Mütterliche Gefühle hegen und pflegen!

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Jul 082014
 

Ich koche gern und hege zutiefst mütterliche Gefühle gegenüber allen, für die ich koche. Gestern zum Beispiel! Da gab es am Abend Lasagne, gekocht mit der Bologneser Sauce vom Vortage. Die wird ja am zweiten Tag noch besser. Hmmm, … das schmeckte, liebe Kinder!

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Alles mit deine Hände

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Mai 112014
 

Ausgerechnet Kurt Tucholsky und Heinrich Heine haben schöne Gedichte über ihre Mütter geschrieben. Diese redlich bewährten, alten, unerschrockenen Kämpen gegen alle falschen Obrigkeiten, meine vorbildlichen, ironischen Mitmänner beugen dankbar und verehrend ihr Knie vor ihren Müttern… und werden unironisch und ernst.

Der Heine Harry und der Tucho  wissen oder ahnen zumindest, dass die Mutter-Kind-Beziehung die erste, die wichtigste, die prägende Erfahrung im Leben jedes Menschen ist. Da mögen die Staaten und Herrscher, die Regierungen und Autoritäten, die Wissenschaftler*innen sich noch so sehr bemühen, das Mütterliche zu ergänzen oder zu ersetzen durch Fertigmilch und Babykrippen, durch pränatales Screening, durch Gender Studies, durch ganze Batterien an Tests und durch postnatales Baby-Vermessen. Alle, die keine Mutter hatten oder von ihrer Mutter früh getrennt oder weggerissen worden sind, spüren, dass ihnen etwas Wesentliches, etwas Unersetzliches fehlt.

Hier kommt das Gedicht von Heinrich Heine. Es zeigt eine tiefe Einsicht von uns Söhnen: dass wir nämlich nie „genug zurückgeben“. „Es kommt kaum etwas zurück von unseren Kindern“, das haben mir Mütter immer wieder bestätigt.

An meine Mutter

Ich bin’s gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen,
Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe;
Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe,
Ich würde nicht die Augen niederschlagen.

Doch, liebe Mutter, offen will ich’s sagen:
Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe,
In deiner selig süßen, trauten Nähe
Ergreift mich oft ein demutvolles Zagen.

Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget,
Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet,
Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?

Quält mich Erinnerung, daß ich verübet
So manche Tat, die dir das Herz betrübet?
Das schöne Herz, das mich so sehr geliebet?

 

„Mit deine Hände“ vom Tucho find ich  ebenfalls sehr anrührend und sehr lesenwert. So beginnt es:

Mutters Hände

Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rübajeschohm –
un jewischt un jenäht
un jemacht un jedreht…
alles mit deine Hände.

http://www.muttertagsseiten.de/gedichte/mutters-haende/home.html

 

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Mrz 192014
 

Die Politik und die Industrie verlangen immer stärker die Rundum-Verfügbarkeit aller erwerbsfähigen Menschen. Alle namhaften Parteien wollen die Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern steigern, alle wollen vor allem, dass die Wirtschaftsdaten stimmen. Alle wollen vor allem, dass alle Frauen ab 18 und alle Männer ab 18 ein gesundes, zufriedenes Leben führen. Alle Erwachsenen sollen vor allem glücklich und zufrieden sein.

Keine Bundestagspartei traut sich hingegen, für die nicht wahlberechtigten kleinen Kinder und für die nicht mehr wählenden Uralten die Stimme zu erheben. Was wollen die nicht wahlberechtigten kleinen Kinder, was wollen die Uralten, all die Hunderttausenden von Pflegebedürftigen, die Dementen, die Inkontinenten, die „Altersweisen“ (wie ich sie nenne)? Antwort: Sie wollen und brauchen die Familie, das Nest, das Vater und Mutter bauen und sichern. Sie wollen und brauchen quirliges, nachwachsendes Leben, Geschwisterkinder, Enkelkinder, Zärtlichkeit, Fürsorge, wie sie eben auf lange Sicht nicht die Pflegedienste, nicht der Staat, nicht die Pflegeheime, die Kitas und Waisenhäuser, sondern nur die Verwandten leisten können. Die Geschlechterquote in den DAX-Vorständen ist ihnen egal. Equal Pay und  Girls Day  geht ihnen  so was am Allerwertesten vorbei. Die finanzielle Ausstattung der Pflegeversicherung schert sie nicht.

Die Sehnsucht aller Menschen richtet sich von Natur aus in den ganz frühen und den ganz späten Jahren auf Fürsorge, Verantwortung, Schutz, Geborgenheit, wie sie am besten die durch Vater und Mutter gebildete, durch Mutter und Vater getragene  Familie bieten kann.

Es gibt in Deutschland keine einzige namhafte politische Partei, die der vollständigen Familie, die dem Glück der ganz Kleinen und der ganz Alten  den Vorrang vor der Erfüllung von „Planzielen“, „Erwerbsquoten“, der „Sicherung des Sozialstaates“ einräumen würde. Keine traut sich das zu sagen. Dabei täte es dringend not. Der Kreuzberger Blogger selber trug dieses Ansinnen bei passenden Gelegenheiten übrigens mehrfach in der CDU vor und erhielt eine Abfuhr nach der anderen: „Wenn wir das sagen, was Sie Kreuzberger da vertreten und was ja auch richtig ist, dann wählen uns die Leute nicht.“ Feige nenne ich das.

Es ist also ein Überbietungs- und Feigheitswettbewerb der Parteien gegenüber dem Wahlvolk in Gang gesetzt. Welche Partei überbietet die andere im Glücksversprechen? Das ist die Gretchenfrage.

Im Mittelpunkt der heutigen Politik steht die femina oeconomica und der homo öconomicus. „Mütterlichkeit“ und „Väterlichkeit“ haben fast völlig ausgedient, der bundesdeutsche Sozialstaat hat sich zum fürsorglichen Leviathan gewandelt, der die Menschen trägt, nährt, sichert, zeugt, gebiert und beerdigt oder dies doch zumindest fälschlich zu leisten behauptet.

Über den überragenden, unersetzlichen  Rang der vollständigen, aus Mutter und Vater gebildeten Familie schreibt der Soziologe Walter Hollstein am 18.03.2014 in der Zeitung:

„Wir wissen empirisch sogar mehr. Wir kennen inzwischen die folgende Gesetzlichkeit: Es gibt einen klaren Zusammenhang von Vater-Präsenz und gesunder Entwicklung des Sohnes auf der einen Seite und von Vater-Absenz und der Gefahr des Scheiterns auf der anderen. Zum Spektrum dieses Scheiterns gehören innere Verwahrlosung, Sucht, Kriminalität, Gewalt, Depression und Suizid der allein gelassenen Söhne. Selbstverständlich brauchen auch die Töchter ihre Väter, etwa für den Erwerb eines realistischen Männerbildes – aber eben – belegterweise – doch weniger.“

via Väter sind wichtig – Nachrichten Print – DIE WELT – Debatte – DIE WELT.

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Feb 212014
 

Einen echten Gala-Auftritt legt eine Top-Politikerin hin: Innerhalb weniger Monate verlor Julia (41 J.) 17 kg! Vortrefflich! Alle jubeln, sie selbst am meisten. Endlich keine überflüssigen Pfunde mehr. Julia (41) sieht jetzt aus wie 31! Wow! Julia hat es geschafft, wo viele hunderttausende Frauen vergeblich hinstreben. Julia ist ein klasse VORBILD! Ab sofort gibt es für die Hunderttausenden, die es nicht schaffen, keine Entschuldigung mehr.

http://www.gala.de/lifestyle/trend/julia-leichtes-schwergewicht_1053205.html

Spitzenfrau Julia, im vorigen Leben auch mal Weinkönigin,  wirkt zehn Jahre jünger. Sie verkörpert jetzt in ihrer neuen markanten, jungenhaften Silhouette das Gala-Ideal der medientauglichen, rundum vorzeigbaren Frau: Kein Gramm zuviel, alles, was von fern an spezifisch Weibliches, oder schlimmer noch an Mütterliches erinnern könnte, ist sorgsam wegtrainiert, weggefastet. So muss es sein. So wollen es die Medien, von der GALA angefangen über die TV-Talkshows bis hin zur WELT.

http://www.welt.de/vermischtes/article125038375/Der-wundersame-Gewichtsverlust-der-Ex-Weinkoenigin.html

In Kleidung, Gewicht, Anmutung verkörpert Julia jetzt wundersam die moderne Spitzenfrau: klare Kanten, enge Jeans, die schmale, knabenhafte Silhouette, ein sorgsam geplanter, verführerischer Mix aus Männlich-Weiblich in der Garderobe sind heute gefragt. Nur so kann frau sich halten. Das Ideal ist in Werbung, Medien und Karriere die androgyne, mit Gender-Stereotypen souverän spielende, Gender-Erwartungen durcheinanderwürfelnde Frau.

Völlig ausgemustert, mega-out ist die mütterlich-barocke Frau. All die üppigen schwellenden Formen, die ein Rubens etwa hinmalte, sind ein absolutes No-Go geworden.   Die „mütterlichen“ Formen, eine „mütterliche“ Art, oder schlimmer noch das „Bemutternde“, das „Fürsorgliche“ sind das Schlimmste, was man einer modernen Frau heute nachsagen kann.

Für das „Fürsorgliche“ ist bekanntlich heute Mutter Staat zuständig. Deswegen (weil ja das Sozialsystem alle so spitzenmäßig auf Jahrzehnte hinaus versorgt) schenkte uns die neue Bundesregierung höchst vorsorglich auch die Absenkung des Rentenalters auf 63 Jahre.  Das „Mütterliche“ und das „Väterliche“ sind durch die Politik kulturell ersetzbar geworden. Das Kindererziehen und die Altenpflege wird ebenfalls weitgehend dem Staat anvertraut, der Beruf steht für die moderne europäische Frau selbstverständlich  an der Spitze der Top-Prioritäten. Kinder werden nach der nahezu kompletten Ausmusterung der mütterlichen Frau der vergangenen Jahrtausende durch Zuwanderung hochqualifizierter Frauen und Männer ins Land geholt. Alles prima, alles paletti.

 

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„Wie lange geht das jetzt schon zwischen euch, du Mann und du Frau!“ Antwortet!

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Jun 112013
 

2013-06-11 09.30.03

„Na, igittigitt, also DAS sollten wir doch endgültig überwunden haben, diese Unterschiede im Rollenbild von Mann und Frau!“, so höre ich es immer wieder gegen mich einwenden, wenn ich Sappho, Archilochos,  Schiller, Hölderlin, Sylvia Plath oder Ingeborg Bachmann zitiere. Ich meine mit Berufung auf diese Zeuginnen und Zeugen in der Tat: Alle Zeugnisse der uns verfügbaren Menschheitskulturen – beginnend bei der Venus von Willendorf, beginnend bei Homer, beginnend bei den 5 Büchern Mosis bis hin zu den gegenwärtig handelnden Politikerinnen aller Parteien – zeigen deutlich modellierte, stets unterschiedliche Vorstellungen und Verhaltensweisen der Männer und der Frauen, und zwar so, dass die Frauen eher so empfinden und handeln, wie wir dies Frauen zusprechen, und die Männer eher so, wie wir dies Männern zusprechen.  Das muss auch biologisch begründet sein, denn sonst hätten die immer wieder unternommenen Versuche, derartige Geschlechterverhältnisse kulturell außer Kraft zu setzen, irgendwann auch einmal zum Ziel führen müssen – beginnend bei den Amazonen des griechischen Mythos über die biblische Stadt Sodom, die völlige Assimilation von Mann und Frau bei Platon  bis hin zu heutigen Quotenregelungen in Schweden, Deutschland oder Norwegen.

Und wie lange geht dies schon so mit dieser Affäre zwischen Frau und Mann? Ich meine in aller Unschuld: etwa 10.000 Jahre bis zum heutigen Tag. 10.000 Jahre? FALSCH! Das geht schon seit etwa 400 Millionen Jahren bis zum heutigen Tage so. Was sagt die Biologie dazu? Hören wir hinein ins Gespräch zwischen zwei Frauen – zwischen Elisabeth Raether und Doris Bischof-Köhler. Das Gespräch belauschen wir dank des aktuellen ZEIT-Magazins. Und nun lasset uns fragen: Wie lange geht das schon so?

Bischof-Köhler: Die Entstehung der heute beobachtbaren Geschlechtsunterschiede liegt etwa 400 Millionen Jahre zurück. Unsere tierischen Vorfahren gingen zum Leben an Land über. Samen und Eizellen wurden nicht mehr, wie bei Fischen, dem Meer anvertraut. Die Weibchen übernahmen die Bürde der inneren Befruchtung. Seitdem können sie erheblich weniger Nachkommen in die Welt setzen als die Männchen. Das bedingt eine permanente Konkurrenzsituation zwischen den Letzteren, und die hat einen Selektionsdruck ausgeübt, zu dem es beim weiblichen Geschlecht keine annähernd gleich starke Entsprechung gibt. Alle wesentlichen Geschlechtsunterschiede leiten sich aus dieser Asymmetrie her.

Auffallend ist in meinen Augen, dass Bischof-Köhler vor allem vom Akt der Zeugung und des Austragens spricht. Dies mag aus Sicht der Evolutionsbiologie so sein. Für die Evolutionsgeschichte der Säugetiere, also der jüngsten Klasse an Organismen, der wir selbst ebenfalls angehören, scheint mir aber noch bedeutsamer die völlige Abhängigkeit des Nachwuchses von Hege, Pflege und Ernährung durch die Mutter zu sein. Das Wort Mutter oder Mutterschaft kommt hier in dem Gespräch der beiden Frauen nicht vor. Mutterschaft ist offensichtlich ein unangenehmes, schwer zu treffendes Thema.

„Die Mütter – sind’s die Mütter doch
Um sie kein Ort, noch weniger eine Zeit!“

seufzt Faust. Auch für ihn war die Fahrt zu den Müttern eine unerwünschte Einsicht in die Grundbedingtheit der Existenz des Mannes. Und Bedingtheit der eigenen Existenz, das ist ja etwas, wogegen sich Faust nicht weniger vehement wehrt als eine Judith Butler gegen die Zuschreibungen der 10.000 Jahre in unserer eigenen Mann-Frau-Affäre.

Somit scheint mir für die Evolutionsbiologie des Menschen die geradezu überlebensnotwendige Mutter-Kind-Bindung noch wichtiger zu sein als die „Bürde der inneren Befruchtung“.

Aus dem biologisch begründeten engen Abhängigkeitsverhältnis zwischen Kind und Mutter, das mithilfe des Vaters aufgebrochen oder zur Welt hin erweitert werden muss, leiten sich meines Erachtens die meisten heute beobachtbaren Unterschiede im Selbst- und Weltverständnis von Mann und Frau ab. Diese Unterschiede werden kulturell zwar vielfach überformt, sie sind gewissermaßen Modelliermasse, sie werden wohl auch in höherem Maße nachträglich, also epigenetisch beeinflusst – aber sie sind eine Grundgegebenheit, über die sich Gesellschaften nicht ungestraft hinwegsetzen können. Aus diesem Grunde spricht wenig dagegen, wenn Säuglinge zunächst einmal ganz überwiegend durch die Mutter, durch eine oder zwei Frauen aufgezogen werden. Aber es spricht sehr viel dagegen, den Säuglingen die tiefe Erfahrung des Weiblichen, des Mütterlichen, das durch professionelle Kräfte oder gar durch Männer niemals ersetzt werden kann, vorzuenthalten.

Quelle: „Keine falschen Schlüsse ziehen.“ Gespräch zwischen Elisabeth Raether und Doris Bischof-Köhler. ZEIT Magazin Nr. 24, 6. Juni 2013, S.20-21
http://www.zeit.de/2013/24/genderforschung-evolutionsbiologie

Bild: Aufschrift „Uterus“, gesehen heute in der Rosenstraße in Berlin-Mitte

 

 

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Frauen! Versteckt das Mütterliche!

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Apr 272012
 

emanzipiert38230.jpg

Schnappatmung und Beißreflexe zuhauf umwabern die Aufnahme des Buch „Danke. Emanzipiert sind wir selber“ von Kristina Schröder und Caroline Waldeck.

Ich habe es nämlich gelesen und stelle fest, dass fast nichts von dem, was die Kritikerinnen des Buches hineinlesen, auch darin steht. Weder will es die Frauen als Heimchen am Herd wissen und sie dorthin ins finsterste Mittelalter zurückstürzen, noch verwirft es die Errungenschaften der Frauenbewegung. Die Autorinnen verlangen nichts anderes vom Staat und von der Politik, als dass sie ihre eigene Entscheidung treffen können, und dass ihnen nicht ständig Karriererwartungen aufgedrückt werden, die sie nicht wollen.

Die massiven Feindseligkeiten gegenüber den beiden Autorinnen finde ich sehr erhellend. Spannend für einen unbestechlichen Sozio-Analytiker, wie ich es bin!

Das Gleiche gilt auch für den Kampf gegen die „Herdprämie“ usw. Dass eine Frau sich in den ersten drei Lebensjahren vorrangig um die Pflege und Erziehung der Kinder kümmern will oder kümmern muss (hä?) und dafür liebend gern ihre Karriere unterbricht oder riskiert, das DARF nicht sein.

Und doch deutet vieles darauf hin, dass es für die Kinder am besten ist, wenn sie die ersten zwei oder drei Lebensjahre in enger räumlicher Anbindung an eine oder einige wenige stets gleichbleibende Frauen oder Männer verbringen, üblicherweise die Mutter, die „Amme“ oder sonst einige wenige Personen.

Das wirtschaftlich und sozial erfolgreichste Bundesland mit den statistisch geringsten Sozialproblemen, nämlich Bayern, hat die geringste Betreuungsquote im frühkindlichen Bereich (8%). Besteht da ein Zusammenhang?

Selbst das häufig zu hörende Argument, türkische oder arabische Kinder müssten in der Krippe Deutsch lernen, weil sie es sonst nicht mehr könnten, trifft nicht zu. Das ergibt sich doch schon daraus, dass die allermeisten türkischen und arabischen Kinder, die wirklich Erfolg in Berlin oder in Deutschland haben, eben nicht aus der deutschen Krippe kommen, sondern aus intakten, relativ traditionellen Familien. Diese erfolgreichen Migranten kommen häufig erst im Alter von 6 oder 7 Jahren nach Deutschland, haben nicht die deutsche staatliche Kleinkindbetreuung, sondern die familiengeprägte Sozialisation ihrer monoethnischen Herkunftsfamilien durchlaufen. Beispiele kenne ich selbst zuhauf.

Wir haben im letzten Jahr vor dem Schulbesuch in Berlin ein Kitabetreuungsquote von fast 96%, gleichwohl setzen Politik und Gesellschaft völlig unrealistische Erwartungen in einen großflächigen Ausbau der staatlichen Kleinkindbetreuung.

Nichts spricht dafür, dass die massiv verfestigten Integrations- und Sozialisationsprobleme unserer typischen Kreuzberger oder Neuköllner Kinder durch die staatliche Krippe für Kleinkinder (0-3 Jahre) gelöst werden könnten.

Mich interessiert, wie es zu dieser massiven Abwertung des Mütterlichen in den westlichen Gesellschaften etwa seit 1980 kommen konnte. Kuckt Euch mal die Reklame, die Werbung, die Mode und die Stars an. Alles, was bei der Frau auf so etwas wie „mütterliche“ Konnotationen hinweisen könnte, wird systematisch weggepixelt. „Versteck Deine mütterliche Seite!“ Dies scheint ein zentrales Gebot der heutigen Medienlandschaft zu sein.

Was aber ist mütterlich? Darüber besteht – glaube ich – ein gewisser jahrhundertelanger Grundkonsens in den europäischen Gesellschaften, was sich unter anderem daran ablesen lässt, dass in verschiedenen europäischen Kulturen verschiedener Zeiten das Mütterliche ähnlich besetzt wird: Das Ideal der Mütterlichkeit ist eng verknüpft mit Fürsorge, Zärtlichkeit, Sanftheit, Dauerhaftigkeit, Hingabe, Treue, Uneigennützigkeit. Mit dem Willen, das Kind zu hegen und zu pflegen, es wachsen zu lassen, es groß werden zu lassen.

Doch genau dieses Ideal ist heute brüchig geworden.  

Gefragt ist heute die multipel einsetzbare, parallel in mehrere Karrieren eingetaktete Frau: Sie wählt selbst ihren Weg in Wirtschaft, Gesellschaft und Familie oder in  verschiedenen Lebensformen, lässt sich von niemandem dreinreden, entscheidet für sich, was gut für sie ist.

Kinder? Ja, gern, aber nicht als Selbstzweck, nicht als unverfügbares Geschenk und schicksalhafte Pflicht, und vor allem nicht, damit eine Frau gar im Muttersein Glück und Erfüllung finden könnte, wie das einige Jahrtausende lang von vielen Frauen erwartet wurde. Kinder sind etwas Gutes im Leben der Frau nur sobald und soweit sie in den Lebensentwurf der Frau hineinpassen.

Der Staat, die Politik sollen gefälligst dafür sorgen, dass das Kind nicht als gravierender Störfaktor der Lebensplanung , sondern als willkommene Ergänzung eines Lebensabschnittes gelingt.

Darüber würde ich wahnsinnig gerne mal mit Frauen und Männern streiten. Mal kucken.

 

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TATÜ TATA! Jetzt kommt der wahnsinnig nette, der mütterliche Staat!

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Dez 072010
 

10112010052.jpg Schaut euch dieses schöne Bild an! Dies ist eine bundesweit als vorbildlich gerühmte Schule. Freundliche, helle Farben herrschen vor.

Runde, gewölbte Formen umschmeicheln die Kanten der Fenster. Es ist, als sollte alles Sperrige, Herrscherlich-Gebietende durch einen sanften, weiblichen Ton abgemildert werden.

Eine fröhliche Elefantenkuh lädt groß und klein zu fröhlichem Spiel ein. „Hier seid ihr alle willkommen, oh ihr niedlichen Menschen-Babys!“, scheint sie zu trompeten.

Die Schule zeigt sich schmeichelnd, einladend, freundlich, beruhigend, stillend. Sie tritt wie eine große Kuh auf. Die Verheißung ist: Bei mir geht es euch gut. Ihr bekommt zu essen und zu trinken – und hier seid ihr behütet.

Bis in die Architektursprache hinein präsentiert sich unser Staat heute gerne als hegend-mütterliche  Gestalt.

Alma mater – die nährende Mutter bietet allen Zöglingen ihre stillende sanfte Brust an. Im Bild: Eine Schule in Neukölln. Dort wird der Schwur auf den allesversorgenden, gütigen Staat, den MUTTERSTAAT feierlich abgelegt und flugs gebaut.

Vor den verantwortlichen Frauen der Rütli-Schule hege ich allergrößte Hochachtung. Sie sind Vorbilder für alle Mädchen!

Wir haben starke Frauen in Berlin, in Deutschland! Sie sind Vorbilder, an die wir uns stets wenden können! Kaum gibt es irgend ein Problem, schreien die Kinder, also die Bürger, und die Politiker, die Sprachrohre und Trompetenrüssel der infantilisierten Bürger,  sofort nach dem gütigen, dem mütterlichen Staat.

„Stadtteilmütter“  – dieses ebenfalls vielgerühmte Projekt setzt erneut ganz auf das Mütterliche! Die Väter werden buchstäblich abgeschrieben. Von ihnen wird offenbar nichts mehr erwartet.

Ich halte dieses Phänomen – also die Überlastung des Mütterlich-Weiblichen, die Entlastung des Väterlich-Autoritären – für eine der größten Fehlsteuerungen unserer Sozial- und Bildungspolitik überhaupt.

Es sind unsere JUNGS, die meist keinerlei Vorbilder erkennen können. In den Schulbüchern wimmelt es von weiblichen Allesversteherinnen. Die Jungen, denen ich begegne, sind meist komplett ausgehungert nach der Erfahrung echter männlicher Vorbilder. Das kann ein Direktor sein, ein Lehrer, der eigene Vater, ein Fußballtrainer. Auch die besten weiblichen Kräfte können das männliche Vorbild nicht ersetzen. Im Gegenteil. Der allzu mütterliche Staat verwöhnt die Jungen, sie fahren Schlitten mit ihm.

Der allzu mütterliche Staat verzieht die Jungen (nicht die Mädchen) zu Zügellosigkeit und Zuchtlosigkeit, zu Kriminalität und Faulheit. Redet mit den männlichen Kindern und Jugendlichen in unseren sogenannten Schwerpunktschulen – sie werden euch gleich zu Beginn eindecken mit einer langen Liste an unflätigen Ausdrücken, einer Suada an Wörtern, die sie schon kennen und beherrschen wie richtige Männer. Das beginnt schon bei Sechs- und Achtjährigen.

Damit üben sie, die 6-8-jährigen Kinder, sexistische verbale Gewalt über ihre Lehrerinnen und Mütter aus. Sie beweisen ihren schrankenlosen Männlichkeitswahn. Die Männer können sich alles herausnehmen, können sich alles leisten.

Ich erlebe und erlebte so viele Kinder, die ohne greifbaren Vater aufwachsen oder aufwuchsen. Alle hatten sie lebenslang daran zu tragen. Vor allem aber war und ist es für die Mütter eine fast nicht zu stemmende Belastung, die der Mutter-Kind-Beziehung sehr schadet und geschadet hat. Gerade unsere arabischen und türkischen Jungen (aber auch die deutschen) brauchen eigentlich deutliche männliche Vorbilder. Sie brauchen den Vater als grenzensetzende Autorität. Den Müttern und den Lehrerinnen tanzen sie sonst auf der Nase herum.

Das ist die Erfahrung, die viele Lehrerinnen machen.

 Posted by at 00:32