Mai 082014
 

Heute nach der Arbeit ruhiges besinnliches Umhergehen im Park. Barfuß. Die Füße erkennen die rauhe Oberfläche des Kieses, sie erkennen das Weiche das Grases, sie graben sich lustvoll in den warmen Sand auf den Beachvolleyballplätzen in der früheren Gleiswildnis hinein.  Dann ein paar Schritte weiter in das alte Bahnhofsgebäude an der Luckenwalder Straße hinein: Ab 18 Uhr gab es freien Eintritt in die re:publica. Gute Gespräche mit den Linux-Entwicklern. Open-Source-Software, das ist eine gute Chance, um die alte republikanische Tugend des Gemeinsinns zu pflegen.  Ich sehe hier bei den jungen Menschen so viel guten Willen, so viel Anstrengung, etwas zum Gelingen des Ganzen beizusteuern. Besonders beeindruckte mich ein Gespräch mit einer blinden Frau, die uns anschaulich die Vorzüge eines froschgrünen, billigen, persönlich vergebenen  Kleincomputers für alle Kinder in Entwicklungsländern erklärte. In vielen Ländern hat nur der Lehrer das Schulbuch. Ein robuster kleiner Laptop kostet kaum 100 Dollar, er kann die Grundausstattung schon in der Grundschule werden. Linux hat weniger Bugs als Windows, keine Frage! „Wir haben 500.000 dieser Computer mit Windows verkauft und 2000 mit Linux“, berichtet ein Händler. Das sind die Dimensionen. 500.000 zu 2.000!

Wir kaufen am Stand von Bugs-Food drei getrocknete Heuschrecken mit Chili Piquin, eingehaust in ein gläsernes Röhrchen.  Hinweis: „Flügel und Beine der Heuschrecken müssen vor dem Verzehr beseitigt werden.“ Gut zu wissen für einen, der sich gern einen Tag lang von Heuschrecken ernährt.

Der ADFC Sachsen hat eine Open-Source-Map-Karte für den Radweg Berlin-Dresden angefertigt. Wir erhalten eine gedruckte erste Übersicht über den derzeit empfohlenen Streckenverlauf. Überlegungen, den gesamten Weg in 2 oder 3 Tagen abzufahren.

www.radweg-berlin-dresden.de

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Verändert das Internet die Politik?

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Nov 052008
 

Sowohl Sarkozy als auch Obama haben ihre Siege auch durch breiteste Einbeziehung der neuen digitalen Medien herausgefahren. So deuten die meisten Kommentatoren den Sieg der heutigen Nacht.  Ich selbst neige eher der Auffassung zu, dass Obama und auch Sarkozy vor allem durch die Kraft der Persönlichkeit und durch die Kraft des Wortes überzeugt haben. Also durch das ursprünglichste aller Medien, nämlich die Stimme, die körperliche Anwesenheit und die Sprache.

Dennoch halte auch ich die neuen Medien, insbesondere das interaktive Internet für ein unverzichtbares Mittel, um direkten Kontakt untereinander herzustellen, um breiteste Vernetzung herzustellen, ins Volk hineinzuhören. Ich glaube, ohne das Internet hätte Obama nicht so deutlich gewonnen. Er hätte nicht diese programmatische Tiefe aufstellen, diese dicht gestaffelte Abfolge von Argumenten und Forderungen knüpfen können. Es gibt in Deutschland noch keinen Politiker, der dies auch nur annähernd auf ähnlichem Niveau beherrschte.

Die Süddeutsche berichtet:

US-Wahl im Internet – Basis ersetzt Elite – Computer – sueddeutsche.de
Basis ersetzt Elite

Die DSL-Leitungen und Wifi-Netze bildeten eine Partizipationsarchitektur, in die sich die Menschen einloggen und so wieder mit dem politischen Prozess verbinden konnten – in den letzten drei Tagen vor der Wahl veranstalteten die Mybarackobama.com-Mitglieder mehr als 50000 Fundraising- und Support-Events, führten mehr als 1,3 Millionen Telefonanrufe für ihren Kandidaten – laut Exit Polls wurden 32 Prozent der Wähler vom „Obama Camp kontaktiert“, nicht durch TV-Spots oder Robo-Calls, sondern von Mensch zu Mensch.

Übrigens: Dieses Blog segelt weiterhin mit vollen Segeln auf den Wellen des weltweiten Netzes. Die Leserzahlen steigen von Monat zu Monat, wir erreichen also über dieses Medium im Laufe eines Jahres Hunderttausende von Kontakten. Und Alexa, die bekannte Ranking-Maschine, stuft dieses Blog nunmehr unter die 8.000 wichtigsten Websites weltweit ein. Wir liegen heute immerhin auf Rang 7893. Und Websites gibt es ja ca. 2 Millionen. Sogar den guten alten Tagesspiegel haben wir mittlerweile überholt …  er liegt heute „nur“ auf Rang 9649.

Aber wir werden um Längen „geschlagen“ durch den neuen amerikanischen Präsidenten. Er liegt mit seiner sehenswerten Homepage mybarackobama auf Rang 707. Geht hin, schaut, staunt!

Heute habe ich auch mein persönliches Blog auf Barack Obama’s Website angelegt. Wir in Berlin müssen uns über den Teich hinweg vernetzen.

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