlich.“ ICH WILL ES.  Nur darauf kommt es an. So lehrt die Bundeszentrale im Auftrag der Bundesregierung den rechten Umgang mit Sexualität.

Die Politik berauscht sich an Erfolgen in der Erzielung einer höchstmöglichen Erwerbstätigenquote bei Mann und Frau. Dass immer weniger Kinder geboren werden – egal! Solange die Volkswirtschaft brummt, solange die Single-Männer und Single-Frauen sich ein Auto leisten können, alles paletti.

Die Folgen des derart zersplitterten und zerschossenen Familienbildes für das Kind hat Truffaut visionär vorweggenommen.

Bild: „Ich will’s endlich. Mach’s – aber mach’s mit.“ Aufgenommen im August 2012 in der Wilhelmstraße, Berlin-Kreuzberg.

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„Der Vater ist verschwunden, die Mutter arbeitet …“: wie unsere Gesellschaft sich von innen heraus zerlegt

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Dez 052012
 

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Das größte Problem unserer Kinder ist die Vernachlässigung. Ich ergänze: die Vernachlässigung durch die Eltern. Merkwürdig, noch ein anderer Kreuzberger Mit-Vater hat sich kürzlich in einem Interview so geäußert – und er hat es mittlerweile  auf Platz 2 der Landesliste seiner Partei in Baden-Württemberg geschafft. Das freut mich sehr! Sehr gut! Gratulation hinüber auf die andere Seite des Landwehrkanals! Ich sage mal: Jeton  düştü.

Egal, welches gravierende Problem bei kleinen Kindern auftritt, ich frage stets und ganz direkt nach den Eltern: die 500 Intensivtäter in Berlin, Gewaltorgien in der U-Bahn oder am Alexanderplattz, Terroristen zur rechten Hand, Terroristen zur linken Hand, Neo-Nazis, psychische Störungen, Ausraster, Kriminalität, Selbstmord, Depression, ADHS … alle diese schweren Störungen deuten fast in allen Fällen auf einige schwerwiegende, meist klar benennbare Auslöser oder Ursachen hin: klare Vernachlässigung der Kinder durch die Eltern, Fehlen oder klares Versagen des Vaters im Leben des Kindes, Fehlen oder Verlust der Mutter. Zerrüttete Familien.

Die meisten sozialen Probleme in unserer überreichen, übersatten Gesellschaft entstehen im Wesentlichen durch und aus den  zerrütteten, unvollständigen oder duch Vernachlässigung und Missbrauch geprägten Familien. Nicht aus „Rassismus“, Arbeitslosigkeit, Drogen, Fundamentalismus, Euro-Krise.

Analı babalı büyüsün! Ein Kind, das eine einigermaßen liebevolle und einigermaßen fürsorgliche Mutter und zugleich einen einigermaßen liebevollen und einigermaßen verantwortungsbewussten Vater in seinem Leben hat und mit beiden zusammen lebt, wird nicht – oder nur in sehr sehr seltenen Ausnahmefällen – kriminell oder psychisch schwer krank. Übermenschen, Übereltern werden nicht verlangt und sind auch nicht nötig. Das ist alles keine Geheimwissenschaft, es ist uraltes, in den alten Religionen, aber ebenso auch in der Psychologie und der forensischen Psychiatrie gespeichertes Erfahrungswissen.

Und hier kommt die nächste Geschichte zum Beweis der Richtigkeit dieser Behauptungen – diesmal ein Film, der heute abend um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird: Connie Walthers Fernsehfilm Zappelphilipp.

Was lesen wir da über den ADHS-Jungen?

Wie viele, wie alle Jungs muss er raus, braucht er Auslauf, braucht er Zeit. Beides bekommt er aber nicht. Seine Mutter arbeitet, der Vater ist verschwunden, der Stiefvater überfordert, statt mit ihm Fußball spielen zu gehen, lässt er ihn lieber feindliche Raumschiffe auf dem Computer versenken. Ein Geschwisterkind ist unterwegs.

http://www.welt.de/kultur/article111815216/Wenn-gute-Erzieher-Herzen-an-ADHS-verhaerten.html

 

Immer dasselbe – ob nun der französische Attentäter Mohammed Merah, die deutsche Attentäterin Beate Zschäpe, unsere „Zappelphilippe“: sie alle leiden unter einem riesigen Mangel an „Beelterung“, an Mangel an Fürsorge, an Liebesmangel, leiden  an der Abwesenheit der Eltern. Sie leiden an zerbrochenen Ehen, an Scheidungen, an Verlusten, an der Verantwortungslosigkeit der Väter.

Marmorbildartige Begriffsdefinitionen werden den Kindern aufgepappt, die das Verständnis für alle unsere Sorgenkinder erschweren: Sie sind ja so krank, so gestört, so rassistisch, so kriminell, dumm, faul, überintelligent … sie sind ADHS, hurrah!

„Was hat man dir / du armes Kind / getan?“

Sie leiden nicht an Armut, sie leiden nicht am dreigliedrigen Schulsystem, nicht am Frontalunterricht, nicht am koooperativen Unterricht, nicht an zu kleinen oder zu großen Klassen. Sie leiden an kaputten Ehen, an fehlenden oder prügelnden Vätern, an prügelnden oder überforderten Ersatzvätern.

Ich nehme an – so ist es auch bei 490 der 500 Berliner Intensivtäter.

Zur Zeit entsteht in Deutschland eine neue Gesellschaft – eine Gesellschaft, die sich nicht über lebenslange Eltern-Kind-Beziehungen hegt und fortpflanzt, sondern sich im wesentlichen über staatliche Leistungen definiert. Alles, aber wirklich alles wird in die Obhut des Staates genommen. Die Steuerpolitik, die Geldverteilungspolitik wird das entscheidende Kriterium des Sozialen. „Je mehr Geld die Politik für das Soziale bereitstellt, desto besser geht es den Menschen.“  „Je mehr Geld der Staat den Familien gibt, desto besser geht es den Kindern.“ „Je mehr der Staat die Frauen in den Beruf und in die Aufsichtsräte bringt, je weniger sie sich durch Kinder aus der Bahn werfen lassen, desto glücklicher sind sie.“

3 verheerende Irrtümer. Drei von vielen unverzeihlichen Fehlschlüssen. Das Glück der Frauen und der Männer hängt doch nicht von maximalem beruflichen Erfolg ab!

Eine satte und überreiche Geselllschaft wie die unsrige, die die Liebe der Eltern zu den Kindern, die Liebe der Kinder zu den Eltern und die Treue von Vater und Mutter füreinander und für die eigenen Kinder nicht mehr als den entscheidenden Grundstoff erkennt, mit dem Kinder gedeihen und wachsen, legt die Axt an den eigenen Fortbestand. Und genau das tut Deutschland bereits. Schon werden Stimmen laut, die davon sprechen, wir müssten unsere Alten und Dementen nach Asien schaffen, damit wir sie nicht mehr pflegen müssen.

Schaut euch um in den Großstädten! Hier wachsen Millionen von alleinstehenden Singles heran, um die sich im Alter nur noch die staatliche Betreuung oder Asien kümmern wird. In einer solchen, vom Staat her denkenden Betrachtung gelten Kinder, gilt insbesondere die Mehr-Kinder-Familie mit Mama und Papa als anachronistische, geldvernichtende  Dummheit. Dabei brauchen wir in Deutschland nichts dringender als die alte, altmodische, verstaubte Mehrkinderfamilie mit Mama und Papa, die alle lebenslang zusammenleben und den Kindern und den Hochbetagten ein gutes Nest bieten.

„Es ist ja so schwer, niemand hat es uns gelehrt, wie wir als Mann und Weib und Weib und Mann zusammenleben können“ – so heißt es in Heinrich Bölls Erzählung „Und es ward Abend und Morgen“. Heinrich Böll lesen tut not! Tun sie das noch? Lesen sie noch Heinrich Böll?

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Analı babalı büyüsün (3) – was braucht jedes Kind am dringendsten?

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Nov 222012
 

Hören wir doch auf die Stimme des Volkes! Während Politikerinnen und Politiker aller deutschen Parteien sich mehrheitlich darin überschlagen, den massiven, rechtlich garantierten Kita-Platz-Ausbau für die unter 3-Jährigen zu fordern, damit die Wirtschaft schön brummt und die Folgen des demographischen Wandels nicht zu Einbußen im Bruttosozialprodukt führen, und während das Betreuungsgeld als „Herdprämie“ für die hochkomplexe Erziehungsarbeit der Mütter und Väter verunglimpft wird, frage ich meine Kreuzberger Türkinnen, meine Araberinnen, meine Deutschen, meine Russinnen:

Was braucht ein Kind in den ersten drei Lebensjahren am nötigsten?

Antwort der Völker: Es braucht Mutter und Vater. „Möge es mit Mutter und Vater aufwachsen“, wie der Türke seit Jahrhunderten sagt. Es ist aberwitzig, die Mütter dank massivster Kita-Förderung (ca. 800-1000 Euro Kosten pro Monat und Kind) möglichst rasch wieder in die Produktion zu schaffen. Die frühe Trennung von Mutter und Kind, wie sie beispielsweise Platon in seiner Erziehungsdiktatur „Staat“ forderte, wie sie im antiken Sparta, aber auch im System der UDSSR- und der DDR-Krippenerziehung praktiziert wurde, hat Folgen, die erst einmal zu besprechen sind! Möglicherweise sind Bindungsscheu, Ablehnung des eigenen Kinderwunsches, tiefe Verunsicherung im Erwachsenenleben späte Nachgeburten eines Mangels an Familienerfahrung in der frühesten Kindheit.

Vieles deutet darauf hin, dass Kinder in den ersten 2 oder 3 Lebensjahren in unmittelbarer räumlicher Nähe der schützenden, hegenden Mutter oder einer Ersatzmutter am besten aufgehoben sind.  Bei Betreuungseinrichtungen  für unter 3-Jährige sollte eine Mutter oder eine Ersatzmutter nicht mehr als 5 oder 6 Kinder betreuen. Davon sind wir aber meilenweit entfernt in unseren Kleinkind-Kitas!

Das ausgeprägte Hege-, Schutz- und Anlehnungsbedürfnis des unter 3-jährigen Menschenkindes scheint biologisch bedingt zu sein. Wir sind doch alle auch naturgeprägte Angehörige einer Spezies! Das „Menschenjunge“ braucht vermutlich zum besten Gedeihen für eine gewisse Zeit eine Art „Kinderstube“ wie andere Arten von Lebewesen auch.

Erstaunlich, dass gerade die naturnahen Grünen hier so wenig auf Mutter Natur hören wollen. Sie sind halt doch irgendwo auch politikversessene, staatsgläubige SozialistInnen! Aber viele in der  CDU möchten ihnen kaum darin nachstehen.

http://www.lehrer-info.net/kompetenz-portal.php/cat/14/aid/117/title/Sprachliche_Rituale

 Posted by at 23:50

Analı babalı büyüsün (2) – Beste Bildungschancen dank flächendeckender Krippenbetreuung?

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Nov 132012
 

… und wieder ein trauriger, niederschmetternder Beleg für die Einsicht, dass nichts für die ganz kleinen Kinder wichtiger ist als der beständige, verlässliche Kontakt zu Mutter und Vater: einige Daten zur Kindheit einer Angeklagten, über die ganz Deutschland spricht. Ich will damit nichts beschönigen oder verharmlosen. Ich weise nur darauf hin, dass emotionale Verarmung eine schwere Hypothek für das gesamt spätere Leben sein kann. Im Leben fast jedes Straffälligen finden sich derartige brutale Einschnitte, Verluste der Mutter oder völliges Fehlen des Vaters. Besonders häufig ist in den Biographien von Gewaltverbrechern ein Versagen oder Fehlen des Vaters zu bemerken – etwa bei Andreas Baader oder Mohammed Merah! Hier ein Abschnitt aus der FAZ vom 07.11.2012:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rechtsextremismus/beate-zschaepe-die-frau-und-der-terror-11952155.html

[…] Ob ein rumänischer Kommilitone Beate Zschäpes Vater war, wurde nie richtig geklärt; dass später ihre Triebfeder der Hass auf Ausländer wurde, ist eine der vielen bestürzenden Facetten ihrer Biographie.

Der Säugling wurde von der Großmutter in Jena betreut, kam im Alter von zwölf Wochen in die Kinderkrippe. Noch im gleichen Jahr heiratete Annerose A. einen Jugendfreund aus der Nachbarschaft, der schon vor der Hochzeit das Kleinkind zu sich holte und zusammen mit seiner Mutter betreute.

Im Sommer 1976 beendete Annerose A. das Studium in Bukarest und kam nach Jena zurück. Die Ehe zerbrach. Für das Kleinkind setzte sich die familiäre Odyssee fort. Die Mutter heiratete wieder, das Kind erhielt den Namen des neuen Mannes; auch diese Ehe scheiterte. Es war eine Kindheit ohne emotionale Sicherheit, bis auf die Bindung zur Großmutter […]

Was folgt daraus? Der Zusammenbruch der frühkindlichen Bindung, das Fehlen von Mutter- und Vaterliebe, die Trennung der Eltern sind offenbar – für sich genommen – die größten Risikofaktoren für kleine Kinder überhaupt. Das Versagen oder das Fehlen der Väter scheint für sich genommen der häufigste Auslöser für Gewalt und Kriminalität zu sein.  Kaiser Friedrich Barbarossa ließ Säuglinge in einem Experiment den Ammen, den „Müttern“, wegnehmen, um herauszufinden, welche Sprache sie sprechen würden. Das Experiment scheiterte: alle Kinder starben. Ihnen fehlte die mütterliche Liebe. Fehlende Liebe in frühester Kindheit kann zum Tod der Seele führen, kann zum völligen Mangel der Empathie führen.

Sozialpolitisch wäre es das Wichtigste, die grundlegende Erfahrung der frühkindlichen Bindung, die verlässliche Bindung an eine einzige oder einige wenige Personen als Grundbedingung für Glück und gelingendes Wachsen zu würdigen, und zwar offenbar in den Lebensjahren 0-3. Nicht Krippe, nicht Kita, nicht „soziale Gerechtigkeit“ sind das wichtigste Rüstzeug der Kinder, sondern stete, verlässliche Bindung an Mutter (oder Mutterersatz) und Vater (oder Vaterersatz).

Eine Gesellschaft wie die unsrige, eine Schule wie die unsrige, die den Kindern fast gar nichts mehr über Vater und Mutter erzählt, über das Zusammenleben von Mama, Papa und Kindern, versündigt sich an ihren Kindern und verspielt die eigene Zukunft.Es reicht nicht, alle Buben und Mädchen im Geiste Pippi Langstrumpfs zu elternlosen  Mannfrauen oder elternlosen Fraumännern zu erziehen. Kinder brauchen Eltern, und zwar als Frau und Mann.

Mozart, Zauberflöte:

Mann und Weib
Und Weib und Mann
Reichen an die Gottheit an.

 Posted by at 23:19

Analı babalı büyüsün – es möge mit Mutter UND Vater aufwachsen!

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Nov 012012
 

„Analı babalı büyüsün! Es möge mit Mutter und Vater aufwachsen.“ Der tscherkessischschwäbischstämmige Deutsche Cem Özdemir erzählt aus seinen Heimaten – auch mithilfe von Sprichwörtern, auch mithilfe von eigenen Erlebnissen.  „Es möge mit Vater und Mutter aufwachsen“, dies kann der allererste fromm Wunsch sein, den ein neugeborenes Kind in Deutschland oder in der Türkei zu Ohren bekommt. Warum?

Uralte Weisheit der Völker steckt in diesem Spruch, die Einsicht nämlich, dass es für ein Kind nichts Schrecklicheres gibt, als seine Eltern zu verlieren, oder ganz ohne mütterliche und väterliche Liebe aufzuwachsen.  Besser gesagt: Es ist für ein Kind ein nur schwer wettzumachender Nachteil, ohne Mutter und ohne Vater aufzuwachsen. Das Wichtigste für die Winzlinge sind Mutterliebe und Vaterliebe. Eine gute Mutter und ein guter Vater sind die entscheidenden Voraussetzungen für Leben und Überleben, für Vertrauen und Glück der Kinder.

„Ach so eine Mutter wie dich möcht ich auch haben!“ Diesen Wunsch erzählte mir einmal eine bayrischstämmige Schülerhelferin über ein Mädchen, das sie unter ihre Obhut genommen hatte. Was war geschehen? Die Schülerhelferin hatte das Mädchen gefragt: „Wie geht es dir? Soll ich dir einen Tee machen?“  „Ach so eine Mutter wie dich möcht ich auch haben! Nie hat mich meine Mutter gefragt, wie es mir geht oder ob ich einen Tee haben möchte!“, erwiderte das Mädchen. Dem Mädchen fehlte die Erfahrung der sorgenden, der zugewandten Mutter. Die Schul- und Lernschwierigkeiten waren nur Ausdruck des tiefer liegenden emotionalen Mangels.

Warum haben Max und Moritz eigentlich keinen Vater?„, fragte mich einer meiner Söhne einmal, nachdem wir das bekannte Kinderbuch einmal gelesen hatten. Tja, warum sind sie so geworden, wie sie geworden sind? Offenbar wuchsen sie beide ohne Vater und ohne Mutter auf – jedenfalls weiß Wilhelm Busch nichts von den Eltern zu berichten.

Zurück zur Politik! Berlin kommt nicht zurande mit seinen Intensivtätern. Woran scheitert Integration und „Re“-Sozialisierung nach der Haftentlassung? „Es fehlt ein zentral Verantwortlicher„, so fasst Claudius Ohder, Professor für Kriminologie an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht eine Erkenntnis seiner Studie zusammen. Darüber berichtete gestern die Berliner Morgenpost. Die wohlgemeinte Batterie an Maßnahmen zersplittert, die Bespaßung des Straftäters verpufft im unpersönlichen Nirwana.

Ich halte diese Erkenntnis für grundlegend.  Den gewalttätigen Kindern und Jugendlichen, denen ich in Kreuzberg im Alltag begegnet bin, mit denen ich sprach, fehlte genau dies in ihrer Kindheit: der zentral Verantwortliche, also die männliche Autorität, die ihnen treusorgend und liebend-streng auf die Finger schaut, also der Vater.

Was kann man da machen? Nachholende Sozialisierung, die nachholende Vatererfahrung ist der einzige Weg, um habituell straffällige Jugendliche, die sogenannten „Intensivtäter“, vom Pfad der Kriminalität und der Gewalt abzubringen. Von daher die zentrale Bedeutung eines einzigen, über Monate und Jahre verlässlich gleichbleibenden, männlichen Ersatzvaters oder Vaterersatzes. Anti-Gewalt-Training, teure Gratis-Bootsausflüge, Psychotherapie usw. usw., alles nicht verkehrt. Aber von entscheidender Bedeutung scheint mir das innere Wachsen, die innere Umkehr in der Seele des Straftäters zu sein. Und dafür ist der Auslöser eine und nur eine quasi-väterliche Person.

Eine Gefahr der vaterlosen Familie, wie sie sich insbesondere als Normalfall in gewissen sozial Umfeldern – begünstigt durch unseren leicht auszubeutenden Sozialstaat – herausgebildet hat, liegt in dem Fehlen eines zentralen Verantwortlichen und in der daraus enstpringenden Überforderung der Mütter.

Gewaltkriminalität bei den Männern, Drogensucht der Väter, polygame Mehrfachehen, episodisch wiederkehrende Gewalt- und Missbrauchserfahrungen in den Rest- oder Rumpffamilien führen zum Abdriften in die kriminelle Karriere,  verhindern in vielen Fällen das allmähliche Hernwachsen und Ausreifen der Persönlichkeit, des Gewissens, der Einfühlung. Bezeichnend dafür ist, dass die Mörder oftmals keinerlei Reue zeigen oder jede Verantwortung ableugnen oder einfach weiterschieben. Das fällt gerade bei den sogenannten Ehrenmorden auf, von denen wir einige hier in Kreuzberg zu beklagen hatten.

So geschah es bei den jüngsten Morden bei uns in Kreuzberg „um die Ecke“, so scheint es auch jetzt bei der Ermordung des Jonny K. zu sein, so war es offenbar auch bei den Morden des NSU.

Das Heranführen von Mädchen und Jungen an eine spätere, verantwortliche Elternschaft ist von entscheidender Bedeutung für das Wohlergehen und sogar den Fortbestand unserer Gesellschaft.

In den Familien und in den Schulen müssen Mädchen auf ihre spätere Rolle als Mutter, müssen Jungen auf ihre spätere Rolle als Väter vorbereitet werden. Dies geschieht heute in viel zu geringem Maße!

Man schaue sich nur einmal die üblichen Lesebücher und die Ethik-Lehrbücher daraufhin an! Gute Väter, gute Mütter kommen praktisch nicht darin vor. Den Kindern und offenbar auch unserer Gesellschaft fehlt jedes Leitbild, wie ein guter Vater oder eine gute Mutter sein sollte.

„Der STAAT muss einspringen!“ So die große, verhängnisvolle Selbsttäuschung  der deutschen Gesellschaft.

Hören wir auf die Weisheit der Märchen, der Religionen, der Sprichwörter, der Völker! Sie können oft mehr lehren als die teuren, gutgemeinten Studien der Wissenschaftler.

„Analı babalı büyüsün! Es möge mit Mutter und Vater aufwachsen.“

Quellenangaben:

Cem Özdemir: Die Türkei. Politik, Religion, Kultur. Beltz Verlag Weinheim 2008. S. 231

„Neue Studie: Berlin ist Intensivtätern nicht gewachsen.“ Berliner Morgenpost, 30.10.2012

 Posted by at 18:06

Der Schlüssel zum sozialen Erfolg: Jedem Kind ein guter Vater!

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Jun 242012
 

Ja mei, des ist aber schön, was die Berliner Morgenpost heute auf S. 2 berichtet: Der neue Integrationsbericht der Bundesregierung verkündet Fortschritte allenthalben,  mehr Kinder mit Migrationshintergrund erlangen die Hochschulreife. Auch hier in Berlin legen immer mehr Jugendliche das Abitur ab. Die Betreuungsquote im Kita-Alter liegt sehr hoch. Alles wird besser. Es tut gut, ab und zu solche freudigen Berichte zu lesen, die das Gegenteil dessen besagen, was die Alltagserfahrung der Menschen zu prägen scheint.

Wir brauchen Erfolgsgeschichten wie die der Familie Büyükarslan: Die Eltern kümmern sich um die Schulkarriere, schicken die Kinder selbstverständlich in Privatschulen, heuern bei Schulschwierigkeiten Nachhilfelehrer an. Mutter und Vater stehen hinter den Kindern. Sie arbeiten alle, sind leistungsbereit. Und dann klappt es auch mit der Integration.

Wie sonst auch, erweist sich nicht der soziale Hintergrund, sondern einzig und allein die Einstellung der Eltern als der entscheidende Erfolgsfaktor. Ich kenne keinen Beweis des Gegenteils, sondern Hunderte von Migrationsbiographien, die alle fast ausnahmslos darauf hinauslaufen.

Wenn das Elternhaus stützt, wenn Mutter und Vater den Erfolg der Kinder wollen, dann spielt es auch kaum eine Rolle, in welchem Alter die Kinder mit dem Deutschlernen anfangen! Wollt ihr Beispiele für die Wahrheit dieser Behauptung? Hier kommen sie: Nihat Sorgec, der Chef des Kreuzberger Bildungswerks, Dilek Kolat, die Berliner Sozialsenatorin, Kenan Kolat, der ehemalige Chef des TBB,  Enver Büyükarslan, der stolze Familienvater und Chef eines mittelständischen Unternehmens, die Journalistin Hatice Akyün – sie alle kamen erst nach Deutschland, als ihre frühe Kindheit vorbei war. Sie fingen spät mit dem Deutschlernen an. Sie waren der Theorie nach sozusagen gewaltig benachteiligt gegenüber all den Hunderttausenden von Kindern, die hier in Deutschland geboren sind und fleißig die deutsche Kita besucht haben.

Dennoch haben die genannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geschafft, was viele in Deutschland geborene und erzogene Kinder nicht geschafft haben: Erfolg, Ausbildung, soziale Anerkennung. Der Grund: Sie wuchsen in behütenden und zugleich fordernden Familien auf.

Ich bleibe dabei: Der größte Risikofaktor sind die abwesenden Väter, die ihre Ehefrauen in der Obhut des deutschen Sozialstaates alleine lassen oder gar ihre Familien – oft auch mehrere parallele Familien mit vielen Kindern – bewusst ins staatliche Hilfesystem hinein planen. Das deutsche Sozialsystem wird so das größte, fast unüberwindliche Hindernis auf dem Weg zu Erfolg und Integration.

Ein intaktes Elternhaus, möglichst mit liebendem Vater (bzw. einem liebenden Ersatzvater oder Vaterersatz) und liebender Mutter, ist das Wichtigste für das Glück der Kinder. Diese Kinder werden so stark, dass sie sich auch in widrigen Umständen ihren Weg zum Glück erarbeiten werden.

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Vaterlosigkeit oder Fehlen des Vaters ist der Riskikofaktor Nummer 1 für männliche Jugendliche

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Jun 212012
 

„Le père du tueur de Toulouse et de Montauban a passé quatre années en prison, avant de repartir dans son pays natal, l’Algérie.“ Le Figaro berichtet dies soeben.

Mohamed Merah, der Mehrfach-Attentäter von Toulouse und Montauban, und Anders Breivik, der Mehrfach-Attentäter von Utoya, haben vieles gemeinsam: Beide haben Massenmorde begangen, beide haben gestanden, beide zeigen keine Reue. Beide haben sich einem ideologischen Wahnsystem verschworen. Bei beiden raten die Psychiater dem Gericht teils zur Erklärung der Schuldunfähigkeit, teils zur Erklärung der Schuldfähigkeit. Dasselbe Bild übrigens wie bei dem Attentäter aus der Köthener Straße, unserem Kreuzberger Mitbürger.

Und noch etwas teilen Breivik und Merah: den Verlust oder das Vermissen des Vaters. Beider Väter lebten getrennt von Mutter und Sohn. Beiden Attentätern fehlte in der Kindheit der Vater. Und dies ist ein verblüffender Grundzug fast jeder kriminellen Karriere, die ich auf Ursachen der kriminellen Karriere  abklopfe:

Den straffällig gewordenen Söhnen fehlte in den entscheidenden Kindheitsjahren die grenzensetzende, strafende und kontrollierende Vaterfigur.

Die Mütter bleiben allein  zurück, versuchen oftmals an den Söhnen den Vaterverlust durch doppelte Liebe wettzumachen.  Es entstehen die kleinen Hätschelkinder, die kleinen Paschas und Eigenbrötler, die kleinen und großen Monster, die sich alles erlauben dürfen. Mohamed Merah gab sogar an, sich an seinem Vater für dessen Fernbleiben rächen zu wollen!

Immer wieder habe ich in den letzten Monaten diese meine Hypothese mit Müttern, Sozialarbeiterinnen, Historikern, Lehrerinnen, Psychiatern und Psychologinnen besprochen. Keine widersprach mir, alle stützten meine Analyse mit beliebig vielen Beispielen aus eigener Anschauung.

Ich wage zu behaupten: das Fehlen oder das Verschwinden des Vaters, das Fehlen jedes männlichen Vorbildes ist der größte Risikofaktor für das gesunde Aufwachsen unserer männlichen Kinder und Jugendlichen, gerade hier in Kreuzberg und Neukölln. Jungen, die ihren Vater verlässlich um sich oder neben sich wissen, werden nur in sehr sehr seltenen Ausnahmefällen kriminell oder drogensüchtig.

Das häufig anzutreffende Muster, dass Mütter mit ihren Kindern im staatlichen Sozialsystem untergebracht werden, während die Väter ihre eigenen Wege gehen, ist ein kaum zu überschätzender Auslöser für das Scheitern der Kinder in Schule und Beruf.

Diese Riskofaktoren sind durch mütterliche Bespaßung und Betreuung durch Sozialarbeiterinnen und Bewährungshelferinnen nachträglich offenbar nicht wettzumachen.

Die Folgen daraus? Sind erheblich! Man müsste zum Beispiel viel mehr an den Vätern statt an sozialen Bedingungen arbeiten!

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