„Ausstiegsszenarien“, oder: Von der Hochblüte planwirtschaftlichen Denkens bei den jetzt amtierenden Politikern

 Bundestagswahlen, Elektromobilität, Gouvernance économique, Ordoliberalismus, Soziale Marktwirtschaft, Zählen  Kommentare deaktiviert für „Ausstiegsszenarien“, oder: Von der Hochblüte planwirtschaftlichen Denkens bei den jetzt amtierenden Politikern
Sep 302017
 

https://www.welt.de/politik/article169192391/CDU-Vize-wirft-Gruenen-planwirtschaftliches-Denken-vor.html

Ein gutes Auge für das Vorherrschen planwirtschaftlichen Denkens sowohl bei den letzten drei Bundesregierungen einschließlich der noch amtierenden wie auch bei der Partei der  Grünen beweist der aus dem Rheinländischen stammende Politiker Armin Laschet. In einem neuen Interview mit der Welt diktiert er heute in die Blöcke der Journalisten, er beobachte, dass gewisse Politiker „… nur in Ausstiegsszenarien denken: Ausstieg aus dem Diesel, Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, Ausstieg aus der Braunkohle und der Steinkohle, eigentlich aus allen fossilen Energien.“

Das Wort „Ausstieg aus…“ könnte man Armin Laschet folgend als Markenzeichen der Wirtschafts- und Energiepolitik dieser vergangenen 12 Jahre bezeichnen. Die vielbeschworene Energiewende ist das beste Beispiel dafür. Alle diese Ausstiegsszenarien hat die jeweils amtierende Bundesregierung in den letzten Legislaturperioden auf den Weg gebracht.

Ausstieg aus der Atomkraft bis …
Aussetzung  der Wehrpflicht ab …
Ausstieg aus der Kohleenergie bis …
Kompletter Abschied vom Verbrennungsmotor bis…
Dekarbonisierung der gesamten Volkswirtschaft um … %  bis zum Jahr …

Allen diesen geplanten Ausstiegen ist gemein, dass sie zentral von oben herab weit in die Zukunft hinein verfügt werden, ohne ausreichend Raum für Diskussionen oder gar nachträgliche Änderungen durch bessere Technologien zu lassen.

Planzahlen sind seit langem schon aufgelegt.  Ein beliebiges Beispiel für derartige staatlich verordnete Planwirtschaft (es ist nur eines, weitere fallen einem sofort ein):

„Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Bis 2030 sechs Millionen. Diese Ziele schreibt das Regierungsprogramm Elektromobilität von 2011 fest. Denn Elektrofahrzeuge verringern nicht nur die Abhängigkeit vom Öl. Lädt man die Batterien mit Strom aus erneuerbaren Energien, fahren Elektrofahrzeuge praktisch ohne Schadstoffausstoß.“

https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Themen/Energiewende/Mobilitaet/mobilitaet_zukunft/_node.html

Armin Laschet ist zu danken, dass er unsere Aufmerksamkeit auf die deutliche Vorherrschaft des planwirtschaftlichen Denkens sowohl bei der heute noch regierenden Koalition wie auch bei der derzeit ins Auge gefassten neuen Koalition gerichtet hat.

Auch die CDU steht offenkundig in einem Ausstiegsszenario. Sie verlässt nämlich die Düsseldorfer Leitsätze zur Wirtschaftspolitik  von 1949 und hat in den letzten 12 Jahren zu ihren ersten programmatischen Ansätzen aus dem Jahr 1946, zu dem sogenannten Ahlener Programm zurückgefunden. Dafür liefert die Politik der letzten drei Legislaturen eine Fülle an Belegen. Und der jeweilige Bundestag hat dies alles mit großen Mehrheiten abgesegnet. Brav!

Die Zeichen für Schwarz-Grün stehen auf hellstem Grün im Lichte des Planwirtschaftsgedankens!

 Posted by at 18:27

Weit mehr als ein dekarbonisierter Untersatz: der Stromer Citroen C-zero

 Elektromobilität  Kommentare deaktiviert für Weit mehr als ein dekarbonisierter Untersatz: der Stromer Citroen C-zero
Dez 202015
 

Surrend, nahezu lautlos gleitet der Stadtflitzer dahin. Ein kleiner Umzug nötigte uns heute dazu, einen fahrbaren Untersatz zu mieten. Gesagt, getan! Gleich um die Ecke, auf dem EUREF-Campus, warten 3 schmuck aufgeputzte elektrische Stadtflitzerchen. Mit einigen Klicks auf dem Internet-Auftritt von Flinkster ist der Citroen C-zero reserviert und gebucht.

Wie die allermeisten Stromer weist der C-zero kein Differenzialgetriebe auf; wer also keine Erfahrung mit Automatikgetrieben bei Verbrennungsmotoren gesammelt hat, sollte sich vorher sorgfältig mit den Antriebszuständen Parken, Rückwärts, Leerlauf und Vorwärts vertraut machen.

Die maximal 49 kw Leistung beschleunigen den C-zero im Tempobereich unter 50 km/h in wenigen Sekunden machtvoll wie ein Raubkätzchen bis an die Grenze des Erlaubten.

In den Innen-Rückspiegel ist ein Navigationssystem eingebaut; Bedienung, Informationsverarbeitung und digitale Ausrüstung des C-zero sind durchaus mit einer gut ausgestatteten modernen Mittelklasse zu vergleichen.

Als wir nach 10 Kilometer Fahrt die Rest-Reichweite abriefen, zeigte uns das System bei ausgeschalteter Belüftung 91 km an, bei eingeschalteter Lüftung mit leichter Heizung hingegen nur 51 km. Die eingeschränkte Reichweite ist in der Tat das einzige Hindernis, sollte man eine Überlandfahrt ins Oderbruch oder gar in den Harz planen!

Wirkliches Kopfzerbrechen bereitete mir nur das gesamte Thema Inbetriebnahme und Rückgabe an der EUREF-Ladestation. Ich rätselte 10 Minuten herum, was der erste Schritt sein sollte. Das Display an der Ladesäule diente nur dem Vermietungswesen für Call-a-bike! Das war ich mir nicht vermutend. Ich hatte ja noch nie einen rein elektrischen Leihwagen in Betrieb genommen! Hier sollten die Planer und Ingenieure von EUREF bzw. Flinkster ruhig einmal 10 Testkunden unter Beobachtung auf ihr schnurrendes Raubkätzchen loslassen und dann schauen, welche Fehler und Rätseleien da unterlaufen können. Einfache, unmissverständliche Benutzerführung lautet hier das Zauberwort, das auch beim Abstellen des Fahrzeuges in den Sinn der Marketing-Fachleute kommen sollte. Wo etwa sollte der Schlüssel eingesteckt werden? Eine knifflige Nuss, die zu knacken uns beim Schein zweier Handy-LED’s nicht leicht fiel! Ein Anruf bei der Hotline brachte mehr Klarheit ins Spiel.

Das Fahrerlebnis war rundum positiv: Der Kleinwagen bietet sicherlich auf nicht allzu langen Fahrten ausreichend Platz für Erwachsene, er fährt sich sanft, gleitend, man schwimmt sozusagen mühelos dahin. Die umklappbare Rückbank schafft eine freie Fläche, auf der ein Geigenkasten, ein Desktop-Computer, ein 21-Zoll-Flatscreen und eine Sporttasche mit allem Sonstigem, was ein Jugendlicher über einige Tage braucht, locker Platz findet!

Die 8 Stunden Mietzeit kosteten 40 Euro (Stundenpreis 5 Euro).

Insgesamt unbedingt empfehlenswert! Eine Technik-Erfahrung der besonderen Art, die wir gern wiederholen werden, zumal wir jetzt wissen, wie es gemacht wird.

Der schnelle Tag ist hin,
Das Handy hat jetzt Ruh
Die Nacht schwingt ihre Fahn,
Uns fallen nun die Augen zu,
Der Mond führt schon die Sternen auf,
Am Euref-Campus sind die LEDs herabgedimmt,
Wo Thier und Vögel waren,
Trawrt itzt die Einsamkeit,
Der Port naht mehr und mehr heran,
Gleich wie dieß Licht verfiel,
so wird in wenig Jahren,
Ich, du, und was man hat,
und was man sieht hinfahren.

Citroen C3 20151220_09102620151220_170442

 Posted by at 23:01

So sanft rollt die Zugzukunft ein

 Elektromobilität, Singen  Kommentare deaktiviert für So sanft rollt die Zugzukunft ein
Okt 292015
 

Gesehen in Hannover vor drei Tagen: ein mit Elektronik vollgestopfter Prototyp des neuen ICE! Unangekündigt, unglaublich der summende, singende Sound! Sanft surrend, fast lispelnd, flüsternd, allmählich melodisch hochsteigend. So zieht die Zukunft ein. Schlank, leicht, unaufdringlich. Markant die blau lackierten Bremsbolzen. Beachtlich auch die neue aerodynamische Form der beiden Zugenden: die Schnauze ist konkav eingedrückt, offenbar entstehen so weniger Verwirbelungen. Der Erlkönig in der Oberklasse der Bahntechnik – wir haben ihn gesehen und gehört.

Ich bin schon gespannt, was daraus wird!

20151026_111839

 Posted by at 19:02

Männer! Erträumt euch neue Mobilitätsformen!

 Elektromobilität, Männlichkeit  Kommentare deaktiviert für Männer! Erträumt euch neue Mobilitätsformen!
Jul 012013
 

2013-06-29 22.53.30

Eine schimmelschneeweiße Überraschung für Engel  entdeckte ich an St. Peter und Paul in der Berliner Innenstadt. Klein, flach wie eine Flunder, leicht wie eine Daunenflocke: der neue VW XL1. Etwa flockige 40.000 Euro kostet das Autochen. 40 Stück kurven ab heute auf deutschen Straßen herum. Es verbraucht 1 Liter Diesel auf 100 km. 2 Menschen finden bequem darin Platz. Ich sah das Auto schon am 29. Juni 2013 in der Mittelstraße in Berlin. Dahinter seht ihr oben mein Fahrzeug mit leuchtenden Lichtern. Es verbraucht etwa 1 L Trinkwasser auf 10 km.  Allzeit gute Fahrt!

2013-06-29 22.52.042013-06-29 22.52.41

Weniger erschwinglich ist der elektrische Concept Car von BMW, den ich am 08.06.2013 beim Energiewendetag am Tempodrom in größter Stille ausprobieren durfte. Das Design des Lenkrades gefiel mir gut: funktional, sparsam schlicht, es erinnert mich an die Formgebung der Sportwagen in den 80er Jahren.

2013-06-08 18.00.25Einziger Nachteil des E-Fahrzeugs aus meiner Sicht: Es wird bei 250 km/h abgeregelt. Vier bärenstarke Eletroaggregate direkt am Rad montiert verbürgen traumhafte Beschleunigungswerte. Bremsenergie wird zurückgewonnen und zum Laden der Akkus verwendet. Aber  der Grundgedanke, das Fahrzeug auch über Nacht als Energiespeicher im Smart Grid zu nutzen, gefällt mir. Ich probierte eines der beiden weltweit existierenden Fahrzeuge durch ein ausführliches Probesitzen aus. Es geschah in Kreuzberg.

Mein Urteil über den herrlich leisen Prototypen, dessen Stückkosten mit etwa 500.000 Euro angegeben werden, fasste ich so zusammen:

2013-06-08 18.00.40

 

 

 Posted by at 15:56

Arm und reich, oder: E-Fahrrad oder E-Auto?

 Elektromobilität  Kommentare deaktiviert für Arm und reich, oder: E-Fahrrad oder E-Auto?
Mai 142011
 

27112010085.jpg Eine „deutlich verstärkte Nutzung der Pedelecs gerade durch ältere Bürger“ erwartet sich – auf zarten Hinweis  des Ortsvereins Kreuzberg-West – die Berliner CDU in ihrem Wahlprogramm, das vergangenes Wochenende im Neuköllner Estrel verabschiedet wurde. Was das bedeutet, wurde mir schmerzhaft bewusst, als mich auf der Sonnenallee ein radelnder Charlottenburger BVV-Abgeordneter, mit dem ich eben noch auf Augenhöhe über Radverkehrspolitik gesprochen hatte, lautlos und abgaslos überholte. Geisterhaft? Nein: Er fuhr schon ein Elektro-Fahrrad, das locker 45 km/h erreicht, während ich weiterhin meiner Devise folge „Wir müssen uns alle mehr abstrampeln“ und der Eigenkraft des Menschen vertraue, bei gut und gerne 30 km/h innerstädtisch.

5000! Eine magische Zahl. Genau so viel Euro möchte wieder einmal die Bürgermeisterkandidatin einer früheren Umweltpartei den reichen Bürgern schenken, die sich den Luxus eines neuen E-Autos, also eines Zweitwagens gönnen können. Sieh an! Sie hat es also doch gelernt! Man muss im Wahlkampf den Bürgern Geld versprechen, dann werden sie einen wählen! So läuft es nun mal in Berlin seit 13.08.1961. Verteilungspolitik ist alles, das ist das A und O in der Berliner Landespolitik – wer spricht von Anstrengung? Dieselbe Forderung erhob die Kandidatin  bereits im vergangenen Wahlkampf in NRW – draus geworden ist bisher nichts. Aber fordern kann man es ja.

Die CDU, in Berlin die Partei der kleinen Leute, setzt auf E-Fahrräder! Die Grünen, in Berlin die Partei der Besserverdienenden, setzen auf das Auto. Sieh an: Die Grünen werden zur Autopartei – jede staatliche Subvention ist recht, um das Stigma der Umweltschutzpartei abzuwaschen.

Dieses Blog zitiert aus lauter Faulheit sich selbst – denn Renate Künast zitiert ja auch sich selbst:

Johannes Hampels Blog » Blog Archive » Renate Künast fordert Staatsknete
“5000 Euro Staatsknete für jedes Elektroauto!“, fordert Renate Künast im Interview mit der BZ (Jahr: 2010). Ist also die E-Mobilität die Lösung für Berlins Verkehrsprobleme? Ich würde sagen: Wenn es wenigstens E-Fahrräder wären! Leiser sind die Motoren der E-Autos in jedem Fall als die Explosionsmotoren der PKW. Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit! Schlaft ruhig, Bürger!

Dennoch sind E-Autos in höchstem Maße umweltbelastend. Nicht nur bei uns, sondern mehr noch in Süd-Amerika, wo unter unzumutbaren sozialen Bedingungen mehr als die Hälfte des teuren Lithiums abgebaut wird, das für die Batterien gebraucht wird.

Nachdem dieses Blog auf diese Zusammenhänge wiederholt hingewiesen hatte, etwa am 20.04.2010, tut dies nunmehr auch der BUND. Er weist klar nach, dass Elektromobilität als solche nur unter eng umschriebenen Bedingungen eine verbesserte Umweltbilanz aufweist als Erdöl-Mobilität. Diese Bedingungen sind in Deutschland einfach nicht gegeben!

Elektromobilität – BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland

 Posted by at 23:08
Dez 142010
 

27112010085.jpg Allerdings dürfen die Grünen jetzt sogar auch BMW fahren – es muss nicht immer ein alter Volvo 240 oder ein neuer Toyota Prius sein. Ein verlorener BMW-Schlüssel sorgte übrigens für betretenes Schweigen und Heiterkeit auf dem letzten Parteitag der Grünen in Freiburg.  „Der Besitzer kann den Schlüssel diskret und völlig anonym abholen.“ War Joschka Fischer der Halter, der neuerdings für BMW malocht? Interessant: Joschka Fischer malocht für BMW, und BMW fordert staatliche Kaufprämien für E-Autos, und ein BMW-Autoschlüssel schafft es bis zur Bundesdelegiertenkonferenz!  Sieh an!

E-Auto-Kauf staatlich bezuschussen – ja oder nein? Ich sage: Eher nein! Es ist doch nur ein Zweit- oder Drittauto für Besserverdiener, die allerdings oft Grünenwähler sind.

Ich würde mal so sagen: Mit der Förderung des Radverkehrs ist man klimapolitisch auf der sicheren Seite. Da müsste man mal rangehen!

Was sagt übrigens das Umweltbundesamt zum Klimaeeffekt der E-Mobilität? Lest:

Interview Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes: «Man kann nicht zu allem Nein sagen» | autogazette.de das Auto Magazin

Flasbarth: In den nächsten 5 bis 10 Jahren wird die Elektromobilität nicht zu mehr Klimaschutz führen. Das liegt am heutigen Strommix. Der ist zurzeit nicht wirklich klimafreundlich. Doch es wäre grundfalsch, jetzt keine Entwicklungsimpulse zu setzen. Außerdem brauchen wir auch im Bereich der Mobilität einen Mix an Instrumenten, wie wir dies auch beim Klimaschutz mit dem Emissionshandel und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz haben. So benötigen wir einerseits strengere Anforderungen für die herkömmlichen Antriebstechniken, um geringere CO2-Grenzwerte zu ermöglichen. Anderseits brauchen wir Instrumente zur Entwicklung innovativer Technologien.

 Posted by at 15:25
Dez 142010
 

045.jpg

Der Tagesspiegel berichtet soeben:

Auch beim neuen Hauptstadtflughafen „Berlin-Brandenburg International“ (BBI) regt sich nun massiver Widerstand. Davon wollen die Hauptstadt-Grünen, die mit Renate Künast bei den Berlin-Wahlen 2011 die Chance sehen, erstmals eine Regierende Bürgermeisterin zu stellen, profitieren.“Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit“, sagte die grüne Spitzenkandidatin gestern dem Handelsblatt.

Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit!“ Unter diesem Motto kämpft Renate Künast nunmehr für die Umwidmung des neuen Berliner Flughafens BBI in einen Regional- und Europa-Flughafen. Ja, schlaft gut, Bürger.

Bei gleichbleibenden Mobilitätsbedürfnissen würde dies bedeuten, dass mehr Kilometer auf der Straße und der Schiene, weniger in der Luft zurückgelegt werden. Denn wenn man von Berlin aus nur in die nahegelegenen europäischen Städte gelangt, muss man eben für die Fernflüge mit Bahn oder Elektro-Auto nach Frankfurt oder München reisen. Und wie fährt der ICE und das E-Auto (im Gegensatz zu Flugzeugen)? Mit Strom! Und woher kommt der Strom? Zu 23% aus Atomkraft! Die Grundlast wird sogar zu einem viel höheren Anteil aus Atomstrom gedeckt. Mehr ICE-Verkehr oder E-Mobilität bedeutet also kurzfristig (bis 2016) in jedem Fall mehr Atomstrom. Also fördert Renate Künast in ihrem laufenden Wahlkampf die Abhängigkeit vom Atomstrom.

5000 Euro Staatsknete für jedes Elektroauto!„, fordert Renate Künast im Interview mit der BZ (Jahr: 2010). Ist also die E-Mobilität die Lösung für Berlins Verkehrsprobleme? Ich würde sagen: Wenn es wenigstens  E-Fahrräder wären! Leiser sind die Motoren der E-Autos in jedem Fall als die Explosionsmotoren der PKW. Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit! Schlaft ruhig, Bürger!

Dennoch sind E-Autos in höchstem Maße umweltbelastend. Nicht nur bei uns, sondern mehr noch in Süd-Amerika, wo unter unzumutbaren sozialen Bedingungen mehr als die Hälfte des teuren Lithiums abgebaut wird, das für die Batterien gebraucht wird.

Nachdem dieses Blog auf diese Zusammenhänge wiederholt hingewiesen hatte, etwa am 20.04.2010, tut dies nunmehr auch der BUND. Er weist klar nach, dass Elektromobilität als solche nur unter eng umschriebenen Bedingungen eine bessere Umweltbilanz aufweist als Erdöl-Mobilität. Diese Bedingungen sind in Deutschland einfach nicht gegeben!

Elektromobilität – BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Ich bleibe dabei:  Mindestens bis zum Jahr 2016 bedeutet die von Renate Künast geforderte Verlagerung der Verkehre von der Luft auf den Boden, die geforderte Verlagerung hin zu zu mehr Verkehr am Boden, zu mehr E-Mobilität eine erhöhte Umweltbelastung durch Atomkraft.

Man kann also mit Fug und Recht sagen: Renate Künast fördert die Atomkraft.

Grüne im Lande! UmweltschützerInnen und Ökofuzzis! Wohin fliegt Renate Künast?  Holt sie zurück! Ihr dürft sie nicht so alleine fliegen lassen!

Grüne, bitte umsteuern! Wart ihr nicht eine Umweltpartei?

Bildnachweis: Eigenkraftfahrzeug des Bloggers, aufgenommen heute. Copyright: Johannes Hampels Blog

 Posted by at 10:45
Okt 282010
 

Ein Heizpilz ist genauso klimaschädlich wie ein Auto!“ Gestützt auf diese Einsicht, haben die Berliner Innenstadtbezirke das Aufstellen von Heizpilzen im Freien verboten. Die behördliche Anordnung wird trockenen Auges von vielen Gastwirten missachtet, die kleine Buße nehmen sie gerne in Kauf, denn die Gäste strömen in Scharen unter dem  wärmenden Schutzmantel der Pilze zusammen, statt sich wie die Lungensiechen in Thomas Manns Zauberberg in wärmende Decken zu hüllen.

Da der gemeine Bürger in Berliner Innenstadtbezirken sich wenig um Anordnungen der Obrigkeit schert – einerlei ob es um das Heizpilzverbot, das Zone-30-Gebot, das Rotlichtfahrverbot, das Farbbeutelwerfverbot bei Baugruppen, das Rauchverbot auf Bahnhöfen geht – erheischt die Behauptung „Ein Heizpilz ist genauso schädlich wie ein Auto“ genauere Betrachtung!

Zweifel melde ich hiermit an.  Nehmen wir einmal an, der Kohlendioxidausstoß eines Heizpilzes sei genauso hoch wie der eines (sinnvollerweise elektrisch betriebenen) PKW – wie es von den Obrigkeiten ja behauptet wird. Dann müsste man aber die gesamten Umweltfolgelasten eines Autos noch mit berücksichtigen, vor allem aber die Kosten des Autos für menschliche Gesundheit und Wohlergehen.

Etwa alle drei Minuten ist in Berlin ein Auto in einen Unfall verwickelt. Meist entstehen nur Sachschäden, oft aber auch Verletzungen, ja in jedem Jahr sogar Dutzende Tote durch den Autoverkehr.

Alle diese Sachschäden, diese Verletzungen, diese Todesfälle sind von den etwa 1000 illegalen Heizpilzen etwa in Berlin-Mitte nicht berichtet worden. Etwa weil sie bewusst unter die wärmende Decke des Totschweigens gekehrt werden? Das glaube ich nicht. Des Rätsels Lösung: Heizpilze sind ortsfest. Sie mögen zwar ebenso viele klimaschädliche Gase verursachen wie etwa eines der fabelhaften neuen E-Automobile. Aber sie töten im Gegensatz zu Autos nicht, sie lärmen nicht, sie wirbeln buchstäblich keinen Feinstaub auf.

Deshalb ergibt sich: Wer alle Heizpilze verbietet, sollte mit größerem Recht zuerst einmal alle Autos verbieten.

Heizpilze sind ortsfest. Sie haben noch niemanden umgebracht. Ihr Betriebsrisiko ist minimal.

Ähnliches gilt für die westeuropäischen Atomkraftwerke. Der gesamte Betrieb, die Versorgung und Entsorgung mit Brennstoffen ist bei Atomkraftwerken weniger menschen- und klimaschädlich als der Betrieb der herkömmlichen Kohlekraftwerke.  Die AKWs verursachen weit weniger tatsächliche Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschäden als etwa die Braunkohlekraftwerke.

Wer AKWs bekämpft und insbesondere teures Benzin verfährt, um zu Demos anzureisen, sollte zuerst einmal deutsche Autobahnen und Braunkohlekraftwerke bekämpfen. Der motorisierte Straßenverkehr verursacht Tag um Tag konkret bezifferbare Schäden an Leib und Leben, an Hab und Gut.

An den deutschen AKWs ist noch niemand gestorben. Ob überhaupt irgendjemand durch die deutschen AKWs je einen nachweisbaren gesundheitlichen Schaden erlitten hat, ist umstritten.

Wir ordnen nunmehr die drei Gegenstandsbereiche

deutsche AKWs
Berliner Innenstadt-Heizpilze
Elektroautos

nach Schädlichkeit pro Kilowattstunde, wobei wir Schäden für die menschliche Gesundheit zweimal so hoch beziffern wie Schäden für Hab und Gut, für Umwelt und Klima.

Am schädlichsten pro Kilowattstunde für Mensch und Umwelt ist das – von den Grünen etwa – geforderte Elektroauto. Die Grünen Jürgen Trittin und Renate Künast wollen ja sogar mit 6.000 Euro den Kauf der praktischen neuen E-Zweitautos bezuschussen. Auf dass man nicht mit dem bösen Saab-Cabrio oder dem weniger bösen Toyota Prius im Abgeordnetenhaus vorfahren müsse!

Am zweitschädlichsten für das Klima, aber nicht für den Menschen ist der verbotene Heizpilz.

Am wenigsten schädlich pro Kilowattstunde für Mensch, Umwelt und Klima ist die geplante Laufzeitenverlängerung der bestehenden Atomkraftwerke, die obendrein einen spürbaren Entlastungseffekt für den Bundeshaushalt haben wird.

Dach der CDU-Zentrale besetzt: Wieder eine spektakuläre Greenpeace-Aktion – Berlin – Tagesspiegel

 Posted by at 10:41
Apr 212010
 

Große Mengen des für den Menschen im direkten Kontakt schädlichen Lithiums werden benötigt, um den gewünschten Elektro-Antrieb des motorisierten Individualverkehrs in großem Umfang voranzutreiben. Daneben muss neben der bestehenden Tankstellen-Infrastruktur eine zweite Elektro-Infrastruktur für den automobilen Verkehr hochgezogen werden. Über einige Jahrzehnte wird das Elektro-Auto also neben den Verbrennungs-Motoren herlaufen, etwa als Zweitauto. Bereits im Jahr 2020 könnten etwa 10% der PKW-Flotte elektrisch betrieben sein! Der PKW-Bestand wird dank der vielen Zweitfahrzeuge zunehmen. Am Ort des Verkehrs selbst emittiert das Elektro-Auto keine gasförmigen Substanzen, sondern nur die üblichen Roll-, Brems- und Windgeräusche. Und es beansprucht Straßenland, Aufmerksamkeit, Geld wie die Verbrennungsmaschinen-Vorgängermodelle auch.

Dennoch ist es bereits heute möglich, emissionsfrei, kostengünstig, rasch und selbstbestimmt in Städten von A nach B zu gelangen. Bei Strecken bis 10 km Länge ist in Berlin das Fahrrad meist schneller als das Auto. Dies er-fährt jeder, der selbst in die Pedale tritt. Einige hübsche Versuche dazu liefert die Zeitschrift zitty in ihrem Heft Nr. 8/2010, welches das Titelthema Fahr Rad! ziert:

Magazin zitty.de
Es sind die Ausreißer, die immer wieder Zweifel aufwerfen. Der Kollege, der zum ersten Mal mit dem Auto statt mit dem Rad zur Arbeit kommt und freudestrahlend verkündet: „Zehn Minuten gespart, und das im Berufsverkehr!“ Der Heimweg aus der Kneipe in Kreuzberg 61 nach Friedrichshain, Luftlinie bloß sieben Kilometer, der mit zwei Mal Umsteigen eine Dreiviertelstunde dauert. Die Fahrt nach Adlershof, die mit der Bahn und anschließendem Fußweg 40 Minuten braucht, mit dem Fahrrad aber nur eine halbe Stunde.

 Posted by at 09:34

10.000 Euro für eine Autobatterie: Vulkan-Asche auf mein Haupt!

 Elektromobilität  Kommentare deaktiviert für 10.000 Euro für eine Autobatterie: Vulkan-Asche auf mein Haupt!
Apr 202010
 

18042010009.jpg Vulkan-Flugasche, nein:  Lithium-Erzsand auf mein Haupt, Freunde! Die 5.000 Euro bzw. der Gegenwert von 5 taz-Fahrrädern, welche der Grüne Spitzenmann Jürgen Trittin den Autokäufern schenken will (aus wessen Bankkonto? in Abstimmung mit der grünen Spitzenfrau?), gehen nicht für Privatschulgeld drauf und ebensowenig für den zusätzlich benötigten  Atomstrom – sondern … für eine halbe Autobatterie.

Eine gängige Lithium-Nickel-Autobatterie in der heute geforderten Qualität und Stärke kostet 10.000 Euro. Unfassbar, aber erklärlich: Die Herstellung der Lithium-Nickel-Paste aus den Rohstoffen Lithium und Nickel ist teuer. Nickel ist noch reichlich vorhanden, aber Lithium wird bereits jetzt knapp. Eine Tonne Lithium-Karbonat kostet 5.000 Euro. Das rechnet die aktuelle April-Ausgabe der italienischen Zeitschrift Focus auf den Seiten 124-127 vor. Ich las das Heft gemütlich hingefläzt gestern auf der IC-Fahrt von Hannover nach Berlin.

Trucchi, segreti e curiosità dell’auto elettrica – Focus.it
Il futuro dell’auto elettrica, come quello delle sorelle termiche, è legato a una risorsa naturale che, come tutte le altre, non è affatto inesauribile: il litio, componente base delle batterie. Il 50% delle riserve mondiali di litio si trova in Bolivia, nella spianata del Salar de Uyuni, un lago salato prosciugato a oltre 3.000 metri di altitudine. Il presidente Morales in campo economico sta perseguendo una politica nazionalista nei confronti delle risorse naturali ed è probabile che tenterà di sfruttare al massimo quella che è una delle poche risorse naturali del suo Paese.

Spannend! 50% der ausbeutbaren Lithium-Vorkommen finden sich in Bolivien. Die wenigen Lithium-Länder sitzen schon in den Startblöcken. Wenn sie es schlau machen, können sie ein Kartell wie die OPEC aufbauen. Wir sehen: Ein großer Teil der Elektromobilität wird nach jetzigem Stand der Technik mit der Ausbeutung eines Bodenschatzes, eben des Leichtmetalls Lithium, stehen und fallen. In über 3000 Meter Höhe schuften die bolivianischen Arbeiter für unseren Lärmschutz.

Lärmschutz, ja. Denn: Dass Elektroautos leiser als Benzin- oder Diesel-Autos sind, wird niemand leugnen. Obgleich bei niederen Geschwindigkeiten und in niederen Drehzahlbereichen die Rollgeräusche mehr Lärm entfalten als der Verbrennungsmotor!

Der Umwelteffekt durch E-Mobilität wird geringfügiger als erwartet ausfallen – oder ganz ausfallen. Ich vermute: eine schwarze Null – oder besser: eine weiße Null. Denn Lithiumsande schimmern weißlich in der Höhensonne Boliviens.

Die Weltmarktpreise für Lithium werden kräftig anziehen.

Der eigentliche Strom frisch gezapft aus der heimischen Steckdose wird hingegen für den Verbraucher billiger sein als das Erdöl, mühselig gefördert aus 1000 m Tiefe.

Wir ersetzen somit – nach jetzigem Stand der Technik – die Abhängigkeit vom arabischen Erdöl durch die vom bolivianischen Lithium. Buen provecho!

Unser Foto zeigt das taz-Rad-ähnliche vsf-Fahrrad des Bloggers am Hauptbahnhof. Ich ließ es über Nacht angeschlossen unter einem Laternenpfahl am Berliner Hauptbahnhof stehen und fand es nach meiner Rückkehr unbeschädigt und wohlbehalten wieder. Was für eine Freude. Ich bleibe bei meiner Kombination Fahrrad + Zug und verzichte auf die Kombination Nickel + Lithium. Die ist zu teuer für uns Unterschichtler!

 Posted by at 10:50