Archive for the ‘Umweltschutz’ Category

“Die Geige klingt wie eine Geige!”

Sonntag, Juni 5th, 2011

05062011683.jpgAlles klar für das Umweltfestival. Der Soundcheck am Brandenburger Tor machte große Freude: “Ihre Geige klingt wie eine Geige!” Schön, dass es das noch gibt, so unverstellt wahr, so echt. Das grüne Bändchen der Künstler ist sehr kleidsam!

Plaudereien führen mich über die Stände, vor allem natürlich zum ADFC-Stand.  Dort erhalte ich Gewissheit: Diese Satteltaschen werden auch einzeln verkauft – nur nicht überall. Gut auch: Ich erstehe von ADFC-Vorstandsmitglied Martina Schneider persönlich eine Warnweste, die den Autofahrer um 1,5 m Abstand beim Überholen von Radfahrern bittet. Gut angelegte 5 Euro!

Nachher um 15.30 Uhr: Auftritt des armen Kreuzberger Bloggers!

Bild: Das ist mein Helm. Das ist meine Geige. Das ist meine Tasche. Einfach. Schlicht.
Helm, Geige, Tasche. Froh zu sein bedarf es wenig.

Umweltfestival

Simca 1200. Oder: Doppelt so viel Ressourcenverbrauch = doppelt so viel Lebensglück?

Donnerstag, April 14th, 2011
27112010085.jpgTolles Spiel gestern auf Schalke mit Schalke gegen Inter! Raúl, der den genialen Pass zum entscheidenden 2:1 auf  Höwedes zauberte, hat einmal erzählt , wie sein Vater, ein Elektriker, ihn im Simca 1200 von einem dürftigen Außenbezirk Madrids zum Training der Nachwuchskicker  von Atletico Madrid chauffierte. Lest:

L’ anti-bamboccione Raul ha scoperto interessi nuovi: si è appassionato all’ hockey su ghiaccio e al jazz; ha riscoperto sensazioni antiche, proletarie, di quando suo padre Pedro, elettricista, lo accompagnava, con la Simca 1200, dal povero barrio a sud di Madrid agli allenamenti della cantera dell’ Atletico Madrid (Corriere della sera, 13 Aprile 2011, p. 35).

Der SIMCA 1200 – schaut euch das tolle Bild dieses Gefährts hier an! Das waren Zeiten! Wir hatten damals,  als ich noch den Simca 1200 herumgondeln sah, kein Auto. Ich dachte: Das mussten aber reiche Leute sein, die sich einen Simca 1200 leisten konnten!

Als Kind lebte ich im Jahr 1970 mit beiden Eltern und drei Geschwistern auf 90 qm in einem Häuschen.  Heute lebe ich mit meiner Familie zu dritt auf etwa ebensoviel Wohnfläche. Wer damals den Simca 1200 fuhr, fährt heute vielleicht einen 5 Jahre alten BMW 320 d. Der BMW ist vielleicht dreimal so schwer wie der Simca 1200, kostet in heutigem Geldwert drei Mal so viel, bietet drei Mal so viel Platz und geht drei Mal so selten kaputt.

Merkwürdig: Wir Deutschen haben insgesamt im Durchschnitt heute etwa doppelt so viel Wohnraum zur Verfügung wie 1970. Die Energieeffizienz der Gebäude ist andererseits auf etwa das Doppelte gestiegen. Dank gestiegener Ansprüche der Menschen ist der Gewinn höherer Effizienz komplett wettgemacht. Japaner leben auf viel weniger Raum als wir. Sind sie unglücklicher?

Würden wir unsere Ansprüche an Komfort und Ressourcenverbrauch einschränken, wären wir dann unglücklicher?

Wäre Raúl der brillante Techniker geworden, der er ist, wenn sein Vater einen BMW 320d gefahren hätte? Wäre er gestern abend so glücklich gewesen? Ich glaube es nicht. Es hätte ihm der letzte Ansporn gefehlt.

Ein Schritt zum Umweltschutz ist sicherlich auch eine bescheidenere Lebensführung.  Unglücklicher wird man nicht, wenn man das Auto öfters mal stehen lässt und 5 km zur Arbeit radelt.

Unser Foto zeigt einen Wagen am Potsdamer Platz, der etwa so schwer sein dürfte wie der Simca 1200 von Raúls Vater Pedro … aber viel weniger Benzin verbraucht. Warum? Schaut genau hin!

Sensationell: Grundkenntnisse der Physik in den europäischen Massenmedien unterhalb der Nachweisgrenze!

Donnerstag, April 7th, 2011
Na toll: Italienischen Schwertfisch aus sizilianischen Gewässern kann man bedenkenlos essen. Die italienischen Fernsehnachrichten von RAI due geben Entwarnung. Ich ergänze: Und man kann auch Gemälde bedenkenlos ankucken, die in japanischen Galerien ausgeliehen waren.

Die medial hochgejubelte Hysterie der Europäer kennt keine Grenzen. Naturwissenschaftliche Grundkenntnisse in den europäischen Medien? Sind unterhalb der Nachweisgrenze!

Letzter Fund aus dem Kabinett der Torheiten: “Jede Strahlung tötet!” Hat mir allen Ernstes auch jemand anvertraut! “Es gibt keine ungefährliche Strahlung!” Auch so ein dicker Klopper der Ignoranz! Wir haben ständig in der Natur radioaktive Hintergrundstrahlung – ist sie etwa Ursache unserer Sterblichkeit?

Tg2 – Video – TG2 ore 20:30 del 07/04/2011

Mehr Sicherheit an Straßenbahnen durch Barrieren?

Samstag, März 19th, 2011

19032011433.jpg Die fabelhaften neuen Niederflurstraßenbahnen surren dahin, dass es nur so eine Freude ist! Die Tram erlebt aber auch europaweit eine Renaissance sondergleichen! Leider hat es in Berlin viel zu viele schwere Unfälle mit unachtsam in die Gleise Laufenden gegeben. Ich habe da eine Idee!

Heute sah ich beim Besuch der Leipziger Buchmesse die Straßenbahntrasse an. Sie war durch eine deutliche Barriere in Gestalt von durchgängigen walzenförmigen Borden abgetrennt. Wäre so etwas auch für Berlin denkbar?

Wort zur Fastenzeit: Wir sollten uns mehr abstrampeln!

Donnerstag, März 10th, 2011

09032011408.jpg Sitze in Hamburg im Hotel. Schaffte es gestern noch bequem mit Rad&ICE hierher. Schaffner im ICE drückte sein lebhaftes Unverständnis für den Streik aus: “Wir sind nicht gemeint. Bei den Privaten sind nur wenige Lokführer in der GdL organisiert.”

Die LKW- und PKW-Industrie wird sich freuen über den neuen Beweis der verlässlichen Verweigerungshaltung.

Heute Forderung nach Tempolimit durch Özdemir! Klar ist: der vom damaligen Umweltminister Trittin geförderte Einsatz des Biokraftstoffe ist eine ökologische Sackgasse, die vor allem ethisch nicht zu verantworten ist. Unpopulär im besten Falle, klimaschädlich nach Meinung mancher Wissenschaftler.

Extrem unpopulär ist auch die Forderung nach einem Tempolimit bei den Deutschen, noch unpopulärer bei den Türken, die ja bekanntlich ihr Auto als unverzichtbaren Teil des Alltags sehen – wie die Süddeutsche gestern unter dem Titel “Alles süper” berichtete. Der Reporter konnte dort während seines gesamten mehrmonatigen Aufenthaltes in Istanbul nur einen einzigen Radfahrer entdecken – einen Deutschen! Trotzdem gefällt es mir an Özdemir, dass er Forderungen stellt, die ihm nicht die Herzen und Stimmen der Autofahrer zufliegen lassen werden. Bitte weiter unbequem sein!

Ich würde mir wünschen, … dass, ja was? Dass die Autofahrer sich in der Fastenzeit an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Und dass sie auch außerhalb der Fastenzeit den seitlichen Mindestabstand zu den Radfahrern halten. Beides ist jetzt einfach im Durchschnitt nicht der Fall.

Rita Mohr-Lüllmann, CDU-Spitzenkandidatin in Bremen, erfreute mein Herz, während ich mir gerade Butter auf die Semmel schmierte: “Also müssen wir mehr tun; mehr lernen; länger lernen.” Na endlich eine Kandidatin, die den Bürgern nicht nur Honig ums Maul schmiert, sondern mehr Lernen, mehr Arbeit, mehr Einsatz fordert. Ich halte das für richtig. Ich würde Mohr-Lüllmann wählen. Bitte weiter unbequem sein, Rita Mohr-Lüllmann!

Mein eigener Vorsatz zur Fastenzeit: Ich will mich mehr abstrampeln für meine Familie, meine Angehörigen, meine Freunde.  Ich möchte weniger mit dem mahnenden Finger auf andere zeigen und mehr andere mehr loben, stärken und fördern

Abgeschlagene Optimistin – Nachrichten Print – DIE WELT – Politik – WELT ONLINE
Also müssen wir mehr tun; mehr lernen; länger lernen. Ich plädiere deshalb für die Rückkehr zum Sonnabend als Schultag.

Vor dem Schwimmen gründlich duschen! Hallenbäder ausreichend belüften! Genügend Frischwasser zuführen!

Mittwoch, Februar 2nd, 2011

prinzenbad_06052008.jpg Vor dem Schwimmen soll man gründlich duschen! Warum? Der Chef des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, weiß es:

Allergiker – Asthma-Risiko durch Babyschwimmen – Wissen – sueddeutsche.de
UBA-Chef Jochen Flasbarth forderte die Bevölkerung dazu auf, vor dem Schwimmen immer gründlich zu duschen. Nicht nur durch Urin, sondern auch durch Schweiß, Kosmetika und Hautschuppen entstünden die wahrscheinlich gesundheitsgefährlichen Flüssigkeiten und Gase.

Von den Hallenbadbetreibern verlangt Flasbarth genügend Frischwasserzufuhr und eine ausreichende Belüftung.

Im Umweltbundesamt laufen derzeit Messungen, um die Höhe der gefährlichen Dosis der asthmaverdächtigen Substanz zu ermitteln.

Bild: Duschen im Prinzenbad, Friedrichshain-Kreuzberg

Ökobilanz des Bezirks durch Verhaltensänderung aufbessern!

Mittwoch, Februar 2nd, 2011

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Überschwemmungen, Brandsätze, CO2-schleudernde Brände, Stromverbrauch durch laute Musik, anreisende Krawall-Touristen aus dem Ausland, anreisende Polizisten aus dem Inland – gerade in diesen Stunden wird uns die Ökobilanz in Friedrichshain-Kreuzberg auf Jahre hinaus versaut.

Eine sinnvolle Umweltschutzpolitik findet in Friedrichshain-Kreuzberg (derzeit?) nicht statt. Statt Fahrradspuren auf den Straßen anzulegen und Friedrichshain-Kreuzberger Bügel zu montieren, werden Hunderttausende Euros durch die Rechtsbrecher in umweltbelastende Aktionen umgelenkt.

Was tun?

Ich meine: Als Buße für die in diesen Stunden begangenen Umweltsünden sollten alle umweltliebenden Friedrichshain-Kreuzberger noch mehr das Auto stehen lassen, mehr zu Fuß gehen, mehr Fahrrad fahren! Dazu fordert auch der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth auf:

Fahrzeug zumeist im Kurzstreckeneinsatz: Auto öfter stehen lassen | autogazette.de das Auto Magazin
«Mehr als 50 Prozent der Fahrten mit dem Pkw führen weniger als fünf Kilometer weit. Das ist eine Entfernung, die man auch mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zurücklegen kann», sagte Flasbarth der Nachrichtenagentur dpa. «Jeder Einzelne kann hier etwas für die Umwelt tun.»

Unser Bild zeigt die neuesten herrlichen Friedrichshain-Kreuzberger Bügel vor einer Friedrichshain-Kreuzberger Schule – wartend, wartend auf tausende Nutzerinnen und Nutzer!

Nicht “surfen”, nicht “aussitzen”, sondern “joggen”!

Mittwoch, Dezember 15th, 2010

21082010016.jpg Beim fröhlichen Heimradeln von der ADFC-Stadtteilgruppensitzung ziehe ich – hoch auf der Oberbaumbrücke umherschauend – noch einmal Bilanz meiner gestrigen Recherche zum Thema BBI, Flugrouten, Klimapolitik, Umweltpolitik, E-Mobilität. Hier ein paar Befunde:

1) Klimapolitisch am günstigsten ist derzeit auf der Langstrecke der Verkehr mit modernen, gut ausgelasteten Reisebussen. Danach kommt das Fahren mit der Eisenbahn. Dann der PKW. Am schlechtesten ist die Klimabilanz beim Fliegen.

2) Auf der Kurzstrecke ist das Zu-Fuß-Gehen klimapolitisch am günstigsten, unmittelbar gefolgt vom Fahrrad. Danach kommen Busse und Bahnen. Weit danach kommen die PKW.

3) Die heute üblichen Dieselautos haben eine bessere CO2-Bilanz als die heute üblichen Elektro-Autos und als die heute üblichen Hybrid-Fahrzeuge. Dies wird auch auf einige Jahre so bleiben.

4) Der jetzige Erzeugungsmix bei Strom (Kohle, Gas, AKW, erneuerbare)  setzt umweltpolitisch den Diesel-PKW gegenüber dem Elektro-Auto in den Vorteil. Würde man die AKWs sofort abschalten, fiele die Klimabilanz des Diesel-PKWs gegenüber dem Elektro-Auto noch eindeutiger zugunsten des Verbrenner-Autos aus.

5) Klimapolitisch am vorteilhaftesten wird Strom derzeit erzeugt durch alte, abgeschriebene AKWs, die zudem bei den Gestehungskosten buchhalterisch mit großen Abstand die Nase vorn haben. Klimapolitisch sinnvoll ist die längstmögliche Ausnutzung von Restlaufzeiten der AKWs, soweit die Sicherheit der Anlagen nach menschlichem Ermessen zu verantworten ist. Die Endlagerungsfrage bleibt ungelöst, deshalb wird die Atomkraft mutmaßlich nach und nach auslaufen.

6) Klimapolitisch sinnvoll ist eine möglichst reibungslose Entsorgung und Zwischenlagerung verbrauchter Brennelemente.

7)  Klimapolitisch sinnvoll ist der möglichst direkte Anflug auf BBI auf zwei Routen, wobei das Abknicken der beiden Routen wegen der Sicherheitsanforderungen unumgänglich ist.

8) BBI muss unbedingt im geplanten Umfang gebaut werden. Flugroutendebatte hat nichts mit dem eigentlichen Bau zu tun. Riesenfehler von Künast ist es, die beiden Dinge zu vermengen.

9) Die Flugroutendebatte muss als Zielkonflikt zwischen den widerstrebenden Interessen der lokalen Anwohner, des Umweltschutzes, der Wirtschaftlichkeit, des Klimaschutzes, der Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg insgesamt gesehen werden. Politische Kunst wäre es gewesen, dies von Anfang an offen zu benennen und zu “moderieren”. Nur: Gemacht hat es keiner.

10) Falsch ist es, wenn Politikerinnen wie etwa Künast und viele andere Spitzengrüne einfach “aufspringen” und auf der Woge des Protests “surfen”. Nicht “surfen“, nicht aussitzen, sondern hin- und herjoggen zwischen vermeintlich unvereinbaren Endpunkten lautet das Gebot der Stunde! Das macht Wowereit immerhin schon etwas besser – er knickt nicht gleich ein bei wichtigen Themen der Stadtentwicklung wie Stadtring oder BBI, sondern “sitzt zunächst einmal alles aus”.

11) Wie im Großen – so auch im Kleinen.  Umbau von Straßen (Kastanienallee, Warschauer Straße usw.) ist im Grunde auch nichts anderes als das Austarieren unterschiedlicher, zunächst einmal berechtigter Interessen. Hier kommt es auf politische Klugheit, Einsicht und Führung an.

Bild: Klimapolitisch astreine Aktivitäten: die Startbahn des BBI.  Aufgenommen durch den locker mitjoggenden Blogger  am 21.08.2010

Renate Künast fördert Atomkraft

Dienstag, Dezember 14th, 2010

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Der Tagesspiegel berichtet soeben:

Auch beim neuen Hauptstadtflughafen “Berlin-Brandenburg International” (BBI) regt sich nun massiver Widerstand. Davon wollen die Hauptstadt-Grünen, die mit Renate Künast bei den Berlin-Wahlen 2011 die Chance sehen, erstmals eine Regierende Bürgermeisterin zu stellen, profitieren.”Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit”, sagte die grüne Spitzenkandidatin gestern dem Handelsblatt.

Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit!” Unter diesem Motto kämpft Renate Künast nunmehr für die Umwidmung des neuen Berliner Flughafens BBI in einen Regional- und Europa-Flughafen. Ja, schlaft gut, Bürger.

Bei gleichbleibenden Mobilitätsbedürfnissen würde dies bedeuten, dass mehr Kilometer auf der Straße und der Schiene, weniger in der Luft zurückgelegt werden. Denn wenn man von Berlin aus nur in die nahegelegenen europäischen Städte gelangt, muss man eben für die Fernflüge mit Bahn oder Elektro-Auto nach Frankfurt oder München reisen. Und wie fährt der ICE und das E-Auto (im Gegensatz zu Flugzeugen)? Mit Strom! Und woher kommt der Strom? Zu 23% aus Atomkraft! Die Grundlast wird sogar zu einem viel höheren Anteil aus Atomstrom gedeckt. Mehr ICE-Verkehr oder E-Mobilität bedeutet also kurzfristig (bis 2016) in jedem Fall mehr Atomstrom. Also fördert Renate Künast in ihrem laufenden Wahlkampf die Abhängigkeit vom Atomstrom.

5000 Euro Staatsknete für jedes Elektroauto!“, fordert Renate Künast im Interview mit der BZ (Jahr: 2010). Ist also die E-Mobilität die Lösung für Berlins Verkehrsprobleme? Ich würde sagen: Wenn es wenigstens  E-Fahrräder wären! Leiser sind die Motoren der E-Autos in jedem Fall als die Explosionsmotoren der PKW. Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit! Schlaft ruhig, Bürger!

Dennoch sind E-Autos in höchstem Maße umweltbelastend. Nicht nur bei uns, sondern mehr noch in Süd-Amerika, wo unter unzumutbaren sozialen Bedingungen mehr als die Hälfte des teuren Lithiums abgebaut wird, das für die Batterien gebraucht wird.

Nachdem dieses Blog auf diese Zusammenhänge wiederholt hingewiesen hatte, etwa am 20.04.2010, tut dies nunmehr auch der BUND. Er weist klar nach, dass Elektromobilität als solche nur unter eng umschriebenen Bedingungen eine verbesserte Umweltbilanz aufweist als Erdöl-Mobilität. Diese Bedingungen sind in Deutschland einfach nicht gegeben!

Elektromobilität – BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Ich bleibe dabei:  Mindestens bis zum Jahr 2016 bedeutet die von Renate Künast geforderte Verlagerung der Verkehre von der Luft auf den Boden, die geforderte Verlagerung hin zu zu mehr Verkehr am Boden, zu mehr E-Mobilität eine erhöhte Umweltbelastung durch Atomkraft.

Man kann also mit Fug und Recht sagen: Renate Künast fördert die Atomkraft.

Grüne im Lande! UmweltschützerInnen und Ökofuzzis! Wohin fliegt Renate Künast?  Holt sie zurück! Ihr dürft sie nicht so alleine fliegen lassen!

Grüne, bitte umsteuern! Wart ihr nicht eine Umweltpartei?

Bildnachweis: Eigenkraftfahrzeug des Bloggers, aufgenommen heute. Copyright: Johannes Hampels Blog

Temporäre Zuwanderung unerwünscht, oder: Spielhöllen statt Hostels!

Sonntag, Dezember 12th, 2010

“Friedrichshain-Kreuzberg wehrt sich gegen Herbergsflut”. So berichtet es das Berliner Abendblatt, die Wochenzeitung für Friedrichshain-Kreuzberg in der Ausgabe Nr. 48 auf S. 1. Das Boot ist voll. “Die Belastungsgrenze für die Anwohner ist erreicht“, “uns erreichte eine Beschwerdeflut wegen der ungesteuerten Ansiedlung”, so wehren sich in unserem Heimatbezirk die Kommunalpolitiker, etwa der Bürgermeister Franz Schulz und Fraktionssprecher Daniel Wesener gegen das ungehemmte Vordringen von Beherbungsbetrieben der Low-Cost-Sparte.

Man merkt: Die festangesiedelten Dauerbürger beginnen sich gegen den ungesteuerten Zustrom unordentlich gekleideter, fremdländische Lieder singender, die Nacht zum Tag machender Backpacker zu wehren.

Zumal zu befürchten ist, dass manche Elemente dieses fahrenden Volks im Hinterhof Sprachen sprechen, die nicht auf Berliner Schulhöfen gesprochen werden sollen!

Dauerbürger, wehrt euch gegen die dauernde temporäre Zuwanderung!  So lautet die Devise der Bürger und der sie unterstützenden bürgerlichen Parteien.

Auch Vizebürgermeister Peter Beckers unterstützt den Bürgerwehr-Gedanken. Er spricht sich gegen die “zügellose” (vulgärsprachlich: “verlotterte”) Entwicklung des Berlin-Tourismus aus.  “Die Belastungsgrenze der Anwohner für immer neue Bettenburgen ist in einigen Ecken Friedrichshains bereits erreicht.” O-Ton Daniel Wesener.

Na, ich meine: Da sollte man mal das Volk entscheiden lassen! Sollen wir denn eher weitere Spielhallen hinnehmen, wie ich deren zwei kürzlich am Mehringdamm habe aufmachen sehen. Spielhallen bringen auch Geld in die leergefegten Bezirkssäckel! Und sie sind sehr sehr still. Denn fast niemand besucht diese Spielhallen. Dennoch sind sie voll sauer verdienten Geldes. Ein Teil davon fließt als Steuer in die Staatskasse. Pecunia non olet.

Spielhallen oder Hostels? Das wäre ein schöner Bürgerentscheid!  Hier noch mal Vor- und Nachteile beider Betriebsarten:

Spielhallen sind mangels Publikumsverkehrs sehr ruhig, schaffen jeweils 2-3 Arbeitsplätze und spülen viel Geld in die Staatskasse. Sie sind Goldesel.

Hostels für Backpacker und weniger Verdienende sind etwas lauter, schaffen jeweils einige Arbeitsplätze und spülen viel ehrlich verdientes Geld in die Staatskasse. Und sie bringen Menschen, Menschen, Menschen!

Bürger, was ist euch lieber? Spielhallen oder Jugendhotels?

Ich bin für mehr temporäre Zuwanderung! Ich spreche mich aus für Hostels, Jugendherbergen, Fahrradleihstationen. Das Hotel City Ost in der Frankfurter Allee ist doch vorbildlich!

Und noch etwas: Direkt vor dem Eingang der Billigherberge entdeckt mein entzücktes Ökufuzzi-Auge – eine Fahrrad-Verleih-Station! Toll toll toll!

Friedrichshain-Kreuzberg könnte Vorreiter für einen neuartigen, ökologischen Tourismus der Low-Cost-Sparte werden.  Dazu müssten sich die fünf bürgerlichen Parteien aber klar für Umweltschutz, für temporäre Zuwanderung und für Ansiedlungsfreiheit aussprechen.

Dieses dauernde Reden von “Überflutung”, “Belastungsgrenzen der Anwohner”, “ungesteuerter Zustrom” ist doch brauner Quark. Genau diese Formulierungen werden doch reflexhaft gegen Asylbewerberheime vorgebracht!

Dieses Gedankengut, diese spießbürgerliche Abwehrhaltung sollten die drei (spieß-?) bürgerlichen Parteien (Grüne, SPD und Linke), die sich gegen die Hostels zur Wehr setzen, mal hübsch den Rechtsextremisten überlassen.

Andererseits bin ich aus wohlerwogenen Gründen für Daumenschrauben gegen die weitere Ansiedlung von Spielhallen, auch wenn sie dem Staat Knete einspielen.

Da könnte man eine Vorab-Volksabstimmung machen! Insoweit stimme ich unserem Bürgermeister wieder zu.

Vom Volk regiert: Bürger begehren auf – Berlin – Tagesspiegel
Franz Schulz, Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, hat vor ein paar Wochen eine Art Vorab-Volksabstimmung vorgeschlagen. Der Politiker, der im Streit um Mediaspree zwischen alle Fronten geraten ist, will die Bürger über alle größeren Bau- und Investitionsvorhaben entscheiden lassen. Er denkt an „Leitpunkte“ wie die Größe und das Investitionsvolumen. Von denen soll abhängen, ob nur die Anwohner, alle Wahlberechtigten eines Bezirks oder alle Bürger der Stadt zu befragen sind.