Nov 252014
 

Der Tag geht schon zur Neige wie ein wildes Tier nach langem Suchen und Kämpfen seine Lagerstatt sucht. Was soll all das Kämpfen, was soll all das Suchen?

Wie von selbst klingen jetzt  Brentanos herrliche Verse im Ohr:

  

Sprich aus der Ferne,
Heimliche Welt
Die sich so gerne
Zu mir gesellt.

 

Wenn des Mondes still lindernde Tränen
Lösen der Nächte verborgenes Weh;
Dann wehet Friede. In goldenen Kähnen
Schiffen die Geister im himmlischen See.

 

Klingender Lieder
Glänzender Lauf
Ringelt sich nieder
Wallet hinauf

Sind durch die Nächte die Lichter gewunden,
Alles ist ewig im Innern verwandt,
Alles ist freundlich wohlwollend verbunden
Bietet sich tröstend und traurend die Hand.

 

 

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Nov 242014
 

 

Gute Belege für die Thesen, die in diesem Blog seit vielen Monaten vertreten werden, brachte die heutige  Polizeirazzia am Görlitzer Platz.

These 1:
Der Berliner Handel mit illegalen Drogen liegt ganz überwiegend – zu mehr als 70% – in den Händen von Menschen aus einigen wenigen westafrikanischen Ländern: Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, Mali, Senegal, Marokko, Ghana, Sierra Leone – damit sind schon über 70% aller in Berlin aktiven Drogenhändler erfasst.

These 2:
Diese Länder, die die bekannten Einfallstore der Drogenimporte aus Süd-Amerika sind,  sind derzeit weder durch größere Kriege noch durch größere Vertreibung oder durch besonders schlimme Armut gekennzeichnet. Weder Syrien noch Irak treten als Herkunftsländer der Dealer in Erscheinung.

These 3:
Der Drogenhandel korreliert weder mit Armut noch mit Krieg oder Vertreibungen noch anderen Fluchtgründen, wie etwa AIDS, Ebola, Dürre oder Klimawandel.  Der Drogenhandel ist kein Phänomen der Armut, sondern ganz im Gegenteil ein Phänomen der überdurchschnittlich gesunden, überdurchschnittlich begüterten, überdurchschnittlich durchsetzungsfähigen jungen Männer aus einigen Staaten.

These 4:
Die am Görlitzer Platz aktiven Drogenhändler, die in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Grundschule mit Billigung, Duldung, Wissen, kräftiger Finanzierung und Schutz des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg und des Berliner Senats ihre Unterkunft gefunden haben, sind KEINE FLÜCHTLINGE, sondern professionell agierende Drogenkleinhändler, das letzte Glied der Kette in einer ganz typisch aufgebauten, mafiaähnlichen Struktur, die durch die Berliner sogenannte “Flüchtlings-Politik” ideale Bedingungen für rasches Gedeihen und rasche Geschäftsausweitung gefunden hat.

These 5:
Die verantwortungslose Politik des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg und des Berliner Senats hat seit Herbst 2012 die Berliner Drogenkriminalität in besonderer Weise gefördert. Auch harte Drogen wie Crystal Meth oder Crack gehören – wie sich heute erneut erwiesen hat – zum Angebot der Kreuzberger Kleinhändler.

These 6:
Die Berliner Politik von SPD, CDU und Grünen hat in beispielloser Weise die Augen vor dem Entstehen und der Verfestigung krimineller Banden verschlossen und sieht weiterhin tatenlos zu, wie nach und nach ein ganzer Berliner Bezirk in Verruf gerät.

These 7:
Innensenator Henkel (CDU), Sozialsenatorin Kolat (SPD) und Bezirksbürgermeisterin Herrmann (Grüne) haben in höchster Weise fahrlässig gehandelt. Sie haben sich ohne Not auf Verhandlungen mit einem kriminellen Milieu, auf Zugeständnisse an Mafiakartelle eingelassen, die niemals bereit waren, den Rechtsstaat anzuerkennen. Es GING NICHT UM FLÜCHTLINGE oder ASYLBEWERBER. Das fahrlässige Handeln der Politiker hat im Gegenteil dazu geführt, dass die ganze Asyl- und Flüchtlingsdebatte vergiftet wurde.

These 8:
Senator Henkel (CDU) hätte sofort nach der Besetzung – wie in diesem Blog gefordert – den Oranienplatz räumen lassen müssen, Sozialsenatorin Kolat (SPD) hätte niemals unhaltbare Zusagen an die kriminellen Gruppen machen dürfen, Bürgermeister Schulz bzw. Bürgermeisterin Herrmann (Grüne) hätte niemals die Gerhart-Hauptmann-Schule für die Drogenhändler öffnen lassen dürfen.  Endgültig abgelehnte Asylbewerber, die straffällig geworden sind, hätten sofort in ihre Herkunftsländer zurückgeschoben werden müssen.

 

http://www.morgenpost.de/bin/goerli_drogenhandel-134621646.jpg

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Nov 242014
 

Wachschutz 20141121_130515

Ein Besuch vor zwei Tagen am Görlitzer Park, einige Gespräche mit Anwohnern ergeben erneut: Das Gebaren der aus westafrikanischen Ländern stammenden Händler nimmt an Aufdringlichkeit zu, “alle paar Meter wird man angequatscht, brauchst du was … es nervt einfach nur noch.” Eltern, vor allem Eltern türkischer Herkunft, sprechen für die kleinen Kinder Parkverbote aus. Aber, so verriet es mir ein türkischer Vater: “Es gibt halt immer Deutsche, die sich schützend vor die Drogenhändler stellen, weil es Ausländer sind. Die Polizei wird immer wieder zurückgepfiffen, weil die deutschen Politiker Angst vor ein paar gewaltbereiten Deutschen haben, statt unsere Kinder zu schützen.”

Wichtig auch: Echte Gewalt üben die Drogenhändler gegen Außenstehende selten aus, es wird extrem niederschwellig und gewaltfrei für Neukunden und Einstiegswillige gearbeitet, der Görlitzer Park und einige angrenzende Straßen sind zur unbestrittenen Domäne der westafrikanischen Drogenhändler geworden, die umliegenden Straßen sollen nun nach und nach hinzukommen.  Aber Mord und Totschlag von Außenstehenden, Raub und Erpressung gegenüber Kunden bleiben Ausnahmen! Sie schaden dem Freihandel.  Der Wachschutz, den das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg treu und brav bezahlt, kontrolliert weiterhin die Heimstätte der Drogenhändler in der Gerhart-Hauptmann-Schule, zu  Kosten von etwa 100.000 Euro pro Monat. Das grün geführte Bezirksamt erweist sich auch ohne TTIP als geschworener Anhänger des globalen Freihandels! Der Bezirk hat auf Steuerzahlerkosten in der Schule einen sicheren Schutzhafen für westafrikanische Drogenkuriere und Drogenhändler geschaffen. Er setzt weiterhin auf heimliche Verhandlungen und Gespräche mit den Kurieren und Händlern, der vom Staat bezahlte private Wachschutz schützt die Schule vor der Öffentlichkeit und vor den Bürgern.

Bei den Kreuzbergern wächst die  Neugierde auf die Hintergründe dieses globalen freien Handels mit illegalen Drogen! Der Journalist Alex Perry hat in der aktuellen Newsweek die Routen und die Herkünfte des Multi-Milliarden-Geschäfts mit illegalen Drogen nachgezeichnet. Seine Bilanz: Die instabilen, ökonomisch schwachen westafrikanischen Länder sind jetzt die Hauptumschlagsorte für illegale Drogen aus südamerikanischer Produktion. Regierungen westafrikanischer Staaten, aber auch oppositionelle Bewegungen und Terrororganisationen stützen einen Teil ihrer Macht auf den illegalen  Drogenhandel.

Kreuzberg ist keine Insel, auch wenn es ein blühender Freihafen für den interkontinentalen freien Handel mit illegalen Drogen geworden ist. Verstehe ich Alex Perry richtig, so ist aus Kreuzberger Sicht nur ein Schluss zulässig: Der SPD-CDU-Senat und das grün-links geführte Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg halten offenkundig wie seit 2 Jahren weiterhin mit viel Geld und vielen guten Worten ihre schützende Hand über die Drogenhändler (fälschlich “Flüchtlinge” genannt) in der Gerhart-Hauptmann-Schule. Die Politik pumpt willentlich oder unwillentlich unsere Steuergelder in den Kreislauf der illegalen Drogen.

Aber auch jeder Käufer am Görlitzer Park unterstützt mit seinem Drogenkauf die Macht der internationalen Drogenkartelle, die Macht korrupter Regierungen und die Macht islamistischer Terrororganisationen.

Aber hat Alex Perry recht mit seiner Analyse? Darüber müsste man mal diskutieren!

Empfehlenswerte Titelgeschichte, Artikel auch online abrufbar!

Alex Perry: Blood lines.  How cocaine nights fund beheadings. A gram of cocaine bought in a London Nightclub helps fill the coffers of Islamic fundamentalists. NEWSWEEK, gedruckte Ausgabe, 28.11.2014, S. 30-37

 

The story of cocaine helps explain how Islamist militant groups in the Middle East and Africa, including al-Qaeda, gather popular support. It also accounts for how they earn billions of dollars a year. It provides one reason why Africans are often so cynical about foreign assistance: because Western aid workers, diplomats and soldiers frequently find themselves, if not quite in business with drug smugglers, then their political, financial and military backers. The thriving smuggling route from Latin America through Africa to Europe also explains why cocaine in Europe is now as middle class as Volvos or weekend farmers’ markets.

via Blood Lines: How Europe’s Cocaine Habit Funds Beheadings.

Bild: Hier bewachen Besetzer, Unterstützer, privater Wachschutz und Polizei gemeinsam die Gerhart-Hauptmann-Schule und beschützen die Kriminellen und die Drogenhändler vor den Bürgern und vor der Öffentlichkeit. Die Schule gehört den Besetzern. Nur die Besetzer dürfen die Schule, die sie sich ersessen haben, mit ihrem Hausausweis betreten.  Bild vom 21.11.2014

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Nov 202014
 

Mein hochgeschätzter galizischer Freund – nennen wir ihn der Kürze halber den Joseph aus Schwabendorf – erzählte mir en passant vor einigen Tagen in der Potsdamer Straße, wie es ihm einmal ergangen war, als er des Abends in einer unbekannten Stadt in Galizien ankam:

“Die Aprilnacht, in der ich ankam, war wolkenschwer und regenschwanger. Die silbernen Schattenrisse der Stadt strebten aus losem Nebel zart, kühn, fast singend gegen den Himmel. Fein und dünngelenkig kletterte ein gotisches Türmchen in die Wolken.Die dottergelbe Scheibe der erleuchteten Rathausuhr hing, wie an einem unsichtbaren Seil, in der Luft. Um den Bahnhof roch es süß und trunken nach Steinkohle, Jasmin und atmenden Wiesen.”

Ich sagte zum Joseph:
“Joseph! Mein teurer europäischer Freund, das ist schön, das ist haltbar, das ist ergreifend, das klingt wie gedruckt, was du mir hier erzählst. Joseph, lieber Joseph mein, hilf mir wiegen das europäische Kindelein in den luftigen Seilen deiner geliebten deutschen Mutter- und Arbeitssprache!”

Und der Joseph erwiderte: “Deutsch ist in der Tat meine Mutter- und Arbeitssprache. Das hast du gut erkannt – o Freund aus der Schwabenmetropole”,  und er fügte – leiser, verhaltener – hinzu: “Wir Schwaben müssen gute Freunde bleiben, trotz allem, was geschehen ist.”

Ich fragte zurück:
“Lieber Joseph mein, hast du denn schon die schöne Ausstellung über dein schön Heimatland Galizien im Kulturzentrum Krakau besucht? Dort wird gefragt, ob dein schön Heimatland Galizien ein Arkadien, ein Paradies, ein Halb-Asien oder ein zentrales Element der polnischen Identität oder ein zentrales Element der ukrainisch-europäischen Identität oder eine Erfindung der Österreicher war. Was meinst du?”

Joseph erwiderte: “Diese Ausstellung kommt zu spät für mich. Ich kann sie nicht mehr sehen.”

Ich redete weiter: “Ach! Du lebst ja nicht mehr unter uns Schwaben, Joseph. Deine Stimme ist die Stimme eines, der schon gegangen ist. Aber wenn ich dich so erzählen höre – es muss doch eine goldene Zeit gewesen, als ihr alle – Polen, Juden, Russen, Ukrainer, Schwaben, Österreicher, Rumänen, Ungarn, Ruthenen – so friedlich und harmonisch zusammenlebtet in deinem schönen Heimatland? Sogar die erleuchteten Kirchturmuhren strahlten golden, wie du mir gerade erzählt hast!”

Joseph schwieg und schaute mir mitleidig prüfend ins Auge. Ich hatte wohl zu viel geredet.

“Du hast nicht genau zugehört, teurer Freund aus der Schwabenmetropole! Es war keine Kirchturmuhr, sondern eine Rathausuhr, und sie strahlte nicht golden, sondern dottergelb. Ein Unterschied! Dottergelb – die Farbe der Habsburgermonarchie.”

Mein galizischer Freund fuhr nach kurzem Bedenken fort: “Und noch etwas zum Thema goldene Zeit. Du irrst dich, wenn du glaubst, alles wäre goldig gewesen in Galizien. Manches war auch – glodny, wie der Ruthene sagt. Mach dich mal lockerer zum Thema Goldene Zeit. Kennst du denn nicht die folgenden Einsichten eines Schriftstellers, den wir noch lasen? Sie werden dich und mich überdauern. Höre:

Mein Freund, die goldne Zeit ist wohl vorbei: allein die Guten bringen sie zurück; und soll ich dir gestehen wie ich denke, die goldne Zeit, womit der Dichter uns zu schmeicheln pflegt, die schöne Zeit, sie war, so scheint es mir, so wenig als sie ist.

Und war sie je, so war sie nur gewiß, wie sie uns immer wieder werden kann. Noch treffen sich verwandte Herzen an und teilen den Genuß der schönen Welt. Nur in dem Wahlspruch ändert sich, mein Freund, ein einzig Wort: Erlaubt — “

Hier schwieg Joseph. Er sprach nicht weiter. Er ließ den Wahlspruch offen.

Ich schwieg. Ich kannte den Schriftsteller nicht, aus dem er zitierte. Wer mochte der unbekannte Autor sein? Wie lautete der Wahlspruch? Was war erlaubt? Ich war ratlos. Ich musste den Wahlspruch selbst ergänzen. Ergänze du ihn!

Hier noch der Hinweis auf zwei Ausstellungen zu unserem Thema:

The Myth of Galicia. Ausstellung im Kulturzentrum Krakau, noch bis 8. März 2015
Arkadien. Paradies auf Papier. Berlin 2014, 7. März bis 22. Juni 2014

Hinweis entnommen dem aktuellen Economist, November 15-21st 2014, Seite 75: Central European history. A successful Austrian Invention. Exploring the myth of Galicia.

One is an Arcadian view of a mythical land of immense cultural, ethnic and linguistic richness, the cradle of enlightenment and Jewish emancipation and the birthplace of Joseph Roth, Manès Sperber and the parents of Sigmund Freud. The other is the idea of Galicia as Halb-Asien, half-Asia, as the Austrians called it, a barbaric place inhabited by strange people of questionable personal hygiene.

via Central European history: A successful Austrian invention | The Economist.

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Nov 172014
 

So, teurer europäischer Freund, hier darfst du etwas lesen, was dich interessiert! Lies, übersetze und verstehe den folgenden Satz:

“Une intégration forcée, imposée à une population rebelle n’a aucune chance de réussir!”

“Hilfe! Ich kann aber kein Französisch!”

Wie, du schreist, du klagst, dass du kein Französisch kannst? Das tut mir leid für dich, teurer europäischer Freund, dann bist du aber auch ausgeschlossen von einem echten Verständnis der EU, der ganze EU-Apparat mit seinem weitverzweigten, unübersichtlichen Räderwerk, mit seinen “Kommissaren”, seinen “Kommissionen”, seinen “Direktiven”, seinem “Konvent” ist nach zentralistischer französischer Staatsdoktrin gestrickt, das solltest du mittlerweile mitbekommen haben.  Du beraubst dich eines Verständnisses des deutsch-französischen Motors der EU!  Dir entgeht ohne Französisch-Kenntnisse ein guter Teil der gesamten EU-Debatte, es ist, als würde ein Diplomat ohne Englischkenntnisse aufs glatte Parkett der Summits gelassen.

Umgekehrt gilt aber auch: Ohne sehr gute Deutschkenntnisse wird man den deutschen Debattenbeitrag nicht verstehen. Man wird weder die Mitbestimmung noch den deutschen Föderalismus verstehen. Man versteht weder das Subsidiaritätsprinzip noch die Tarifautonomie. Und dem ist auch so. Kaum jemand hat es bisher in vollem Umfang mitbekommen, dass die gesamte geltende Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland mit dem EU-Recht immer häufiger in tiefen Konflikt tritt.

Ausgerechnet die größte Nation der EU, die Bundesrepublik Deutschland,  tritt ihr nach EU-Recht verbrieftes Recht auf Benutzung der Muttersprache zum eigenen Schaden sehr oft bereitwillig ans Französische und ans Globische (denn Englisch sollte man es nicht nennen) ab. Deutsche EU-Abgeordnete, der lustige Herr Sonneborn vorneweg,  machten sich bei der Befragung der Kommisars-Kandidaten lustig über den Kommissar Öttinger, weil er nicht gut genug Globisch spreche. Was für ein grandioser Unfug!

Nun gut, teurer europäischer Freund, warte, bis die deutsche oder die tschechische Übersetzung des Buches von Giscard herauskommt, dann werden Dir die Augen übergehen. Je te dis: Ce livre,  c’est une véritable mine d’or pour la dislocation de l’UE , -ich sage dir: Das Buch ist eine echte Goldmine für die Auflösung der EU.

Giscard sagt neben vielen anderen zutreffenden Analysen noch etwas besonders Richtiges:

“Eine erzwungene Integration, die einer rebellischen Population aufgenötigt wird, hat keine Chance auf Gelingen!”

Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Für die EU-Spitze sind die rebellischen Populationen das Haar in der Suppe – der Sand im Getriebe. Ach, diese schrecklichen, diese furchtbar populistischen Populationen!

O diese weisen, diese großartigen europäischen politischen Eliten!

Die sehr rasch nach der Samtenen Revolution erfolgende Auflösung der Tschechoslowakei sollte als warnendes Beispiel gegen die drohende Auflösung der EU dienen!

So, teurer europäischer Freund,  und hier findest du Stoff zum Lesen für den heutigen Tag:

Valéry Giscard d’Estaing: Europa. La dernière chance de l’Europe. Préface d’Helmut Schmidt. XO Editions, Paris 2014. Darin aufgeschlagen: Les débats en cours, S. 121-129, bsd. S. 127
Michael Žantovský: Václav Havel. In der Wahrheit leben. Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm und Hans Freundl. Propyläen, Berlin 2014. Darin aufgeschlagen: Das Ende der Tschechoslowakei, Seite 477-501
Gesichtete Zeit. Deutsche Geschichten. 1918-1933. Herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki. Deutscher Taschenbuch Verlag, 5. Auflage, München 1987. Darin aufgeschlagen: Biographische und bilbiographische Notizen, Seite 533-548, bsd. S. 544 [Lebensgeschichte des Schwabendorfers Joseph Roth]

 Posted by at 11:18
Nov 152014
 

Valéry Giscard d’Estaing: Europa. La dernière chance de l’Europe. Préface d’Helmut Schmidt. XO Editions, Paris 2014. Darin aufgeschlagen: Die Landkarte des neuen Europa auf S. 7-8
Michael Žantovský: Václav Havel. In der Wahrheit leben. Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm und Hans Freundl. Propyläen, Berlin 2014. Darin aufgeschlagen: die Seite 280
Gesichtete Zeit. Deutsche Geschichten. 1918-1933. Herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki. Deutscher Taschenbuch Verlag, 5. Auflage, München 1987. Darin aufgeschlagen:  Die Geschichte von Joseph Roth: April. Geschichte einer Liebe, S. 177-197

Aus der Sicht erfahrener Staatsmänner bewerten Giscard und Helmut Schmidt den gegenwärtigen Zustand der Europäischen Union einhellig als im äußersten Maße gefährdet.  Sie konstatieren einen hinausgezögerten Offenbarungseid des institutionalisierten Europa. Der heutigen Europäischen Union in der jetzigen Gestalt räumen sie geringste Überlebenschancen ein. Nicht dem Euro bescheinigen sie das Scheitern, sondern nahezu allen anderen Institutionen der EU. Deshalb wählen sie auch den Titel: “Europas letzte Chance”, so als stünde die Europäische Union und damit Europa insgesamt kurz vor dem Scheitern.

Scheitert Europa, wenn die EU scheitert? Joschka Fischer stellte dieselbe Frage, machte sie in diesem Jahr zum Titel seines neuen Buches, so wie 1997 Arnulf Baring in seinem Buch dieses Titels fragte: Scheitert Deutschland? Aber scheitert Deutschland, wenn die Bundesrepublik Deutschland sich als souveräner Staat von innen heraus abschwächt und abschafft, wie sie dies ja derzeit offenkundig tut?

Gestern bestellte ich in dem Gasthaus Joseph Roth in der Potsdamer Straße nahe der Nationalgalerie in Berlin “Pečené hovězí s knedlíkem” – ich verspürte einfach Lust und Berechtigung, als Reverenz an den nach eigenen Angaben in Schwabendorf bei Brody im Habsburgerreich geborenen und aufgewachsenen Joseph Roth in der Sprache des Kronlandes Böhmen eine Bestellung von Rinderbraten mit Knödel auf Tschechisch aufzugeben. Denn ich meinte, er hätte mich verstanden, wenn er als Kellner hier gearbeitet hätte.  “Also Rinderbraten mit Spätzle?”, fragte das Mädchen zurück. “Ja, mit Spätzle”, lenkte ich ein.

Ich hatte da bereits – beim Warten auf den Rinderbraten mit Spätzle – die Landkarte des neuen Europa aufgeschlagen, wie sie Giscard vorschlägt.

Der  ehemalige Vorsitzende des Verfassungskonventes der EU meint, man sollte die EU auflösen in einen Kernbereich von 12 Staaten, die sich ungesäumt einen einheitlichen Staatshaushalt´und ein gemeinsames Steuer- und Arbeitsrecht geben sollten. Dies neue Kunstgebilde, das aus dem absehbaren Scheitern der heute bestehenden EU hervorgehen soll, nennt Giscard (und vielleicht auch Helmut Schmidt) in lateinischer Sprache “Europa”.  Die anderen 16 Staaten der jetzigen EU sollten dann möglicherweise nach und nach diesem Europa beitreten, so sie denn wollen und können, so sie denn gelassen werden.

Spannend!

Wer ist dann drin in Europa? Wer ist dann draußen, gemäß der “vision ambitieuse”,  der “anspruchsvollen Vision”, wie Helmut Schmidt den Entwurf seines Freundes nennt (S. 15)?

Zu Europa sollen laut Giscard nur die folgenden 12 Länder  gehören: Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Irland, Polen, Finnland.

Nicht zu Europa sollen nach dem Vorschlag Giscards zunächst alle anderen europäischen Länder gehören, also z.B. die Eurozonen-Mitglieder Estland, Lettland, Griechenland, Slowakei, Slowenien, die EU-Mitglieder  Kroatien, Estland, Lettland, Litauen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, aber auch die anderen, mindestens teilweise zum geographischen Europa gehörenden Nicht-EU-Mitglieder, etwa die Länder Ukraine, Türkei, Weißrussland, Russland, Serbien, Albanien, Schweiz.

Hier blieb mir der Rinderbraten im Halse stecken. Was würde Kaiser Karl IV. sagen, der auf der Prager Burg residierte, wenn er sähe, dass sein Stammland Böhmen nicht mehr zu Europa gehören soll? Was würde Václav Havel, der als Staatspräsident ebenfalls auf der Prager Burg residierte, sagen, wenn er sähe, dass die Tschechische Republik nicht mehr zu Europa gehören soll? Was würde Joseph Roth sagen, wenn er mitbekäme, dass sein Geburtsort Schwabendorf bei Brody in Galizien nicht zu Europa gehören soll?

Ich weiß es nicht. Mir gefällt es nicht, dass jetzt wieder Grenzen zwischen dem “eigentlichen” Europa und den anderen “weniger europäischen” Ländern gezogen werden. Wieso sollte Schwabendorf bei Brody weniger europäisch sein als Versailles bei Paris? Warum sollte Václav Havel weniger Europa repräsentieren als Helmut Schmidt? Warum sollte Joseph Roth weniger Europa repräsentieren als Valéry Giscard d’Estaing?

Fragen über Fragen! Die drei Bücher werden uns noch einige Tage mit diesen Fragen begleiten. Ich meine: Europa gehört allen Menschen. Wir dürfen keinen verlieren, wenn wir in der Wahrheit Europas leben wollen.

EUROPA – La dernière chance de l’Europe.

 Posted by at 23:11
Nov 112014
 

Den ganzen Knäuel an Lügen, das Wegducken der Politik, die abgrundtiefe Verlogenheit der europäischen Flüchtlingsdebatte arbeitet die tapfere und einfühlsame Katrin Bischoff heute auf Seite 3 der Berliner Zeitung heraus.

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/prozess-um-messerstecherei-kontrollverlust-in-der-gerhart-hauptmann-schule,10809148,29007036.html

Der Gambier Nfamara J. gesteht, den Marokkaner Anwar R. am 25.04.2014 in der Kreuzberger Gerhart-Hauptmann-Schule erstochen zu haben, und steht deshalb jetzt in Berlin vor Gericht.

Woran zeigt sich die ganze Verlogenheit der Flüchtlingsdebatte?

1) Weder Täter noch Opfer sind oder waren Flüchtlinge. Sie stammen beide aus Staaten, in denen weder Verfolgung noch Krieg herrscht: Gambia und Marokko.

2) Sie hatten deshalb beide keinerlei Anspruch darauf, als Flüchtlinge oder Asylberechtigte anerkannt zu werden. Sie konnten – wie sie selbst berichten – schlecht und recht ohne Hunger, ohne Verfolgung, ohne echte Armut in ihren afrikanischen Heimatländern leben. Insbesondere Marokko steht im afrikanischen Vergleich sehr gut da!

3) Beide haben ihre Heimat aus freien Stücken verlassen, um in Europa bessere Verdienstmöglichkeiten für sich und ihre Familien zu finden. Sie waren und sind also nicht Flüchtlinge, sondern Wanderarbeiter oder Gastarbeiter.

4) Der geständige Täter war im Besitz einer Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung für den Schengenraum der EU. Er hätte jederzeit hier Arbeit und Wohnung finden können. Aber er wurde durch Unterstützer und Politiker auf  niederträchtige Weise dazu verleitet, in der Kreuzberger  Gerhart-Hauptmann-Schule, einer berüchtigten Brutstätte der Gewalt und der Kriminalität, zu verharren.

5) Senat und Bezirksamt haben diese von Anfang an unhaltbaren Zustände duldend hingenommen und durch heimliche, möglicherweise sogar gerichtsfeste Zusagen verstetigt. Der Berliner Senat und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, seine nachgeordnete Behörde, hätten längst, vor langer Zeit  einschreiten müssen; sie hätten dem Recht zur Geltung verhelfen müssen; sie hätten den Oranienplatz und die Gerhart-Hauptmann-Schule längst räumen müssen.

6) Der Senat von Berlin und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg haben in Kreuzberg unfassbar viel falsch gemacht, sie treiben derzeit den Bezirk in den finanziellen Ruin. Sie haben der Erosion des Rechtsstaates zugesehen und sie proaktiv noch befördert. Sie haben sich in eine unhaltbare Situation hineingeritten, die großes Leid über die Menschen bringt – zum Beispiel über die Familien von Anwar R. und  Nfamara J.

7) Die Seite 3 in der heutigen Berliner Zeitung sollte man heraustrennen, sie lesen und sie gut aufheben! Sie belegt einen Abgrund an Politikversagen, aber auch an Verlogenheit und Verblendung der Unterstützer der vermeintlichen Flüchtlinge.

 

 

Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin: Flüchtling gesteht tödliche Messerattacke | Berlin – Berliner Zeitung.

 Posted by at 13:56
Nov 112014
 

Theater Pamukkale 2013-07-23 12.49.30

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[...] denn du sprichst und singst ja gern in Gärten, in Sälen, in Hallen, in Tempeln und Theatern ohne Mikrophon; gegen den Wind, mit dem Wind, gegen das Meeresrauschen, mit dem Meeresrauschen, mit und ohne Murmeln im Mund. So hast du  vor einem Jahr im Sommer im jahrtausendealten Theater von Hierapolis in Kappadokien einige griechische Verse von Sophokles laut ins Rund hinab rezitiert, und in diesem Jahr im Sommer sangest du  im Garten eines Kreuzberger Pflege- und Altenheims in der Wilhelmstraße vor den Alten, den Uralten ein deutsches Volkslied von Felix Mendelssohn Bartholdy laut und tönend   – ohne Mikrophon, ohne technische Hilfsmittel, ohne Subwoofer und Bass-Booster, gehört von allen, die dies hören wollten, gestützt allein auf die Kraft des Leibes, des Atems, der Stimme.

Die freie Stimme, die singende Stimme, die nur durch Atem, Leib und Wind getragene Stimme – welche Freiheit, o welche Lust!

Lass deine Stimme laut erschallen!

Bild: ein Blick in das Theater der antiken griechischen Stadt Hierapolis im heute türkischen Pamukkale, August 2013

 Posted by at 11:11
Nov 112014
 

2014-09-16 12.45.31

 

 

 

 

 

 

 

 

„Kinder helfen Kindern“

Wann: Sonntag, 16.11.2014 – 15.00 Uhr

Wo:     Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin – Köpenick, Hofkirche Bahnhofstraße 9

 

Es musizieren:

Schülerinnen und Schüler von

Tamara Prishepenko

(Mutter von Natalia Prishepenko –von 1994 – 2012 Primargeigerin im Artemis Quartett)

 

Es erklingen Werke von:

Mozart, Schumann, Massenet, Tschaikowski, Saint- Saens, Kreisler, Beriot und Sarasate

 

Der Eintritt ist frei – um Spenden wird gebeten!

 

Alle Spenden werden zugunsten der Arbeit des Förderkreises Hilfe für strahlengeschädigte belorussische Kinder verwendet

Spendenkonto 165 352 3375, BLZ 100 500 00 (Berliner Sparkasse) Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin-Köpenick

Kennwort: Benefizkonzert

Für Zuwendungsbestätigung und Danksagung erbitten wir die vollständige Absenderangabe unter Verwendungszweck.

Weitere Informationen unter: www.belarus-projekt.org

 Posted by at 10:37
Nov 032014
 

2014-08-13 17.31.43

 

 

 

 

 

 

 

Dem Monotheismus ist eine Anlage zum Zelotismus  – zum (auch) gewalttätigen Eifern für den eifernden Gott eingeschrieben, der mit der Verteufelung der Bilder zusammenhängt.”

So sprach der Ägyptologe Jan Assmann am Reformationstag in der fünften seiner bewusst zugespitzten, gleichsam keilschriftartig verknappten Thesen bei der Disputation in der Wittenberger Leukorea.

Der Disputant Ralf Elger, Islamwissenschaftler und Arabist an der Martin-Luther-Universität,  bemerkte diesen metaphorischen Gebrauch des Verbums “einschreiben”, er bezeichnete das Verbum “einschreiben” als ein neuartiges, geradezu modisches, ihn offenkundig nicht überzeugendes  Sprachbild.

Neuartig, modischer Sprachgebrauch? Ein Blick in den vielfältigen Gebrauch des Wortes “einschreiben” vermag zu enthüllen, dass bereits im 3. Jh. v. Chr. dieser metaphorische Gebrauch des Tätigkeitswortes “einschreiben” gut belegt ist!

Hier ein paar Belege aus dem Liddell-Scott-Wörterbuch! Besonders hervorzuheben, wie Xenophon in seiner Kyrupädie schreibt, den Menschen könnten gewisse “Gedanken” eingeschrieben, “eingeritzt” werden wie etwa die Inschriften auf den Spruchbändern eines ägyptischen Obelisken!

 

ἐγγράφω engrave, inscribe, ἐν τῇσι στήλῃσι Hdt.2.102, cf. 4.91; νόμους Lys. 30.2 of codifiers, opp. ἐξαλείφω: —Med., ἢν ἐγγράφου σὺ μνήμοσιν δέλτοις φρενῶν A.Pr.789:— Pass., to be written in, ἐνεγέγραπτο δὲ τάδε ἐν αὐτῇ sc. τῇ ἐπιστολῇ Th.1.128; αὑτὸν εὗρεν ἐγγεγραμμένον κτείνειν found his name entered in the letter for execution, ib. 132; δέλτον ἐγγεγραμμένην συνθήμαθ’ S. Tr.157. 4. metaph., εἰ μέλλουσι τοιαῦται διάνοιαι ἐγγραφήσεσθαι ἀνθρώποις X.Cyr.3.3.52. 5. Geom., inscribe a figure in another, εἰς . . Euc.4.4, al.; ἐν . . Archim.Sph. Cyl.1

Assmann entfaltete vor dem dichtgedrängten, staunend lauschenden Publikum seine Gedanken häufig in bildlichen Wendungen, die das Gemeinte besser hervortreten lassen als es rein begriffliche Abstraktion vermöchte.

Einen besonders schönen Beleg für diesen übertragenen Gebrauch des Wortes einschreiben fand ich in meinem Gedächtnis bei Andreas Gryphius, und zwar in seinem Sonnett auf den dritten Ostertag:

Doch wenn mich dünckt/ daß ich im Elend itzt vergeh/
Vnd meine daß vor mich kein Mittel zu gewinnen/
So werd ich deiner Hülff vnd gegenwart recht innen/
Vnd daß in deine Hand ich eingeschriben steh:
Denn sagstu wie der Zorn deß Höchsten abgelehnet
Wie Gott mit mir zu fried’/ vnd wie du mich versöhnet.
Denn lern ich/ daß ich Fleisch/ gleich deinem Fleische sey.

Der Mensch ist eingeschrieben in die Hand Gottes – das ist doch ein herrliches Bild! Man möchte es jedem Sterbenden hinterherrufen, dessen Dasein verweht und vergeht. “Du bist eingeschrieben in die Hand des Höchsten!” Nicht eingemeißelt, sondern weich hineingezeichnet, hineingedrückt in die Hand eines Größeren.

Nicht das eifernde Zupacken der gewalttätigen Hand des Eifersüchtigen, sondern das bergende, hegende, aufnehmende Umfassen drückt sich darin aus.

Bild: ein kleiner Frosch am Fluss Moskwa, 13.08.2014

 

 

 Posted by at 23:54