Archive for the ‘May-Ayim-Ufer’ Category

Wer tötete euch, May, Cengaver, Siegfried, Giuseppe und Çetin?

Mittwoch, August 31st, 2011

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Das wird immer spannender! Am May-Ayim-Ufer starben noch vor wenigen Jahren Menschen wegen des grausamen DDR-Grenzregimes. Auch diese Vorfälle wurden bei der Einweihung der Gedenktafel mit keiner Silbe erwähnt! Was sind schon ein paar Mauertote angesichts der Millionen Opfer von Kolonialismus und Rassismus!

O ihr Bezirksgrünen! Mir wühlt das Schicksal der von den eigenen Eltern so grausam verlassenen May Ayim die Seele auf, das Schicksal der hier an der DDR-Grenze ertrunkenen Kinder erschreckt mich, ihr trauert symbolisch über Millionen und Abermillionen weit entfernte Opfer! Na, fühlt ihr euch gut damit?

Afro-Deutsche? Ich halte den Begriff für rassistisch und biologistisch. May Ayim wuchs in Deutschland auf. Ihr ghanaischer biologischer Vater hat sich nicht um sie gekümmert. Ihre deutsche biologische Mutter hat sie ins Heim gegeben. Das ist die Tragödie. Anderthalb Jahre nach der Geburt ohne Vater und ohne Mutter, also ohne feste Bindung an einen Menschen.

Der ghanaische Vater hat sie gezeugt. Mehr nicht. May Ayim war eine Deutsche wie Millionen andere auch.

May-Ayim-Ufer – Wikipedia
Während der Zeit der Teilung Berlins verlief am Gröbenufer die Sektorengrenze, wobei die Spree in voller Breite zu Ost-Berlin gehörte. Diese Situation war Grund für eine Reihe von tragischen Unglücksfällen in den 1960er Jahren und den 1970er Jahren. Andreas Senk ertrank 1966 nachdem er ins Wasser gestoßen wurde. West-Berliner trauten sich nicht den Sechsjährigen zu retten, während Grenztruppen der DDR den Vorfall nicht bemerkten. Mindestens vier West-Berliner Kinder ertranken in der Spree, weil den Rettungskräften am West-Berliner Ufer durch die Grenztruppen der DDR jedes Eingreifen untersagt war: Cengaver Katrancı (9), Siegfried Kroboth (5), Giuseppe Savoca (6) und Çetin Mert (5). Sie konnten durch die breiten Öffnungen der gusseisernen Brüstung klettern – erst dann kam man auf die Idee, durchgehend engmaschiges Drahtgeflecht anzubringen.

Fernstenliebe oder Nächstenliebe – wofür entscheidet ihr euch?

Dienstag, August 30th, 2011

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Lieber noch rate ich euch zur Nächstenflucht und zur Fernstenliebe“, so der selbsternannte große Antichrist des 19. Jahrhunderts, Friedrich Nietzsche, in seinem Also sprach Zarathustra. Fernstenliebe statt Nächstenliebe – ein schönes Wort! Gemeint ist: zur Erreichung des Ideals, des richtigen Menschen, des Übermenschen, müssen Opfer im Hier und Jetzt gebracht werden.

“Wir Grünen sind die Partei des Rocks, nicht des Hemdes” – so einmal treffend der frischgebackene Ministerpräsident des Ländle in Anspielung auf das Sprichwort: “Das Hemd sitzt näher als der Rock.” Ein klares Bekenntnis zum Ideal der Fernstenliebe!

Daran musste ich gestern bei der feierlichen Einweihung der May-Ayim-Gedenktafel wieder denken: Ich erlebte eine grandiose Solidarität mit den Opfern von Kolonialismus und Rassismus, begonnen bei der schändlichen Berliner Afrika-Konferenz 1884. 1884 hieß konsequenterweise auch die Band, die aufspielte. Der Fixpunkt des Gedenkens ist die Opfer-Erfahrung, die Solidarität gilt den Fernsten. Die heute lebenden Schwarzen in Deutschland werden in die endlose Opfer-Erfahrung eingereiht. Kolonialismus und Rassismus werden als definierendes Moment für das Schwarzsein in alle Ewigkeit festgeschrieben.   Genau das tun auch viele Schwarze in den USA – über Jahrhunderte hinweg: “Wir sind alle Opfer der Weißen, denn wir wurden gewaltsam nach Amerika verschleppt!” Die Black Panther etwa reden so. Der Opferstatus hat sich verfestigt. Rassistisches Denken wird als identitätsstiftend für Opfer übernommen.

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Dass May Ayim von eigenem Vater und eigener Mutter verraten und verlassen wurde, spielte gestern überhaupt keine Rolle. Dabei ist es offenkundig: Wenn sie eine liebende Mutter, einen liebenden Vater statt prügelnder Ersatzeltern gehabt hätte, wäre sie niemals so unglücklich geworden. Sie wäre kein OPFER des RASSISMUS geworden.

Hätten alle Kinder liebende Eltern, gäbe es die meisten sozialen Probleme nicht.

Identität in der Fernstenliebe entsteht also aus der Identifikation mit weit entfernten Opfererfahrungen. Das Fernste prägt das politische Handeln entscheidend mit. Früher waren es die Sandinistas in Nicaragua oder die Vietkong, die Opfer des “US-amerikanischen Imperialismus”, mit denen man sich identifizierte. Heute sind es die durch Otto Friedrich von der Gröben ab 1683 aus dem heutigen Ghana verschleppten und verkauften Negersklaven und deren Nachkommen.

Ebenso tun die Anhänger der Fernstenliebe alles für das fernste Ziel, für den Klimaschutz etwa – sie retten das Weltklima für die Fernsten. Dass allein durch die Klimaschutzmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz die objektiven Wohnkosten um 45% steigen werden – geschenkt!  Irgendwer wird schon zahlen – entweder die Mieter selbst, oder die steuerzahlende Allgemeinheit. Wir erinnern uns: Zur Erreichung des Fernzieles müssen Opfer im Hier und Jetzt gebracht werden!

Ich war gespannt – hatte sich bei all der grünen Fernstenliebe auch etwas für den Bereich des Nächsten getan? Hatte sich zum Beispiel die Situation des Fuß- und Radverkehrs am May-Ayim-Ufer gebessert? Gibt es nun endlich ausreichend Abstellmöglichkeiten für Fahrräder? Ist die Dominanz des Autoverkehrs am May-Ayim-Ufer mittlerweile zurückgedrängt? Gibt es nun endlich einen durchgängigen Radweg? Endlich einen durchgängigen Uferweg für Fuß- und Radwanderer?

Urteilt selbst! Schaut euch die Bilder an! Diese Bilder geben die tatsächliche Lage des May-Ayim-Ufers am gestrigen Tag wider. Ihr werdet sehen:

Nein, die Dominanz des nahweltschädlichen PKW-Verkehrs ist in Friedrichshain-Kreuzberg nicht gebrochen.

Es gibt weiterhin in Friedrichshain-Kreuzberg nicht genug Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

Es gibt weiterhin in Friedrichshain-Kreuzberg weder für Fuß- noch für Radwanderer einen durchgehenden Weg an den Ufern der Spree.

Nicht einmal das ist also geschafft worden. FreundInnen, MitstreiterInnen! DA müssen wir ran!

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Ritualisierte Opferdiskurse – der umgekehrte Rassismus?

Montag, August 29th, 2011

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Mein Vater kennt mich nicht, die Mutter liebt mich nicht.” So heißt es im Popsong Waldeslust, 2. Strophe.

Ein furchtbares Schicksal erlebte May Ayim, zu deren Andenken heute eine Gedenktafel enthüllt wurde: Ihr Vater, ein Ghanaer, verließ die Mutter bei der Geburt, die Mutter gab das Kind ins Heim. Es gibt kaum etwas Schrecklicheres für ein Kind, als wenn es beide Eltern verliert. Ein Leben lang wird das Kind dann fragen: Wo gehöre ich hin? Wer bin ich eigentlich?

Die Väter, die die Mütter verlassen – das ist ein riesiges Problem, auf das gerade Präsident Obama immer wieder mahnend hingewiesen hat. Was hierzulande niemand weiß: Gerade in den USA verlassen 50% der Väter in manchen Communities die Mütter. Ein sozialer Sprengsatz des Elends!

May Ayims Gedichte, wie sie etwa heute vorgetragen wurden, sind für mich Zeugnis einer unrettbaren Traurigkeit, aber auch eines unbändigen Lebenswillens. Immer wieder versank sie in abgründige Schwermut.

In dem Gedanken, dass sie Opfer des Rassismus geworden war, mochte May Ayim  vor ihrem Selbstmord so etwas wie Trost finden. Im Grunde eine reine Schutzbehauptung, denn das riesige, das nicht wiedergutzumachende Trauma ist die massive Gewalt, die Verlassenheitserfahrung, denen May im Heim und in der Pflegefamilie ausgesetzt war. Man lese doch einmal ihre Gedichte durch – immer und immer wieder kehrt der Gedanke, schuldig-unschuldiges Opfer ihrer Eltern, ihrer Umwelt geworden zu sein.

Die Gedenkgemeinde spann heute eifrig an dieser trügerischen Schutzbehauptung weiter: “Überall gibt es Rassismus in Deutschland. Wir alle können Opfer werden. Nie wieder Rassismus!” So der Tenor. Ich sehe da ritualisierte Opferdiskurse am Werk. Das große Risiko liegt darin, dass Menschen eingeteilt werden nach Opferkategorien. “Du bist schwarz in Deutschland – also begreife dich als Opfer jahrhundertelanger Unterdrückung!” Das halte ich für gefährlichen Unsinn, dem ich aber immer wieder begegne. Er ist nichts anderes als Rassismus mit umgekehrtem Vorzeichen.

Fast jährlich tauchen unter dem Vorzeichen des umgekehrten Rassismus, also des perpetuierten Opferdiskurses, neue Opferkategorien auf: DIE Homosexuellen, DIE Transgender-Menschen, DIE Menschen mit Migrationshintergrund, DIE letzten Deutschen in Wedding usw. usw.

Leider fehlte mir auch nur der geringste Hinweis darauf, dass wir heute eben nicht mehr im Kolonialismus leben. Wir haben heute zum Glück in Deutschland eine diskriminierungsfreie Rechtsordnung.

Gerade die herrlich selbstbewussten Reden über Selbstermächtigung belegen, dass wir in Freiheit von staatlichem Zwang und rassistischer Unterdrückung leben. Rassismus ist keine Konstante der deutschen Geschichte.

Nie wieder Rassismus? Ich würde eher sagen: Nie wieder darf es vorkommen, dass Kinder solcher Herzenskälte, solch verheerender, solch liebloser Behandlung ausgesetzt werden. Was May Ayim angetan wurde, darf sich nicht wiederholen. Wir alle sind aufgerufen, den Kindern ein wärmendes, hegendes Nest zu bieten.

Allerdings muss ich das hohe Reflexionsniveau der Veranstaltung loben! Geschichte aus der Sicht der Opfer – ein sehr guter Ansatz. Die vielen Straßen in Kreuzberg, die nach Militärs und Generälen benannt sind, gehen auch mir schon lange auf den Senkel. Wo bleiben die Komponisten, die Dichterinnen, die Heiligen und die reuigen Sünder?  Aber soll man jetzt alle Straßen umbenennen?

Ich denke, ein historischer Lernpfad zu bestimmten Themen wie etwa Kolonialismus oder Rassismus täte es auch. Straßenumbenennungen sind sehr teuer, ziehen Geld von Schulen, Kitas, historischen Lehrpfaden und Radwegen ab. Dabei leugne ich nichts: Selbstverständlich gibt es auch heute rassistische Haltungen in Deutschland, gegen die wir angehen müssen wie etwa gegen Alkoholismus, Kindesvernachlässigung, Magersucht und Faulheit auch.

Aber Rassismus ist nicht endemisch, wie er dies früher im 19. Jahrhundert war. Ich erlebe eine ungute Inflation der Rassismus-Diagnosen, die den Begriff fast sinnlos gemacht haben. Es gilt jeden Menschen in seiner unvergleichlichen Einzigartigkeit, in seiner unzerstörbaren Würde anzunehmen und zu lieben. Ihn in Opferkategorien und Opferdiskurse  zu stecken, ist das Gegenteil davon.

Bild:  Joshua Kwesi Aikins, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Er hielt eine brillante, sehr gut formulierte, sehr gut vorgetragene Rede.

Stadt braucht Erinnerung!

Donnerstag, August 25th, 2011

Wichtiger Termin: kommender Montag, 13 Uhr, Eröffnung des sanierten May-Ayim-Ufers. Na, dann werden wir mal sehen, ob jetzt die Belange des Fuß- und Radverkehrs angemessen berücksichtigt sind!

Programm:
13.00 – 13.05 Uhr
Das May-Ayim-Ufer als postkolonialer Aufklärungs- und Erinnerungsort
Elvira Pichler, Vorsitzende Kulturausschuss der BVV
Joshua Kwesi Aikins, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland
13.05 – 13.15 Uhr
May Ayim – Person und Werk
ManuEla Ritz, Antirassismustrainerin, Autorin

BEZIRKS-NACHRICHTEN : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv
Sanierte Doppelkaianlage wird übergeben

Nach vierjähriger Bauzeit ist die Sanierung des May-Ayim-Ufers neben der Oberbaumbrücke in Kreuzberg beendet. Am Montag wird das 300Meter lange Uferstück offiziell übergeben. Der Traditionsanleger wurde nach historischen Plänen wieder hergestellt. Neben einem Restaurant mit Terrasse gibt es einen Ausstellungsraum sowie einen Leuchtturm. Die Sanierung wurde aus dem Programm Stadtumbau West bezahlt. (sk.)

“Sie haben unsere Identität und Kultur verraten”, oder ist BIG schwulenfeindlich?

Donnerstag, August 25th, 2011

Sie haben unsere Identität und Kultur verraten“, diesen Vorwurf gegen die türkischstämmigen Kandidaten der Grünen und der SPD erhebt Ismet Misirlioglu, ein Kandidat für die Berliner Landtagswahlen. Früher hat er links gewählt, SPD, Grüne, doch er fühlt sich nicht mehr von ihnen vertreten.  Das berichtet der Berliner Zeitung heute auf S. 22. Mit dem “Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit” stellt sich in Berlin eine vor allem islamisch und türkisch geprägte Partei zur Wahl, die eindeutig die Werte Identität, Kultur, Religion, Herkunft und Ethnizität in den Vordergrund stellt.

Der Artikel ist lehrreich! Denn ein Slogan der Partei wird von der Berliner Zeitung sofort als schwulenfeindlich gebrandmarkt. Was steckt dahinter? Nun, die Partei BIG warnt vor dem “Schulfach schwul”. Er habe nichts gegen Schwule, sagt Misirlioglu. Er sei nur gegen die Bevorzugung einer Minderheit, er, der Angehörige einer anderen Minderheit.

Ist BIG schwulenfeindlich? Sicher nicht! Was BIG will, ist vermutlich, dass die Berliner Schulen zunächst einmal zur traditionellen Familie hin erziehen, also zum üblichen  “Vater, Mutter und Kinder lebenslang verbunden”, wie es sich in den letzten 10.000 Jahren weltweit und kulturunabhängig als erfolgreichstes Modell erwiesen hat. Das wäre dann ein absolutes BIG-Alleinstellungsmerkmal, denn keine andere Partei tritt mit dieser Forderung im laufenden Wahlkampf an!

Superspannend! Da taucht mit BIG eine ganz neue Formation auf, die sich in den bestehenden Parteien nicht abgebildet sieht: die konservativen, muslimisch geprägten Zuwanderer, die ihre Identität in Deutschland “konservieren” wollen. Natürlich darf da der Vergleich zwischen Hitlers “Mein Kampf” und Thilo Sarrazins “Deutschland schafft sich ab” nicht fehlen – zwischen zwei Büchern, die Misirlioglu – wie er selbst eingesteht – nicht gelesen hat.

Ich meine: Mit der schroffen Ablehnung der Homosexualität, mit dem Vorwurf des Verrats gegen migrantische SPD- und Grünen-Politiker, mit dem Pochen auf islamische Identität und Herkunftskultur fängt BIG sicherlich eine Grundhaltung ein, die weit verbreitet ist: “Wir dürfen unsere Identität als Muslime, unsere Identität als Türken, …” nicht verlieren. Gerade hier in  Kreuzberg beobachte ich eine massive Stärkung der türkischen, der arabischen, der muslimischen Identität, die ganz bewusst in schroffer Absetzung von der deutschen Identität gepflegt wird. “Die Deutschen sind leider nicht so, wie wir eigentlich sein wollen, wir dürfen auf keinen Fall so wie die Deutschen werden, wir sollten auf keinen Fall Deutsche werden”, so könnte man diese Grundstimmung beschreiben, die sich allerdings erst in den letzten 10-15 Jahren herausgebildet hat. Deshalb haben die Zentausende von Pfiffen gegen den “Verräter” Mesut Özil mehr ausgesagt als alle wohlgemeinten Integrationsminister es je verlauten lassen können.

Dies mag auch der Hauptgrund dafür sein, dass so wahnsinnig viele Menschen, die hier in Kreuzberg geboren und aufgewachsen sind, nur gebrochenes, ungrammatisches Deutsch sprechen und schreiben:  “Ja zu ein respektvolles Miteinander!” – falls sie das Erlernen der deutschen Sprache nicht ohnehin ganz ablehnen, wie ich es ebenfalls immer wieder erleben durfte.

“Die Deutschen sind leider nicht so, wie wir eigentlich sein wollen, wir dürfen auf keinen Fall so wie die Deutschen werden, wir sollten auf keinen Fall Deutsche werden.”  Hallo Meinungsforschungsinstitute! Legt diesen Satz mal euren migrantischen Umfrageteilnehmern vor! Ihr werdet satte Zustimmungswerte einfahren.

Meinungsforschungsinstitute! Ihr traut euch nicht? Traut euch doch, wovor habt ihr Angst? Natürlich müsst ihr die Umfragen auf Türkisch und Arabisch durchführen!

Symptomatisch für diesen konservativen Roll-back in den migrantischen Gemeinden ist auch das Leben und Wirken der May Ayim, nach der eine Straße in Kreuzberg benannt worden ist: Auch bei ihr findet man die massive Stärkung der Identität als “Afro-Deutsche”, in ihren Gedichten und Reflexionen findet man als Hauptthema wieder und wieder die bewusste Pflege und das Ringen um Identität als “Andersartige”, etwa im Sinne von: “Eigentlich bin ich Afrikanerin, keine normale Deutsche.”

Lest diese spannende Dissertation:

MaggieC.MacCarrollThesis2Sp05.pdf (application/pdf-Objekt)

Ich sehe den Trend zur Hervorhebung eines Merkmals – “eigentlich bin ich keine normale Deutsche, sondern Schwarze,  Afro-Deutsche”, “eigentlich bin ich kein normaler Deutscher, sondern eigentlich Moslem, eigentlich Türke, Palästinenser” usw. mit kritischen Augen! Natürlich kann in einem freien Land niemand gedrängt werden, sich als vor allem im Grunde seines Herzens Türke, als Deutscher, als Russe, als Moslem, als Schwarze oder als Palästinenser zu sehen. Aber ich persönlich habe ein Interesse daran, dass alle, die hier dauerhaft wohnen und leben, sich als ganz normale Menschen in Deutschland sehen – und folglich als ganz normale Deutsche, als typisch deutsche Staatsbürger.

May Ayim, Ismet Misirlioglu (BIG), Thilo Sarrazin (SPD), Ertan Taskiran (CDU), – das sind für mich – trotz all ihrer fremdartig klingenden Namen – alles ganz normale Menschen in Deutschland. Ganz normale Deutsche. Sie sind auch nichts anderes als ich. Menschen.

Selbstverständlich: Für all die linkskemalistischen, nationalistischen Türken war traditionell die SPD die erste Wahl. Wer in der Türkei CHP wählte, wählte halt, schon um nicht nachdenken zu müssen, in Deutschland SPD.

Und wenn man als konservativer Türke nicht mehr SPD oder Grüne wählen will, weil sie die “Identität und Kultur verraten” haben? Dann sollte man überlegen, CDU zu wählen. Die CDU wäre eigentlich die gefundene neue Heimat für genau die Wähler, die auch die BIG anspricht.

In diesem Sinne sage ich “Ja zu ein respektvolles Miteinander”. Hepimiz insaniz!

Teure Vergnügungen der mit sich selbst beschäftigten politischen Oberschichtler

Samstag, Februar 27th, 2010

subbotnik26042008.jpg Das Bild zeigt einige litauische Freiwillige des Jahres 2009 beim Säubern des Gröbenufers. Sie beseitigten Müll und Dreck für uns, die Kreuzberger Deutschen, freiwillig und ohne Bezahlung. Für das Foto haben sie posiert, ebenfalls ohne Gegenleistung.

Es ist geschafft – wieder einmal wurde eine Straßenumbenennung gestemmt. Semantischer Müll aus vergangenen Jahrhunderten wird gesinnungsheroisch beseite geschafft. Von den Deutschen im Bezirksamt. Diesmal: das Gröbenufer, mehrfach in Wort und Bild in diesem Blog dargestellt. Mehrere Monate hat es gedauert. Am 29.09.2009 berichtet dieses Blog bereits. Die Gröbenufer-Umbenennungs-Affäre gleicht also der Opel-Rettungs-Affäre: In beiden Fällen wurde sehr sehr viel Steuergeld  und Politikerzeit für fruchtlose Pseudo-Aktivitäten verpulvert. Kein Hahn kräht danach. Aber die Politiker erzeugen den Anschein, dass die Zeit vergeht und dass sie sich sinnvoll beschäftigen.

Reiches Deutschland, reiches Kreuzberg! Es wäre spannend, in einer Kosten-Umlage-Berechnung die Lebenszeit und die Steuergelder umzurechnen, die für diese Straßenumbenennung ausgegeben wurden, die gerade jetzt in diesen Minuten stattfindet. Von den Folgekosten zu schweigen.

Ich bin sicher: Ein 5-stelliger Betrag käme heraus. Indessen plage ich armer dummer Radfahrer mich über Schlaglöcher auf den von mir reichlich benutzten Straßen, ärgere mich über fußgängerfeindliche Ampelschaltungen, quäle mich an vierreihig parkenden Grundschul-Elterntaxis vorbei. Na immerhin etwas Gutes hat diese Umbenennung: Friedrichshain-Kreuzberg zeigt damit: Es ist reich.

Und für die Beseitigung des Unrats am Gröbenufer …? Haben wir reichen Kreuzberger die lettischen und litauischen “Hilfswilligen”! DAS, liebe MitbürgerInnen,  ist Neo-Kolonialismus pur!

Trotzdem meine ich: Wir brauchen endlich ein bisschen grüne, ein bisschen rote Politik in Friedrichshain-Kreuzberg. Warum nicht etwas für ökologisch sinnvollen Verkehr versuchen? Ein bisschen rote Politik für gemeinsames Lernen in der Grundschule?  Ein bisschen sozialdemokratische Politik im Sinne der alten, sparsamen Arbeiterhaushalte, die das Geld lieber für eine Volksbibliothek oder eine Arbeiterküche ausgaben anstatt den Vergnügungen zu frönen? Warum nicht mal die Drogendruckräume in die Häuser im Eigenbesitz aufnehmen?

Eine teure Vergnügung der sich selbst beschäftigenden politischen Oberschicht ist diese Staßenumbenennung. Ausnahmsweise mal ein Zitat aus diesem Blog:

Die Grünen im Bezirk sollten sich endlich einmal ihrem Kerngeschäft widmen, etwa der Schaffung ökologisch verträglicher Strukturen im Verkehr. Dazu würde die Schaffung guter Verhältnisse für Fußgänger und Radfahrer gehören. Da tut sich viel zu wenig. Integration: Desaster! Die Schülerschaft ist von Klasse 1 an gespalten in Muslime und Nichtmuslime. Datenschutz: Nirgendwo werden die Meldedaten stärker von den Schulbehörden kontrolliert als in Friedrichshain-Kreuzberg. Naturschutz: Warum pflanzen sich so wenige Exemplare der Tierart Homo sapiens germanicus hier fort und verlassen das Biotop, sobald sie Nachwuchs haben? Ist das Biotop etwa lebensfeindlich?

Das Gröbenufer ist Geschichte

Warum kein Radweg am Gröbenufer? (2)

Mittwoch, September 30th, 2009

subbotnik26042008.jpgDas Gröbenufer hatten wir schon einmal in diesem Blog erwähnt, und zwar am 14.05.2008. Dort, wo es keinen Fahrradweg gibt und geben wird, startete eine Fahrradtour durch unseren Bezirk. Das damalige Foto (hier noch einmal zu sehen) zeigte einige Litauer, die dort eine Entmüllungsaktion fröhlich zupackend veranstalteten. Die wunderschöne Litauerin werde ich wohl nie mehr wiedersehen, und das stimmt mich wehmütig.

Und da zeigt sich auch ein unterschiedliches Verhältnis zum öffentlichen Raum: Während unsere wackeren deutschen Grünen symbolisch den einen oder anderen uralten Namen ändern (so etwa das Gröbenufer) und sozusagen semantische Müllprobleme auftürmen, an denen sie sich dann unter beträchtlichem Einsatz von Hirnschmalz und Zeit abarbeiten können, packen die jungen Immigranten aus den jungen Demokratien selbst an, um etwas für die Umwelt zu tun. Diesen Gegensatz sehe ich immer wieder: Unsere östlichen Nachbarn tun etwas, wir reden und reden. Und manchmal wird demonstriert. Und dann heißt es: Das muss die BSR machen. Die BSR soll den Müll der Bürger wegschaffen. Wir rühren keinen Finger.

Warum kein Radweg am Gröbenufer?

Dienstag, September 29th, 2009

Immer wieder fahre ich am Gröbenufer entlang. Für Radfahrer schwierig, es fehlt eine gute Lösung, stattdessen holpert man gewaltig über das Pflaster.

Und wieder einmal liefern unsere Bezirksgrünen ein Beispiel ihrer sattsam bekannten Ersatzpolitik – oder ihres Politikersatzes. Gerade am Gröbenufer! Statt sich um ihr Kerngeschäft zu kümmern, etwa ökologisch überzeugende Verkehrspolitik, tauschen sie mal wieder Namensschilder aus.  Lest selbst:

Braucht Kreuzberg ein May-Ayim-Ufer?
Das kurze Stück Uferstraße war bislang benannt nach Otto Friedrich von der Gröben. Von der Gröben, geboren 1657, segelte seinerzeit als Leiter einer frühen Kolonialexpedition im Dienste des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich I. nach Afrika. An der Küste des heutigen Ghana hisste der Expeditionsleiter feierlich die brandenburgische Flagge und ließ ein Fort namens Großfriedrichsburg bauen.

Ich meine:


Die Grünen im Bezirk sollten sich endlich einmal ihrem Kerngeschäft widmen, etwa der Schaffung ökologisch verträglicher Strukturen im Verkehr. Dazu würde die Schaffung guter Verhältnisse für Fußgänger und Radfahrer gehören. Da tut sich viel zu wenig. Integration: Desaster! Die Schülerschaft ist von Klasse 1 an gespalten in Muslime und Nichtmuslime. Datenschutz: Nirgendwo werden die Meldedaten stärker von den Behörden kontrolliert als in Friedrichshain-Kreuzberg. Naturschutz: Warum pflanzen sich so wenige Exemplare der Tierart Homo sapiens hier fort und verlassen das Biotop, sobald sie Nachwuchs haben? Ist das Biotop etwa lebensfeindlich? Warum – oh ihr tüchtigen, wackeren Grünen – immer nur symbolische Politik, die den Menschen nur Scherereien bringt? Grotesk! Eben grün.

Was ist Europas Vaterland? Ist’s Griechenland, ist’s Britenland? Ist’s Russenland?

Samstag, Mai 3rd, 2008

subbotnik260420081.jpg schneiderhampellucas_097.jpgAm Freitag, 25. April, besuchte ich die zweite Auflage von “Doppelgedächtnis“, der verdienstvollen Vortragsreihe, die die “Gesellschaft zur Förderung der Kultur im erweiterten Europa” anbietet. Diesmal versammelten wir uns im Deutschen Historischen Museum. Monika Flacke, die Gastgeberin des Hauses, warf in ihrer Begrüßung gleich einen Stein ins Wasser. Sie stellte fest: Es fehlt uns in Europa ein gemeinsames Narrativ. Wir können wohl einzelne Erzählstränge aufarbeiten und prächtig ausstellen, aber es gibt keinen gemeinsamen Faden, keinen gemeinsamen Gedächtnisraum.

Tibor Pichler von der Slowakischen Akademie der Wissenschaften legte den Schwerpunkt seiner Überlegungen auf einen ganz besonderen Raum europäischer Geschichte: das Habsburgerreich mit seinen Nachfolgestaaten. Es sei diesem Gebilde nicht gelungen, aufkommende nationale Bestrebungen und den Wunsch nach demokratischer Repräsentation auszubalancieren. Tomáš Garrigue Masaryk habe sich exemplarisch an der Aufgabe abgearbeitet, den Eigenwert eines neuen, aus der Konkursmasse Österreich-Ungarns hervorgegangen, ethnisch begründeten Nationalstaates, der Tschechoslowakei, “im Dienste des Rechts” zu verankern. Hierbei habe er im Spannungsfeld zwischen im eigentlichen Sinne “politischen” und “holistisch-tribalistischen” Grundauffassungen von Staatlichkeit gestanden.

Der Beitritt der zweiten slowakischen Republik zur Europäischen Union kam dabei fast einer zweiten Staatsgründung gleich.

Ich hätte gern mehr über die Gründe dafür erfahren, weshalb die Slowaken zwei Mal, im Jahr 1939 und im Jahr 1993, die Tschechoslowakei so eilig verließen. War die Staatskunst etwa eines Masaryk auf Dauer doch nicht ganz ausreichend, um die zahlreichen ethnisch grundierten Missverhältnisse und Misstöne zwischen Tschechen einerseits und Slowaken, Deutschen, Ungarn und anderen Minderheiten andererseits auszugleichen? Wie kam es, dass die beiden Staaten Slowakei und Ungarn sich ab 1939 bzw. 1940 als willfährige Bündnispartner des kriegführenden Deutschen Reiches etablierten? An solchen Detailfragen, die normalerweise ausgeblendet bleiben, würde sich Wert und sachlicher Erkenntnisgewinn derartiger verdienstvoller Vortragsveranstaltungen bemessen. Immer wieder schlägt – so meine ich – stattdessen bei den Völkern im östlichen Mitteleuropa ein Hang zur Viktimisierung durch, zu jener Haltung also, die konsequent und über das gesamte 20. Jahrhundert hinweg für sich beansprucht, Opfer der beiden Großmächte Deutschland und Sowjetunion gewesen zu sein. Aber mindestens für die Tschechoslowakei gilt: sie war bis 1939 ein demokratischer Staat, dem es gleichwohl an Zustimmung bei wesentlichen Bevölkerungsgruppen fehlte. Warum das? Was können wir aus den giftigen Animositäten der ethnischen Gruppen lernen?

O ihr Ungarn, Slowaken, Ukrainer, Slowenen und ihr anderen Völker: erzählt uns mehr von euch, sagt, wie es war, gleitet nicht allzu schnell, allzu ungenau über die lächelnden Oberflächen der Begriffsbildungen hinweg, seid weniger Philosophen, seid mehr Berichterstatter, Erzähler, – wir in Deutschland, Frankreich oder Italien wissen viel zu wenig von euch! Schildert doch mal bitte eine einzige Situation, aus der wir lernen können, was in euch vorgeht, “wie ihr tickt”! Wer war Horthy, wer war Hlinka, wer war Hácha, wer war Tiso? Selbst Historiker in Deutschland wissen mit diesen und anderen Namen kaum etwas anzufangen. Kroaten, Serben, Ruthenen: Seid kein Buch mit sieben Siegeln, ihr seid doch genauso Kerneuropa wie wir! Zeigt uns Bilder, gebt uns Fäden in die Hand, mit denen wir euer Schicksal verstehen können!

Einen meisterhaften Querschnitt durch die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts lieferte Edward Lucas vom Economist ab. Profunde Detailkenntnisse, gepaart mit einem unerbittlichen Blick auf die zahlreichen Ungereimheiten, Heucheleien und Halbwahrheiten, mit denen die zahlreichen europäischen Völker sich ihre eigene Geschichte mehr oder minder selbstgefällig zurechtlegen. Lucas sparte niemanden aus, weder Großbritannien noch Russland, noch die baltischen Staaten. Und endlich, endlich, brach auch heftige Kritik am aktuellen Regierungshandeln durch: so etwa, wenn er Deutschlands mit den europäischen Partnern nicht abgestimmtes Vorgehen bei den Gasgeschäften mit Russland angriff. Der Machtwille des Kreml dürfe auf keinen Fall unterschätzt werden, und durch Uneinigkeit schwäche sich die Europäische Union gegenüber den Verhandlungsführern im Kreml auf empfindliche Weise.

Gesamteindruck: Anregende, wichtige Gedanken, denen kaum zu widersprechen war, bei denen ich aber gerne an vielen Stellen nachgehakt hätte. Die Fragestellung war jedoch zu umfassend, als dass sie wesentliche neue Einsichten hätte erbringen können. Daraus sollte man niemandem einen Vorwurf machen, am allerwenigsten den Vortragenden.

Entschiedenen Widerspruch muss ich dagegen einlegen, wenn wieder und wieder Russland als diejenige Macht dargestellt wird, vor der wir in Europa etwa Angst haben müssten. Russland – so meine langjährige Erfahrung – ist heute ein zutiefst europäisches Land, das mit vielen anderen Ländern Europas gemeinsame Züge trägt: darunter ein starkes nationales Sonder- und Sendungsbewusstsein, gekoppelt mit einer tiefgreifenden Überformung durch kirchliche, in diesem Falle ostkirchliche Legitimationsbestrebungen. Wir in der westlichen Hälfte Europas haben nicht den mindesten Grund, unsere Geschichte als etwas grundlegend Besseres auszugeben. Es gab Despotie, Unrechtsregime, Brutalitäten über mehr als 2 Jahrtausende hinweg in ganz Europa. Wir erleben nur derzeit, seit etwa 1945 bzw. 1990 einen historisch gesehen kurzen Moment, in dem Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Menschenwürde ein größeres Gewicht haben – zu unserem Glück sind wir vereint, und diese Einheit haben wir nur durch tatkräftige Hilfe der USA und der Sowjetunion erringen können. Aber wir sollten ganz Europa “wohnlich, sturmfest, gastfreundlich” ausgestalten. Dazu gehört, dass wir Russland, den Islam und die Türkei als Bestandteile unserer gesamteuropäischen Geschichte ernstnehmen und vom hohen Ross unserer Überlegenheit herunterkommen.

Unser heutiges erstes Bild zeigt drei junge Litauer, die wir einen Tag später, am 26. April, bei unserer Radttour durch Kreuzberg trafen. Sie hatten sich am Kreuzberger Ufer der Spreee, dem Gröbenufer, mitten in Berlin, zu einem tatkräftig-fröhlichen Subbotnik zusammengefunden. Sie räumten den Müll und Unrat weg, den andere über Wochen hinweg achtlos weggeschmissen hatten. Was für ein Bild: Diese jungen Balten, die sich zu einem Gastaufenthalt bei uns Berlin befinden, räumen unseren deutschen Dreck weg! Die Veröffentlichung des Bildes in unserem Blog erfolgt mit freundlicher Zustimmung der Abgebildeten.

Das zweite Bild zeigt Frau Schneider, stellvertretende Direktorin der Katholischen Akademie Berlin, den Blogger und  Edward Lukas.

10 Minuten nach der Begegnung mit den Litauern trafen wir übrigens an jenem Samstag einen Trupp etwa acht junger Deutscher, die sich nach einer durchgezechten und durchgekifften Nacht an der Brommybrücke häuslich niedergelassen hatten: es fehlte nicht an behaglichen Decken, weiterem Bölkstoff, Musik und würzigem Geruch afghanischen Krautes. Zur Begrüßung drehten sie erst einmal den CD-Player so laut auf, dass wir uns kaum mehr verständigen konnten. Die Botschaft der Deutschen an uns Kreuzberger Radwanderer war klar: “Wir sind hier zuhause, diese Brücke gehört uns, ihr seid hier nicht willkommen!”