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Archiv der Kategorie Fahrrad

Fahrrad als Wirtschaftsfaktor stärken!

19032010.jpg Viele meiner Freunde lehnen es ab, Springer-Blätter zu lesen. Ein törichtes Vorurteil, das keiner Überprüfung standhält! Ich lese neben FAZ und taz regelmäßig auch BILD und WELT - und auch die Junge Welt. Man muss sich auf alles wappnen! Bin ja - wie übrignes die allermeisten US-Amerikaner auch - ein Anhänger des First Amendment, also der uneingeschränkten Rede- und Meinungsfreiheit. Lest alles, prüft und glaubt das, was euch überzeugt! Dieser erste Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung lautet:

Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the Government for a redress of grievances.

Gute Ratschläge zum Fahrradkauf in der heutigen BILD!

Erstens rät BILD: Nur beim Fachhändler kaufen.

Zweitens rät BILD: Dem Zweck entsprechend Geld ausgeben! Wer nur einmal pro Monat fährt, ist mit einemFahrrad ab 500.- Euro Neuwert gut bedient. Der Alltagsradler, der das Rad täglich - auch auf längeren Strecken - bewegt, muss mindestens mit dem Doppelten rechnen.

Drittens rät Bild: Nicht beim Schloss sparen!  Ein gutes Schloss sollte 10-15% des Fahrradpreises ausmachen, also etwa 50 bis 100 Euro kosten.

Viertens rät BILD: Auf gute Beleuchtung achten!

Ich meine: BILD hat recht. Gerade hier in Friedrichshain-Kreuzberg sollte man den Ratschlägen der BILD  folgen, zumindest beim Fahrradkauf. Der Fahrrad-Fachhandel bildet auch einen nicht zu unterschätzenden Standortfaktor.

Unser Bild zeigt das Fahrrad des Bloggers, kippsicher angeschnallt im schmucken Regionalzug der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) von Fürstenwalde nach Bad Saarow. Bei der ODEG fährt stets ein Schaffner mit, und Fahrkartenautomaten suchten wir vergeblich. Aber die Schaffnerin - oder muss man Zugbegleiterin sagen? - war von einer ausgesuchten Höflichkeit! Und freundlich! Und ausgesprchen charmant. Ergebnis: Ich möchte wieder mit der OE fahren …

Fahrrad: Tipps zum Kauf - was beachten bei Versicherungen? Händler, Reifen, Gangschaltung, Licht - Ratgeber - Bild.de
Was ist ein angemessener Preis?
Alltagsradler, die mit dem Rad zur Arbeit, zu Freunden oder zum Einkaufen fahren, bekommen ein gutes, ungefedertes Modell ab etwa 500 Euro. Profis und andere Power-Radler, die mehrere Tausend Kilometer pro Jahre fahren, müssen mit mindestens dem Doppelten rechnen.

“Ach du aufgeblasener … Fahrradaufstellstreifen”

04032010013.jpg

Was ihr da seht, das nannte man früher einen aufgeblasenen Fahrradaufstellstreifen! Hättet ihr’s gewusst?  Dieser hier ist in Düsseldorf zu sehen. In Berlin-Mitte gibt es sie recht prominent etwa an der Einmündung der Oranienburger Straße in die Friedrichstraße. Probiert es mal aus, fahrt mit euren Fahrrädern hin!

Fahrradfreundliche Straßen: Planungsbeispiele Südliche Friedrichstadt in Berlin

Am kommemden Mittwoch, 17.03.2010, 17 Uhr tagt das nächste Mal der bezirkliche FahrRat Friedrichshain-Kreuzberg! Alle Sitzungen sind öffentlich, es lohnt sich, dieses Gremium durch eure Anwesenheit zu beehren! Wo? Rathaus Kreuzberg, Yorckstraße 4-11, Raum 2051. Da geh ich selbst natürlich auch hin!

Noch einmal schaue ich in meine Notizen von der letzten Sitzung! Ich ziehe folgende Bilanz:

Recht weit war das verkehrspolitische Denken schon in unserem Bezirk vor 23 Jahren. Wolfram Däumel vom ADFC hielt bei der letzten Sitzung des bezirklichen FahrRats Friedrichshain-Kreuzberg eine sehr ansprechende Präsentation über die Probleme der Ost-West-Querung in der Südlichen Friedrichstadt, wie sie 1987 in einer von ihm und anderen Autoren verfassten Broschüre zur Internationalen Bauausstellung (IBA) aufgearbeitet worden waren. 

In seinem Vortrag stellte Däumel Damals-Heute-Vergleiche an, die er durch aktuelle Fotos untermauerte. Daran schlossen sich kurze Besprechungen einzelner Punkte an.

Die 1987 erarbeitete Broschüre ist heute im Internet abrufbar unter der Adresse:

http://www.däumel.de/WD/Radverkehr/IBA87/

 Allgemeine Themen, die damals, 1987, schon in der Luft lagen:

1.       Radwege auf Bürgersteigen?  Können eine Verschlechterung der Situation des Radverkehrs bedeuten. Denn es kommt häufig zu Konflikten zwischen Radfahrern und den Fußgängern. Bürgersteigradwege stellten also bereits 1987  – selbst wenn sie zu Fahrradrouten gehören – nicht grundsätzlich eine Verbesserung dar.

2.      Sinnvolle Fahrradrouten ermöglichen den Radfahrenden das Durchfahren längerer Strecken auch ohne besondere Ortskenntnisse. Mit ihrem deutlich erkennbaren Leitsystem sind sie ein wichtiger Bestandteil der Fahrrad-Infrastruktur.

3.     Wichtige Kriterien guter Radverkehrsführung: Einbeziehung ruhigerer Nebenstraßen, Wegweisung für Radfahrer, auf Hauptverkehrsstraßen Radfahrstreifen von 2 m Breite.

4.      Bereits damals (1987) wurden wichtige Neuerungen und Verbesserungen gefordert und erklärt: Radfahrstreifen, vorgezogene Aufstellflächen (damals: „aufgeblasener Fahrradaufstellstreifen“ genannt), Abstellbügel (die heutigen „Kreuzberger Bügel“), die „Fahrradstraße“.

U11032010001.jpg Und das hier sind vorbildliche Anlehnbügel … gesehen vor der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin-Mitte. Ein Vorbild auch für die Konrad-Adenauer Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung? Haltet euch ran! Lehnt euch daran an!

 

Der Service macht’s

“Geprüft wurden: Schaltung, Lager, Bremsen, Speichenspannung, Schrauben (ggf. nachziehen), Beleuchtung, Rahmen (Sichtprüfung), Luftdruck, Funktionsprüfung Federelemente”.

Das war der Prüfumfang. Gestern holte ich mein 2 Monate altes Kraft-Fahrzeug VSF T300 8 Gg SH FL  von der kostenlosen “Erstinspektion” ab. Es ist doch immer schön, wenn man sein Fahrzeug aus der Werkstatt zurückerhält. Und siehe da - ich traute meinen Augen nicht: Es war sogar geputzt worden. Ein kleiner Plausch am Annahmeschalter, o nein: das heißt heute: “Dialogannahme”, schloss diese angenehme Erfahrung in Kreuzbergs Bergmannstraße ab.

Dazu passt auch die taz-Meldung, dass Läden, “die ihre Kundschaft beraten”, den Umsatz um 10% steigern konnten. Andere offenbar nicht. Wir lernen: Die Beratungsqualität macht’s. Gerade in einer so reichen Gesellschaft wie der unseren erwarten die Kunden auch menschliche Zuwendung und fachliche Unterstützung, wenn’s um das eigene Kraft-Fahrzeug geht. Immerhin steckt man jede Menge Kraft hinein. Eigene Muskelkraft, die beste und teuerste!

Wenn die Zahlen stimmen, müsste jedes neue Fahrrad im Durchschnitt 1250.- Euro kosten. So teuer also?

Radfahren in Deutschland: Auf dem Weg zur Fahrradnation - taz.de
Fahrradgeschäfte haben Hochkonjunktur: Läden, die ihre Kundschaft intensiv beraten, konnten ihren Umsatz 2009 um 10 Prozent steigern. Über 4 Millionen neue Drahtesel für insgesamt 5 Milliarden Euro rollten auf die Straßen.

Fahrrad als Wirtschaftsfaktor stärken!

Hans-Christian S. kaufte sein gestohlenes Rad für 15 Euro zurück. Das spiegelt den wahren Wert nicht wider. Ich meine: Ein gutes Fahrrad hat seinen Preis, es hat seine laufenden Wartungskosten. Es kostet Versicherung, daneben lohnt es sich, beim ADFC Mitglied zu werden. Kurzum: Das Fahrrad kann wirtschaftliche Wachstumsimpulse setzen. Allein all die alten Mühlen zu ertüchtigen oder durch neue Velos zu ersetzen, wird Hunderttausende von Euros kosten.

Die sinkenden Krankheitskosten, die höhere Lebensqualität sind weitere Argumente. Und dann die vielen tausenden Fahrradabstellmöglichkeiten, die jetzt noch fehlen! Kreuzberger Bügel, Fahrradparkhäuser, Boxen - alles ist denkbar! Ums Rad herum wird eine Fülle an Infrastrukturmaßnahmen nötig. Das kostet Geld. Geld, das gut angelegt ist. Heute berichtet die Berliner Zeitung:

Berliner Zeitung - Aktuelles Berlin - Fahrradbranche will mit Neuheiten wachsen
Mit Innovationen wie dem Elektro-Bike und hohen Qualitätsstandards will der Fahrrad-Fachhandel seinen Umsatz weiter ankurbeln. Im gehobenen Segment seien die Erlöse 2009 um 10,2 Prozent gestiegen, sagte der Geschäftsführer des Verbundes Selbstverwalteter Fahrradbetriebe (VSF), Albert Herresthal, am Dienstag in Berlin. Insgesamt habe die Branche im vergangenen Jahr rund 4,3 Millionen Räder in Deutschland verkauft. Im Fachhandel liege der Durchschnittspreis bei mehr als 500 Euro, Tendenz steigend.

Hehlerware aufkaufen?

Die ganze Republik redet sich in klirrender Kälte die Köpfe heiß, ob der Staat zur Erlangung hinterzogener Steuern Hehlerware aufkaufen darf. Da mag ein Blick in die druckfrische RadZeit Nr. 1/2010 für Nachdenklichkeit sorgen. Ein Radfahrer aus dem Berliner Bezirk Tiergarten, Hans-Christian S., berichtet darin, dass sein gestohlenes Rad auf einem Flohmarkt am Moritzplatz wiedergefunden wurde. “Wir wollten dem Händler keinen Schaden zufügen und haben es für 15 Euro gekauft.”

Das bedeutet: Der rechtmäßige Eigner hat sein gestohlenes Eigentum aus dem Besitz des Hehlers zurückgekauft.

“Es ist besser, Unrecht zu leiden, als Unrecht zu tun”, so sprach Sokrates in seiner Apologie, so sprach auch mein Opa, nachdem die ganze Familie von einem Tag auf den anderen in Schlesien von Haus und Hof vertrieben worden war. Diese Worte kamen mir in den Sinn, als ich das Interview mit Hans-Christian S. in der neuen Radzeit las.

Mir wurden auch schon mehrere Räder gestohlen. Ich sage dann trotz allen Ärgers: “Mögen die gestohlenen Räder den neuen Eigner zu einem gerechteren und glücklicheren Menschen machen.” Und ich erstatte Anzeige. Und ich habe meine beiden neuesten Fahrräder mittlerweile versichert. Ein gutes, sicheres und bequemes Fahrrad hat seinen Preis!

Mach den Stimmungstest in der U-Bahn!

Heute war einer der ganz wenigen Tage, an denen ich witterungsbedingt U-Bahn statt Fahrrad fuhr. Es lag zuviel frischer Schnee, und ich musste beruflich bedingt ete-petete auftreten. Ich sah mir die Gesichter der U-Bahnfahrenden an. Versuchte, eine Stimmung herauszulesen. Mir geht es jedenfalls so, dass ich nach dem Radfahren fröhlicher als nach dem U-Bahnfahren bin. Geht es anderen ebenso? Die Morgenpost berichtet heute:

Verkehrszählung - Mehr Radler als Autos in der Kastanienallee - Berlin Aktuell - Berliner Morgenpost
Der Fahrradboom in Berlin ist ungebrochen. Zählungen an acht Orten der Stadt im vergangenen Jahr haben im Vergleich zu 2008 eine Zunahme des Radverkehrs um sechs Prozent ergeben. Das teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit. Der Trend halte seit 15 Jahren an, sagte Verkehrsstaatssekretärin Maria Krautzberger.
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An den Zählpunkten in Mitte und Kreuzberg hat die Zahl der vorbeifahrenden Radfahrer sogar um 15 bis 20 Prozent zugenommen. In Kreuzberg Zossener Straße/Blücherstraße wurden in der Zählzeit von 7 bis 19 Uhr rund 7650 und in Mitte Karl-Liebknecht-Straße/Spandauer Straße sogar rund 12.300 Radfahrer gezählt.

Povero Gianfranco, oder: “Hände runter oder Geld!”

In Mailand wurde aus Umweltschutzgründen am Sonntag ein komplettes Fahrverbot für Autos verhängt.  Aber genug zu tun gab es für die Verkehrspolizei dennoch: Einem Radfahrer namens Gianfranco Giardina wurden 23 Euro abgenommen, denn er war 300 Meter freihändig gefahren! Begründung: “Es war mir zu kalt!”Also: “Hände runter - oder Geld her!”

Blocco del traffico? Multato un ciclista - Milano
Il blocco del traffico a Milano porta con sè anche le inevitabili contravvenzioni. Una di queste, però, non è andata a un’auto, bensì ad un ciclista. Protagonista della vicenda è Gianfranco Giardina, un giornalista milanese che percorreva via Gallarate in bicicletta e si è visto affibbiare una contravvenzione per «guida senza mani»: «La strada era completamente deserta e ho tenuto le mani in tasca per un tratto di circa 300 metri perchè avevo freddo» ha raccontato. Fermato dalla polizia stradale, Giardina si è visto comminare 23 euro di multa.

Wie sehen uns die anderen?

28122009.jpg Einen kühnen, weitschweifenden Blick auf die Weltstädte dieser Erde wirft David Byrne in seinem Buch “Bicycle Diaries”.  Und zwar tut er dies vom Sattel des Fahrrades aus. Umwerfend! Er entfaltet am Radfahren eine bestimmte Weltsicht, ein geduldiges Sich-Einlassen auf das Gegenüber. Und ein Gefühl der Freiheit:

That same sense of liberation I experienced in New York recurred as I pedaled around many of the world’s principal cities. I felt more connected to the life on the streets than I would have inside a car or in some form of public transport: I could stop whenever I wanted to; it was often (very often) faster than a car or taxi for getting from point A to point B; and I didn’t have to follow any set route. The same exhilaration, as the air and street life whizzed by, happened again in each town. It was, for me, addictive.

Unsere Fahrradstadt Berlin kommt auch vor, von Seite 42 bis Seite 76. Und ich halte das, was Byrne auf diesen 34 Seiten über Berlin schreibt, für sehr erhellend. So sehen uns also die anderen. Hier: ein Amerikaner.

David Byrne: Bicycle Diaries. Faber and Faber, London 2009. 302 Seiten. 17,50 Euro

Maximale Kraftausbeute und edles Understatement …

19122009001.jpg … so fasse ich die ersten Fahrtberichte mit dem neuen Produkt der vsf-Fahrradmanufaktur zusammen, das ich gestern bei einem der Fachhändler in der Bergmannstraße kaufte. So wie Peter Schlemihl einfach in sein Seckel griff, um weitere Golddukaten hervorzuziehen, so genügt ein lässiger Tritt in die Pedale, um das VSF T300 auch auf holprigem Grund mühelos voranzutreiben. Die Ausbeute jedes einzelnen Kilojoule an eingesetzter Muskelenergie übertrifft alles, was ich bisher im Bereich Stadträder ausprobieren durfte. Ein wichtiges Signal zum Thema Klimaschutz nach dem Scheitern der Kopenhagener Konferenz!

Bei dem gestern und heute herrschenden starken Frost hielt das VSF T300 jederzeit sicher die Spur, auch auf eisigem Grund und starkem Splittbelag. Das Drehmoment entfaltete sich gerade im unteren Drehzahlbereich mit überzeugender Gleichmäßigkeit, das Umschalten erfolgt ohne Ruckeln und Holpern. Den Volllastbereich konnten wir gestern und heute nicht austesten, da zu viele schleichende Motorfahrzeuge ein rasches Vorwärtskommen behinderten.

Die Anmutung des Rades wurde in ersten Stellungnahmen aus der designkundigen Damenwelt als “edel, klassisches Understatement, bestens geeignet für Anlässe auch auf hoher und höchster Ebene” bezeichnet. Motto: “Man zeigt, was man sich leisten könnte, aber man lässt es nicht heraushängen.” Das VSF T300 8 Gg SH FL ebony DIA RH 62 empfiehlt sich durch strenge, reduktionistische Linienführung für den coolen Kreuzberger Oberschichtler, dem der BMW Z3 und der Saab turbo billiger Kokolores für testosterongeplagte Jungmänner sind, der aber andererseits dem Zeitgeist, der heute in Gestalt unregelmäßiger, wuchtiger Rahmenarchitektur daherkommt, keinen modischen Tribut zollen möchte.

Die mitgelieferte Dokumentation in der edlen schwarzen Mappe enthält eine hinreichend ausführliche, 32-seitige Bedieungsanleitung, technische Unterlagen sowie ein Service-Scheckheft. Die Wartungsintervalle sind mit “alle 2000 km bzw. einmal jährlich im Winter” recht großzügig. Für einen hohen Wiederverkaufswert - etwa am Berliner Mauerpark - leistet ein sorgfältig geführtes Service-Scheckheft mit dem lückenlosen Nachweis aller Wartungsarbeiten sicher beste Dienste.

Ärgerlich stieß dem Neubesitzer des VSF T300  jedoch folgender Satz auf S. 12 der Bedienungsanleitung auf: “Laut Straßenverkehrsordnung sind Sie verpflichtet, Radwege zu benutzen, sofern sich diese in einem zumutbaren Zustand befinden.” Ein offenbar unausrottbares Vorurteil, das leider immer wieder zu unschönen Szenen zwischen motorisierten Dränglern und radfahrenden Klimaschützern führt! Seit 1997 besteht keine allgemeine Radwegebenutzungspflicht mehr. In Berlin etwa sind die allermeisten Radwege nicht mehr benutzungspflichtig.

Die Beratung beim Fachhändler war fachlich einwandfrei, freundlich, die Servicequalität überzeugte in vollem Umfang. Da mir gestern zwischen 2 Terminen nur wenig Zeit blieb, gab letztlich das hohe Maß an subjektiv empfundenem Vertrauen sowie das positive Votum meiner persönlichen Beraterin den Ausschlag bei meiner raschen Kaufentscheidung.

Besonders gut finde ich: Der gesamte Kaufvorgang ähnelt dem Kauf eines anderen “langlebigen, hochwertigen Gebrauchsgutes”, wie etwa eines Autos. Dinge wie das “Service-Scheckheft” oder das mitgelieferte Dokumententäschchen erinnern mich an die Kauferfahrungen beim Kauf eines neuen PKW. Und gerade in diese Kauferfahrung gilt es auch in der Fahrradbranche vorzustoßen.

Der Radfahrer ist ein Fahrzeug-Kunde wie jeder andere. Er möchte zunehmend ein Produkt mit hoher Wertigkeit, nachhaltigem Marktwert und hohem Image-Faktor. Vertrauen, Zuverlässigkeit und persönliche Beratung werden bei Wahl und Anschaffung des neuen Fahrzeugs in Zukunft eine immer größere Rolle spielen.

Unser Foto zeigt das VSF T300 8 Gg SH ebony DIA RH 62 heute sicher angeschlossen an einen der berühmten “Kreuzberger Bügel” vor dem Rathaus Kreuzberg in der Yorckstraße. Der erste Großeinkauf konnte problemlos bewältigt werden.

Seriennummer: PK 112849

Schloss: Bügelschloss Abus Granit Futura 64/180HB300 TexKF

Temperatur: -10 Grad.

Kartoffeln: Speisekartoffeln festkochend, von NP Ecke Großbeerenstraße , 5kg

Tragetasche: Modell IKEA, hochreißfest

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Verlustmeldung Fahrrad, oder: “Das findest du am Wochenende am Mauerpark!”

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Recht traurig war ich gestern: Mein schönes Fahrrad wurde mir gestohlen, als ich es an der Schützenstraße ordnungsgemäß abgestellt hatte. Genau durch dieses Rad habe ich den endgültigen Übergang zum Fahrrad als Hauptverkehrsmittel geschafft. Weg vom Auto, weg von der BVG. Es hat mich zu einem freieren, gesünderen, entspannteren, glücklicheren Menschen gemacht. Es hat mich zu unendlich vielen kleinen Begegnungen und Gesprächen geführt.

“Das findest du am Wochende am Mauerpark wieder - du kannst es kaufen”, vertraut mir ein italienischer Freund an. Er lebt seit sechs Monaten in Berlin, aber dass die Stadt gegen die Fahrraddiebstähle fast machtlos ist, weiß er schon.

Hier noch ein paar Details: Das Rad hat den Typ Citirad Arcadia TS. 08, Rahmennummer D184174. Neu gekauft am 30. Mai 2006 in Kreuzberg. Kaufpreis 499.-

Das Bild oben zeigt dieses Fahrrad.

Vor zwei Wochen habe ich eine schöne neue LED-Beleuchtung für 91.- Euro montiert. Dadurch hatte es Standlicht vorne und hinten. Sicherheitsmängel hat das Rad keine, zumal ich etwa den Kaufpreis in Instandhaltung und Aufwertung investiert habe.

Bin ich böse? Nein. Ich war traurig. Ich denke jetzt an all die Freude, die mir das Rad geschenkt hat.

Möge dieses gestohlene Fahrrad auch den neuen Besitzer zu einem gesünderen, klügeren, ehrlicheren und glücklicheren Menschen machen!