мнр вам – wir wünschen euch Frieden

Juli 22nd, 2014

2014-07-14 15.53.35

Мир вам: Im Zeichen des Kreuzes werdet ihr den Frieden gewinnen.

Was für ein Glücksfall: die vier mächtigsten Politiker auf der Bühne, die den Schlüssel zur Lösung der Ukraine-Krise in ihren gefalteten Händen halten, sind alle bekennende Christdemokraten! Sowohl Petro Poroschenko als auch Wladimir Wladimirowitsch Putin, sowohl Angela Merkel als auch Barack Obama haben sich wiederholt und öffentlich – auch als amtierende Politiker – zum Christentum bekannt.  Sie sind alle auf den Namen Jesu Christi getaufte, christliche, demokratische Politiker, die sich den sittlichen Grundgeboten Jesu Christi öffentlich unterstellt haben. Sie alle beten – jeweils in ihrer Muttersprache – das Vater unser in nahezu textgleicher Fassung.

Diese sittlichen Grundgebote, die die russisch-orthodoxen, die ukrainisch-unierten, die lutherisch-protestantischen und die römisch-katholischen Christen gleichermaßen anerkennen, sind: die allgemeine Pflicht zur Wahrhaftigkeit, die unbeschränkte Pflicht zur Versöhnung untereinander, die universale Pflicht der Nächstenliebe, die Pflicht zur Gewaltlosigkeit in der Durchsetzung eigener Ansprüche, die Anerkennung des Legitimitätsprinzips im Verkehr der Staaten untereinander, der Vorrang des Wortes vor dem Schwert, der Vorrang des Herzens vor dem Geld. Das Wort ist stärker als die Wurfschleuder.

Ich glaube, dass die christlich geprägten Völker wie etwa die Russen und die Ukrainer, dass die christlich-demokratischen Politiker, insbesondere auch Petro Poroschenko und Wladimir Putin im Zeichen des Kreuzes zunehmend ihre Gemeinsamkeiten erkennen und anerkennen werden und damit auch den Weg zum Frieden finden werden. Ein gemeinsam gefeierter Gottesdienst, ein gemeinsam gesungenes Kirchenlied in ukrainischer und russischer Sprache, ein gemeinsam in der jeweiligen Muttersprache gebetetes Vater unser können Wunder bewirken. Ich glaube fest daran.

Bild: Unsere herrliche Тарзанкa, die Tarzanschaukel am Fluss Moskwa, in der Nähe von Cосны westlich von Moskau. Aufnahme des Verfassers vom 14.07.2014, 15.53 Uhr

Gli anni della nostra vita sono settanta: esulteremo e gioiremo per tutti i nostri giorni

Juli 19th, 2014

Pamjatj 2014-06-17 15.46.41 - Kopie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“The average life span of a human being is seventy years”/ “Gli anni della nostra vita sono normalmente settanta”, così disse Alexander Yakovlevich Potapenko nella sua intervista apparsa sul Messaggero di sant’Antonio, nel lontano marzo del 1995:

I find it difficult to understand how such a complicated organism as a human being or any plant can function, for so long, and practically without making any mistakes. The average life span of a human being is seventy years, but in these seventy years they surely suffer some diseases. Physicians merely help the patient to improve the situation, but the treatment uses the organism’s internal forces to get rid of the disease and, generally, the body remains perfectly functional. This is what I can’t understand! Not how miraculous things happen, but how normal things happen. They are the most fantastic things in nature.

Alexander Potapenko ci ha lasciato all’età di 70 anni il 13 giugno 2014 dopo una breve ma acutissima sofferenza.  Sascia ci ha dato un ulteriore esempio di dignità, carità e umanità col suo modo di accettare la sofferenza, non lamentandosi mai, anzi, nascondendo con gli scherzi  la sua gravissima condizione ai parenti ed amici. Voleva risparmiare sofferenze inutili ai suoi cari.

Prof. Alexander Yakovlevich Potapenko nacque il 13 maggio 1944 a Novocherkassk nella Regione di Rostov sul Don. Si laureò presso il Dipartimento di Biofisica dell’Università Statale di Mosca nel 1967. Nello stesso anno, divenne assistente al Dipartimento di Fisica dell’Istituto N.I. Pirogov. I suoi lavori scientifici erano dedicati soprattutto alla fotofisica ed alla fotobiologia, cioè agli effetti della luce sulle cellule viventi. Tra i suoi libri vanno menzionati, oltre a più di 150 articoli in varie riviste medico-scientifiche,  “Photoperoxidation of Lipids and the Induction of Ion permeability in Biological and Lipid Artificial Membranes under UV-Irradiation” (Mosca 1974) and “Molecular Mechanisms of Photobiological Effects of Fluorocoumarins” (Mosca 1989).

Alexander era sposato con Lena. Sua figlia si chiama Irina e vive a Berlino.

I riti funebri si sono svolti il 17 giugno 2014  al cimitero Vagankovskoe a Mosca.

Cerchiamo di ricordare Sascia con il nostro affetto e con la gioia di vivere. Esulteremo e gioiremo per tutti i nostri giorni. Lui ne sarebbe contento.

Foto: Necrologio all’Università Statale di Medicina Pirogov, Mosca

Riferimenti bibliografici:
God and I: Alexander Potapenko. Interviewed by Fr. Mario Conte OFM Conv. Messenger of St. Anthony, International Edition, Padova, March 1995, p.22-24, quote here from p. 23
La Bibbia: Salmo 89. Edizione C.E.I., Roma 1996

 

“L’Europa non appartiene ai tedeschi!” Das tiefe Unbehagen der Mitgliedsstaaten an der EU

Juli 18th, 2014

Der seit 22. Februar 2014 amtierende italienische Ministerpräsident Matteo Renzi verwahrt sich gegen Belehrungsversuche des Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann mit den Worten: “L’Europa non appartiene ai tedeschi -  Europa gehört nicht den Deutschen”.  So zitiert ihn heute, am 18.07.2014,  die angesehene italienische Tageszeitung La Repubblica auf S. 15.

Zugleich wird eine Steuergutschrift von 80.- Euro für Bezieher niedriger Einkommen in Italien durch den Wirtschaftsminister Carlo Padoan  als dauerhafte “strukturelle Maßnahme” erklärt – “dando maggiore certezza ai cittadini”.

Die Entlastung von 80.- für Steuerzahler soll den erhofften Wirtschaftsaufschwung befördern – und zugleich sagen die neuesten Vorhersagen der italienischen  Wirtschaftsinstitute ein Wachstum von nur 0,0 – 0,5% voraus (La Repubblica heute, S. 14).  Viel zu wenig, um die lastende Staatsschuld Italiens zurückzufahren oder die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen!

Vor wenigen Tagen forderte der frühere Bundespräsident und habilitierte Staatsrechtler Roman Herzog “Abwehrrechte” der Mitgliedsstaaten gegenüber der Europäischen Union. Er artikuliert damit ein tiefes Misstrauen gegenüber den EU-Institutionen, die sich immer mehr in die verfassungsrechtlich geschützten Belange der Mitgliedsstaaten einmischen. Dazu passt, dass neuerdings die EU-Kommission ganz offen und trockenen Auges als “mächtige europäische Gesetzgebungsbehörde” bezeichnet wird, so etwa in der Süddeutschen Zeitung vom 16. Juli 2014 auf S. 1.  Eine Behörde als gesetzgebende Gewalt – unerhört! Bedenklich: eine mächtige Behörde, die stillschweigend zur einflussreichsten legislativen Gewalt der EU-Mitgliedsstaaten geworden ist!

Eine Behörde, die an die Stelle der herkömmlichen legislativen Gewalt, nämlich der Parlamente getreten ist! Hier stellt sich in aller Dringlichkeit die Frage nach der verfassungsrechtlichen Legitimität der gesamten EU. Hier stellt sich die brennende Frage, ob Europarecht Bundesrecht bricht, und ob nicht schleichend die verfassungsmäßige Ordnung des Grundgesetzes in eine Art EU-Superstaat überführt wird, der von einer Behörde geführt wird, die zugleich legislative und exekutive Befugnisse hat.  Ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der europäischen Verfassungen! Was wohl Montesquieu dazu sagen würde? Ich glaube, er würde sich im Grabe umdrehen. Das Zusammenfallen von legislativer und exekutiver Gewalt, wie es die EU-Kommission verkörpert, wäre für ihn das Ende der Freiheit. Er schreibt in Band 1 seines Geistes der Gesetze: “Lorsque, dans la même personne ou dans le même Corps de magistrature, la puissance législative est réunie à la puissance exécutrice, il n’y a point de liberté”, also zu deutsch etwa: “Wenn in derselben Person oder derselben Behörde die gesetzgebende mit der ausführenden Gewalt vereinigt ist, gibt es keine Freiheit.”

Ich denke, sowohl Matteo Renzi als auch Roman Herzog verdienen Gehör. Sie drücken für alle fassbar aus, dass das ganze Gefüge der EU in eine strukturelle Schieflage geraten ist. Man sollte sie nicht vorschnell als Europafeinde abkanzeln. Sie legen den Finger auf die Wunde: Die Staaten bzw. die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten haben offenkundig nicht mehr das Gefühl, Herr im eigenen Haus zu sein. Es droht unter dem jetzigen EU-Regime nichts Geringeres als das Ende der politischen Freiheit in den Mitgliedsstaaten.

Und wir einfachen europäischen Bürgerinnen und Bürger ohne politischen Einfluss und ohne politisches Amt? Wir haben mehrheitlich zunehmend das Gefühl, dass da eine europäische Maschinerie ohne ausreichende Legitimität über unsere Köpfe hinweg unser Schicksal bestimmt, dass sich also eine Art EU-Fürstenherrschaft etabliert hat - wobei die Steuerleute, die europäischen Fürsten in der Maschinerie selber uneinig sind, weil das EU-Regelwerk sie immer wieder in nahezu unauflösbare Zielkonflikte stürzt.

Einer dieser Zielkonflikte, aber bei weitem nicht der einzige, ist die absolute Vorrangstellung der Stabilität des Euro gegenüber allen anderen Zielen der Wirtschaftspolitik – also etwa gegenüber dem Ziel der Vollbeschäftigung oder des Wirtschaftswachstums.

Ich werte sowohl Renzis Protest gegen die – wohl eher so wahrgenommene als echte – deutsche Bevormundung als auch Herzogs Mahnruf gegen die Selbstherrlichkeit der EU-Institutionen als deutliche Signale eines tiefen Unbehagens gegenüber der gesamten Europäischen Union in ihrer jetzigen Verfasstheit.

Quellen:

Daniel Brössler und Cerstin Gammelin: “Juncker startet machtbewusst”, Süddeutsche Zeitung, 16. Juli 2014, Seite 1
Roberto Petrini: “Allarme Padoan: la ripresa stenta”, La Repubblica, 18 luglio 2014, Seite 14
Andrea Tarquini: “La Ue chiede più riforme non meno regole ma noi tedeschi ci fidiamo delle promesse di Roma”, Intervista con Wolfgang Schäuble, La Repubblica, 18 luglio 2014, Seite 15

http://fr.wikisource.org/wiki/Page:Montesquieu_-_Esprit_des_Lois_-_Tome_1.djvu/318

 

Munik das Trakehner-Pferd ackert auf dem Kleinfeld

Juli 17th, 2014

Verteidigung 2014-07-12 12.41.00

Ich spielte noch vorgestern in Nikolina Gora (Russland) auf dem Kleinfeld Fußball sieben gegen sieben mit den “Grünen” und wir besiegten nach 60 Minuten die “Blauen” 8:1. Wir spielten mit einer Viererkette und zwei Stürmern, ich rannte auf der linken Außenbahn auf und ab, was das Zeug hielt! Aber die Kette hielt!

Dynamisches Wechseln zwischen Mann- und Raumdeckung, rasches Kontern, Ausnutzen von Standardsituationen, rasche Tempowechsel, Doppelpässe zwischen den beiden Stürmern, diese Mischung führte uns zum Sieg. Nebenan rauschte unablässig die Rubljowka-Straße, da draußen sauste also die geschäftge Welt – und nahm keine Notiz von uns. Aber die Zuschauer jubelten, es waren fast 10, fast so viele wie wir Spieler auf dem Feld mit dem Kunstrasen.

Ich selbst ließ gegenüber meinen russischen Mannschaftskameraden durchblicken, dass ich in München geboren sei. Da hatte ich gleich einen Stein im Brett. Mein Spitzname war ab da: Munik. Und wahrhaftig, Munik ackerte keuchend wie ein Trakehner-Pferd – stets im Dienste der Mannschaft.

Bedenkt, Freunde, ehe ihr lacht: Auf dem Kleinfeld mit Bande gibt es kein Seiten-Aus, kein Torlinien-Aus, das Spiel wogt ohne Unterlaß hin und her, es gibt keine unerlässlichen Verschnaufpausen nach jedem Aus, wie sie beispielsweise bei der Fußball-WM in Brasilien deutlich zu sehen waren! Unsere Aufgabe war also schwerer als bei der WM in Brasilien, und es herrschten bei uns 30 Grad im Schatten! Um so höher – so meine ich – ist unser 8:1 gegen die Blauen  einzuschätzen.  Zum Vergleich: Ein Halbfinalspiel dort endete “nur” 7:1.

Bild: Die Kinder spielen genau so auf dem genannten Kleinfeld mit Kunstrasen in Nikolina Gora.

Mütterliche Gefühle hegen und pflegen!

Juli 8th, 2014

Ich koche gern und hege zutiefst mütterliche Gefühle gegenüber allen, für die ich koche. Gestern zum Beispiel! Da gab es am Abend Lasagne, gekocht mit der Bologneser Sauce vom Vortage. Die wird ja am zweiten Tag noch besser. Hmmm, … das schmeckte, liebe Kinder!

Wider die Abstrusitäten der europäischen Finanzpolitik: der Weckruf Isabel Schnabels

Juli 8th, 2014

Tolles Interview mit Isabel Schnabel gestern auf S. 16 in der Süddeutschen Zeitung! “Es ist doch abstrus, dass in der Finanzkrise die Banken noch größer geworden sind, als sie zuvor waren.” – “Wir brauchen nicht nur Superfrauen.” “Ohne Druck aus Brüssel wäre doch die WestLB nie abgewickelt worden.” Da könnte man noch viele Schmankerln zitieren aus diesem Interview. Gesamteindruck: Sehr klug, sehr lesenwert! Endlich mal jemand, der sich auskennt – eine gute, sachkundige, wortgewandte Kennerin der Materie, also der unbewältigten Finanzkrise innerhalb und außerhalb des Euro-Raumes, eine Finanzökonomin, mit der es sich trefflich zu streiten lohnen würde! Mit Frau Schnabel würde ich gern einmal ganz entspannt über Verbriefungsmärkte und das OMT-Programm der EZB plaudern. Sie hat in sehr sehr vielem recht, zum Beispiel in einer Kritik an den zaudernden, unentschlossenen Politiker*innen der EU-Staaten, die sich das Heft des Handelns von den Finanzmärkten ohne Not aus der Hand nehmen ließen und Mario Draghi anhimmeln, als wäre er ein charismatischer Politiker. Wir brauchen doch nicht Super-Marios! 

In anderem liegt sie einfach falsch, z.B. in ihrem Glauben an die supranationale Abwicklung der gestressten Großbanken. Das ist eine reine Glaubenssache, da kann man auch die gegenteilige Ansicht vertreten. Ich meine: wir brauchen im Euro-Raum dringendst eine Zerlegung der übergroßen Banken. Wir brauchen ähnlich dem Kartellrecht eine Machtbeschränkung der einzelnen übergroßen Bankhäuser, weniger die Verschärfung der Mindesteinlagensicherungsregeln nach Basel III. 

 Da ist wahrlich Musike drin! Was Frau Schnabel wohl zu dem Satz Raiffeisens “Das Geld des Dorfes dem Dorfe” sagen würde, also zu dem Titel eines  uralten, keineswegs verstaubten Klassikers der Finanzwissenschaft? Keiner traute sich in der EU bisher an das Problem der ZU GROSSEN BANKEN ran! Dabei diskutiert man das Problem in den USA schon lange. Nur bei uns in der EU  leben sie noch hinter dem Mond. In den USA haben sie den Bankenmarkt schon zum Teil bereinigt durch zahlreiche gesteuerte Konkurse. Richtig so!  So kommt auch die Konjunktur in den USA wieder in Fahrt, während sie im Euro-Raum wegen zahlloser politischer Fehler lahmt und humpelt.

Beleg: “Wir brauchen nicht nur Superfrauen.” Interview mit Isabel Schnabel. Geführt durch Marc Beise und Andrea Rexer. Süddeutsche Zeitung, 07. Juli 2014, Seite 16

Gewaltkult der Besetzer stoppen!

Juli 8th, 2014
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Oha, die BVV tagt jetzt nur noch unter Polizeischutz. Soeben schob ich mein Rad vor dem Rathaus Kreuzberg vorbei und sah’s wieder mal, fassungslos ob der unhaltbaren Zustände in der Berliner Bezirks- und Landespolitik (siehe Foto, Aufnahme von 18.18 Uhr heute).  Und Hans Panhoff, der einzige Kreuzberger oder Berliner amtierende Politiker, der durch seinen Räumungswunsch gegenüber der Polizei Rückgrat und Verantwortung gezeigt hat, soll abgewählt werden?! Einspruch! Ich meine: Panhoff sollte bleiben, der gesamte Rest der mit der Platz- und Schulbesetzung befassten zuständigen Politiker*innen in Senat und in Bezirksamt sollte eher zurücktreten. Panhoff hat das sachlich Gebotene, das humanitär Unerlässliche über den eigenen Machterhalt, über die windelweiche Linie seiner Partei gestellt. Er hat sein Gewissen über den Verbleib im Amt gestellt.
Ich kenne Panhoff als stets kompetenten, höflichen, sachlich klaren, fleißigen Kommunalpolitiker und bin sehr dafür, dass er im Amt bleibt.
Nebenbei: Dieser Gewaltkult, dieser schrankenlose Männlichkeitswahn, dem die Besetzer auf dem Dach der Gerhart-Hauptmann-Schule frönen! Es sind keine “Flüchtlinge”, sondern eher militante gewaltbereite Kämpfer aus Deutschland – mehrheitlich weiße Männer wohlgemerkt – und aus anderen Ländern. Gestreckte Fäuste, gebrüllte Parolen! Wir hören aus der besetzten Schule Hetze, Wut, Feuer und Flamme gegen diesen Staat! Fahrräder gegen Menschen (in diesem Fall Polizisten) werfen!
Gewalt und Rechtsbruch haben vorerst in Kreuzberg gesiegt. Erpressung der Gesellschaft durch Gewalt und durch Suiziddrohungen! Das ist das Motto, unter dem die Besetzer der Schule kämpfen. Irre. Der Senat von Berlin und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg lassen diesen Kult der nackten Gewalt und der Gesetzlosigkeit seit Monaten zu.
Dass jetzt die BVV nur mehr geheim bzw. unter Polizeischutz tagen kann, ist erbärmlich. Ein erbärmliches Armutszeugnis für die Politik des Berliner Senats und des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg.

Wir gehen baden! Ab ins Prinzenbad!

Juli 6th, 2014

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Ein schöner Sonntag geht zu Ende. Schwalben ziehen sirrend durch den Hinterhof, der Brunnen hat das Plätschern eingestellt. Am Vormittag war wieder eins unsere beliebten Kinderkonzerte. Die 12 Kinder spielten wie die Cherubim im Carl-Flesch-Saal der UdK sehr artig und sehr zu Herzen gehend. Dann sagte einer: „Wir gehen baden! Ab ins Prinzenbad!“ So geschah es. Am Nachmittag lockte es uns zwar nicht alle, aber doch zu sechst (2 Väter und 4 Kinder) in das Prinzenbad. Herrlich! Viele entspannte, lachende, glückliche Menschen sahen wir heute im Kreuzberger Prinzenbad. Das Prinzenbad verdient höchstes Lob.

Sommerstadt Berlin! Bäderstadt Berlin!

Soeben tischte ich zum Abendessen zwei riesige Teller selbstgekochte Spaghetti alla bolognese mt knackigem Salat auf.

Die  Ausstellung “Wir gehen baden”, eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett, verdient ebenfalls höchstes Lob. Reizvoll, entzückend, toll gemacht. Sie verlockt und verführt zu allerlei Streifzügen, manch liebgewordene Erinnerungen an das, was in einigen Jahrzehnten eigener Badeerfahrungen, eigener Badebegegnungen geschehen ist, stiegen in mir auf: von dem ersten Anstaunen des anderen Geschlechtes im Gersthofener Freibad (bei Augsburg) bis hin zu allerlei lockeren Plaudereien mit multikulturellen Bikinimädchen an den sonnenbestrahlten Küsten der Türkei.

Eine Psychogenese der Person im Spiegel des Badens, das bietet bei eingehender Betrachtung und Besinnung diese Ausstellung. Phantastisch!

Folgende Werke habe ich gestern näher ins Auge gefasst:

Auguste Renoir, Baigneuse debout, en pied

Pisanello, Bademädchen

Anders Zorn, Seichtes Wasser

Georg Pencz, Die sieben Planeten: Venus

Lucas van Leyden, Susanna im Bade

Tom Wesselmann, Cut out nude

Herman Saftleven, Die vier Jahreszeiten, darin: Winter. „Frigidus venit hiems glacies cum frenat aquarum cursus et pedibus lubrica praebet iter“

Honoré Daumier, Les baigneurs, darin: „Après trois mois de cette exercice non interrompue, on se trouve réduit à l’état de poissson, et l‘être le plus timide peut se présenter“

Leopold Ludwig Müller (1767-1838), Das Welpersche Badeschiff auf der Spree, um 1802. Erstes städtisches Badeschiff Europas! Bahnbrechend!  

Hans Sebald Beham, Der Jungbrunnen und Badehaus

Albrecht Dürer, Männerbad

Dieter Asmus, Mädchen am Meer

Ich nahm gestern um 14 Uhr an der Führung „Baden in der Renaissance“ teil. Es war für mich als Mann hochinteressant. Das Geschlechtliche, näherhin das Thema Transgender, Homosexualität und Geschlechtsambivalenzen, beginnend bei Dürers Männerbad,  stand im Vordergrund der gestrigen Führung, die implizit spannende Ausblicke auf die Fortschreibung dieses jahrtausendealten Motivstranges bis hin zur heutigen LGBT-Hauptströmungsgleichschaltung bot, wie es sich beispielsweise unsere bundesweit berühmten Kreuzberger Grünen oder die berühmte Kreuzberger taz auf die politischen Fahnen geheftet haben. LGBT-Menschen, also Lesbians, Gays, Bisexuals und Transgenders gab’s immer schon, ein Blick in die reichen Schätze von ein paar Jahrtausend Kunstgeschichte lehrt’s wieder und wieder. Ja mei.

Ansonsten: Ein Zuhörer der Führung machte gestern Wellen, trübte das Wasser, brach bei einer unsicheren Titelbelegung mehr oder minder mutwillig  einen Streit über Titel im Museumswesen an: „Die Hälfte der Titel von euch Museumsleuten sind anfechtbar! Ist doch alles nur Konvention! Ihr bringt euch doch nur selber in die Bredouille!“, sagte der kecke Zuhörer plötzlich. Er fiel aus der Rolle, der Kurator aber nahm’s gelassen: „So ist es! Diese Werke hatten keine Titel. Das Beilegen der Titel kam im großen Umfang erst mit der Sammlerbewegung im 19. Jahrhundert auf.“

Ausgerechnet an der Stelle, wo in der vorhergehenden herrlichen Arkadien-Ausstellung im Kupferstichkabinett Venezianos “Vertreibung aus dem Paradies” (Kat. Nr. 5) hing, hängt ja jetzt Hans Sebalds Jungbrunnen mit verwandt zweideutiger Gender-Zuschreibung, wie sie etwa auch die beiden Figuren auf der Mauer des rätselhaften Veneziano-Kupferstiches boten!

Super spannend. Die meisten Titel auch von berühmten Gemälden sind bis ins 19. Jahrhundert hinein schlicht Zuschreibungen der Nachwelt. Sie prägen unsere Wahrnehmung auf häufig verengende, unzulässig einengende Weise.

In jedem Fall lohnt die Ausstellung einen lässigen Besuch. Leichte sommerliche Kleidung und Flipflops nicht vergessen. Eine atlantikblaue Frisbee-Scheibe der Berliner Bäder gab’s gestern gratis obendrein. Cool.

Wir gehen baden! Eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett. Kulturforum, Matthäikirchplatz. 4. Juli – 26. Oktober 2014, Di, Mi, Fr 10-18 Uhr. Do 10-20 Uhr. Sa+So 11-18 Uhr

Bild: Ludwig von Hoffmann Knaben am Strand um 1895 vor Helm auf der Liegewiese im Prinzenbad

Staatserosion von oben: der Kampf um die Gerhart-Hauptmann-Schule

Juli 4th, 2014

Vor wenigen Tagen fuhr ich mit dem Rad und zwei Packtaschen zum neuen LIDL an der Stresemannstraße. Vor dem neu eröffneten Supermarkt standen vier Polizisten Wache, im lockeren Gespräch eingebunden. Was war geschehen? Schnell erfuhr ich’s: wenige Stunden zuvor war in dem sechzehnstöckigen Haus ein Mord geschehen. Wieder ein Mord in unserem unmittelbaren Wohnumfeld! Das Mordopfer  kannte ich diesmal im Gegensatz zu einem der früheren Mordfälle nicht; entscheidend ist, dass einige wenige Einsatzkräfte ausreichten, um bereits einige Stunden nach der Tat den Tatort des Mordes zu sichern.

Ganz anders sieht es bei der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule aus. Hier sind in den letzten Wochen bis zu 1800 Polizistinnen und Polizisten aufgeboten worden, um das widerrechtlich besetzte Gebäude zu sichern. Kosten: mindestens 5 Millionen. Ein Tötungsdelikt hatte sich ebenfalls dort ereignet, aber nicht deswegen waren über 1000 Polizisten entsandt, um das Grundstück zu sichern.

Um genau dieses bezirkseigene Gebäude hatte ich mich persönlich vor 3 Jahren während meiner kommunalpolitischen Tätigkeit im Auftrag einer Grundschule eines freien Trägers einer Migrantencommunity bemüht; die Immobilienverwaltung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg hatte es jedoch brieflich damals schlichtweg abgelehnt, auch nur in Gespräche über eine neue Nutzung der mehreren, damals zweckfrei leerstehenden Kreuzberger Schulgebäude einzutreten.

Und nun das! Das grün geführte Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und der rot-schwarze Berliner Senat haben hier über Monate hinweg alles getan, um einen rechtswidrigen, teilweise unwürdigen Zustand künstlich aufrechtzuerhalten; sie haben fast alles unterlassen, um einen illegalen Zustand am Oranienplatz und im besetzten Gebäude an der Ohlauer Straße zu beenden. Nach monatelangem Hickhack und Hin und Her dürfen die Besetzer im bezirkseigenen  Gebäude bleiben. Das Schulgebäude darf weiterhin als kostspielig gesicherte, auf unsere Steuerzahlerkosten gesicherte Spielwiese von Rechtsbrecher*innen und plärrenden Marodeuren genutzt werden. Die Politiker*innen des Berliner Senats und des Bezirksamtes haben sich von einer grotesk-infantil agierenden Truppe von Polit-Amateuren erpressen lassen.

Der Rechtsbruch wird also auf Dauer gestellt. Ich konstatiere in dieser Sache ein totales Versagen des SPD-CDU-Senates und des “kollegial” geführten Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg.

Das ist niederschmetternd für uns einfache migrantische Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund, die in der Vergangenheit scheue Anstrengungen unternahmen, dem Bezirk oder dem Bundesland Berlin ein bisschen bürgerschaftliches Engagement einzuhauchen.

Und dafür zahlen die anderen Bundesländer den Länderfinanzausgleich? Liebe andere 15 Bundesländer, wehrt euch doch ein bisschen. Es ist wirklich  unfassbar, unerträgliche politische Zustände herrschen hier in Berlin.

Die Berliner Landes- und vor allem die hiesige Bezirkspolitik unterhöhlen mit derartigen Fehlleistungen das Legalitätsprinzip staatlichen Handelns, sie unterminieren das Vertrauen von uns Bürger*innen in die Verlässlichkeit und Rechtstreue der gewählten Volksvertreter*innen; die Berliner Politik, namentlich die der Berliner Parteien Die Grünen/Bündnis 90, CDU und SPD führt so allmählich zu einer Erosion der Staatlichkeit.

Staatserosion von oben, aus dem Inneren der staatlichen Verwaltung heraus! Berlins SPD, Berlins CDU und Friedrichshain-Kreuzbergs Grüne sind in diesem Trauerspiel für rechtstreue Bürger*innen Berlins unwählbar geworden.

Einsatz an besetzter Schule in Berlin-Kreuzberg: Allein die Personalkosten belaufen sich auf fünf Millionen Euro – Berlin – Tagesspiegel.

Sie werden nicht gesät, sie werden nicht geerntet

Juli 1st, 2014

Die Spontanvegetation au2014-07-01 17.41.56f der Kreuzberger Grauwacke längs dem Radweg Berlin-Leipzig erfüllte uns heute mit Freude. Ein Foto fügen wir Euch hier bei.

Die Disteln und Lilien auf dem Felde – sie werden nicht gesät, sie werden nicht geerntet, und doch würden die Nummer 1-10 auf der Forbes-Liste der mächtigsten Frauen und Männer dieser Welt ob ihrer Pracht erblassen.