Archive for the ‘Deutschland’ Category

Darf man in Deutschland noch die Nationalflagge zeigen?

Dienstag, April 23rd, 2013

Jetzt nehmen Sie doch bitte die Deutschlandfahne weg!” So oder so ähnlich hört man es immer wieder in Deutschlands Straßen, ja selbst in Deutschlands neugegründeten Parteien. Kein Zweifel: Ein Bekenntnis zur deutschen Nation, zum deutschen Grundgesetz (nichts anderes ist ja das Bekenntnis zur deutschen Fahne), wie es beispielsweise viele Russlanddeutsche, viele Neue Deutsche wie etwa Cem Özdemir oder Fatih Cevikkollu oder meine lieben Neuköllner Araber und Libanesen ablegten, ist in Deutschland nicht erwünscht.

Merke: Ein Bekenntnis zur Bundesrepublik Deutschland oder auch zur deutschen Sprache gilt in Deutschland als unverzeihlicher  Tabubruch. Aber: Schön von den Bündnisgrünen, dass sie unseren Kreuzberger Mitschwaben Cem Özdemir an hervorgehobener Position noch (hüstel hüstel!) grummelnd tolerieren, auch wenn Özdemir leider bei den Kreuzberger Grünen als Kandidat für den nun frei werdenden Bezirksbürgermeisterposten keinerlei Chance hätte, zumal er bisher kein flammendes Bekenntnis gegen übermannshoch geflieste Wannenbäder in der Oranienstraße abgelegt hat und den Drogensüchtigen in seinem privaten Wohnhaus keinen Freiraum einräumen wollte.

Merke: Die Fahne der Bundesrepublik Deutschland, die Fahne des Grundgesetzes  ist out, ist NICHT angesagt in Deutschland! ABER: Die türkische Fahne ist vermehrt angesagt in Deutschland. Noch weit stärker als der deutsche Antinationalismus ist seit einigen Jahren der türkische Nationalismus in Deutschland. So war es noch vor 10 oder 20 Jahren undenkbar (oder ich habe es nicht gesehen), dass die fröhlich hupenden Hochzeitskorsos all der Kreuzberger BMWs und Neuköllner Merzedesse mit türkischen Nationalflaggen geschmückt wären. Heute ist es bei uns in Kreuzberg schon fast die Regel! Türkische Hochzeiten in Deutschland werden selbstverständlich im Zeichen der türkischen Nationalflagge gefeiert.

Ergebnis: Man soll und darf in Deutschland – außer bei WM- und Europameisterschaftsspielen der Nationalmannschaft – kein Bekenntnis zur Bundesrepublik Deutschland (in Gestalt ihrer Fahne) ablegen, man soll und darf in Deutschland aber sehr wohl ein Bekenntnis zur türkischen Flagge ablegen.

Es lebe die türkische Republik! Das ist die Devise, unter der sehr viele jungen Türken, die in Deutschland leben, in Deutschland heiraten.

Auch der gebührenfinanzierte staatliche Fernsehsender rbb zeigt heute stolz und triumphal die türkische Nationalflagge vor der Berliner Gedächtniskirche und verkündet stolz die Verurteilung Deutschlands (nicht Sarrazins!) als rassistischen Staates durch die UNO! Kuckstu ma hier auf den Link unten:

Türkische Fahnen vor Berliner Gedächtniskirche (dpa-Archivbild)

Die Aussagen Sarrazins zu Türken in Deutschland wurden als rassistisch bewertet

Die Entscheidung des UN-Ausschusses geht auf eine Beschwerde des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB) zurück. Dieser und mehrere Einzelpersonen hatten nach Erscheinen des Interviews Strafanzeige gegen Volksverhetzung und Beleidigung gestellt. Das Ermittlungsverfahren gegen Sarrazin wurde eingestellt, zu einer strafrechtlichen Anklage kam es daher nicht. Daraufhin hatte der TBB eine Beschwerde beim UN-Antirassismus-Ausschuss eingereicht.

via UN: Deutschland soll sich zu Sarrazin-Urteil äußern | rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg.

“Nie wieder Krieg, nie wieder Deutschland”, oder: Die Deutschen sind an allem schuld

Freitag, April 12th, 2013

2013-04-07 10.55.18

Nie wieder Krieg – nie, nie, nie wieder Deutschland!” Deutlich, unverkennbar und unwiderleglich war dies die zentrale, die dutzendfach skandierte Botschaft, mit der der amtierende Bundesverteidigungsminister vor 2 Tagen in der Humboldt-Universität am Reden gehindert wurde.

Gegenüber diesen etwa 2 Dutzend jungen deutschen Männern empfinde ich tiefe Dankbarkeit. Denn sie bestätigen schlagend meine zentrale These, wonach sich mittlerweile in ganz Europa, vor allem aber in Deutschland bei den akademisch höhergebildeten Deutschen selbst, ab etwa 1980 eine Art stillschweigende negative Theologie des Bösen, das im Deutschen wohne, gebildet hat. Kernsatz dieser vulgären antideutschen Ideologie ist: “Die Deutschen sind allem schuld.” Die Deutschen sind das Trägervolk des Bösen. Man muss also die Deutschen kleinhalten, verdünnen, säubern, reinigen, alles Böse im Deutschen ausmerzen, indem man die Deutschen immer erneut beschimpft, anklagt, in Haftung nimmt. Jeder Anlass dazu ist recht, vor allem natürlich die gegenwärtige EU-Krise.

“Sobald durch die Deutschen selbst alles Deutsche beseitigt, vergessen oder ausgemerzt ist, etwa durch bewusssten Verzicht auf die deutsche Sprache oder weitestgehende Zurückdrängung der deutschen Kultur, wie sie vor 1933 bestand, durch möglichst weitgehende Anpassung an alle anderen Völker, wird auch das Böse in der Weltgeschichte beseitigt sein. Folglich wird auch der Krieg beseitigt sein, denn der Krieg ist das schlechthin Böse, das es zu vermeiden gilt. Nie wieder Krieg – nie wieder Deutschland!”

Das ist die meist unbewusst schlummernde, hier aber explizit geäußerte Kernüberzeugung der antideutschen Ideologie, die nirgendwo so kraftvoll, so wagnerhaft trompetend vertreten wird wie in Deutschland selbst von vielen akademisch gebildeten Deutschen.

Der Verteidigungsminister kommunizierte angesichts der feindlichen Übermacht nur noch schweigend über den Laptop: “Wer hat Angst vor einem Argument?”

Hier hätte ich, wenn ich dabei gewesen wäre,  gern gefragt: “Meint ihr, dass durch die Selbstabschaffung Deutschlands zugleich auch der Krieg verschwindet? Glaubt ihr denn wie Adolf Hitler, dass die Deutschen nach dem letzten verlorenen Krieg kein Recht mehr hätten weiterzubestehen und sich selbst beseitigen müssten? Seid ihr jungen Deutschen also die wahren Erben, die Kindeskinder Adolf Hitlers? Seid ihr die wahren geistigen Erben der Nationalsozialisten? Seid ihr Antideutschen die wahren, die reinrassigen Deutschen?”

In dem mittlerweile gelöschten Youtube-Video war ersichtlich, dass etwa 20 oder 30 junge, wohlgenährte, gutausgebildete, bestgelaunte Männer die Veranstaltung sprengten, während die Mehrheit im Publikum teils belustigt, teils feixend, teils betreten zusah und schwieg, wie ein Minister dieses Landes durch Brüllen und Plärren am Reden gehindert wurde.  “Ich hielt es  nur für einen Flashmob”, berichtete ein Zeuge im Internet. Wir verstehen! Man könnte sagen: Es war nicht ernst, nur Show, es wurden doch nur zwei ältere Herren durch zwei Dutzende junge Männer am Reden gehindert. Es war doch nur eine Inszenierung!

Eine Art Flashback-Gefühl stellt sich beim Betrachten dieses Flashmobs bei Youtube ein: Ich erinnere mich an Fotos, die zeigen, wie im Wien des Jahres 1938 nach dem Anschluss Österreichs einige alte österreichische Männer unter Anweisung des braunen Blitzmobs, der aus lauter gutgelaunten jungen österreichischen Männern besteht, mit Zahnbürsten die Bürgersteige reinigen. Die Mehrheit der Umstehenden schaut teils belustigt, teils betreten, teils feixend zu. Man könnte sagen: “Was ist denn so schlimm an dieser Situation? Es ist doch nur eine Inszenierung! Es ist nur ein blitzartiger Mob! Es werden nur ein paar ältere Herrschaften daran gehindert, normal weiterzuleben, sie sollen nun symbolisch mit Zahnbürsten die Bürgersteige reinigen und werden am Reden gehindert. Es ist doch nur Show!”

Ich habe selbst einige Male als passiver, widerstandsloser Zuschauer miterlebt, wie Veranstaltungen an deutschen und italienischen Universitäten gesprengt worden sind. Und auch ich habe meines Wissens damals meist nicht dagegen protestiert.

Ich meine heute: Wer andere gewaltsam am Reden und Zuhören hindert, übt Zwang auf andere Menschen aus und ist kein Demokrat, sondern Rechtsbrecher.  Da hilft ihm die beste deutsche oder auch antideutsche Ideologie nicht.

Foto: “Die Juden sind an allem schuld.” Hinweis auf die Sonderausstellung “Die ganze Wahrheit” im Jüdischen Museum Berlin, Kreuzberg, Lindenstraße. Aufnahme vom vergangenen Sonntag, Berlin-Kreuzberg, Wilhelmstraße, Abzweigung Stresemannstraße

 

 

“Wie habt ihr das damals erlebt?”

Freitag, März 22nd, 2013

2012-07-01 18.17.59

“Wie war das damals? Wie habt ihr das erlebt?” Ich habe immer wieder, zuletzt in diesem Sommer in Berchtesgaden (Ort beim berüchtigten Obersalzberg) bei Zeitzeugen nachgefragt.

Mein Ergebnis fasse ich so zusammen:  Die Güter am Obersalzberg wurden von der Nazibande durch Aufkäufe und Enteignungen zusammengerafft, widerspenstige Besitzer – so etwa der “Türkenwirt” – wurden eingeschüchtert, verhaftet, bestraft  und zwangsenteignet. Unter den Jüngeren (etwa Geburtsjahrgang 1915-1940) waren viele, aber bei weitem nicht alle, gern und auch mit Begeisterung bei der neuen Bewegung und dem neuen Regime dabei. Warum?

Das Grundgefühl mochte sein: Endlich mal weg von der katholischen Kirche, raus ins Freie, weg mit dem wertkonservativen Krempel, weg mit dem Gott der Juden und Christen, weg mit der altmodischen Mitleidsethik, endlich gender-neutrale Erziehung für Maiden und Buben, Befreiung des Körpers, Wandern, Lagerfeuer, Auslandsreisen, hurrah! “Mit uns zieht die neue Zeit”, das war ein unübertrefflich schönes Motto, wie es Hermann Claudius, erst ein leidenschaftlicher Sozialdemokrat und später geschworener Anhänger Hitlers, so schön reimte. Der Pfarrer Schüller predigte in der Stiftskirche und in den katholischen Jugendgruppen gegen den Geist der neuen Zeit, der eigentlich ein Ungeist war, und versuchte die Jungmannen und Jungmaiden vor schlimmsten Verirrungen zu bewahren, was ihm teilweise gelang.

Mein konservativer Großvater (Jg. 1892) hingegen weigerte sich, die Hakenkreuzflagge bei Führerbesuchen am Marktplatz rauszuhängen – und wurde sofort als Bürgermeister abgesetzt und zum abgrundtiefen Entsetzen seiner ganzen Familie ein paar Tage in “Schutzhaft” genommen. Nach der Entlassung muckte er (Vater von 5 Kindern) selbstverständlich nicht mehr auf. Er hatte also den (katholisch und wertkonservativ motivierten) Widerstand gegen die neue Zeit versucht und wurde gnadenlos zurechtgestutzt. Trotzdem fiel er 1941 in den ersten Wochen des Russlandfeldzuges (R.I.P. 02.09.1941).

Meine Großmutter, eine Witwe mit 5 Kindern, protestierte  – ebenfalls 1941 – brieflich bei den Behörden gegen die befürchtete bzw. berichtete Ermordung Behinderter  (“Euthanasie”). Die Ermordung der Behinderten ging weiter, einer meiner Verwandten wurde ebenfalls ermordet, den diesbezüglichen Briefwechsel habe ich noch.

Ein streng katholischer, heute würde man sagen ein “erzkonservativer” Volkskundler aus dem Ort, Rudolf Kriß, wurde wegen regimekritischer Äußerungen denunziert und zum Tode verurteilt – allerdings nach einigen Monaten Haft doch nicht hingerichtet.

Tja, liebe Freundinnen und Freunde im glorreichen Heute! Zeitgenossinnen und Zeitgenossen im Ikea-Lehnsessel! So lief das, zu scherzen war mit den Herrschaften nicht.

Bis heute sind diejenigen namentlich bekannt, die damals denunzierten und teilweise ja noch leben. Der Riss ging quer durch die Familien, spaltete Generationen und Geschwisterscharen, wobei zweifellos die Begeisterung für Hitler und sein Regime unter der jüngeren, aufmüpfigen Generation größer war als bei den Älteren.

In jedem Fall war es nach 1945 meines Erachtens angebracht, ja lebensnotwendig, zunächst einmal den Mantel des Schweigens über das Ganze zu werfen. Eine Aufarbeitung des Geschehenen hätte Risse vertieft. Der völkische Staat hatte schon genug Familien zerstört.

Übrigens: Es gibt auch heute – etwa in Afrika und Asien  – ähnlich schlimme Diktaturen, wie es Deutschland in den 30er und 40er Jahren Jahren war. Wer von uns würde sich “anständig” verhalten? Ich – mit großer Wahrscheinlichkeit – nicht. Ich würde wohl das eigene Überleben und das Überleben der eigenen Familie obenan stellen.  Meine Hochachtung gilt jenen, die sich widersetzten, meine Trauer gilt allen Opfern, auch jenen, die den Widerstand am eigenen Leib bezahlen mussten.

Den Erzählungen Raum geben

Montag, März 18th, 2013

2013-03-17 16.16.00

Gute, nachdenklich stimmende Bilder und Gespräche verfolge ich gerade im ZDF. Das gesamte Unternehmen “Unsere Mütter, unsere Väter” scheint mir sehr bedacht im Vorgehen, weit entfernt von vorschnellen Urteilen. Es lohnt sich, das zu verfolgen. Was mir fehlt, ist die Stimme der Russen, sind die Erzählungen der Russen. Es fehlt leider komplett der Blick in die UDSSR der 30er Jahre.

Gunther Emmerlich erwähnt gerade Berchtesgaden, das er als Kind im Urlaub kennengelernt hatte.  Spannend!

 

Ist die Out-of-Germany-Theorie des Bösen auf alle Zeiten in Stein gemeißelt?

Donnerstag, März 14th, 2013

Deutschland gilt in der hier immer wieder angedeuteten negativen Theologie des Bösen als der Urquell des Bösen in der Geschichte des 20. Jahrhunderts.  “War es doch unser Land, von dem aus alles Europäische, alle universellen Werte zunichtegemacht werden sollten.”

Knapp und bündig kann man in diesen Worten Joachim Gaucks eine tiefe Grundüberzeugung zusammenfassen, die mehr oder minder unbefragt tagaus tagein wiederholt wird und bereits auf unsere kleinsten Kinder und die Jugendlichen niederprasselt. Man könnte ganze Blogs, ganze Bibliotheken damit anfüllen. Es ist eine sich selbst verstärkende, etwa seit 1980 verkündete, faktenresistente negative Theologie des Bösen in der Geschichte, deren absoluter Dreh- und Angelpunkt mittlerweile wir Deutschen geworden sind.

Dieses Grundmuster der Theorie des Bösen kann man so zusammenfassen:

Evil came out of Germany, das Böse kam aus Deutschland. Deutschland ist auf alle Zeiten das Kainsvolk der Mörder und Verbrecher.

Deutschland ist in dieser Sicht der Urquell des Bösen, der Urquell der Wertevernichtung im 20. Jahrhundert.  Gerade aus dem Munde der Deutschen hört Europa dieses Bekenntnis zu deutscher Urschuld immer wieder gerne. Entlastet es doch alle anderen Länder, ihre Mitbeteiligung oder gar ihre Teilschuld an allem Bösen, das Europa zu zerstören drohte, zu erkennen.

Als beliebiges Beispiel sei hier nur folgender Film angeführt, in dem ganz normale Deutsche zu Verbrechern werden:

ZDF-Weltkriegs-Epos “Unsere Väter, unsere Mütter” – SPIEGEL ONLINE.

Das ist die endlos wiederholte Leier, welche vor allem von der Söhne-und-Enkel-Generation breit ausgewalzt wird: Die ganz normalen Deutschen, the ordinary Germans, wie das Daniel Noah Goldhagen sagt,  wurden fast alle Verbrecher. Deutsch=böse. Nichtdeutsch=gut. So einfach ist das in der herrlichen Schwarzweiß-Welt unserer Massenmedien innerhalb Deutschlands. Wie überrascht war ich einmal, als ich von einem direkten Zeitzeugen erfuhr, dass allein in Berlin 6000 Juden unter Lebensgefahr vor der Verfolgung versteckt wurden und so überleben konnten. Die Retter waren alle – “ordinary Germans”. Nicht alle Deutsche waren also böse. Nur redet niemand von denen. Das Schwarz-Weiß-Bild der negativen Theologie würde ins Wanken geraten.

Außerhalb Deutschlands ist man schon einen Schritt weiter:

Gestern sah ich im französischen Fernsehen TV5 einen Bericht über Margot Woelk, eine der 15 Vorkosterinnen Hitlers in der Wolfsschanze. Viel zuschulden hat sie sich nicht kommen lassen, sie wurde zwangsverpflichtet und lebte in beständiger Angst vor Vergiftung und Ermordung. Ihre 14 Mitvorkosterinnen wurden von sowjetischen Soldaten erschossen, sie entkam.

So weit berichteten es auch die deutschen Medien. Die deutschsprachigen Medien hören hier auf. Margot Woelk bleibt die Vorkosterin Hitlers, wird so zum Teil der Geschichte des Bösen. Als Beleg sei hier der folgende Bericht der Berliner Boulevardzeitung BZ vom 29.12.2012 angeführt:

http://www.bz-berlin.de/bezirk/wilmersdorf/sie-war-die-vorkosterin-von-adolf-hitler-article1609841.html

Das französische Fernsehen TV5 und ebenso auch eine englische Zeitung berichten aber auch von ihrer wochenlangen Tortur nach der Gefangennahme durch sowjetische  Soldaten – ein Umstand, den das deutsche Blatt aus dem Hause Springer wohlweislich verschweigt. Margot Woelk überlebte die Qualen, also die fortgesetzten, über Wochen wiederholten Mehrfachvergewaltigungen schwerverletzt, konnte aber nie mehr Mutter werden. Beleg: Daily Mail vom 23.02.2013.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2283270/Adolf-Hitlers-food-taster-Woman-95-reveals-fear-testing-paranoid-Fuhrers-meals-Second-World-War.html

Auffallend ist, dass hier in den ausländischen Medien einmal eine Deutsche im Gegensatz zur vorherrschenden Darstellung der deutschen Medien nicht als enthemmte KZ-Aufseherin, sondern als Opfer dargestellt wird – als Opfer erst der SS und dann der Sowjetarmee. Das findet man mittlerweile immer wieder nicht innerhalb, aber sehr wohl außerhalb Deutschlands. Außerhalb Deutschlands wird die ständige habituelle  Selbstgeißelung Deutschlands -”wir Deutschen sind und bleiben auf alle Zeiten der Ursprung des Bösen” – viel differenzierter gesehen, und zwar nicht nur von der historischen Forschung, sondern auch von Massenmedien wie etwa Fernsehen und Boulevardzeitungen.

Dafür sollten wir Deutschen dem französischen Fernsehen TV5 und der britischen Boulevardzeitung Daily Mail Dank wissen.

Der Populismus der linken Mitte bricht zu vieles übers Knie

Montag, Februar 25th, 2013

Die Geschwindigkeit, mit der die politische Mitte sich tatsächlichen oder gefühlten Mehrheiten, die oft nur angezüchtete Bequemlichkeiten sind, anpasst, ist immer wieder herzerfrischend.  „Was darf’s denn jetzt wieder sein?“, lautet die Frage nach jeder Meinungsumfrage. Entscheidend ist meines Erachtens, dass die CDU derzeit den Bürgern und vor allem dem Hauptstrom der veröffentlichten Meinung  immer mehr Zugeständnisse macht und oft nicht erkennbar ist, wofür sie steht.

Vor allem schreitet die Demontage des Gedankens der Familienverantwortung und die Unterhöhlung der Verantwortung des Einzelnen für andere und für sich selbst in atemberaubenden Tempo voran. In wahrlich nicht nebensächlichen Fragen wie den Anrechten der kleinen und allerkleinsten Kinder auf Leben und auf ihre beiden Eltern, Kritik an der routinemäßig vorgenommenen Abtreibung (etwa 100.000 pro Jahr in Deutschland), Kritik am vorherrschenden Materialismus, Kritik an der “Religion des Geldes” (wie dies Väterchen Karl Marx nannte) hat die politische Mitte die Fahnen weitestgehend eingezogen. Hier sind es unter den Institutionen nur noch die Religionsgemeinschaften (Christen, Juden, Muslime), die nicht eingeknickt sind.

Allerdings sollte man, wenn man die Mann-Mann-Ehe und die Frau-Frau-Ehe de facto und steuerrechtlich der Mann-Frau-Ehe gleichstellt, dann schon richtig Nägel mit Köpfen machen! Man sollte dann fragen, ob man auch die nach dem Recht der Scharia geschlossene Ehe eines Mannes mit bis zu vier Frauen gleichzeitig (ein häufiger Fall, der im deutschen Sozialrecht routinemäßig anerkannt wird) ebenso zulassen und steuerlich fördern muss wie die Ehe einer Frau mit bis zu vier Männern gleichzeitig (die freilich nach islamischem Recht nicht zulässig ist, aber nach dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes selbstverständlich ebenfalls anerkannt werden muss). Die Diskussion muss geführt werden. Ich bitte darum.

Weitere Beispiele: Die Energiewende ist in der jetzigen Form ein Stück staatsdirigistische Planwirtschaft und droht sogar die Idee der Marktwirtschaft zu beschädigen. – Die plötzliche Abschaffung der Wehrpflicht war unbedacht. – Das viermalige Umschwenken im Atomenergie-Kurs hat viele überfordert, die es zu verstehen suchten. – Die viele Millionen Familien prägende historische Erfahrung der Vertreibungen der Polen, Juden, Ungarn, Slowaken, Tscherkessen, Deutschen, Armenier, Ukrainer, Griechen, Türken usw. von 1917 bis 1949 wird nicht mehr angesprochen, stattdessen wird das nachgeplappert, was ein Meinungskartell über die alleinige Schuld Deutschlands an allem Bösen, das seit 28.06.1914 in Europa geschah, nahezu ausschließlich zu Lasten der Deutschen anschreibt bzw. voneinander abschreibt. Es fehlt demnach der CDU auf Bundesebene empfindlich an einer sinnvollen Geschichts-, Erinnerungs- und Sprachenpolitik. Das Thema “deutsche Nation” oder “deutsche Sprache” ist weitgehend unbearbeitet, so überlässt man es lieber fast ausschließlich den Rechtsextremen und einigen Grünen.

Es fehlt der Union an einer breiten inhaltlichen und personellen Aufstellung. Das individualethische Moment – „Es kommt mehr auf das richtige Handeln der Personen an, nicht auf die Verhältnisse“ – ist in der gesamten politischen Öffentlichkeit meines Erachtens nicht mehr so recht erkennbar. Es herrscht eine links-kollektivistische Ethik vor. Deren Credo lautet: “Der Staat, die Politik muss erst einmal die richtigen Rahmenbedingungen setzen, dann werden wir Bürger auch anfangen, uns richtig zu verhalten.”

Die CDU droht sich derzeit zu ihrem eigenen Schaden komplett in der linken Mitte einzunisten und einzuhausen: staatsdirigistisch lenkend, mehr auf die aktuellsten Meinungsumfragen und Massenmedien des Hauptstroms als auf die Bürger und das Volk hörend. Versprechend, lockend, schmeichelnd, verwöhnend! Letztes Beispiel: die Abschaffung der Studiengebühren in den letzten beiden verbleibenden Bundesländern, die sie noch erhoben. Erneut ein Einknicken vor der bequemen Standardformel, mit denen die Bürger von den Politikern eingelullt werden: „Oh Staat, wenn du etwas von willst, musst du uns mehr für das Dasein und das Leisten zahlen! Liebe Politik, Du musst uns das Leben schöner, einfacher, reicher machen!“

Was mir persönlich große Sorgen bereitet, ist genau dieser Populismus der Mitte.

Bitte nicht mit zweierlei Maß messen!

Montag, Februar 18th, 2013

Eine beispiellose Terror- und Mordserie erschütterte ab 2000 die Bundesrepublik. Fast 8 Jahre lang zog eine Gruppe rechter Terroristen plündernd, bombend und mordend übers Land, fand Unterschlupf in Wohnungen, wurde von staatlichen Behörden, deren Versagen auch von höchster Stelle beklagt wird, nicht aufgedeckt. Mindestens 10 Menschen wurden kaltblütig ermordet. Die Verlautbarungen, Videos und Mitteilungen des NSU gehören zum Menschenverachtendsten, was seit 1945 auf deutschem Boden veröffentlicht wurde. In den öffentlichen Nachrichtensendungen wurde das menschenverachtende Video abgespielt. Es ist eine gute Geste des Bundespräsidenten, die Angehörigen der Opfer, die alle einen Namen haben, als Zeichen der Anteilnahme zu empfangen.  Sie haben unser Mitgefühl verdient.
Eine beispiellose Terror- und Mordserie erschütterte ab 1970 die Bundesrepublik. Fast 30 Jahre lang zog eine Gruppe linker Terroristen plündernd, bombend und mordend übers Land, fand Unterschlupf in Wohnungen von Sympathisanten, wurde nachweislich angefüttert und gedeckt von den staatlichen Behörden der DDR, die einigen Mitgliedern der Terrorgruppe auch neue Identitäten beschaffte und sie untertauchen ließ. Mindestens 34 Menschen wurden kaltblütig ermordet. Die Verlautbarungen, Fotos und Mitteilungen der RAF gehören zum Menschenverachtendsten, was seit 1945 auf deutschem Boden veröffentlicht wurde. Die Unterstützerkreise der RAF reichten sehr sehr weit, ja bis in den Bundestag hinein. Viele Morde sind bis heute nicht aufgeklärt, da die Mitwisser im Geiste der unverbrüchlichen Omertà schweigen.

Der namenlos gebliebenen nichtprominenten RAF-Opfer wurde kaum gedacht. Hier wäre es sicherlich ebenfalls eine gute Geste, die Angehörigen der nichtprominenten Opfer, die weitgehend namenlos geblieben sind, einmal einzuladen. Auch sie haben, ebenso wie die Hinterbliebenen der prominenten Opfer, unser Mitgefühl verdient.

http://www.sueddeutsche.de/medien/film-ueber-raf-opfer-vergessen-neben-managern-und-bankern-1.1234087

Harzreise im Winter

Montag, Februar 11th, 2013

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Von Wernigerode, der bunten Stadt am Harz, brachte uns gestern der Hauderer, wie man früher sagte, der recht gesprächige Mietdroschkenkutscher also, zügig und schnell hinauf ins Harzgebirg, in die Gegend von Schirke und Elend. Denn der 257er Bus des HVB, der Harzer Verkehrsbetriebe GmbH  war um 10.15 Uhr uns vor der Nase abgefahren, wir aber wollten den letzten Tag unseres Harz-Aufenthaltes noch nutzen, um auf schmalem Pfad die herrliche Bergluft einzuatmen, mit jugendlichem Übermut den Blick zu weiten, einmal recht frei herabzublicken auf die verwöhnten Städter und bequemen Zauderer.

“Wem gehörte früher euer Wernigeröder Schloss, das da so schön über eurem Städtchen thront?”, fragten wir den Taxifahrer. “Das waren die Grafen zu Stolberg-Wernigerode. Sie wurden 1945 durch die Bodenreform enteignet. Es gab nach der Wende wohl noch einige juristische Auseinandersetzungen über die Rückgabe des enteigneten Eigentums, aber letztlich einigte man sich. Wir Wernigeröder haben ja auch den goldenen Löwen all die Jahrzehnte behütet, und so war es recht und billig, dass nebst dem Schloss auch der goldene Löwe bei uns blieb und nicht den alten Eigentümern zurückgegeben wurde.”

“Die Stolbergs! Ich kenne einen Dichter dieses Namens! Friedrich Leopold Graf zu Stolberg hat immerhin die Texte zu einigen der bedeutendsten Lieder Franz Schuberts geliefert, darunter auch sein Auf dem Wasser zu singen“, gab ich zu bedenken.

In der Tat: Das Dichterwort kann im Gegensatz zu Schlössern und goldenen Löwen nicht enteignet werden, es wird schließlich Allgemeinbesitz.  Plagiatejäger mögen sich heutigentags, im Zeitalter von Internet und Blogosphäre,  dem Geier gleich gütlich tun! Ab dem Zeitpunkt von 70 Jahren nach dem Tod des Dichters erklingen die Worte der Dichter weiter, sie werden gemeinfrei wie die Lüfte auf den Bergen, und keiner, der ihn zitiert, braucht Rechenschaft abzulegen auf jene drängenden Fragen:

Wo hast du das genommen?
Wie konnt es zu dir kommen?

Einen Knotenstock oder Besenstiel brauchten wir nicht für unsere Wanderung, wir liehen uns statt dessen für 10.- Euro Tagesgebühr jedes ein Paar Langlaufskier samt achselhohen Stöcken, schulterten die Skier und stiegen knapp vor der Schierker Jugendherberge in die weitläufige Loipenlandschaft ein. Die ganze Gegend von Schirke (wie man früher statt Schierke schrieb)  und Elend ist wunderbar leichten Schrittes auf diesen neuartigen, leichten, sehr gefügigen Leisten zu erkunden. Klimapolitisch ist die gezielte Förderung des regional gebundenen Langlauf-Skifahrens ohnehin alternativlos, der Umwelteingriff ist beim Ski-Langlauf minimal. Kein Vergleich zu den dröhnenden Schneekanonen und dem breitflächigen Erd-Abtrag im alpinen Ski-Zirkus, wie ihn die Reichen und Mächtigen unseres Landes pflegen!

Immer wieder hielten wir an, verschnauften, gerieten in Entzücken angesichts der schneestarrenden, gebeugten Bergfichten.

Ich machte die eine oder andere Aufnahme. Und da, als ich gestern das untenstehende Bild schoss wie der Jäger das flüchtende Wild, da kamen mir auch die alten, die ewig jungen Verse der Harzreise im Winter in den Sinn:

In Dickichts-Schauer
Drängt sich das rauhe Wild,
Und mit den Sperlingen
Haben längst die Reichen
In ihre Sümpfe sich gesenkt.

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Die beiden Fotos entstanden gestern beim Ski-Langlaufen im Harzgebirg, Gegend von Schierke und Elend

Quellennachweis:

Johann Wolfgang Goethe: “Harzreise im Winter”, in: Karl Otto Conrady (Hrsg.): Das große deutsche Gedichtbuch.  Athenäum Verlag, Kronberg Ts./1977, S. 246

“Werde ein guter Mensch!” Was ist so schlimm an Baden-Württemberg, Bayern und Hessen?

Donnerstag, Januar 24th, 2013

Sollten Badisch, Schwäbisch, Bairisch, Hessisch und Fränkisch als Amtssprachen im Bundestag zugelassen werden, wie es ähnlich ein schwäbischer Politiker vorgeschlagen hat? Ich als Berliner fände dies gut! Warum nicht? Was ist so schlimm an Baden-Württemberg und Bayern, außer dass sie ein stark dialektgefärbtes Hochdeutsch pflegen?

Immer wieder muss ich hier in Berlin persönlich entdecken, dass ich in meiner bayrisch-schwäbischen Kindheit unrettbar durch die süddeutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg geprägt wurde. Ich bin also ein Südstaatler. Dort in den beiden Südstaaten herrscht eine erfreuliche Ferne der meisten Lebensbereiche zur Politik. Alle sollen sich bemühen, als anständige, redliche, erwachsene  Menschen sich und ihre Familie zu ernähren, den Kindern als Vorbild zu dienen, nicht zu lügen, nicht zu stehlen, nicht zu morden, den anderen nicht um sein Hab und Gut zu beneiden. Den Kindern wird von Kindesbeinen an eingeschärft: “Das wichtigste ist, ein guter und frommer Mensch zu sein. WERDE EIN GUTER MENSCH! Lerne, arbeite, feire anständig mit Wein, Bier und Musik am Feierabend!” Das ist süddeutsche Lebensart. Wer sich nicht daran hält, wird zurechtgewiesen, oft ruppig und derb, manchmal feinsinnig. Es hat jahrzehntelang funktioniert: Beste Zahlen in allen Bereichen! Arbeitslosigkeit, Bildung, Integration der Zuwanderer und der Behinderten, Landeshaushalt, Kriminalität, Umweltschutz, Landschaftspflege  – überall liegen diese beiden vom bürgerlichem Gemeinsinn und vom Geist der Solidarität getragenen Südstaaten vorne! Und sie schleppen – meist noch ohne Murren – ganze andere Bundesländer wie etwa Berlin mit.

Gibt es Probleme, wird in Bayern und Baden-Württemberg immer zuerst gefragt: “Was kannst du selber tun, um Deine Lage zu bessern? Dann mach es!”

Hier im Bundesland Berlin lautet die ewig gleiche Leier hingegen: “Entdecke, dass du benachteiligt bist! Entdecke, dass du unsere Hilfe, die Hilfe der POLITIK brauchst. Ohne das Geld des Staates, das wir POLITIKER dir zuschanzen, wirst du es nicht schaffen!” Volksverdummung größten Ausmaßes. Ein Augiasstall. Da muss wirklich mit dem eisernen Rechen ausgekehrt werden, da hat der tüchtige Schwabe Cem Özdemir völlig recht.

Was die CDU verliert, gewinnen links die Grünen und rechts die FDP

Montag, Januar 21st, 2013

Es bleibt dabei: Die Grünen fahren das in die linken Scheuern ein, was die CDU rechterhand liegen lässt: Wieder einmal verliert die CDU in ununterbrochener Folge eine Landtagswahl krachend. Niedersachsen dürfte zeigen: Wenn drei Parteien – also SPD, CDU und Grüne – alle sich irgendwie und irgendwo in der linken, staatsdirigistischen Mitte breitmachen, dann lässt die CDU Federn, denn irgendwann steht die FDP als die einzige Partei da, die noch eppes von Marktwirtschaft versteht und ausbuchstabiert. Sehr erfolgreich aus guten, logisch nachvollziehbaren Gründen dagegen die konservativen neuen Grünen um den an Witz und Geist alle anderen überragenden Wertkonservativen Özdemir und die bekennenden Christdemokraten Göring-Eckhardt und Kretschmann: Sie setzen sich mit sympathisch anmutenden Mitteln in der (von ihnen aus gesehen) rechten Mitte fest, graben ganz offen und ungescheut der CDU das Wasser ab, sprechen zunehmend auch die ländlich-sittliche Bevölkerung an. Von Systemwechsel oder gar sozialistischer Revolution oder gewaltsamem Kampf gegen den “Unrechtsstaat Bundesrepublik Deutschland” ist fast nur noch in Ströbeles Friedrichshain-Kreuzberg mit all seinem Stolz auf Rudi-Dutschke-Straße und auf die alten Genossinnen und Genossen etwas zu spüren und zu lesen. Gratulation ganz persönlich an den gescheitesten aller Neckarschwaben von der anderen Seite des Kreuzberger Landwehrkanals! Sauba g’macht! Und jetzt bitte gleich noch schwäbische Kehrwoche in der Berliner und der Brandenburger Landespolitik!